Jahresabschluss 2017

Dieses Jahr war das zweite volle als Studentin und immer noch hat der Stress nicht nachgelassen. Zum Glück ist es irgendwie guter Stress, denn die (meisten) Seminare und das Studium insgesamt machen mir wirklich Spaß. Aber meistens bin ich froh, wenn ich abends stumpf eine Serie gucken kann und nicht noch lesen muss. Immerhin ist mein Studium auch wirklich textlastig.
Außerdem kam mit dem Nähen ein neues Hobby in mein Leben, mit dem ich gern meine freie Zeit füllte.
Wie die letzten Jahre war ich auch wieder auf einigen Events unterwegs. Dieses Mal waren es aber bedeutend weniger als sonst. Und zwar:
4: Konzerte: SDP, Lukas Graham, Avenged Sevenfold, AnnenMayKantereit
1 Ballett: Im Aufschwung IX (Bundesjugendballett mit Gesang),
4 Musicals: Tanz der Vampire, Ich war noch niemals in New York, Ich.Du.Wir.Supahelden, Aladdin
1 Zirkus: Circus Roncalli
1 Lesung: Kathrin Röggla

Meine Lesestatistik sieht so aus:

Bücher gelesen: 16! Das macht ein Buch in circa 23 Tagen, also knapp 1,5 Bücher im Monat. Das ist wirklich wenig. Dieses Jahr haben mich manche Bücher, die leider Rezensionsexemplare und deswegen unabbrechbar waren, so sehr runtergezogen, dass ich zum Teil drei Monate am Stück nichts auf der Gelesen-Seite stehen hatte.
Ich habe dieses Jahr 5.441 Seiten gelesen. Das macht 14,9 Seiten pro Tag.
Im Vergleich zu 2016 hat sich alles ungefähr halbiert. Da waren es noch 10.614 Seiten (bei insgesamt 32 Büchern). Das machte ein Buch in circa 11,4 Tagen und 29,0 Seiten am Tag.

Neu erworbene Bücher: 78 (2016: 87)
          gekauft: 29
          geschenkt: 43
          Rezensionsexemplare: 6

Geld ausgegeben für Bücher: 170,22 € (2016: 113,66 €)
Ich habe pro Monat also 14,19 Euro für Bücher ausgegeben. Das entspräche circa einem broschierten Buch pro Monat.
Im Schnitt habe ich 2,18 Euro pro erhaltenes Buch ausgegeben.

Anzahl der gelesenen Autoren: 17 (Ein Buch wurde von zwei Autoren geschrieben.)
          Deutsche Autoren: 9
          Amerikanische Autoren: 3
          Südafrikanische Autoren: 2 (Wobei beide ein Buch zusammen geschrieben haben.)
          Englische Autoren: 1
          Niederländische Autoren: 1
          Österreichische Autoren: 1
Meistgelesene Autoren:
          In diesem Jahr habe ich keinen Autoren doppelt gelesen.

Arten der Bücher:
          Gebundene Bücher: 6
          Taschenbücher: 3
          Broschierte Bücher: 7

Genres:
Jugendbücher/-fantasy: 5
Kinderbücher: 2
Belletristik: 9
          Roman: 2
          Krimi/Thriller: 3
          Humor: 1
          Liebesromane: 2
          Erotik: 1

Dickste Bücher:
5. Anne Freytag – Den Mund voll ungesagter Dinge: 399 Seiten
4. Sebastian Fitzek – AchtNacht: 408 Seiten
3. Jenny-Mai Nuyen – Heartware: 412 Seiten
2. Rainbow Rowell – Fangirl: 461 Seiten
1. Dan Vyleta – Smoke: 618 Seiten

Dünnste Bücher:
5. Boy Lornsen – Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt: 252 Seiten
4. Tilman Rammstedt – Morgen mehr: 228 Seiten
3. Anja Janotta – Die Trabbel-Drillinge: 219 Seiten
2. Lea-Lina Oppermann – Was wir machten, was wir taten: 179 Seiten
1. Arthur Schnitzler – Traumnovelle: 95 Seiten

Tops:
3. Anne Freytag – Den Mund voll ungesagter Dinge
2. Colleen Hoover – Nächstes Jahr am selben Tag
und der Spitzenreiter: Marc-Uwe Kling – QualityLand

Flops:
3. Dan Vyleta – Smoke
2. Boy Lornsen – Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt
und der Top-Flop: Magdalena Nirva – Magdalena 24h

Durchschnittsbewertung aller gelesenen Bücher: 3,63 Sterne

Zum genauen Vergleich sind hier noch mal die Jahresstatistik 2010, Jahresstatistik 2011, Jahresstatistik 2012, Jahresstatistik 2013, Jahresstatistik 2014, Jahresstatistik 2015 und Jahresstatistik 2016.

Das war wirklich wieder ein dramatisches Lesejahr. Aber das ist wohl manchmal so. Ich hoffe einfach, dass es nun in 2018 wieder bergauf geht – beziehungsweise bergab auf dem SuB.
Ich wünsche uns allen ein wundervolles 2018!

Advertisements

Dezember-Liste

Frohes Neues, ihr Lieben.
Mein Dezember war wirklich ausgesprochen gut und ich bin als sehr glückliche Julia ins neue Jahr gestartet. Sowohl beruflich als auch in der Uni gibt es ein paar tolle Neuerungen und ich freue mich wirklich auf alles, was das neue Jahr mir bringt.
Ein kleiner Teil des Glücks war, dass ich endlich, endlich mit „Magdalena 24h“ durch war. Anschließend habe ich sogar noch zwei weitere Bücher geschafft, trotz des klassischen Weihnachtsstresses.
Außerdem habe ich wieder ein paar Bücher bekommen, deren Erscheinungstermine zum Teil noch ziemlich weit in der Zukunft liegen.
Ich kann mich also über den Dezember insgesamt echt nicht beschweren.

Gelesen:
Magdalena Nirva – Magdalena 24h
Anja Janotta – Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade
Marc-Uwe Kling – QualityLand

Gekauft:
Ursula Poznanski – Layers

Geschenkt:
Claire Winter – Die geliehene Schuld (ET 05.03.2018)
Anja Janotta – Die Trabbel-Drillinge (ET 26.02.2018)
Ann Kidd Taylor – Shark Club (ET 10.04.2018)
Amie Kaufman & Jay Kristoff – Illuminae
Arthur Isarin – Blasse Helden (ET 12.03.2018)
Susanne Saygin – Feinde (ET 10.09.2018)
Rowling, J. K. – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Und sonst so im Dezember?
Weihnachten und Silvester. Wie jedes Jahr DIE Ereignisse im letzten Monat des Jahres. Ehrlicherweise fahre ich aber auf beide nicht wirklich ab.
Schön war, dass ich zum ersten Mal im Leben nicht zu meinen Eltern gefahren bin. Ich wohne nun schon neun Jahre in meiner Wohnung und nie war ich am 24.12. in ihr. Immer musste ich Weihnachten im Zug sitzen. Darauf hatte ich keine Lust dieses Jahr. So konnte ich auch zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum aufstellen und schmücken (bei meinen Eltern durfte ich noch nie im Leben schmücken. Mein Vater will das immer allein machen.)
Geschenke gab es für mich wieder wundervolle.
Von meinem Freund gab es DVDs (The Flash Staffel 3, Sing, Ballerina), zwei Alben von Ed Sheeran, das Gesellschaftsspiel „Pandemic Legacy“ und Geld zu meinem Plotter dazu. Die Schwester von ihm schenkte mir einen Hogwarts-Brief und ein schönes Lesezeichen. Seine Mutter schenkte mir die illustrierte Schmuckausgabe von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Und eine meiner wichtigsten Freundinnen schenkte mir alles für einen virtuellen Mädelsabend zu der siebten Staffel von Pretty Little Liars auf Netflix. Dazu gestaltete sie mir eine Tasse im Stil der Serie und ich musste ich ein bisschen weinen. So viel Liebe zum Detail. ❤

Ich lese jetzt „Die Ungehörigkeit des Glücks“ von Jenny Downham

Im März 2016 habe ich dieses Buch als Rezensionsexemplar bekommen.
Es ist wirklich eine Frechheit von mir, dass ich Rezensionsexemplare so lange liegen lasse. Und ich schäme mich. Wirklich.
Aber das war die Zeit, in der ich plötzlich so viele davon bekam und das Lesenmüssen stresste mich. Ich las immer weniger und weniger. Man sieht es auch daran, dass ich im ganzen Jahr 2017 bisher nur 16 Bücher gelesen habe. 16. Das ist für manche ein durchschnittlicher Lesemonat.

Aber langsam will ich jetzt alle Rezensionsexemplare abarbeiten. Der Plan steht und kann als Neujahrsvorsatz durchgehen.

Beginnen werde ich also mit „Die Ungehörigkeit des Glücks“. Ich lese selten Familiendramen. Daher bin ich fast ein Neuling, was das Thema des Buches angeht. Mal sehen, ob ich trotzdem Spaß habe mit Oma Mary, die trotz eines zerrütteten Verhältnisses zu ihrer Tochter Caroline und Enkelin Katie zieht.

Erster Satz:
„Als ob ein Alien gelandet wäre.“

Marc-Uwe Kling – QualityLand

Willkommen in QualityLand

In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er haben will, zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen. Superpraktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: OK.

Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? (Klappentext)

Seitdem ich den ersten Teil der Känguru-Trilogie gelesen habe, bin ich großer Fan von Marc-Uwe Klings Geschichten. Es war also keine Frage, ob ich „QualityLand“ lesen möchte, sondern wann ich mir das Buch kaufe. Denn was ist, wenn dieses Buch nicht an das Känguru herankommt? Was, wenn ich enttäuscht werde? Mein Freund nahm mir die Entscheidung ab und schenkte mir das Buch zum Geburtstag. Und dann habe ich es relativ schnell danach gelesen.

Peter Arbeitsloser ist ein bisschen abgeschlagen. Sein Level ist nicht sehr hoch, weswegen er nicht viele Privilegien besitzt. Sein Job macht ihn nicht glücklich. Und nachdem QualityPartner ausgerechnet hat, dass Sandra Admin nicht die perfekte Partnerin für ihn ist, ist er auch wieder Single. Dabei ist das Leben in QualityLand doch rosig. Es ist ein Land voller Superlative. Das System kennt jeden, hilft jedem, weiß, was jeder will. Alles gerät plötzlich ins Wanken, als Peter etwas vom System bekommt, das er gar nicht haben will. Aber wie kann das sein? Die Maschinen machen doch keine Fehler?!
Anders könnte es doch auch gar nicht möglich sein, dass mit John of Us ein Android zur Wahl des neuen Präsidenten steht…

„QualityLand“ soll eine Zukunftssatire sein und das ist es auch. Es ist jedoch erschreckend, wie nah wir an manchen gruseligen Entwicklungen, die in Peters Leben schon Alltag sind, bereits dran sind.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich manche Entwicklungen sogar ziemlich gut fände. Bequem irgendwie.
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich die helle Variante des Buches habe. Sie ist für die Optimisten.

Die Geschichte besteht aus drei Erzählsträngen, die unterschiedlich stark miteinander verknüpft sind. In diese wurden kurze Abschnitte zu QualityLand eingeschoben. Manche Einschübe, die immer ein bis drei Seiten lang sind, erklären, wie das System in QualityLand funktioniert, was es alles (bezogen auf unsere heutige Realität) Neues gibt. Andere stellen kleine Nachrichten, gespickt mit User-Kommentaren, dar.
In meiner hellen Variante zeugen die Nachrichten von den positiven Seiten der Digitalisierung und technischen Errungenschaften.
Die dunkle Variante des Buches ist für die Apokalyptiker unter den Lesern. Die Nachrichten dort greifen eher die Gefahren auf.
Doch egal, welche Variante man hat, dank eines QR-Codes und Links am Ende des Buches kann man auch die „fehlenden“ Nachrichten nachlesen.

Es ist bei der Lektüre von Vorteil, ein wenig Verständnis für digitale Produkt zu haben. Ich glaube, dass sich erst dann der volle Witz entfaltet. Aber auch wenn man sich nicht damit auskennt und eigentlich kaum Spaß an den aktuellen digitalen Entwicklungen hat, könnte das Buch etwas für einen sein, denn:
Marc-Uwe Kling hat es wieder geschafft, dass ich vollkommen aus dem Häuschen bin. Ich konnte kaum aufhören zu lesen. Ich war noch nicht einmal bei der Hälfte des Buches angekommen, da empfahl ich es schon voller Inbrunst meinen Freunden.

Die Geschichte wieder unfassbar intelligent geschrieben. Kling kritisiert Entwicklungen – sowohl in der Gesellschaft als auch in der Technik – ohne dabei von oben herab zu schreiben. Zusätzlich scheinen viele Verbesserungsvorschläge im Buch so praktisch, dass man sie am liebsten realisiert wissen würde. Ich finde Wirtschafts- und Gesellschaftskritik oft anstrengend zu lesen, aber nicht hier. Sie ist intelligent in das große Ganze eingeflochten und muss genau so, wie sie ist, da sein.
Viele Ideen der Zukunft in QualityLand sind nicht neu, aber so zugespitzt, dass es unglaublich spannend und interessant war, den Gedankengängen der Geschichte zu folgen. Aber genau das war auch das Spannende. Sich vollkommen neue Dinge ausdenken und in Science-Fiction-Romane verpacken, ist nicht schwer. Da braucht man nur genug Fantasie und eventuell technisches Wissen.
Aber die aktuellen Dinge sinnvoll, realistisch, übertrieben und gleichzeitig passend weiterzudenken muss man schaffen.

Vor allem war das Buch aber auch wieder wahnsinnig witzig. Dieser trockene Humor, der schon in den Känguru-Chroniken eine Triebfeder war, glänzt auch hier auf jeder Seite. Es ist eine Satire mit Sprachwitz, Situationskomik und fantastischen Ideen. Sie alle bringen den Leser – mal in Kombination, mal einzeln – ständig zum Lachen.

Manche Ideen und Dialoge wurden ein wenig aus den Känguru-Chroniken recycelt. Überhaupt kein Drama, da sie immer stimmig eingesetzt wurden. Das Wiedererkennen war für mich sogar immer ein kleines Highlight. So ganz ohne Anspielungen hätte ich das schade gefunden.

Aber als wäre das Gesamtkonzept nicht schon stimmig, intelligent, spannend, witzig und toll genug, hat Kling auch wieder Figuren geschaffen, die Spaß machen. Auch wenn Peter eher zur Fraktion „sympathischer Loser“ gehört, ist er nicht ins Klischee abgedriftet. Er kann mehr und ist mehr. Und so ist jede weitere Person – und Maschine – im Buch angelegt. Immer ein wenig skurril, immer etwas anders, aber nie so, dass es ins Absurde abrutscht. Perfekte Mischung. Wie das ganze Buch.

Als wäre ich also nicht schon insgesamt genug begeistert gewesen, sprachen mich die Themen auf einer ganz persönlichen Ebene an. Mit seinen Rückgriffen auf die Frage nach der Moral beim autonomen Fahren, Asimov, den Turing-Test, Künstliche Intelligenz, Adorno, rassistische Algorithmen, Kybernetik oder Filterblasen spricht Kling so viel an, was mich tagtäglich in meinem Studienfach Digitale Medien begleitet. Als würden wir gemeinsam die Seminare belegen…

Ich wollte euch noch nie so gern wie bei diesem Buch am liebsten in die Augen gucken bei meiner Rezension. Dann würdet ihr sehen, wie viel Liebe ich wirklich für das Buch empfinde. Ich kann nicht darüber reden, ohne hektisch aufzuzählen, was an dem Buch alles so genial ist. Meine Wangen werden automatisch rot und meine Augen glänzen. Jeder meiner Freunde, der mich in den vier Tagen, in denen ich jetzt das Buch gelesen habe, gesehen hat, musste sich anhören, warum er „QualityLand“ unbedingt lesen muss.
Wirklich. Es ist mein Highlight 2017!

Marc-Uwe Kling – QualityLand
Ullstein Hardcover, 22. September 2017
ISBN 3550050232
384 Seiten
Gebunden; 18,00 Euro

Ich lese jetzt „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling

Nachdem ich „Die Trabbel-Drillinge“ schnell beenden konnte (Die Rezension folgt am 26. Feburar 2018.), überlegte ich, was ich als nächstes lesen kann. Eigentlich stehen noch einige Rezensionsexemplare weit oben auf der Liste. Mein Freund beschwerte sich aber (zu Recht), dass ich nie Bücher lese, die er mir geschenkt hat.
Darum geht es nun weiter mit „QualityLand“.

Nachdem ich damals die Känguru-Trilogie geliebt habe, war klar, dass ich Marc-Uwe Klings neues Buch lesen muss. Aber ein wenig Angst hatte ich auch: Was ist, wenn es nicht an mein heißgeliebtes Känguru herankommt?
Aber ich schiebe die Zweifel einfach mal zur Seite und werde mich hineinbegeben und das Land voller Superlative, voller Digitalisierung, voller Zukunft. Ich begebe mich ins QualityLand.

Erster Satz:
„Nun reist du also zum ersten Mal in deinem Leben nach QualityLand.“

In Szene gesetzt #11

Bild

Ich lese jetzt „Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade“ von Anja Janotta

Bei mir auf Arbeit sind wieder ein paar Bücher eingetrudelt, die erst im nächsten Frühjahr erscheinen. So auch dieses hier, das ihr ab dem 26.02.2018 in den Regalen der Buchhandlungen finden werdet. Dann werde ich auch erst die Rezension veröffentlichen können.

Ich werde mich jetzt schon zu den berühmten Drillingen Franka, Vicky und Bella begeben, deren Mutter eine baufällige Villa in ein Bio-Hotel verwandeln will.
Mal sehen, ob die Mädels ihrem Namen alle Ehre machen.

Erster Satz:
„Eins zu 200 Millionen – so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, als eineiiger Drilling geboren zu werden.“

Magdalena Nirva – Magdalena 24h

»Ich war wie geschaffen dafür, das Objekt ihrer Begierde zu sein. Oft war es aber auch anders herum. Ich war der Jäger…«

Magdalena ist 24, Literaturstudentin und liebt Sex. Als sie nach ihrer gescheiterten Ehe mit ihrem Kind mittellos dasteht, wirft sie alle Bedenken beiseite und sagt sich: »Warum soll ich damit nicht auch Geld verdienen?« Um ihr Kind zu versorgen. Um die Universität abzuschließen. Um sich ein schöneres Leben leisten zu können. Auf der Suche nach neuer Liebe begegnet sie dem anziehenden Bad Boy Eagle. Die beiden beschliessen, ihrer Heimat Bulgarien den Rücken zu kehren und nach Wien zu gehen, wo sie als Callgirl viel Geld verdienen kann. Doch bald wird Eagle von seiner Vergangenheit eingeholt, und sie müssen Wien eilig verlassen. Und Magdalena gerät immer tiefer in Abhängigkeit zu Eagle, der sein ›goldenes Huhn‹ zunehmend rücksichtslos antreibt und eifersüchtig bewacht… (Klappentext)

Als mich Magdalena anschrieb, ob ich ihren biografischen Debütroman lesen möchte, war ich sofort begeistert. In das Milieu rund um Prostituierte und Escort-Damen werde ich persönlich nie hineinkommen. Auch wenn ich in Hamburg wohne, hat das Rotlicht-Viertel mit meinem Alltag nichts zu tun. Und gerade deswegen war ich gespannt auf ein paar Geschichten. Nachdem mir Magdalena in unserem E-Mail-Verkehr schnell sympathisch wurde, freute ich mich sehr auf das Buch und begann es direkt nach dem Erhalt zu lesen.
Das war im August.
Ich muss es sagen, wie es ist: Dieses Buch stürzte mich in eine tiefe Leseflaute.

Vielleicht ging ich mit den falschen Erwartungen an das Buch. Der Klappentext verspricht unter der Erklärung zum Inhalt „skurrile Begebenheiten und emotionale Verwirrungen“. Es wird gesagt, das Buch wäre „amüsant, berührend und unmoralisch“. Deswegen hoffte ich, dass es hauptsächlich aus kurzen Anekdoten bestehen wird. So, wie man es von vielen Büchern kennt. Viele verschiedene Männer, aufregende Geschichten und alles ein bisschen verbunden durch einen roten Faden.

Bekommen habe ich das Gegenteil. Magdalena rollt ihr Leben von der Kindheit an auf. All ihre Ex-Freunde werden ausgewalzt, ebenso wie ihre Probleme mit der Mutter und dem Ex-Mann. Natürlich verstehe ich, dass der Teil ihres Lebens wichtig ist, um zu verstehen, dass es kam, wie es kam. Aber selbst zum Ende hin, als sie im Milieu fest verankert war, wurden über Seiten ihre Kolleginnen und deren privaten Probleme beschrieben.
Ein paar Geschichten mit Freiern kamen natürlich drin vor. Für meine Erwartungen waren es jedoch zu wenig und Geschichten mit manchen Stammkunden zogen sich lang.
Vor allem fehlten einfach Einblicke in ihr Gefühlsleben. Sie ließ ihren Sohn in Bulgarien zurück, aber es fehlte der Schmerz einer Mutter. Sie war in einem fremden Land, aber die vollkommene Hilfslosigkeit wurde nur beschrieben und nicht gefühlt. Sie wird geschlagen und misshandelt, aber wie es ihrer Seele dabei geht, wird nicht gesagt.

Ich fand das Buch – anders als angepriesen – weder amüsant, noch berührend.
Alles war relativ plump niedergeschrieben. Für ein persönliches Gespräch wäre es so ok gewesen, aber für ein Buch war es zu wenig. Es fehlte ein klassisches „Buch-Feeling“. So gibt es beispielsweise rhetorische Fragen mitten im Text, die ungelenk wirken, wie ein eingestreutes: „Doch was ist das?“ (S. 256)

Durch die Mischung aus wenig leichtfüßiger Sprache und einer zu breitgetretenen Lebensgeschichte fehlte auch komplett die Spannung. Und auch mit dem Interesse war es bei mir nicht weit her. Tagelang, zwischendurch sogar wochenlang, zog es mich nicht zum Buch. Wäre der Weg von Bulgarien über Österreich nach Berlin knackig erzählt gewesen, wäre ich mehr dabei geblieben. Mich hätten mehr die Zustände beziehungsweise Termine in den Bordellen und Escort-Agenturen interessiert. Es muss einfach mehr Spannendes zu berichten geben, als hier aufgeschrieben wurde.

Die Freier sind unterschiedlicher Natur. Manche liebevoll, andere schüchtern und wieder andere eklig. Aber ich hatte mehr Skurrilität erhofft. Vor allem hätten die Geschichten pointierter erzählt werden können.

Ich war also inhaltlich wirklich nicht begeistert und dann kam auch noch dazu, dass ich die Buch-Magdalena, anders als die E-Mail-Magdalena, wirklich unsympathisch fand. Sie wirkte kalt, berechnend und arrogant auf der einen Seite und völlig irrational liebend auf der anderen. Immer wieder fielen Sätze, die vielleicht stimmten, aber einfach unsympathisch klangen: „Erst, seitdem ich dort die Drinks servierte, war es immer voll. […] Jedenfalls steigerte ich ganz schön den Umsatz.“ (S. 57); „Sie ist nicht die Frau, die ein Mann sofort haben will, wenn er sie sieht, so wie bei mir.“ (S. 245) oder „Ich bin vierundzwanzig, ich bin so jung, so hübsch […]“ (S. 310)

Insgesamt gab es ein paar nette Geschichten auf den 379 Seiten, aber ich wurde weder gefesselt, noch berührt oder zum Lachen gebracht. Es ist wirklich schade, ich hätte das Buch so gern gemocht.

Magdalena Nirva – Magdalena 24h
Independently published, 28. Juli 2017
ISBN 1521865701
379 Seiten
Taschenbuch; 15,90 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

November-Liste

Mein November war ziemlich toll. In der Uni lief es super und ich konnte schon einige Prüfungsleistungen erledigen. Und das quasi noch direkt am Anfang des Semesters. Außerdem hatte ich endlich wieder Zeit, mich mit Freundinnen zu treffen, durch versehentlich an mich geschickte Pakete bin ich in Kontakt zu weit entfernten (und bisher unbekannten) Verwandten gekommen und ich hatte Geburtstag. Außerdem traf ich Entscheidungen, die meine berufiche Zukunft betrafen. Insgesamt meinte es der elfte Monat von 2017 ziemlich gut mit mir.
Nur leider hänge ich immer noch an Magdalena 24h. Und weil diese Lektüre meine gesamte Lese-Lust mindert, bleibt die erste Spalte der Liste frei:

Gelesen:

Gekauft:
Colleen Hoover – Nur noch ein einziges Mal
Walter Moers – Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Geschenkt:
Laetitia Colombani – Der Zopf (ET 22. März 2018)
Thorsten Nagelschmidt – Der Abfall der Herzen (ET 22. Februar 2018)
Cara Delevingne – Mirror, Mirror
Marc-Uwe Kling – QualityLand
Sebastian Fitzek – Flugangst 7A



Und sonst so im November?

Eines meiner Highlights des Monats war defintiv, dass „La Vie est Belle“ von Lancôme leer wurde. Vor Jahren (!) wünschte ich es mir so sehr, dass meine Mutter es mir damals spontan zwischendurch schenkte. Dann hütete ich es wie einen heiligen Gral und ließ es liegen und liegen. Bis ich dieses Jahr im Frühling dachte, dass ich es endlich mal benutzen müsste. Und dann hatte sich mittlerweile leider mein Geschmack geändert. Ich empfand es als viel zu süß und manchmal fast ein bisschen penetrant. Es hielt aber ewig, weil ein Spritzer defintiv reichte. Darum freute ich mich wirklich, wirklich sehr, als es leer war. Ich werde es definitiv nicht nachkaufen. So toll ich es damals fand, so drüber finde ich es heute. Mehr

Oktober-Liste

An dieser Stelle müsste eigentlich ein Bild von meinen „Pretty Little Liars“-DVDs stehen. Mehr habe ich im Oktober nämlich nicht wirklich gemacht. Ich habe sechs Staffeln am Stück geguckt. In jeder freien Sekunde. Es gab sogar Nächte, die ich durchgemacht habe und das geschaut habe.
Deswegen sieht die Liste so aus, wie sie aussieht. Gekauft habe ich vier Bücher. „Fear Street“, weil ich da vor einer Weile eine kleine Sammlung angefangen habe. „Indigosommer“, weil ich schon immer mal ein Buch von Antje Babendererde lesen wollte. Beide habe ich gebraucht für einen Appel und ein Ei bekommen. Die anderen beiden Bücher brauche ich für ein Seminar, aber da ich die Stunde zu Dostojewski geschwänzt habe, werde ich das Buch schonmal umsonst gekauft haben…

Gelesen:

Gekauft:
R. L. Stine – Fear Street – Mondsüchtig
Antje Babendererde – Indigosommer
Fjodor Dostojewski – Der Spieler
Christoph Hein – Das Napoleon-Spiel

Und sonst so im September?
Neben „Pretty Little Liars“ war hier echt nicht viel los.
Als Kleinigkeit habe ich Snapchat nun für mich entdeckt. Aber nicht, weil ich da wirklich aktiv sein möchte, sondern weil man mit den Filtern halt echt um Längen besser aussieht. Mehr

Vorherige ältere Einträge