Gewinnspiel: „Sieben Minuten nach Mitternacht“

© STUDIOCANAL

Kaum ein Film konnte mich in den letzten Monaten oder gar Jahren so berühren wie „Sieben Minuten nach Mitternacht“.
Wie hin und weg ich nach der Pressevorführung war, konntet ihr damals in meiner Rezension nachlesen: „Sieben Minuten nach Mitternacht„.
Der Heimkinostart ist nun nah und ihr könnt den Film, so oft ihr wollt, zuhause genießen – ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital.

Deswegen freut es mich wahnsinnig, dass ich euch dank Studiocanal zur Feier des Tages zwei kleine Pakete aus einmal einer DVD und dem Filmplakat und einmal einer Blu-ray und dem Filmplakat verlosen darf.

Falls ihr, ohne die Rezension zu lesen, noch einmal kurz den Inhalt wissen wollt, dann ist er hier:

Conor (Lewis MacDougall) vor dem Monster ( gesprochen von Liam Neeson)
© STUDIOCANAL

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit… (Inhaltsangabe laut Presseheft)

Ein bisschen mehr seht ihr noch im Trailer:

Wenn ihr in den Lostopf gelangen wollt, schreibt mir doch bitte in die Kommentare, welche Literaturverfilmung euch so richtig begeistern konnte. Vielleicht kann ich mir da ja noch den ein oder anderen Tipp holen. Zusätzlich wäre es schön, wenn ihr gleich sagt, ob ihr für die DVD und/oder die Blu-ray die Chance erhalten wollt.

Das Gewinnspiel endet direkt am Release-Tag, also am 19. Oktober, 12 Uhr.
Der Gewinner wird durch einen Zufallsgenerator ausgelost (und hier auf dem Blog und per Mail informiert).

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr.

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September-Liste

Die erste Septemberhälfte wurde mit den letzten Hausarbeiten noch einmal stressig und in der zweiten Hälfte hatte ich keine Lust auf gar nichts. Deswegen habe ich kein Buch beendet und so ist sowohl die Liste als auch der Rest, der sich hinter „Und sonst so im September“ verbirgt, dürftig.

Gelesen:

Gekauft:
Rose Snow – 17 – Das erste Buch der Erinnerung
Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Chroniken
Michael Poore – Der raffinierte Mr. Scratch

Geschenkt:
T. R. Richmond – Wer war Alice
Caitlin Moran – All About a Girl
Dave Eggers – Der Circle
Juno Dawson – Sag nie ihren Namen
Rachel Ward – Numbers – Den Tod im Blick
Horst Evers – Wäre ich du, würde ich mich lieben
J. D. Barker – The Fourth Monkey

Rezensionsexemplar:

Und sonst so im September?
Wie gesagt, viel habe ich nicht erlebt im September. Das einzige Größere war ein Ostsee-Urlaub. Das Wetter war sehr gut zu uns, aber fürs Baden hat es nicht mehr gereicht. Dort waren wir in einer Schmetterlingsfarm, in einer Edelsteinhöhle, im Phänomenta, auf einer Kartbahn und bei einem U-Boot.
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Marieke Nijkamp – 54 Minuten

54 Minuten, die alles zerstören
Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer zum neuen Halbjahr hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Halbjahr, und wie immer ist sie um exakt zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders.
Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm Unrecht getan habe. (Klappentext)

Als ich dieses Buch Anfang Juni auf Arbeit ergattern konnte, wusste ich, dass ich es unbedingt bald – also weit vor dem Erscheinungstermin – lesen muss. Und das habe ich getan. Endlich darf ich meine Meinung dazu veröffentlichen.

Fast alle Schüler der Opportunity High sind in der Aula, als die Türen sich nicht mehr öffnen lassen und Tyler durch die einzige noch unverschlossene Tür tritt. Tyler, der als erstes die Direktorin erschießt, damit die Schüler, die Lehrer, ja die ganze Schule ihm endlich mal ganz genau zuhört…
Niemand ist sicher. Nicht mal seine Schwester Autumn, die friedlich ihre letzte Zeit vor dem Abschluss genießen wollte.

Erzählt wird die Geschichte minutenweise.
Die einzelnen Kapitel, drehen sich jeweils um zwei bis drei Minuten. Erzählt werden sie aus den Perspektiven von vier Schülern: Autumn, ihre Freundin Sylv, deren Bruder Tomás und Claire. Die letzten beiden haben Glück, sie sind zwar in der Schule, aber nicht in der Aula.
Jede Person hat im Durchschnitt zwei bis drei Seiten, um seine Situation in den aktuellen Minuten zu schildern. Doch dabei entfaltet sich nach und nach auch das Bild von Tyler, der sich mit den vier Personen jeweils in einem besonderen Verhältnis befindet. Der Leser versteht immer mehr, wie es dazu kommen konnte, dass er nun da steht. Vor seinen Mitschülern. Mit einer Waffe.

Der Markt der Bücher ist nicht überschwemmt mit Büchern über (Schul)Amokläufe. So wurde „54 Minuten“ mein erstes. Und dabei ist dieses Thema so wahnsinnig wichtig. Zu oft gab es schon welche. Grundsätzlich ist ja schon ein Mal eins zu viel. Und selbst, wenn es nicht bis zum Äußersten kommt, zeigt das Buch doch, wie die Grundsteine gelegt werden. Wie Gewalt, Ausgrenzung und Mobbing Menschen zu Dingen treiben können. Deswegen schlägt dieses Buch hoffentlich im Jugendbuchbereich eine hohe Welle.

Doch weder sollten das Buch nur Jugendliche lesen, noch ausschließlich aufgrund der Thematik. „54 Minuten“ bietet noch viel mehr.

Tyler, der eine Person nach der anderen in der Aula erschießt, erzeugt schon viel Spannung. Wie vielen Menschen wird er das Leben nehmen? Wer wir alles überleben? Wer wird aus der Aula rauskommen?
Doch auch die beiden Erzähler, die nicht in der Aula gefangen sitzen, machen es spannend. Denn: Wer wird in die Aula hineinkommen?

Die vier Erzähler machen es einem dabei sehr leicht, sie gern zu haben. Und das nicht, weil man mit den Opfern automatisch eher sympathisiert. Sie bieten alle eine Tiefe an Emotionen und sind mit einer glaubhaften und interessanten Hintergrundgeschichte ausgestattet, die geschickt neben dem aktuellen Geschehen, auf das alle fokussiert sind, einfließt.
Die drei Mädchen Autumn, Sylv und Claire sind sich charakterlich ziemlich nah und unterscheiden sich auf den ersten Blick am besten durch ihre Interessen und Hobbys. Doch nichtsdestotrotz verwischen die Grenzen nie. Man kann sie immer auseinanderhalten.
Und auch der große Rest der Schule verkommt nicht zu einer Masse. Einzelne Schüler, Lehrer oder Geschwister treten heraus und werden zu wichtigen Nebenrollen.
Wichtig ist natürlich auch Tyler, der aktiv sehr wenig zu Wort kommt. Marieke Nijkamp schafft es, das Bild eines Jungen zu zeichnen, der einerseits wahnsinnig zerbrechlich und andererseits unglaublich erbarmungslos ist. Letztendlich wird er jedoch nie als ausschließlich irre dargestellt. Auch Tyler hatte seine Gründe, sich mit Gewalt ein Gehör zu verschaffen. Und diese Gründe werden in der Geschichte aufgedeckt. Es gibt kein klares Schwarz und Weiß bei ihm. Die Autorin verurteilt ihn nicht einfach.

Dieses Zusammenspiel der einzelnen Teile schafft viele Emotionen beim Leser. Ein spannender Plot, der durch die unterschiedlichen Gegebenheiten nicht langweilig wird. Personen, die man schnell ins Herz schließt und für die man hofft, dass Tyler sie verschonen wird. Eine Erzählweise, die viele verschiedene Blickwinkel schafft und das Puzzle „Tyler“ ein Ganzes werden lässt. Und zusätzlich punktet die Geschichte noch mit einer unauffälligen Schreibweise, die den Leser Seite um Seite verschlingen lässt, ohne dass er es merkt. Dabei stellt sie sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt ganz allein die Story wirken.

Das Buch ließ mich nicht los. Es hielt mich in seinem Bann. Ich war mit meinen Gefühlen und meinem Herzen bei ihm.
Es wäre falsch zu sagen, dass ich Spaß mit „54 Minuten“ hatte. Aber ich habe geliebt, es zu lesen.
Aber so insgesamt, wäre ich gern noch ein wenig mehr überrascht oder geschockt worden. So seltsam es klingt, das Buch hätte mir mehr das Herz brechen sollen. Nur deswegen ziehe ich ein ganz kleines bisschen bei der Bewertung ab.

Marieke Nijkamp – 54 Minuten – Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe
Originaltitel: This is Where it Ends (Januar 2016)
FISCHER FJB, 21. September 2017
ISBN: 3841440169
331 Seiten
Broschiert, 14,99 Euro

August-Liste

So, nachdem die August-Listen der anderen schon fast vergessen sind, dachte ich, ich haue endlich mal meine raus. Damit ich das Sommergefühl nochmal zurückholen kann. Oder so.
Na gut, ich hatte bis jetzt einfach keine Zeit, mich mit diesem Artikel zu beschäftigten. Mein August (und bisher auch der September) bestand nämlich nur aus zwei Dingen: Hausarbeiten schreiben und Reisen. Zwischendurch habe ich geschlafen, gegessen, ein wenig (!) gelesen und etwas genäht. Nach der minikleinen Lese-Liste, finden sich vor allem viele Reise-Bilder am Ende des Artikels.

Gelesen:
Jenny-Mai Nuyen – Heartware

Gekauft:
Cecelia Ahern – So klingt dein Herz

Geschenkt:
Amy Liptrot – Nachtlichter

Rezensionsexemplar:
Magdalena Nirva – Magdalena 24h

Und sonst so im August?
Da es einfach nicht spannend gewesen wäre, mich beim Essen, Schlafen oder Hausarbeitenschreiben zu zeigen, zeige ich einfach gesammelt ein paar Reise-Impressionen.
Mitte August ging es relativ kurzfristig für sechs Tage nach Mallorca. Ich war zum ersten Mal dort und habe natürlich den Ballermann gemieden. Dafür habe ich ein wenig den Norden (San Picafort, Alcúdia) erkundet und war natürlich in Palma.
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Ich lese jetzt „Magdalena 24h“ von Magdalena Nirva

Als Magdalena mich anschrieb und fragte, ob ich Lust habe, ihren biografischen Roman über das Leben als Escort Girl als Rezensionsexemplar zu lesen, sagte ich sofort zu.
Es mag an einem grundsätzlichen Interesse an dem Thema als Einwohnerin Hamburgs liegen oder aber an meinem persönlichen Interesse daran, die Geschichte dieser Frauen kennenzulernen, ich freue mich, das Buch zu lesen. Ich glaube auch fest, dass Escort Girls, Prostutierte und sonstige Sexarbeiter wahnsinnig viel zu erzählen haben und erleben.
Da ich nicht vorhabe, mich jemals in dieses Metier zu begeben, bin ich gespannt, ob das Buch genauso spannend ist, wie ich es mir vorstelle.

Erster Satz:
„Es ist ein wunderschöner Abend Anfang Mai.“

Jenny-Mai Nuyen – Heartware

Erst verdunkelt sie dein Herz, dann die ganze Welt?

Adam Eli hat seine Chance genutzt. Er ist erfolgreicher Ghostwriter, tut alles, um seine kriminelle Jugend vergessen zu machen. Eines verbindet ihn noch mit seinem alten Leben: seine große Liebe Willenya. Die letzte Begegnung liegt lange zurück, bis heute weiß er nicht, ob sie es war, die ihn damals verriet.
Antwort darauf verspricht der Internettycoon Balthus – wenn Adam sich an der Suche nach Willenya beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen. Um Geld zu erpressen? Oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben?
Eine atemlose Jagd von den Urwäldern Boliviens über Dubai bis Tokio beginnt… (Klappentext)

Jenny-Mai Nuyen ist mir schon seit Jahren ein Begriff. Doch bisher habe ich weder ein Buch von ihr gelesen, noch befindet sich eines auf meinem SuB. Darum freute ich mich total, als mir ein Rezensionsexemplar zu ihrem neuen Buch – ihrem ersten Thriller – angeboten wurde.
Ich begann sofort begeistert zu lesen, denn das Buch klang laut Klappentext wirklich spannend.

Aber nun, wo ich das Buch beendet habe, beginnt mit dem Klappentext schon das erste große Ärgernis. Die Autorin kann für ihn nichts, glaube ich. Der wird meistens von anderen Leuten verfasst, aber so wie er geschrieben ist, grenzt er fast an Beleidigung für das Buch.
Eli ist kein „erfolgreicher Ghostwriter“. Er schreibt für Studenten Hausarbeiten und bekommt ein wenig Geld dafür. Nichts, was ihn reich oder rasend erfolgreich machen würde.
Zusätzlich verrät der Klappentext ein paar Geheimnisse, die die Geschichte lange für sich behält. Eines davon wird erst auf Seite 310 von 410 gelüftet. Ein großes Rätsel, das die Story am Laufen hält. Vielleicht sogar DAS große Rätsel. Und der Klappentext poltert es einfach so heraus als würde es nichts bedeuten. Das ist wirklich schade. Aber wie gesagt, das kreide ich der Autorin nicht an. Ob ich ihr dafür anderes ankreide?

Starten wir mit der Geschichte.
Das Buch beginnt mit dem großen Zusammenbruch, als für einige Stunden Strom und jegliche Technik versagte. Handys und Computer wurden schlagartig lahmgelegt. Alles sollte sich von nun an ändern.
Danach springt man zurück und steigt sieben Tage vor dem Zusammenbruch in die Geschichte ein.
Adam Eli wird von einem unbekannten kontaktiert. Adam soll seine alte Liebe Willenya Ćuruvija finden, denn sie hat etwas gestohlen, das der Unbekannte unbedingt zurückhaben will. Und ganz nebenbei könnte Eli auch endlich herausfinden, was damals in Bolivien wirklich passiert ist und warum Willenya spurlos verschwand. Und vor allem kann er endlich herausfinden, ob sie ihn wirklich geliebt hat oder ob er umsonst zehn Jahre an der Vergangenheit festgehalten hat.
Zur Seite wird ihm dabei Mariel Marigny gestellt, die nicht nur für den Unbekannten arbeitet, sondern sich auch wahnsinnig gut mit Technik auskennt. Zu zweit sollte es kein Problem sein, Willenya zu finden.

Und wenn die Geschichte nur aus diesem Teil bestehen würde, dann hätte ich das Buch richtig, richtig gut gefunden. Ich lechzte förmlich nach den Teilen, die abwechselnd aus Marignys und Elis Sicht geschrieben waren.
Leider waren diese Teile immer wieder unterbrochen durch Teile, die mit Y überschrieben waren.
Hier spielten sich Dinge ab, die ich genauso langweilig und nervig fand, wie ich die Dinge bei Eli und Marigny mochte. Immer wieder wurden neue Figuren eingefügt, manche sah man nie wieder, manche tauchten regelmäßig auf wie die Interpol-Mitarbeiter Beckblum, Dussardier und Nakamoto. Trotz unterschiedlicher Hautfarben blieben die drei farblos, eigenschaftslos, austauschbar. Klar scheint nur, dass auch sie nach Willenya suchen. Sie scheint gefährlich zu sein und damit jahrelange, ja sogar jahrzehntelange Suchen zu erfordern.
Regelmäßig dachte ich bei den Y-Kapiteln: „Bei einem Film hätte man die Szene jetzt mit dem Kommentar ‚Das bringt die Geschichte nicht weiter‘ rausgeschnitten.“
Die Verwicklungen in diesem Kapitel waren weitläufig und vor allem anfangs unübersichtlich. Auch da die drei Agenten selber keine Informationen preisgeben – oder besaßen – brachten sie keine Aufklärung für den Leser. In diesem Kapiteln wurde einfach nur die Jagd nach Willenya und später nach Eli und Mariel, die auch latent unlogisch wirkte, vorangetrieben.
Das Problem dabei ist auch, dass ich persönlich Agenten-Thriller einfach nicht mag. Mir ist diese Jagd über den Globus von Leuten, deren Motive man lange nicht versteht – die häufig ja auch einfach nur rechte Hand sind und Aufträge von oben ausfüllen – einfach zu viel. Das ist nun an dieser Stelle mein Problem und Jenny-Mai Nuyen kann dafür nichts. Mir hat das aber großflächig den Spaß am Buch vermiest.

Wofür die Autorin aber etwas kann, ist der Fakt, dass in ihrem Thriller ziemlich wenig Thrill steckte. Natürlich gab es Schusswaffen, Leichen, Angst, Verzweiflung, Jagd und Gefahr, aber es fehlte der echte Spannungsbogen. Es gab eher kurzfristige Überraschungsmomente, die die Geschichte vorantrieben und kleine Wendungen brachte.

Obwohl ich also die Storys um Eli und Mariel mochte, mochte ich die beiden nicht so richtig. Ich war einfach nur gespannt, ob sie Willenya finden. Auch Elis Vergangenheit, vor allem die Teile, die sich im Bootcamp und Gefängnis in Bolivien abspielten, waren interessant. Nur sympathisch machte das den zurückgezogenen Mittzwanziger nun so gar nicht. Er war starrsinnig, verkrampft, emotionslos und zurückhaltend. Bei Mariel war es wie bei allen anderen Figuren des Buches: Man wusste nie genau, ob sie nun Freund oder Feind ist. Nie war man sicher, ob sie nicht Teil der nächsten Wendung sein wird.

Zusätzlich machte auch die Sprache es sehr schwer, dem Buch entspannt folgen zu können. Schon auf Seite 16 stockte ich das erste Mal bei: „[…] in jenen Tagen des glückseligen Elends wusste er über Will nur, dass sie das Mysterium war, in dem er den Sinn seines Daseins fühlte und über tausend süße Augenblicke zersplittert wieder vergaß.“ Solche ausschweifenden Bilder nutzt Nuyen regelmäßig. Sätze, die man öfter lesen muss, um sie zu begreifen und die einen damit aus dem Lesefluss reißen. Doch nicht nur die ungelenk philosophischen Sätze ließen mich entnervt zurück, auch Beschreibungen, die verwirrend waren, ließen mich häufiger fragend unterbrechen. Entweder konnte ich die Handlungen einer Figur damit nicht ganz nachvollziehen oder mein innerer Film wurde aus dem Projektor geschmissen, wenn es Beschreibungen gab, die ich mir einfach nicht vorstellen konnte. So weiß ich immer noch nicht, wie ein Zimmer aussieht, in dem man geschichteten Beton sieht. Ich machte mir wirklich Gedanken, wie es da nun aussieht und sowas zerstört einfach Dinge beim Lesen.

Was bleibt also von „Heartware“ bei mir hängen? Es ist ein Thriller, der nicht spannend ist, mit Figuren, die nicht sympathisch sind. Doch zumindest eine Hälfte der Story, die über Eli und Mariel und ihre Suche nach Willenya, machte mir Spaß. Die zweite Hälfte, die sich auch mit der Suche beschäftigte, aber mit ganz anderen Mitteln, interessierte mich einfach nicht, störte mich sogar. Aber wer Spaß an großen Verschwörungen, Agenten und Technik hat, könnte auch hier Gefallen finden.
Am Ende bleibt bei mir leider nur eine mittelmäßige Bewertung von übrig.

Jenny-Mai Nuyen – Heartware
Rowohlt Taschenbuch, 21. Juli 2017
ISBN 3499267071
412 Seiten
Broschiert; 14,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

7 Jahre

Es ist leider ungünstig, wenn der Bloggeburtstag mitten in der Klausurenphase der Uni liegt. So ist mir erst gut zwei Wochen später aufgefallen, dass ich den Tag der Tage verpasst habe. Eigentlich war der Geburtstag schon am 28. Juli.

Doch im nächsten Jahr soll hier nicht alles bleiben, wie es ist. Ich habe mir etwas für den Blog überlegt, das ich noch nirgends anders gesehen habe. Bis das online gehen kann, bedarf es aber leider noch einiger Arbeit.

Aber über eins würde ich mich sehr freuen: Wenn ihr mir auch im nächsten Jahr treu bleibt!

Juli-Liste

Der Juli ging schon wieder so rasend schnell vorbei.
Das mag auch daran liegen, dass nun endlich Semesterferien sind.
Seit Januar habe ich das erste Mal wieder in einem Buchladen Bücher gekauft. Ein paar kamen zwischendurch zwar dazu, aber nur in vergünstigten Läden wie der Kirche bei mir um die Ecke oder TEDi, wo es Bücher für einen Euro gibt.
Das bisschen, was sonst noch zeigenswert ist, versteckt sich hinter „Und sonst so im Juli?“ ganz unten.

Gelesen:
Marieke Nijkamp – 54 Minuten
Lea-Lina Oppermann – Was wir dachten, was wir taten
Rainbow Rowell – Fangirl

Gekauft:
Jay Asher – Tote Mädchen lügen nicht
Lauren Oliver – Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an die vorbei, sagen sie
Kelsey Sutton – Winterseele

Geschenkt:

Rezensionsexemplar:
Lea-Lina Oppermann – Was wir machten, was wir taten
Rainbow Rowell – Fangirl
Jenny-Mai Nuyen – Heartware

Und sonst so im Juli?
Ich hatte im Juli Besuch von einer meiner vielen Großcousinen und einer ihrer beiden Töchter. Da sie noch nie in Hamburg waren, stand viel auf dem Plan. Ich wollte viel zeigen und mit ihnen erleben. Die Neunjährige fand das natürlich alles nur so semi-spannend. Aber ganz ehrlich? Ich fand Städteurlaube auch früher immer ganz, ganz schlimm und bin auch heute noch kein großer Fan davon. Ich konnte also verstehen, dass sie genervt war. Trotzdem hielt sie tapfer durch und in den vier Tagen stand Folgendes auf dem Programm:
Speicherstadt, Hafencity, Alter Elbtunnel, Hard Rock Café, Rathaus, Planten un Blomen, Wachsfigurenkabinett „Panoptikum“, Aussichtsplattform auf der Elbphilharmonie, St. Michaelis Kirche („Michel“ – wir sind natürlich auf den Turm gefahren, um Hamburg von oben zu sehen), Nachtmarkt auf St. Pauli, Reeperbahn und Miniatur Wunderland (und natürlich auch ein wenig Shopping). Mehr

Ich lese jetzt „Heartware“ von Jenny-Mai Nuyen

Wer in den letzten Jahren nicht ganz blind durch die Buchhandlungen gewandert ist, ist sicher schon über Bücher von Jenny-Mai Nuyen gestolpert. Bisher befanden sich ihre Bücher eher in der Fantasy- und Jugendbuch-Abteilung, doch nun hat sie sich auf neues Terrain gewagt und zum ersten Mal einen Thriller veröffentlicht.
Zur Feier dieser Neuerung gab es vom Rowohlt Verlag ein Rezensionsexemplar von „Heartware“.

Ich bin schon sehr gespannt, denn auf einen nervenaufreibenden Thriller hätte ich wieder richtig Lust.

Es geht um Adam Eli und seine große Liebe Willenya. Es geht um Verrat und das Wiederfinden einer Person. Und dann geht es um eine atemlose Jagd und küstliche Intelligenz. Und vor allem Letztes zieht mich magisch an.

Erster Satz:
„An dem Tag, als das Internet zerstört wurde, erschütterten zweihundertvierzehn Explosionen beinahe zeitgleich jene Großstädte, in denen die mächtigsten Rechenzentren der Ende standen.“

In Szene gesetzt #10

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