Ich lese jetzt „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling

Nachdem ich „Die Trabbel-Drillinge“ schnell beenden konnte (Die Rezension folgt am 26. Feburar 2018.), überlegte ich, was ich als nächstes lesen kann. Eigentlich stehen noch einige Rezensionsexemplare weit oben auf der Liste. Mein Freund beschwerte sich aber (zu Recht), dass ich nie Bücher lese, die er mir geschenkt hat.
Darum geht es nun weiter mit „QualityLand“.

Nachdem ich damals die Känguru-Trilogie geliebt habe, war klar, dass ich Marc-Uwe Klings neues Buch lesen muss. Aber ein wenig Angst hatte ich auch: Was ist, wenn es nicht an mein heißgeliebtes Känguru herankommt?
Aber ich schiebe die Zweifel einfach mal zur Seite und werde mich hineinbegeben und das Land voller Superlative, voller Digitalisierung, voller Zukunft. Ich begebe mich ins QualityLand.

Erster Satz:
„Nun reist du also zum ersten Mal in deinem Leben nach QualityLand.“

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In Szene gesetzt #11

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Ich lese jetzt „Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade“ von Anja Janotta

Bei mir auf Arbeit sind wieder ein paar Bücher eingetrudelt, die erst im nächsten Frühjahr erscheinen. So auch dieses hier, das ihr ab dem 26.02.2018 in den Regalen der Buchhandlungen finden werdet. Dann werde ich auch erst die Rezension veröffentlichen können.

Ich werde mich jetzt schon zu den berühmten Drillingen Franka, Vicky und Bella begeben, deren Mutter eine baufällige Villa in ein Bio-Hotel verwandeln will.
Mal sehen, ob die Mädels ihrem Namen alle Ehre machen.

Erster Satz:
„Eins zu 200 Millionen – so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, als eineiiger Drilling geboren zu werden.“

Magdalena Nirva – Magdalena 24h

»Ich war wie geschaffen dafür, das Objekt ihrer Begierde zu sein. Oft war es aber auch anders herum. Ich war der Jäger…«

Magdalena ist 24, Literaturstudentin und liebt Sex. Als sie nach ihrer gescheiterten Ehe mit ihrem Kind mittellos dasteht, wirft sie alle Bedenken beiseite und sagt sich: »Warum soll ich damit nicht auch Geld verdienen?« Um ihr Kind zu versorgen. Um die Universität abzuschließen. Um sich ein schöneres Leben leisten zu können. Auf der Suche nach neuer Liebe begegnet sie dem anziehenden Bad Boy Eagle. Die beiden beschliessen, ihrer Heimat Bulgarien den Rücken zu kehren und nach Wien zu gehen, wo sie als Callgirl viel Geld verdienen kann. Doch bald wird Eagle von seiner Vergangenheit eingeholt, und sie müssen Wien eilig verlassen. Und Magdalena gerät immer tiefer in Abhängigkeit zu Eagle, der sein ›goldenes Huhn‹ zunehmend rücksichtslos antreibt und eifersüchtig bewacht… (Klappentext)

Als mich Magdalena anschrieb, ob ich ihren biografischen Debütroman lesen möchte, war ich sofort begeistert. In das Milieu rund um Prostituierte und Escort-Damen werde ich persönlich nie hineinkommen. Auch wenn ich in Hamburg wohne, hat das Rotlicht-Viertel mit meinem Alltag nichts zu tun. Und gerade deswegen war ich gespannt auf ein paar Geschichten. Nachdem mir Magdalena in unserem E-Mail-Verkehr schnell sympathisch wurde, freute ich mich sehr auf das Buch und begann es direkt nach dem Erhalt zu lesen.
Das war im August.
Ich muss es sagen, wie es ist: Dieses Buch stürzte mich in eine tiefe Leseflaute.

Vielleicht ging ich mit den falschen Erwartungen an das Buch. Der Klappentext verspricht unter der Erklärung zum Inhalt „skurrile Begebenheiten und emotionale Verwirrungen“. Es wird gesagt, das Buch wäre „amüsant, berührend und unmoralisch“. Deswegen hoffte ich, dass es hauptsächlich aus kurzen Anekdoten bestehen wird. So, wie man es von vielen Büchern kennt. Viele verschiedene Männer, aufregende Geschichten und alles ein bisschen verbunden durch einen roten Faden.

Bekommen habe ich das Gegenteil. Magdalena rollt ihr Leben von der Kindheit an auf. All ihre Ex-Freunde werden ausgewalzt, ebenso wie ihre Probleme mit der Mutter und dem Ex-Mann. Natürlich verstehe ich, dass der Teil ihres Lebens wichtig ist, um zu verstehen, dass es kam, wie es kam. Aber selbst zum Ende hin, als sie im Milieu fest verankert war, wurden über Seiten ihre Kolleginnen und deren privaten Probleme beschrieben.
Ein paar Geschichten mit Freiern kamen natürlich drin vor. Für meine Erwartungen waren es jedoch zu wenig und Geschichten mit manchen Stammkunden zogen sich lang.
Vor allem fehlten einfach Einblicke in ihr Gefühlsleben. Sie ließ ihren Sohn in Bulgarien zurück, aber es fehlte der Schmerz einer Mutter. Sie war in einem fremden Land, aber die vollkommene Hilfslosigkeit wurde nur beschrieben und nicht gefühlt. Sie wird geschlagen und misshandelt, aber wie es ihrer Seele dabei geht, wird nicht gesagt.

Ich fand das Buch – anders als angepriesen – weder amüsant, noch berührend.
Alles war relativ plump niedergeschrieben. Für ein persönliches Gespräch wäre es so ok gewesen, aber für ein Buch war es zu wenig. Es fehlte ein klassisches „Buch-Feeling“. So gibt es beispielsweise rhetorische Fragen mitten im Text, die ungelenk wirken, wie ein eingestreutes: „Doch was ist das?“ (S. 256)

Durch die Mischung aus wenig leichtfüßiger Sprache und einer zu breitgetretenen Lebensgeschichte fehlte auch komplett die Spannung. Und auch mit dem Interesse war es bei mir nicht weit her. Tagelang, zwischendurch sogar wochenlang, zog es mich nicht zum Buch. Wäre der Weg von Bulgarien über Österreich nach Berlin knackig erzählt gewesen, wäre ich mehr dabei geblieben. Mich hätten mehr die Zustände beziehungsweise Termine in den Bordellen und Escort-Agenturen interessiert. Es muss einfach mehr Spannendes zu berichten geben, als hier aufgeschrieben wurde.

Die Freier sind unterschiedlicher Natur. Manche liebevoll, andere schüchtern und wieder andere eklig. Aber ich hatte mehr Skurrilität erhofft. Vor allem hätten die Geschichten pointierter erzählt werden können.

Ich war also inhaltlich wirklich nicht begeistert und dann kam auch noch dazu, dass ich die Buch-Magdalena, anders als die E-Mail-Magdalena, wirklich unsympathisch fand. Sie wirkte kalt, berechnend und arrogant auf der einen Seite und völlig irrational liebend auf der anderen. Immer wieder vielen Sätze, die vielleicht stimmten, aber einfach unsympathisch klangen: „Erst, seitdem ich dort die Drinks servierte, war es immer voll. […] Jedenfalls steigerte ich ganz schön den Umsatz.“ (S. 57); „Sie ist nicht die Frau, die ein Mann sofort haben will, wenn er sie sieht, so wie bei mir.“ (S. 245) oder „Ich bin vierundzwanzig, ich bin so jung, so hübsch […]“ (S. 310)

Insgesamt gab es ein paar nette Geschichten auf den 379 Seiten, aber ich wurde weder gefesselt, noch berührt oder zum Lachen gebracht. Es ist wirklich schade, ich hätte das Buch so gern gemocht.

Magdalena Nirva – Magdalena 24h
Independently published, 28. Juli 2017
ISBN 1521865701
379 Seiten
Taschenbuch; 15,90 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

November-Liste

Mein November war ziemlich toll. In der Uni lief es super und ich konnte schon einige Prüfungsleistungen erledigen. Und das quasi noch direkt am Anfang des Semesters. Außerdem hatte ich endlich wieder Zeit, mich mit Freundinnen zu treffen, durch versehentlich an mich geschickte Pakete bin ich in Kontakt zu weit entfernten (und bisher unbekannten) Verwandten gekommen und ich hatte Geburtstag. Außerdem traf ich Entscheidungen, die meine berufiche Zukunft betrafen. Insgesamt meinte es der elfte Monat von 2017 ziemlich gut mit mir.
Nur leider hänge ich immer noch an Magdalena 24h. Und weil diese Lektüre meine gesamte Lese-Lust mindert, bleibt die erste Spalte der Liste frei:

Gelesen:

Gekauft:
Colleen Hoover – Nur noch ein einziges Mal

Geschenkt:
Laetitia Colombani – Der Zopf (ET 22. März 2018)
Thorsten Nagelschmidt – Der Abfall der Herzen (ET 22. Februar 2018)
Cara Delevingne – Mirror, Mirror
Marc-Uwe Kling – QualityLand
Sebastian Fitzek – Flugangst 7A
Walter Moers – Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr



Und sonst so im November?

Eines meiner Highlights des Monats war defintiv, dass „La Vie est Belle“ von Lancôme leer wurde. Vor Jahren (!) wünschte ich es mir so sehr, dass meine Mutter es mir damals spontan zwischendurch schenkte. Dann hütete ich es wie einen heiligen Gral und ließ es liegen und liegen. Bis ich dieses Jahr im Frühling dachte, dass ich es endlich mal benutzen müsste. Und dann hatte sich mittlerweile leider mein Geschmack geändert. Ich empfand es als viel zu süß und manchmal fast ein bisschen penetrant. Es hielt aber ewig, weil ein Spritzer defintiv reichte. Darum freute ich mich wirklich, wirklich sehr, als es leer war. Ich werde es definitiv nicht nachkaufen. So toll ich es damals fand, so drüber finde ich es heute. Mehr

Oktober-Liste

An dieser Stelle müsste eigentlich ein Bild von meinen „Pretty Little Liars“-DVDs stehen. Mehr habe ich im Oktober nämlich nicht wirklich gemacht. Ich habe sechs Staffeln am Stück geguckt. In jeder freien Sekunde. Es gab sogar Nächte, die ich durchgemacht habe und das geschaut habe.
Deswegen sieht die Liste so aus, wie sie aussieht. Gekauft habe ich vier Bücher. „Fear Street“, weil ich da vor einer Weile eine kleine Sammlung angefangen habe. „Indigosommer“, weil ich schon immer mal ein Buch von Antje Babendererde lesen wollte. Beide habe ich gebraucht für einen Appel und ein Ei bekommen. Die anderen beiden Bücher brauche ich für ein Seminar, aber da ich die Stunde zu Dostojewski geschwänzt habe, werde ich das Buch schonmal umsonst gekauft haben…

Gelesen:

Gekauft:
R. L. Stine – Fear Street – Mondsüchtig
Antje Babendererde – Indigosommer
Fjodor Dostojewski – Der Spieler
Christoph Hein – Das Napoleon-Spiel

Und sonst so im September?
Neben „Pretty Little Liars“ war hier echt nicht viel los.
Als Kleinigkeit habe ich Snapchat nun für mich entdeckt. Aber nicht, weil ich da wirklich aktiv sein möchte, sondern weil man mit den Filtern halt echt um Längen besser aussieht. Mehr

Gewinnspiel: „Sieben Minuten nach Mitternacht“

[Gewinnspiel beendet]

© STUDIOCANAL

Kaum ein Film konnte mich in den letzten Monaten oder gar Jahren so berühren wie „Sieben Minuten nach Mitternacht“.
Wie hin und weg ich nach der Pressevorführung war, konntet ihr damals in meiner Rezension nachlesen: „Sieben Minuten nach Mitternacht„.
Der Heimkinostart ist nun nah und ihr könnt den Film, so oft ihr wollt, zuhause genießen – ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital.

Deswegen freut es mich wahnsinnig, dass ich euch dank Studiocanal zur Feier des Tages zwei kleine Pakete aus einmal einer DVD und dem Filmplakat und einmal einer Blu-ray und dem Filmplakat verlosen darf.

Falls ihr, ohne die Rezension zu lesen, noch einmal kurz den Inhalt wissen wollt, dann ist er hier:

Conor (Lewis MacDougall) vor dem Monster ( gesprochen von Liam Neeson)
© STUDIOCANAL

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit… (Inhaltsangabe laut Presseheft)

Ein bisschen mehr seht ihr noch im Trailer:

Wenn ihr in den Lostopf gelangen wollt, schreibt mir doch bitte in die Kommentare, welche Literaturverfilmung euch so richtig begeistern konnte. Vielleicht kann ich mir da ja noch den ein oder anderen Tipp holen. Zusätzlich wäre es schön, wenn ihr gleich sagt, ob ihr für die DVD und/oder die Blu-ray die Chance erhalten wollt.

Das Gewinnspiel endet direkt am Release-Tag, also am 19. Oktober, 12 Uhr.
Der Gewinner wird durch einen Zufallsgenerator ausgelost (und hier auf dem Blog und per Mail informiert).

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr.

Dieses Mal war durch die beiden Gewinne das Prozedere ein wenig anders und ich habe die Kommentare in zwei Gruppen eingeteilt. Die, die die DVD haben wollen und die, die lieber den Film als Blu-Ray bekommen wollen. Auf der DVD-Seite waren es fünf Leute, auf der anderen sechs.
Bei den Blu-Rays hat mit Kommentar 3 von 6 Ma-Go gewonnen, die DVD geht mit Kommentar 4 von 5 an Christian. Viel Spaß mit diesem tollen Film!

September-Liste

Die erste Septemberhälfte wurde mit den letzten Hausarbeiten noch einmal stressig und in der zweiten Hälfte hatte ich keine Lust auf gar nichts. Deswegen habe ich kein Buch beendet und so ist sowohl die Liste als auch der Rest, der sich hinter „Und sonst so im September“ verbirgt, dürftig.

Gelesen:

Gekauft:
Rose Snow – 17 – Das erste Buch der Erinnerung
Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Chroniken
Michael Poore – Der raffinierte Mr. Scratch

Geschenkt:
T. R. Richmond – Wer war Alice
Caitlin Moran – All About a Girl
Dave Eggers – Der Circle
Juno Dawson – Sag nie ihren Namen
Rachel Ward – Numbers – Den Tod im Blick
Horst Evers – Wäre ich du, würde ich mich lieben
J. D. Barker – The Fourth Monkey

Rezensionsexemplar:

Und sonst so im September?
Wie gesagt, viel habe ich nicht erlebt im September. Das einzige Größere war ein Ostsee-Urlaub. Das Wetter war sehr gut zu uns, aber fürs Baden hat es nicht mehr gereicht. Dort waren wir in einer Schmetterlingsfarm, in einer Edelsteinhöhle, im Phänomenta, auf einer Kartbahn und bei einem U-Boot.
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Marieke Nijkamp – 54 Minuten

54 Minuten, die alles zerstören
Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer zum neuen Halbjahr hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Halbjahr, und wie immer ist sie um exakt zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders.
Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm Unrecht getan habe. (Klappentext)

Als ich dieses Buch Anfang Juni auf Arbeit ergattern konnte, wusste ich, dass ich es unbedingt bald – also weit vor dem Erscheinungstermin – lesen muss. Und das habe ich getan. Endlich darf ich meine Meinung dazu veröffentlichen.

Fast alle Schüler der Opportunity High sind in der Aula, als die Türen sich nicht mehr öffnen lassen und Tyler durch die einzige noch unverschlossene Tür tritt. Tyler, der als erstes die Direktorin erschießt, damit die Schüler, die Lehrer, ja die ganze Schule ihm endlich mal ganz genau zuhört…
Niemand ist sicher. Nicht mal seine Schwester Autumn, die friedlich ihre letzte Zeit vor dem Abschluss genießen wollte.

Erzählt wird die Geschichte minutenweise.
Die einzelnen Kapitel, drehen sich jeweils um zwei bis drei Minuten. Erzählt werden sie aus den Perspektiven von vier Schülern: Autumn, ihre Freundin Sylv, deren Bruder Tomás und Claire. Die letzten beiden haben Glück, sie sind zwar in der Schule, aber nicht in der Aula.
Jede Person hat im Durchschnitt zwei bis drei Seiten, um seine Situation in den aktuellen Minuten zu schildern. Doch dabei entfaltet sich nach und nach auch das Bild von Tyler, der sich mit den vier Personen jeweils in einem besonderen Verhältnis befindet. Der Leser versteht immer mehr, wie es dazu kommen konnte, dass er nun da steht. Vor seinen Mitschülern. Mit einer Waffe.

Der Markt der Bücher ist nicht überschwemmt mit Büchern über (Schul)Amokläufe. So wurde „54 Minuten“ mein erstes. Und dabei ist dieses Thema so wahnsinnig wichtig. Zu oft gab es schon welche. Grundsätzlich ist ja schon ein Mal eins zu viel. Und selbst, wenn es nicht bis zum Äußersten kommt, zeigt das Buch doch, wie die Grundsteine gelegt werden. Wie Gewalt, Ausgrenzung und Mobbing Menschen zu Dingen treiben können. Deswegen schlägt dieses Buch hoffentlich im Jugendbuchbereich eine hohe Welle.

Doch weder sollten das Buch nur Jugendliche lesen, noch ausschließlich aufgrund der Thematik. „54 Minuten“ bietet noch viel mehr.

Tyler, der eine Person nach der anderen in der Aula erschießt, erzeugt schon viel Spannung. Wie vielen Menschen wird er das Leben nehmen? Wer wir alles überleben? Wer wird aus der Aula rauskommen?
Doch auch die beiden Erzähler, die nicht in der Aula gefangen sitzen, machen es spannend. Denn: Wer wird in die Aula hineinkommen?

Die vier Erzähler machen es einem dabei sehr leicht, sie gern zu haben. Und das nicht, weil man mit den Opfern automatisch eher sympathisiert. Sie bieten alle eine Tiefe an Emotionen und sind mit einer glaubhaften und interessanten Hintergrundgeschichte ausgestattet, die geschickt neben dem aktuellen Geschehen, auf das alle fokussiert sind, einfließt.
Die drei Mädchen Autumn, Sylv und Claire sind sich charakterlich ziemlich nah und unterscheiden sich auf den ersten Blick am besten durch ihre Interessen und Hobbys. Doch nichtsdestotrotz verwischen die Grenzen nie. Man kann sie immer auseinanderhalten.
Und auch der große Rest der Schule verkommt nicht zu einer Masse. Einzelne Schüler, Lehrer oder Geschwister treten heraus und werden zu wichtigen Nebenrollen.
Wichtig ist natürlich auch Tyler, der aktiv sehr wenig zu Wort kommt. Marieke Nijkamp schafft es, das Bild eines Jungen zu zeichnen, der einerseits wahnsinnig zerbrechlich und andererseits unglaublich erbarmungslos ist. Letztendlich wird er jedoch nie als ausschließlich irre dargestellt. Auch Tyler hatte seine Gründe, sich mit Gewalt ein Gehör zu verschaffen. Und diese Gründe werden in der Geschichte aufgedeckt. Es gibt kein klares Schwarz und Weiß bei ihm. Die Autorin verurteilt ihn nicht einfach.

Dieses Zusammenspiel der einzelnen Teile schafft viele Emotionen beim Leser. Ein spannender Plot, der durch die unterschiedlichen Gegebenheiten nicht langweilig wird. Personen, die man schnell ins Herz schließt und für die man hofft, dass Tyler sie verschonen wird. Eine Erzählweise, die viele verschiedene Blickwinkel schafft und das Puzzle „Tyler“ ein Ganzes werden lässt. Und zusätzlich punktet die Geschichte noch mit einer unauffälligen Schreibweise, die den Leser Seite um Seite verschlingen lässt, ohne dass er es merkt. Dabei stellt sie sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt ganz allein die Story wirken.

Das Buch ließ mich nicht los. Es hielt mich in seinem Bann. Ich war mit meinen Gefühlen und meinem Herzen bei ihm.
Es wäre falsch zu sagen, dass ich Spaß mit „54 Minuten“ hatte. Aber ich habe geliebt, es zu lesen.
Aber so insgesamt, wäre ich gern noch ein wenig mehr überrascht oder geschockt worden. So seltsam es klingt, das Buch hätte mir mehr das Herz brechen sollen. Nur deswegen ziehe ich ein ganz kleines bisschen bei der Bewertung ab.

Marieke Nijkamp – 54 Minuten – Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe
Originaltitel: This is Where it Ends (Januar 2016)
FISCHER FJB, 21. September 2017
ISBN: 3841440169
331 Seiten
Broschiert, 14,99 Euro

August-Liste

So, nachdem die August-Listen der anderen schon fast vergessen sind, dachte ich, ich haue endlich mal meine raus. Damit ich das Sommergefühl nochmal zurückholen kann. Oder so.
Na gut, ich hatte bis jetzt einfach keine Zeit, mich mit diesem Artikel zu beschäftigten. Mein August (und bisher auch der September) bestand nämlich nur aus zwei Dingen: Hausarbeiten schreiben und Reisen. Zwischendurch habe ich geschlafen, gegessen, ein wenig (!) gelesen und etwas genäht. Nach der minikleinen Lese-Liste, finden sich vor allem viele Reise-Bilder am Ende des Artikels.

Gelesen:
Jenny-Mai Nuyen – Heartware

Gekauft:
Cecelia Ahern – So klingt dein Herz

Geschenkt:
Amy Liptrot – Nachtlichter

Rezensionsexemplar:
Magdalena Nirva – Magdalena 24h

Und sonst so im August?
Da es einfach nicht spannend gewesen wäre, mich beim Essen, Schlafen oder Hausarbeitenschreiben zu zeigen, zeige ich einfach gesammelt ein paar Reise-Impressionen.
Mitte August ging es relativ kurzfristig für sechs Tage nach Mallorca. Ich war zum ersten Mal dort und habe natürlich den Ballermann gemieden. Dafür habe ich ein wenig den Norden (San Picafort, Alcúdia) erkundet und war natürlich in Palma.
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