Alexander Hartung – Nichts als Staub

Ein temporeicher erster Fall für die Ermittlerin Alina Grimm

Als Polizistin im Streifendienst ist Alina Grimm eigentlich nicht für Mordermittlungen zuständig, doch als am Hamburger Phoenixplatz das vermeintliche vierte Opfer eines Serienmörders gefunden wird, erweckt das ihren Ermittlerinstinkt. Sie sucht ihre Informanten auf, um mehr über den Toten herauszufinden, gerät aber in einen Hinterhalt.

Alina wacht im Krankenhaus auf und findet sich in einer äußerst schwierigen Lage wieder: Die Angreifer konnten nicht ausfindig gemacht werden, stattdessen wird sie des Drogenhandels beschuldigt und vom Dienst suspendiert. Sie ermittelt auf eigene Faust und stößt dabei immer wieder an Grenzen. Dann begegnet sie einem mysteriösen Helfer, dessen Informationen alles in ein völlig neues Licht rücken. (Klappentext)

Ich wohne in Hamburg und als mir dieser Thriller, der in dieser Stadt spielt, als Rezensionsexemplar angeboten wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. Auf einen guten Thriller hatte ich eh Lust – dann konnte ich auch direkt mal gucken, was hier so um die Ecke alles passiert.

Alina Grimm ist ganz glücklich damit, ihre Streife in Hamburgs Problemvierteln zu fahren. Doch ihr Partner Bilal sagt schon immer, sie sollte zur Kripo gehen. Sie kann und will immerhin immer etwas mehr. Und jetzt, wo das vierte Opfer eines Serienmörders auftaucht, kann sie ihre Finger nicht stillhalten. Das wird ihr relativ schnell zum Verhängnis. Doch als ihre Lage besonders ausweglos ist, meldet sich ein alter – und sehr reicher – Freund ihres Vaters.

Die Geschichte ist super ereignisreich. Dazu wird auch eine recht große Menge an verschiedenen Personen eingeführt. Alinas Familie, Kollegen, Freunde und einige Kriminelle, die ihr mal mehr mal weniger helfen. Für nicht einmal 300 Seiten war das allerhand.
Dafür hat sich Alexander Hartung auch extrem auf die Geschehnisse konzentriert und keinen wirklichen Blick nach links und rechts gewagt. Er sprang deswegen auch stunden- oder tageweise weiter, damit die Handlung nahtlos weitergehen kann.
Und auch wenn es in der Geschichte oft Überraschungen geht und alles nach ziemlich viel Potenzial klingt, blieb für mich die Spannung total auf der Strecke. Trotz der rasanten Handlung und vielen Dingen, die passiert sind, fand ich „Nichts als Staub“ zäh. Nichts ließ mich atemlos zurück.
Was auch sehr die Spannung nahm, war, dass alles recht reibungslos lief und der reiche Freund des Vaters natürlich auch alle Türen öffnete. Geld und Kontakte in hohe Kreise waren kein Problem mehr.

Zu Alina als Hauptfigur konnte ich keine Beziehung aufbauen. Gerade, weil Hartung auf den Blick abseits der Hauptgeschichte mehrheitlich verzichtete, bekam ich keinen persönlichen Eindruck von ihr. Da mochte ich die männlichen Nebencharaktere, die Alina so auf ihrem Weg einsammelte und mit denen sie dann zusammen ermittelte, deutlich mehr. Ihr Charakter und ihr Background war viel greifbarer und näher.

Mich konnte der Reihenauftakt um die Hamburger Ermittlerin Alina Grimm also leider nicht packen. Ich fand weder den Fall an sich besonders spannend noch die Entwicklungen und Geschehnisse.

Alexander Hartung – Nichts als Staub
Edition M, 10. August 2021
ISBN 2496708815
285 Seiten
Taschenbuch; 9,99 Euro

Gewinnspiel zu „Schachnovelle“

1942 erschien das Buch „Schachnovelle“ von Stefan Zweig, seitdem ist das Buch aus der deutschen Literaturbranche nicht mehr wegzudenken. Nun gibt es ab heute, den 23.09.2021, die gleichnamige Verfilmung von Regisseur Philipp Stölzl („Ich war noch niemals in New York“, „Der Medicus“, „Nordwand“) im Kino.

Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät. (Inhalt laut Presse-Info)

SCHACHNOVELLE ist für sieben Deutsche Filmpreise nominiert (unter anderem als Bester Spielfilm) und der Regisseur Philipp Stölzl ist für den Film mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke ausgezeichnet worden.
Ob euch die beeindruckende Besetzung von Hauptdarsteller Oliver Masucci („Enfant Terrible“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Dark“, „Er ist wieder da“) über Albrecht Schuch („Systemsprenger“, „Berlin Alexanderplatz“, „Bad Banks“) bis hin zu Birgit Minichmayr („3 Tage in Quiberon“, „Die Goldfische“, „Alle Anderen“) und Rolf Lassgård („Ein Mann namens Ove“) begeistern kann, könnt ihr vorab mit dem Trailer herausfinden:

Um die Veröffentlichung des Films zu feiern, darf ich an einen von euch ein Überraschungs-Gewinnpaket verlosen.
Wenn du gewinnen möchtest, hinterlasse einfach einen Kommentar und sag mir, ob du das Buch „Schachnovelle“ gelesen hast und wenn ja, wie es dir gefallen hat.
Ausgelost wird am Montag, den 27. September 2021, 12 Uhr per Zufallsgenerator.

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird per E-Mail und in diesem Beitrag benachrichtigt.
Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr. Rein zum Zweck des Gewinnversands wird eure Adresse an Dritte weitergegeben.

Christian Grataloup – Die Erfindung der Kontinente

Warum wir unsere Welt so und nicht anders sehen

Warum zeigt ein Kompass immer nach Norden? Wie viele Kontinente gibt es? Und weshalb sprechen wir von drei Ozeanen, obwohl nur eine einzige große Wassermasse existiert? Die Darstellung unseres Planeten hat sich im Laufe der Zeit häufig verändert. Entdecker, Kaufleute und Kolonialisatoren nahmen die Welt ganz unterschiedlich wahr.
Christian Grataloup erzählt die Geschichte unserer Sicht auf die Welt völlig neu. In einem grandiosen Durchgang von der Antike bis heute zeigt er mit sprechenden Beispielen und beeindruckendem Bildmaterial, warum wir unsere Welt so und nicht anders sehen. (Klappentext)

Ich glaube, ich hatte drei große Aha-Momente in Bezug auf Landkarten in meinem Leben.
1. Irgendwann kam der Moment, in dem ich als Kind lernte, dass wir für Australier „unten“ sind.
2. Dann kam der Moment, in dem ich lernte, dass es sogar Upside-Down-Weltkarten aus der Sicht Australiens gibt.
3. Und dann der – und das ist noch gar nicht lange her – dass viele Landkarten die Kontinente proportional vollkommen falsch darstellen. Zum einen, weil eine Kugel nun mal nicht wirklich gut in 2D darzustellen ist, zum anderen, weil manche Landkarten im Zuge der wirtschaftlichen Wichtigkeit ein wenig bei der größe schummeln.
Und auch wenn Landkarten nicht in meinem täglichen Denken verankert sind, war ich sofort interessiert, als mir „Die Erfindung der Kontinente“ als Rezensionsexemplar angeboten wurde.

Das Buch aufzuschlagen ist haptisch schon sehr schön. Das Papier ist wundervoll glatt und glänzend und lädt sehr dazu ein, immer wieder darüberzustreichen. Vor allem aber werden die Bilder so noch einmal mehr zu einem Hingucker. Es gibt ganz verschiedene: biblische Darstellungen, Fotografien, Gemälde, doch mein Highlight – und auch der Fokus – sind die verschiedenen Darstellungen der Welt. Landkarten in Pferde-, Kleeblatt- oder Menschenform.
Aufgebaut ist das Sachbuch in neun Kapiteln plus Anhang. Es geht um das Weltbild von Kirchenvätern, die Entdeckung der Neuen Welt, um Atlantis, die Meere, nationale Identitäten und noch viel mehr.

Ich hatte viele Abbildungen erwartet, geht es um etwas immerhin um bildliche Darstellungen. Doch der Text steht dem in nichts nach, ich tippe grob auf eine 50:50-Verteilung.
Mein vorheriger Irrglaube beruhte wahrscheinlich auch darauf, dass ich dachte, so viel gäbe es zur Darstellung der Welt nicht zu sagen. Doch Christian Grataloup beschränkt sich nicht darauf. Er macht einen Rundumschlag zu all den Themen, die die Welt in den Köpfen der Menschen oder auch ganz real verändern. So bringt er unter anderem die von den Wikingern erfunden Himmelsrichtungen, Plattentektonik, die Entdeckung Amerikas oder das Paradoxon „Orientierung nach Norden“ unter. Das Buch ist vollgepackt mit Wissen und auf jeder Seite wird deutlich, warum der Autor und emeritierte Professor als „größter Historiker unter den Geographen“ gilt.
Vor allem verliert er nicht den Blick für aktuelle Gegebenheiten. Er schlägt den Bogen vom Ursprung bis zur heutigen EU und deren Herausforderungen, wie Zuwanderungsströme.

Ich habe bemerkt, dass Grataloups Betrachtung der Welt aus verschiedenen Blickrichtungen – geographischen, geschichtlichen, religiösen, kulturellen – mir sowohl weitere Aha-Momente bescherte als auch mein eigenes Denken in Frage stellt beziehungsweise mir aufzeigt, wie sehr mein Verständnis von der Welt vom „kollektiven Gedächtnis“ geprägt ist.

Dieses Sachbuch ist trotz seiner angenehmen Schreibart nichts, was sich mal schnell an ein paar Tagen durchlesen lässt. Aber es ist so spannend, informativ und lehrreich, dass es sich lohnt, egal, ob man sich explizit für geographische Darstellungen, Geschichte oder die Welt im Allgemeinen interessiert.

Christian Grataloup – Die Erfindung der Kontinente – Eine Geschichte der Darstellung der Welt
Originaltitel: ‎ L’invention des continents et des océans (Oktober 2020)
wbg Theiss, 25. August 2021
ISBN 3806243441
256 Seiten
Gebunden; 80,00 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich lese jetzt „Nichts als Staub“ von Alexander Hartung

Als mir „Nichts als Staub“ als Rezensionsexemplar angeboten wurde, hat es mich direkt interessiert, denn es spielt in Hamburg, wo ich ja wohne. Ich bin gespannt, ob es an Orten spielen wird, die ich kenne.

Alina Grimm ist eigentlich Polizistin im Streifendienst, doch als das vermeintlich vierte Opfer eines Serienmörders entdeckt wird, erweckt das ihren Ermittlerinstinkt und sie macht sich auf die Suche nach dem Täter.

Erster Satz:
„Als Eckart Juhl pünktlich um 18:30 Uhr den Park betrat, kroch die Angst vor seinem ehemaligen Lehrer wieder in Kevins Seele.“

Bov Bjerg – Deadline

Paula ist Ende dreißig und übersetzt Gebrauchsanweisungen. Sie lebt in den USA, »schon so richtig amerikanisch dick« – eine Ausgewanderte, die der alten Heimat doch nicht entkommen kann: Denn eines Tages muss sie sich auf den Weg zurück machen. Widerstrebend reist sie noch einmal in das Dorf ihrer Kindheit. Das von der Schwester bewohnte Elternhaus wird zum Schauplatz einer atemberaubenden Geschichte. Paulas Vater war Friedhofssteinmetz, und nun ist sein eigenes Grab abgelaufen. Es ist an Paula, seinen Stein abzumontieren und nach Hause zu schaffen. Dort kommt es zum Showdown. (Klappentext)

2008 wurde „Deadline“ vom Mitteldeutschen Verlag erstmals verlegt. Von 750 gedruckten Ausgaben wurden 224 verkauft. Als das Außenlager der Verlagsauslieferung abbrannte, wurde die restliche Auflage zerstört – und wurde auch nicht mehr nachgedruckt. Nun, 13 Jahre später, wurde das Buch vom Kanon Verlag neu aufgelegt.

Ehrlicherweise interessierte mich das Buch aufgrund seiner Hintergrundstory sehr. Ich wollte wissen, was dieses „verschollene“ Buch kann. Die Story, die der Klappentext schon beinahe vollständig widergibt, war dabei zweitrangig. Sie klang nämlich auch gar nicht allzu spannend, aber das hat manchmal ja nichts zu sagen.

Doch was mich dann wirklich erwarten sollte, konnte ich nicht ahnen.
Das Buch lebt nämlich auch nicht von der Story. Es lebt von Paulas Art zu denken und damit von der Art, wie es geschrieben ist.
Das Buch besteht quasi mehrheitlich aus Ellipsen, Gedankensprüngen, Alternativwörtern, Fremdwörtern, ausgefallenen Wörtern.

„Die Kutterbugwellen schlugen | droschen | brandeten gegen die Buhne | den Betonsteg, klatschten | platschten | patschten | leckten | plätscherten | läpperten | wisperten.“ (S. 39)

Beim Lesen entstand bei mir kein Film im Kopf. Ich wurde stolpernd über eine Straße gezogen und ab und zu wurde ich stehengelassen, damit sich kurz ein klares Bild am Wegrand zeigen kann. Dann ging es weiter.
Paula ist Übersetzerin und hat einen wahnsinnig großen Wortschatz, weswegen sie auch ihren Kunden immer direkt alternative Ausdrucksweisen mitliefert. Gleich zu Beginn beschwert sich jemand darüber, doch Paula kann nicht aus sich heraus. Diese Art hat sich schon in ihrem Denken manifestiert.

Wie bereits gesagt, gibt die Story nicht viel her. Paula beschreibt dafür präzise, was sie gerade sieht. Ihre Umgebung – vom Bodenbelag beginnend – wird genauestens analysiert und festgehalten.

„Die Stirn des Mittelgebirges halbierte den Rückspiegel. Ländliche Skyline. Unten schwarzer Wald. Oben heller Restlichthimmel. Ein geteiltes Wappen. Unter mir die Lichter des Dorfes. Kurz vor der Ortseinfahrt verbot ein roter Reflektorfolienring, darin die Rückfront eines orangefarbenen Lasters (Donutquadrat!), Fahrzeugen mit gefährlichen Gütern die Durchfahrt. Zeichen 261.“ (S. 56)

Es gibt kaum Erklärungen oder Ausführungen. Paula beschreibt im Hier und Jetzt, was sie sieht und was sie tut. Ich konnte sehr oft nicht folgen und habe erst im Nachhinein irgendwann verstanden, was passiert war.
Es war, als würde ich einer fremden Person zugucken, was sie macht, aber dafür weder einen Kontext bekommen noch erklärt die Person sich. Ich fühlte mich stehengelassen und verstand wenig.

Bis zum Ende verstand ich auch nicht, wer Paula war. Ich weiß, dass sie fett ist, in Wortvariationen denkt, Gebrauchsanweisungen übersetzt und ein recht schlechtes Verhältnis zu ihrer Familie hat. Das war es. Sie gibt nichts von sich preis, an dem man sich festhalten könnte. Ich bin als Leser komplett von ihr abgeglitten. Sie blieb fremd und unsympathisch.

Ja, das Buch ist besonders geschrieben. Neu und fremdartig.

„Die Frau (Subjekt) hinter dem Campingtischchen (lokales präpositionales Attribut d. Subjektes) zerstampfte (Prädikat) die Limetten (Akkusativobjekt) mit einem Holzklöppel (instrumentale adverbiale Bestimmung d. Prädikats) im Glas (lokale adverbiale Bestimmung d. Prädikats)“. (S. 125)

Nur leider hat mir diese Art absolut nicht gefallen. Ehrlicherweise hat mir insgesamt nichts am Buch gefallen. Die Story war langweilig, die Personen blieben mir fremd, die Art zu schreiben fand ich mehr als anstrengend. Durch die ganzen Alternativen war das Buch einfach nur unnötig aufgebläht. Seiten gefüllt mit Synonymen.

Ich kann nicht sagen, dass das Buch schlecht ist. Das so zu schreiben ist bestimmt eine Kunst. Aber ich fand es ausschließlich unangenehm. Alles an dem Buch.

Bov Bjerg – Deadline
Kanon Verlag Berlin, 11. August 2021
ISBN 3985680027
175 Seiten
Gebunden; 22,00 Euro

Ich lese jetzt „Deadline“ von Bov Bjerg

Ich gebe es zu, als ich die Rezensionsanfrage zu dem Buch von Bov Bjerg bekommen habe, hatte ich von dem Autoren noch nie gehört. Und irgendwie zog mich auch die Geschichte hinter dem Buch mehr an als das Buch selbst. Denn die Erstauflage von 2008 ist damals verbrannt und seitdem war das Buch neu nicht mehr zu erstehen. Ein paar Glückliche hatten das Buch schon gekauft und versuchten nach dem Brand, „Deadline“ zu horrenden Preisen privat zu verkaufen. Mein Interesse war geweckt.

Die Übersetzerin Paula muss aus ihrer amerikanischen Wahlheimat zurück nach Deutschland. Ihre Schwester braucht Hilfe, denn das Grab vom Vater ist abgelaufen und nun muss der stein abmontiert werden.

Erster Satz:
„Da war ich sechs Jahre alt.“

Stefanie Hasse – Matching Night – Liebst du den Verräter?

Eine verschwundene Studentin
Zwei undurchschaubare Lügner
Und mehr als ein dunkles Geheimnis

Cara sollte überglücklich sein: Sie hat die Matching Night überstanden und gehört nun zur exklusiven Studentenverbindung der Ravens. Doch sie weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann, denn zwei Lügner haben sich in ihr Herz geschlichen. Der eine hat sie mit seinen Berührungen und Küssen verrückt gemacht und dabei die ganze Zeit nach seinen eigenen Regeln gespielt. Dem anderen hat sie vertraut – bis sie sein furchtbares Geheimnis entdeckte. Ein Geheimnis, das nicht nur das noble St. Joseph’s College erschüttern, sondern auch Caras Leben zerstören könnte. Um das zu verhindern, ist Cara jedoch ausgerechnet auf die Hilfe der beiden Lügner angewiesen.. (Klappentext)

Nachdem ich Band 1 – „Matching Night – Küsst du den Feind“ – zugeklappt habe, musste ich direkt zum Finale der Dilogie greifen. Ich gebe aber zu, ich hatte vorab ein bisschen Probleme mit dem Marketing. Zwei Bücher, die am selben Tag erscheinen? Warum dann nicht einfach alles in eins packen? Es fühlte sich ein wenig nach Abzocke an.
Aber im Nachhinein hat es sehr gut gepasst. Die beiden Teile hängen zwar nahtlos miteinander zusammen und es war schon quasi „weiterlesen“, aber der Fokus der Geschichte ist ein ganz anderer.

Im ersten Teil musste Cara die Anwärterphase bei den Ravens überstehen, wobei sie einen Wettkampf mit einem Anwärter der Lions meistern musste. Dieses Mal geht es einzig und allein darum, herauszufinden, was mit der verschwundenen Studentin passiert ist. Beverly war in Teil 1 schon ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, doch erst in diesem Teil wird alles erzählt.
Wir erfahren, wer in Caras Umfeld wie mit der verschwundenen Amerikanerin zusammenhängt und wie eng Beverlys Geschichte mit Caras verwoben ist.

Mein größter Kritikpunkt im Reihenauftakt war Cara selbst. Ich fand sie nervig und anstrengend, doch sie hat sich deutlich entwickelt. Sie ist immer noch sie, doch in diesem Band kann ich ihr Verhalten deutlich besser nachvollziehen. Auch alle anderen Figuren, sowohl Caras beste Freundin Hannah als auch ihr bester Freund Tyler, ihr Match Josh und alle anderen Anwärter sind nicht auf der Stelle stehengeblieben. Sie alle haben sich auf die ein oder andere Weise glaubhaft verändert und weiterentwickelt.

Die Geschichte an sich fand ich etwas unspannender als die in Teil 1, wo wirklich viel passiert ist und ganz verschiedene Teile zur Story gehörten. In Teil 2 ist die Ausschmückung des Drumherum etwas schlichter.
Ich war aber insgesamt nie genervt oder enttäuscht. Ich hätte nur gern ein kleines bisschen mehr Überraschung und Spannung gehabt.

Doch alles in allem habe ich das Buch wirklich genossen. Schreibstil, Idee, Figuren – ich hatte wirklich, wirklich viel Spaß. Die Liebe kommt bei all dem auch nicht zu kurz und ich konnte wirklich mal wieder mitfiebern und das Knistern zwischen den Figuren nachempfinden.
Ich hatte in letzter Zeit selten so viel Spaß mit Büchern wie mit den beiden Matching-Night-Teilen. Kann man wirklich sehr, sehr gut lesen. Das Finale bekommt von mir etwas mehr Punkte als Teil 1, ich fand lediglich das Thema etwas schwächer.

Stefanie Hasse – Matching Night – Liebst du den Verräter?

Ravensburger, 04. Januar 2021
ISBN 3473402036
342 Seiten
Gebunden; 16,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:

1. Matching Night – Küsst du den Feind?
2. Matching Night – Liebst du den Verräter?

Ich lese jetzt „Matching Night – Liebst du den Verräter?“ von Stefanie Hasse

Nachdem ich mit dem ersten Teil „Matching Night – Küsst du den Feind?“ endlich mal wieder ein Buch ziemlich schnell durchgelesen habe, habe ich ohne zu zögern direkt mit Teil zwei weitergemacht.

Nachdem Cara die Anwärterphase der Ravens überstanden hat, geht es nun um das große Rätsel: Wohin ist die Anwärterin aus dem letzten Jahr, Beverly, verschwunden. Und wer hat damit zu tun?

Erster Satz:
„Hannah Blythe war noch nie so aufgeregt wie vor diesem Termin.“

Stefanie Hasse – Matching Night – Küsst du den Feind?

Ein berühmtes Elite-College
Zwei berüchtigte Studentenverbindungen
Drei schicksalshafte Nächte

Ravens und Lions – um die beiden mächtigen Studentenverbindungen am St. Joseph‘s College ranken sich zahlreiche Legenden, genau wie um ihre luxuriösen Wohnhäuser und wilden Partys. Von alldem kann die Studentin Cara nur träumen, schließlich reicht ihr Geld hinten und vorne nicht. Als die Ravens ihr überraschend eine kostenlose Unterkunft anbieten, zögert sie deshalb nicht lange. Doch es gibt eine merkwürdige Bedingung: Cara muss auf drei exklusiven Verbindungspartys mit einem Wildfremden ein Paar spielen und an einem geheimnisvollen Wettkampf teilnehmen. Sie ahnt nicht, dass sie dabei mehr verlieren wird als nur ihr Herz … (Klappentext)

Als das Buch damals erschienen ist, war ich sofort fasziniert und wollte es so gern lesen. Lange habe ich auch nicht gewartet, dreieinhalb Monate nach Erscheinen habe ich es schon gekauft… und wieder viereinhalb Monate später habe ich es dann auch mal gelesen.

Cara hat es nicht leicht im Studium. Sie wohnt weit vom Campus weg, hat demnach lange Fahrtwege und muss nebenbei viel arbeiten, um alles finanzieren zu können. Da ist es ein absoluter Glücksgriff, als sie von den Ravens eingeladen wird, ihrer Studentenverbindung beizutreten. Es gibt nicht nur hilfreiche Lerngruppen, sondern vor allem auch ein luxuriöses Wohnheim direkt auf dem Campus. Die Aufgaben und Wettkämpfe während der Anwärterphase muss sie dafür unbedingt überstehen. Da schlägt sie auch die Warnungen ihrer besten Freundin aus, denn vor kurzem ist eine Raven auf mysteriöse Weise verschwunden…

Die Einzelteile des Buches sind alle nicht wirklich neu, doch die Zusammenstellung von Stefanie Hasse hat wirklich Spaß gemacht. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen. Das lag vor allem an der spannenden Story rund um Caras Anwärterphase und das Rätsel um die verschwundene Beverly, das zwar nicht zentral ist, dafür aber immer wieder eingestreut wird. Hier und dort gibt Wendungen und Enthüllungen, die mir auch sehr gut gefallen haben.

Neben der Anwärterschaft an sich geht es natürlich auch um Caras Match, denn nur mit einem gleichgesinnten Anwärter der Lions zusammen kann man die Wettkämpfe gewinnen. Und dazu müssen sie überzeugend ein Paar spielen. Dass es hier zu brenzligen Situationen kommt, ist vorprogrammiert.

Insgesamt gab es eine tolle Atmosphäre in dem Buch. Dieser Hauch Luxus in dem „normalen“ Studentenleben. Ich bin total gern mit Cara über den Campus gewandert oder habe Zeit in Raven House verbracht. Vor allem auch, weil sie dort Dione kennengelernt hat, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Dieses modebegeisterte, liebevolle, lustige Mädchen ist so toll. Ganz anders als Cara.
Cara ist für mich tatsächlich der ganz große Kritikpunkt an diesem Buch. Ich fand sie so anstrengend und nervig. Eine der wichtigsten Regeln der Ravens ist es, keine schlechte Außenwirkung für die Verbindung einzufahren. Und Cara macht oder provoziert an jeder Ecke Ärger und Stress und das immer mitten auf dem Campus. Hätte ich entscheiden können, hätte sie schneller die Raven-Anwärterschaft verloren als sie gucken kann.

Meiner Meinung nach gab es an der einen oder anderen Stelle auch Logiklöcher. Manche Reaktionen im Laufe des Buches ergeben nach einer Enthüllung für mich keinen Sinn mehr.

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Es hat sich wirklich schnell gelesen und ich habe den Verlauf der Geschichte gespannt verfolgt. Nur Cara hat es mir an vielen Stellen echt verleidet. Und wenn man mit der Hauptfigur wenig anfangen kann, dann zieht es die Bewertung schon ein wenig runter.

Stefanie Hasse – Matching Night – Küsst du den Feind?
Ravensburger, 04. Januar 2021
ISBN 9783473402014
336 Seiten
Gebunden; 16,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Matching Night – Küsst du den Feind?
2. Matching Night – Liebst du den Verräter?

Ich lese jetzt „Matching Night – Küsst du den Feind?“ von Stefanie Hasse

Eigentlich hatte ich schon ein ganz anderes Buch angefangen, aber als eine Freundin „Matching Night“ begann, habe ich mich einfach frech drangehängt. Ich wollte es ja eh unbedingt lesen und es lag schon seit April auf dem SuB.

Ich begebe mich nun also mit Cara an die Uni, wo sie versucht, in die beliebte Studentenverbindung der Ravens zu kommen. Dabei wird sie einige Test durchstehen müssen. Und da gibt es ja noch das Rätsel um die verschwundene Studentin…

Erster Satz:
„›Hi, Honey!‹“

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