März-Liste

Was für ein verrückter Monat war denn dieser März? Ich persönlich habe nicht damit gerechnet, dass Corona die Welt so lahmlegen wird. Aber wir haben versucht, das Beste daraus zu machen, denn es war auch gleichzeitig der letzte Monat meiner Elternzeit. So sehr ich meine Arbeit und Kollegen mag, es fiel mir schwer, mir vorzustellen, so lange am Tag vom Kind getrennt zu sein. Da war es für mich fast etwas erleichternd, dass der harte Bruch nach hinten geschoben wurde. Denn die Kita-Eingewöhnung ist nun auch erstmal ausgefallen.
Und in dieser seltsamen Situation kam die Lust auf das Lesen mit einem Schlag zurück. So richtig. Seht ihr dieses kleine Lächeln hinter den Büchern? Das ist meine Freude über diesen Stapel, in dem nicht ein hinzugekommenes Buch ist, sondern alles meine gelesenen März-Bücher. So viel habe ich lange nicht gelesen. Es sind sogar mehr Seiten, als ich im kompletten Jahr 2019 gelesen habe. Was will ich mehr?

Gelesen:
Ildikó von Kürthy – Unter dem Herzen
Tim Dedopulos – Sherlock Holmes’ Rätseluniversum
Matthias A. K. Zimmermann – KRYONIUM
Amie Kaufman & Jay Kristoff – Illuminae
Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde
Amie Kaufman & Jay Kristoff – Gemina
Frank Schuster – Das Haus hinter dem Spiegel
Pseudonymous Bosch – Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät
Jason Ward – Edgar Allan Poes Rätseluniversum

Gekauft:

Geschenkt:

Rezensionsexemplare:

Ich lese jetzt „110 – Ein Bulle hört zu“ von Cid Jonas Gutenrath

In diesem Monat ist es acht Jahre her, dass ich auf meiner ersten Tagung dieses Buch mitnehmen konnte. Seitdem war es mir hier und da über den Weg gelaufen. Freunde lasen es, ich erfuhr von dem Nachfolger oder ich sah es in den Mängelexemplar-Boxen. Jedes Mal dachte ich: „Das musst du auch unbedingt noch lesen!“ und dann ließ ich den Gedanken wieder los.
Als ich nun Bücher aus meinem SuB-Schrank in das SuB-Regal einsortierte, um die Lücken der gelesenen Bücher zu schließen, fiel mir dieses Buch wieder in die Hände. Ich schlug es auf und las mich direkt fest. Und das war es dann. Dann gehörte es offiziell zu den Büchern, die ich jetzt lese.

Ich bin gepannt, welche Geschichten mich erwarten. Eins ist klar: Die 110 ruft man nicht an, um von einer schönen Geschichte zu erzählen. Jeder hat etwas auf dem Herzen, steckt in einer Not… Hoffentlich kann das Buch aber mehr, als den Leser nur runterzuziehen.

Erster Satz:
„Ein weiteres Buch aus der Reihe ›Bücher, die die Welt nicht braucht?‹“

Jason Ward – Edgar Allan Poes Rätseluniversum

Tauchen Sie ein in die bizarre Welt von Edgar Allan Poe und werden Sie Teil seiner schaurigen Geschichten… 80 knifflige Rätsel, inspiriert von den bekanntesten Werken des Virtuosen des Grauens, garantieren ein unheimliches Rätselvergnügen. (Klappentext)

Weihnachten habe ich dieses Buch von meinem Freund geschenkt bekommen und nachdem ich das Rätseluniversum von Sherlock Holmes besucht hatte, zog ich direkt dieses Buch aus dem Regal.

Auch wenn mir der Name Edgar Allan Poe und seine Bedeutung in der Schauerliteratur natürlich bewusst ist, habe ich noch nie etwas von ihm gelesen. Umso mehr freute ich mich darauf, nicht nur stumpf Rätsel zu lesen, sondern Rätsel, die in seine Geschichten eingebettet wurden. Dabei bleibt das Grundgerüst stehen und nur hier und da gibt es Veränderungen, damit eine Rätselfrage hineinpasst.

Die Geschichten an sich fand ich nicht wirklich spannend. Sie waren immer von einem namenlosen Erzähler geschildert und handeln von verschiedensten unheimlichen Begebenheiten. Doch gruselig fand ich nicht eine. Dafür kann das Buch aber grundsätzlich recht wenig, denn es wurde sich eng an die Ursprungsgeschichten gehalten.
An den Rätseln hatte ich trotzdem Spaß. Sie waren nur leider nicht allzu vielfältig. Häufig musste man Rätsel des gleichen Typs lösen. Gerade anfangs rätselte ich noch richtig mit und hatte Papier und Stift im Anschlag. Umso weiter das Buch vorangeschritten war, umso eher blätterte ich direkt zur Lösung. Dies lag vor allem auch daran, dass es mein viertes Buch der Ullmann Medien am Stück war und einige Rätsel habe ich nun schon in mehreren Büchern gelesen.

Einen weiteren Kritikpunkt habe ich, der schraubt aber nur gering an der letztlichen Bewertung.
Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt, die die jeweiligen Geschichten darstellen. Das dachte ich zumindest. Es dauerte etwas, bis ich auf den kleinen Sarg am Ende jeder Seite achtete, der angab, in welcher Geschichte man sich befindet. Für mich ergibt es einfach keinen Sinn, warum in dem Kapitel sich nur jeweils die erste Hälfte an die namengebende Geschichte orientiert und es dann ohne Trennung (quasi eine neue Kapitelseite) nahtlos in eine andere Geschichte übergeht. Die Grenze war nicht immer deutlich.

Ich kann trotzdem ganz allgemein sagen, dass ich das Buch sehr mochte. Die Gestaltung war wieder wunderschön und jede Seite war ein Ereignis. Die Idee, sich an Poes Geschichten zu orientieren war klasse und die Rätsel wären sicher auch spannender gewesen, wenn man sie nicht schon in verschiedenen Büchern gelesen hätte.

Jason Ward – Edgar Allan Poes Rätseluniversum
Originaltitel: Edgar Allan Poe’s Puzzles From Beyond the Grave (August 2018)
Ullmann Medien GmbH, 24. September 2018
ISBN 3741523267
207 Seiten
Broschiert; 9,99 Euro

Pseudonymous Bosch – Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät

Mensch oder Monster?
Lerne das Wesen kennen, das vor über 500 Jahren in einer Flasche geboren wurde!
Welche Geheimnisse hütet dieses seltsame, fürchterliche Wesen?
Lies nach und finde es heraus, zusammen mit den zwei tapferen Helden Kassandra und Max-Ernest*.

Aber nimm dich in Acht, denn:
Dies ist ein sehr gefährliches Buch!

*Namen aus Sicherheitsgründen geändert (Klappentext)

Nachdem sich Kass und Max-Ernest in dem ersten Buch – „Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis“ – bewiesen haben, warten sie sehnlichst auf den ersten Auftrag der Mieheg-Gesellschaft. Als der Auftrag endlich kommt, begeben sie sich voller Euphorie auf das Schiff, das sie holen kommt… und landen direkt in den Armen von Dr. L und Madame Mauvais. Die Mitglieder der Mitternachtssonne, die Erzfeinde der Mieheg-Gesellschaft, haben die beiden gefangen genommen. Doch auf dem Schiff finden unsere beiden Helden ein Klangprisma. Und damit geht das Abenteuer erst so richtig los.

Vor acht Jahren hatte ich den ersten Teil gelesen und es war fast klar, ich hatte Details vergessen. Bruchstückhaft erinnerte ich mich noch an wenige Dinge. Kass und Max-Ernest waren mir hingegen deutlich im Gedächtnis geblieben. Es fiel mir also nicht schwer, mich wieder mit den beiden ins Abenteuer zu stürzen.
Doch dann fand ich keinen richtigen Zugang. Ich brauchte auch eine Weile, um zu verstehen, wo der rote Faden des Buches war. Was sollte das mit dem Klangprisma, von welchem Monster spricht der Klappentext? Geht es nun um den festen Eintritt in die Mieheg-Gesellschaft oder muss gegen die Mitternachtssonne gekämpft werden? Kass und Max-Ernest schlitterten von einer Gefahr in die nächste, aber mir fehlte etwas, woran ich mich festhalten konnte.

Mit dieser Voraussetzung baute sich bei mir leider überhaupt keine Spannung auf. Ich war immer aufmerksam dabei, aber fieberte zu keinem Punkt irgendetwas entgegen. Meine einzige Hoffnung war, irgendwann zu verstehen, was die Geschichte mir nun sagen möchte.
Es passieren Dinge, klar. Aber irgendwie schien das alles trotzdessen nebenbei zu laufen.

Vielleicht waren Kassandra und Max-Ernest als Charaktere zu präsent. Vor allem der männliche Part war unfassbar anstrengend. Besserwisserisch, zickig, beleidigt, unsicher. Eine ganz unangenehme Kombination. Kassandra mochte ich dieses Mal dafür deutlich mehr als das letzte Mal und ich freute mich, dass ein paar Dinge aus ihrem Privatleben mehr beleuchtet waren.

Die Zielgruppe gleicht dem Alter von Kass und Max-Ernest und ist auf zehn bis zwölf Jahre festgelegt. Ab und zu fühlte ich mich fast etwas spießig, wenn wieder davon die Rede war, dass Dr. L und Madame Mauvais schon so viele Leute umgebracht haben und die beiden jungen Abenteurer auch direkt um ihr Leben fürchteten, wenn die Mitternachtssonne auf den Plan trat.

Aber, und das ist wohl das Wichtigste, nichtsdestotrotz glaube ich, dass Kinder wirklich Spaß mit dem Buch haben können. Allein, weil der anonyme Erzähler die Leser häufig anspricht und verschwörerisch von dem großen Geheimnis erzählt, das niemand wissen darf. Am Anfang des Buches ist ein Vertrag abgedruckt, der zur Verheimlichung des Buchinhalts verpflichtet und auf diesen Fakt werden die jungen Leser immer wieder eingeschworen. Eine tolle Idee, die sicherlich auch Spannung und Spaß beim Lesen hineinbringen kann.

Ich persönlich konnte aus dem zweiten Teil leider kaum etwas mitnehmen. Ich eilte durch die Seiten, weil das Buch sich schnell lesen lässt. Es war nett mal wieder von Kassandra zu lesen und ein bisschen interessant war die Story auch letztendlich. Aber so richtig begeistert bleibe ich nicht zurück.

Pseudonymous Bosch – Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät
Originaltitel: If You’re Reading This, It’s Too Late (Oktober 2008)
Arena, 28. April 2014
ISBN 3401062573
349 Seiten
Gebunden; 14,95 Euro (als Taschenbuch erhältlich)

Reihenfolge der Bücher:
1. Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis (The Name of this Book is Secret)
2. Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät (If You’re Reading This, It’s Too Late)
3. Dieses Buch ist gar nicht gut für dich (This Book Is Not Good for You)
4. Dieses Buch ist vielleicht gar kein Buch (This Isn’t What It Looks Like)
5. Dieses Buch ist echt das Letzte (You have to stop this)
6. Dieses Buch braucht dich!: Oder es wird nicht geschrieben (Write This Book)

Ich lese jetzt „Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät“ von Pseudonymous Bosch

Vor ziemlich genau acht Jahren habe ich den Start der Reihe von Pseudonymous Bosch – „Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis“ – gelesen. Das Buch gefiel mir und den zweiten Teil hatte ich auch schon zuhause, denn fälschlicherweise hatte ich den zuerst gekauft. Doch dann las ich den Nachfolger einfach nie. Warum auch immer. Doch nun ist es endlich soweit.

Ich begebe mich wieder zu Kassandra und Max-Ernest, um mit ihnen dem großen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dieses Mal müssen sie sich dabei unter anderem mit einem über 500 Jahre alten Ungeheuer herumschlagen.

Erster Satz:
Ein Lichstrahl bohrte sich durch die Dunkelheit
Ein Lichtstrahl zerriss die Dunkelheit
Ein Lichtstrahl zuckte – ja, das ist es! -, ein Lichtstrahl zuckte durch den dunklen Saal und warf seinen Schein auf eine wundersame Ansammlung antiker Kuriositäten: Tarot-Karten mit kunstvollen Bildern, die altersweise Könige und lachende Hofnarren zeigten… schimmernde Lackschächtelchen aus China, mit Schnappfallen und Geheimfächern… fein ziselierte Becher aus Holz und Elfenbein, in denen man Münzen und Marmorkugeln verschwinden lassen konnte, oder auch Finger… glänzende silberne Ringe, die eine geschickte Hand ineinander verschränken und wieder lösen konnte, so leicht, als wären es Rauchkringel.“

Frank Schuster – Das Haus hinter dem Spiegel

Eliza ist zurzeit ziemlich verdreht. Sie verwechselt links und rechts und schreibt plötzlich nur noch in Spiegelschrift, selbst ihre Klassenarbeiten. Ihre Schwester Lorina macht sich Sorgen. Ist Eliza tatsächlich in die Welt hinter den Spiegeln gelangt? Lorina schiebt alles auf ein seltsames altes Buch, das Eliza aus der Schulbibliothek geliehen und gelesen hat. Gemeinsam versuchen sie, Elizas Verwandlung auf die Spur zu kommen… (Klappentext)

Als Eliza ihrer Schwester sagt, sie würde gar nicht Eliza, sondern Alice heißen, dachte Lorina erst an einen Scherz. Doch Eliza benimmt sich auch seltsam, hat Erinnerungen an Dinge, die sie doch eigentlich gar nicht erlebt hat und kann plötzlich nur noch in Spiegelschrift lesen und schreiben. Aber sie kann doch nicht durch den großen, alten Spiegel gegangen sein. Oder? Gemeinsam mit ihrem Lehrer, Herr Hundsen, versuchen die beiden, der Sache auf die Spur zu kommen.

Ich mochte die Idee von Anfang an. Begeistert stürzte ich mich in die Lektüre und war sofort mitten im Geschehen bei der auf dem Boden sitzenden Eliza, die die schwarze Königin vom Schachspiel des Vaters in den Händen wiegt.
Von der ersten Sekunde an war ich gespannt, ob die Geschichte stimmt. Ist Eliza wirklich Alice? Denkt sie sich das vielleicht nur aus oder glaubt sie einfach nur ihrer eigenen Fantasie?
Allein deswegen las ich immer weiter. Ich wollte die Lösung unbedingt wissen.

Doch ich las auch aus anderen Gründen: All die kleinen Details, die auf Alice im Wunderland“ bzw. „Alice hinter den Spiegeln“ verweisen. Die Namen, die Symbole, die Objekte. Immer wieder erkennt man Dinge, die sich Lewis Carroll für seine Geschichte um die kleine Alice ausgedacht hat.
Obwohl ich „Alice hinter den Spiegeln“, auf das sich das komplette Buch bezieht, nicht kenne, hatte ich Spaß. Zum einen kennt man Elemente, wie Zwiedeldei und Zwiedeldum, den Hutmacher oder die Schachsymbolik auch so, und zum anderen kennen Lorina und Eliza das Buch auch nicht und vieles wird explizit erwähnt.

Die beiden Mädchen – vor allem aber Eliza – waren zudem auch einfach sympathisch und ich folgte ihnen gern. Die Sprache machte das schnelle Vorankommen zusätzlich einfach. Es war rundum sehr angenehm zu lesen.

Die Kritik an dem Buch fällt dementsprechend kurz aus.
An ein paar Stellen hatte ich das Gefühl, dass nicht ganz auf Logik geachtet wurde. So nannte Eliza, die ja eigentlich Alice war bzw. dachte, es zu sein, die Mutter ganz selbstverständlich Mama und wirkte auch so nicht sehr irritiert über die anderen Umgebungen und Menschen wie Nachbarn und Mitschüler.
Außerdem gab es auch dank der Kürze des Buches keine großen Kniffe, Wendungen oder Überraschungen.

Nichtsdestotrotz mochte ich das Buch wirklich gern und hatte Spaß daran, Elemente aus dem Wunderland zu entdecken und Herauszufinden, ob es die Welt hinter den Spiegeln wirklich gibt.

Frank Schuster – Das Haus hinter dem Spiegel

mainbook Verlag, 05. August 2014
ISBN 3944124723
177 Seiten
Taschenbuch; 10,50 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich lese jetzt „Das Haus hinter dem Spiegel“ von Frank Schuster

Vor vielen Jahren habe ich einen Film gesehen, in dem ein Mädchen gruselige Abenteuer erlebt, bis sie endlich am Ende des Filmes zu ihrem Elternhaus zurückfindet. Und da muss sie schlimmerweise feststellen, dass es nicht ihr zuhause ist, sondern nur eine Spiegelversion ihres Hauses. Durch den Spiegel sieht sie ihr echtes Zuhause mit ihren Eltern und all der Harmonie, doch sie ist immer noch ganz allein.
Zumindest sind das meine Erinnerungen. Als ich davon mal jemandem erzählte, hieß es, dass ich sicher „Alice hinter den Spiegeln“, den Nachfolger von „Alice im Wunderland“ gesehen habe. Als ich mir die Zusammenfassung durchlas, passte das nicht. Aber wer weiß, vielleicht sind meine Erinnerungen auch einfach falsch und so einen Film gibt es gar nicht.
Trotzdem ließ mich meine Erinnerung nie los. Sie faszinierte mich jahrelang.
Und deswegen habe ich mir „Das Haus hinter dem Spiegel“ ausgesucht, als mir der mainbook Verlag die Chance bot.

Eliza benimmt sich plötzlich ganz anders und sie behauptet, sie würde Alice heißen und käme aus der Welt hinter den Spiegeln. Kann es wirklich sein, dass zwei Mädchen ihren Platz getauscht haben?

Erster Satz:
„Ein Geräusch.“

Amie Kaufman & Jay Kristoff – Gemina

Dass es ihr Sozialleben killen würde, wenn sie ans andere Ende der Galaxie zieht, das wusste Hanna schon vorher. Aber dass es sie wirklich umbringen könnte, ist neu…
Hanna ist die verwöhnte Tochter des Kommandanten der Sprungstation Heimdall, Nik der unwillige Erbe des Mafia-Bosses. Beide hadern mit dem Leben an Bord der (wie sie finden) langweiligsten Raumstation des Alls. Bis eine feindliche Kampfeinheit die Station angreift und ein Funktionsausfall des Wurmlochs das Raumzeitkontinuum zu zerfetzen droht.
Hanna und Nik kämpfen nicht nur um das eigene Überleben und ihre Liebe – das Schicksal der Heimdall und wahrscheinlich das des gesamten Universums liegt in ihren Händen. Aber keine Panik. Sie schaffen das schon. Hoffen sie jedenfalls… (Klappentext)

Was habe ich mich auf Kady und Ezra gefreut. Ich wollte unbedingt wissen, wie es für die beiden nun auf der Hypatia weitergeht. Ich schlage das Buch auf und… bin enttäuscht. Weit und breit weder die eine noch der andere. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, soll ich nun die Geschichte einer arroganten Zicke und eines Kleinkriminellen lesen.

Aber ich habe mich – natürlich – darauf eingelassen. „Iluminae“ hat mir so gut gefallen, da schaffen das Amie Kaufman und Jay Kristoff doch sicher noch einmal, oder?

Nachdem der erste Schock überwunden war, war ich auch schon sofort drin. Ebenso wie der Vorgänger nahm die Geschichte schnell Fahrt auf. Plötzlich sind 24 unbekannte Menschen an Bord. Eine feindliche Übernahme steht Heimdall bevor und die Soldaten sind alles andere als zimperlich. Sie bringen Tod, Verderben und Blut. Sie sind schnell und brutal. Sie töten ohne mit der Wimper zu zucken. Nur durch einen Zufall sind Hanna und Nik nicht unter den Geiseln im Atrium. Und nun liegt es an ihnen – mit einiger Hilfe – das Schiff zu retten.

Das Buch liest sich wie ein wahnsinniger Actionfilm. Und das, obwohl wieder alles durch Akten, Zeichnungen, Transkripte, Chat-Verläufe und vieles mehr geschildert wird. Jede Seite bringt einen tiefer ins Geschehen, lässt die Brutalität und die Angst realer werden. Der Einsatz jedes Stilmittels ist durchdacht. Besondere Formatierungen sind quasi Teil der Geschichte. Und trotzdem entfaltet sich eine vollkommene Geschichte vor dem Leser. Hanna und Nik zu begleiten war so mitreißend und spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Sie wurden mir immer sympathischer. Ich schloss beide so sehr ins Herz und hoffte, dass sie es irgendwie schaffen, gegen die Invasoren zu gewinnen, egal wie aussichtslos ihre Lage schien. Ich begleitete die beiden Helden voller Begeisterung in jeden Winkel des Schiffes.

Ich habe jede einzelne Seite geliebt. Bei Teil 1 habe ich mich noch gefragt, ob ich die Story in einem „normalen“ Buch auch gut gefunden hätte. Dieses Mal kann ich es ohne jedes Zögern bejahen. Die Jagd der Soldaten auf die unschuldige Schiffsbesatzung war rasend spannend, das Zusammenspiel von Hanna, Nik und den anderen witzig und süß und herzzerreißend. Die Ideen und Entwicklungen waren klug, rasant, passend und vollkommen logisch.
Dabei war das Buch keinesfalls „einfach“. Es gab 24 Soldaten. Die wurden mal mit ihrem Codenamen, mal mit ihrem Vornamen und mal mit ihrem Nachnamen angesprochen. Und manchmal mit der Bezeichnung ihrer Einheit. Nicht immer überschaubar. Aber das Buch hat einem auch hierfür Hilfsmittel an die Hand gegeben. Ebenso waren die weltraum- und raumschiffspezifischen Wörter nicht immer klar für mich. Ich wusste nicht immer, was nun wo gemacht werden muss, damit etwas anderes passiert oder eben nicht. Aber das war nicht schlimm. Es tat der Sache keinen Abbruch.

Ich schrieb begeisterte Nachrichten: „Das Buch ist der Wahnsinn! Lies das!“ und so meine ich es. Ich mochte „Illuminae“ schon sehr (sehr, sehr), aber Gemina hat mich nun vollends abgeholt. Ich möchte nicht, dass das Buch zu Ende ist. Ich möchte Nik und Hanna nicht hinter mir lassen. Ich möchte weiter mit ihnen in Hangars sein, Heimdall durchstreifen, in das finstere Nichts gucken.
Zum Glück gibt es noch einen dritten Teil. Leider ist mein letzter Stand, dass es noch vollkommen offen ist, ob das Finale übersetzt wird. Dann halt auf Englisch. Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht. Ich muss wissen, ob alles ein gutes Ende findet. Bis dahin gibt es für Teil 2 .

Amie Kaufman & Jay Kristoff – Gemina – Die Illuminae-Akten_02
Originaltitel: Gemina – The Illuminae Files_01 (Oktober 2016)
dtv Verlagsgesellschaft, 21. September 2018
ISBN 9783423762328
659 Seiten
Gebunden; 19,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Illuminae – Originaltitel: Illuminae
2. Gemina – Originaltitel: Gemina
3. – Originaltitel: Obisidio (Noch nicht übersetzt)

Ich lese jetzt „Gemina“ von Amie Kaufman & Jay Kristoff

Ich konnte es kaum erwarten. Ich hatte frisch „Illuminae“ zugeschlagen, da habe ich direkt den Nachfolger aus dem Regal gezogen und nahtlos begonnen.
Ich will unbedingt wissen, wie es mit den Menschen auf der Hypatia weitergeht und welche neuen Stilmittel das Buch für mich bereithält.

Erster Satz:
Frobisher, L: … über siebenhunderttausend Angestellte in über zwanzig kolonisierten Welten.“

Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde

Die offizielle, total wahre Geschichte über den großen Streit zwischen den Tapper Zwillingen

Leni: Mein Name ist Leni Tapper. Ich habe gerade einen Krieg hinter mir und schreibe alles auf, damit zukünftige Generationen erfahren, was genau geschehen ist und wer schuld daran war (Ben).
Ben: Es einen Krieg zu nennen, ist ziemlich bekloppt. Aber Leni muss immer aus allem eine Riesensache machen. Ich meine, okay, ein Weile lief es etwas aus dem Ruder, aber ich hatte mit der ganzen Polizeisache nichts zu tun. Ehrlich. Das war allein Leni.

LENI und BEN sind Geschwister. Sogar ZWILLINGE. Und dabei so was von unzwillingsmäßig, dass sie sich mächtig auf die NERVEN gehen. Unter Geschwistern ganz normal, oder? ODER…???

…Streiche waren gestern. Jetzt sind die Fronten abgesteckt. Der KRIEG kann beginnen…
(Klappentext)

Es brauchte nur einen Auslöser und schon sind die Zwillinge Leni und Ben sauer aufeinander. Und zwar so richtig. Eine Racheaktion folgt der anderen. Es spitzt sich immer mehr zu, bis aus kleinen Sticheleien Dinge entstehen, die den anderen emotional schwer verletzen.

Dieses Buch ist ein klassischer Fall von „Der Weg ist das Ziel“. Die beiden Geschwister sind zwölf Jahre alt, das angepeilte Lesepublikum ist ähnlich alt. Und denen soll scheinbar vermittelt werden, wie schlimm und verletzend (Cyber)Mobbing und das Zerstören von Eigentum sein kann und was für Konsequenzen sowohl „Täter“ als auch „Opfer“ erwarten.

Diese Moral empfand ich tatsächlich ziemlich wichtig. Die Streiche (und später Gemeinheiten), die sich die beiden spielen, sind nicht weit von der Realität weg und die Leser können somit auch ihr eigenes Verhalten reflektieren.
Nichtsdestotrotz findet man in dem Alter die Streiche sicher witzig. Beim Lesen habe ich mir ständig meine Nichte und meinen Neffen vorgestellt und wusste, dass die beiden mit dem Buch richtig Spaß hätten. Ihre Mutter hat das Buch sogar direkt gekauft, als ich davon erzählte.
Ich fand das alles nur leider echt nicht witzig. Weder Pupsen noch tote Fische im Rucksack konnten mich erheitern. Demnach wartete ich auch nicht gespannt auf die nächste Aktion.

Trotz allem las ich das Buch schnell und auch recht gern, denn die Geschwister mochte ich trotzdem. Ich war ganz gern bei ihnen und mich interessierte der Rest neben den Streichen – ihre Freundschaften, ihre Gefühle, ihre Meinungen.
Außerdem war ich wieder großer Fan der Art des Buches, denn Leni schrieb alles als „Chronik“ auf und um den Verlauf korrekt wiederzugeben, führte sie Interviews mit Ben und ihren und seinen Freunden. Außerdem gab es SMS-Verläufe der Eltern und weitere Skizzen und Bilder. Ich lese so etwas gern.

So fällt mein Fazit also zwiegespalten aus: Ich mochte die Art und die Figuren, aber was genau passierte – das Hauptthema – fand ich nicht spannend oder lustig. Ich bin aber auch mal wieder deutlich älter als die Zielgruppe. Und die wird die Streiche sicher richtig witzig finden – und bekommt noch eine gut verpackte Belehrung dazu.

Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde
Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other) (April 2015)
cbj, 29. Februar 2016
ISBN 3570171701
223 Seiten
Gebunden; 12,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde – Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other)
2. Tapper Twins – Gemeinsam sind wir unerträglich – Originaltitel: The Tapper Twins Tear Up New York
3. Tapper Twins – Regieren die Welt – Originaltitel: The Tapper Twins Run for President
4. Tapper Twins – Löschen das Internet – Originaltitel: The Tapper Twins Go Viral

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