Lea-Lina Oppermann – Was wir dachten, was wir taten

»Kann sein, dass es dich verändert. Kann sein, es lässt dich kalt. Kann sein, dass du schon davon gehört hast, im Fernsehen oder in den Schlagzeilen. So viele Reporter, die darüber berichtet haben, Fotos geknipst und mit dem Rektor gesprochen… Wenn ja, vergiss es, nichts davon ist wahr.
Wir werden dir erzählen, was wirklich passiert ist. Wir waren dabei.« (Klappentext)

Bücher über Amokläufe sind selten. Umso glücklicher war ich, dass ich noch während meiner Lektüre eines anderen Amoklauf-Buches über „Was wir dachten, was wir taten“ stolperte und direkt bei BELTZ anfragte, ob sie so freundlich wären und mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen würden. Als ich zwei Tage später das Buch aus meinem Briefkasten angeln konnte, habe ich mich wahnsinnig gefreut. Ohne Umschweife war es direkt meine nächste Lektüre.

Es ist ein ganz normaler Schultag. Zumindest so normal, wie es sein kann, wenn gleich morgens eine Matheklausur geschrieben werden muss. Die vierzehn Schüler werden in ihrer Konzentration jäh unterbrochen, als eine Warnung durch den Lautsprecher schallt. Ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem sei aufgetreten und die Türen seien geschlossen zu halten. Es dauert nicht lang, da machen erste Gerüchte über einen Amoklauf die Runde. Und kurz danach schafft es eine maskierte Person, in den Klassenraum einzudringen und alle mit einer Waffe zu bedrohen. Zehn Briefe werden dem Lehrer Herrn Filler gegeben. In den Briefen stecken zehn Aufgaben. Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller ans Tageslicht bringen.
Und allen ist klar: Egal wie es ausgeht, nichts wird mehr sein, wie es war.

Die Geschichte spielt sich in einem kurzen Zeitraum auf kleinem Raum ab. Es gibt kein Vorher und kein Nachher. Es dreht sich alles um den einen Klassenraum und das Geschehen darin. Ein wenig wirkt die Welt wie eingefroren und als Leser ist man ebenso wie die vierzehn Schüler und der Lehrer auf die Person mit der Maske, den Pistolenmann, fokussiert.
Erzählt wird die Geschichte dabei abwechselnd aus drei Perspektiven. Die kluge und strebsame Fiona, der aufmüpfige Einzelgänger Mark und Herr Filler kommen zu Wort.
Das Buch ist mit 179 Seiten relativ kurz, doch dadurch rollt die Geschichte auch schnell an. Man beginnt mitten in der Klausur und schon bald steht der Pistolenmann mit im Raum.
An Spannung fehlt es also allein von der Grundthematik her schon nicht. Man möchte wissen, wer hinter der Maske steckt und warum er so etwas tut. Vor allem: Wird es Tote geben?
Die Aufgaben bringen dann den zusätzlichen, besonderen Kick. Als Leser konnte ich es kaum erwarten, dass die eine Aufgabe beendet wurde und Herr Filler den nächsten Umschlag öffnete.
So wird auch alle paar Seiten eine echte Überraschung geboten. Einige Wendungen ergeben sich und dabei war keine unrealistisch oder überzogen. Ein überaus kluger Kniff der Autorin!

Trotz der dramatischen Situation fehlte es dem Buch auch nicht an – wohl dosiertem und äußerst passendem – Humor. Vor allem die sarkastischen Schüleräußerungen entlockten mir einige Lacher. Dabei lockerte es die Situation nicht zwingend auf, aber machte sie realer. Ganz sicher wird der eine oder andere Jugendliche sich auch in so einer Situation bestimmte Sprüche nicht verkneifen können.

Und das machte für mich einen großen Teil des Charmes des Buches aus: Die Figuren wirken echt. Es
werden zwar einige Klischees, wie das unsichere Pummelchen, die dumme Sportskanone, die schöne Zicke oder der angepasste Lehrerliebling, bedient, nur kommen diese Klischees ja auch nicht von ungefähr. Diese Schülercharaktere lassen sich sicher in den meisten Schulklassen tatsächlich finden. Von daher war es ok und machte die vierzehn Leute auch einfach unterscheidbar.
Damit bietet sich viel Identifizierungspotenzial und jeder Leser, egal ob männlich oder weiblich, kann jemanden finden, mit dem er sich verbunden fühlt.
Da es nicht wirklich um die einzelnen Schüler an sich geht, liegt auf ihnen auch kein Fokus. Neben der aktiven Handlung wird wenig nach links und rechts geschaut, sprich auf die persönlichen Geschichten eingegangen. Durch die Gedanken lernt man natürlich die drei Erzähler am besten kennen, doch auch die anderen Charaktere werden in kleinen Stücken offenbart. Es bleibt niemand wirklich blass oder platt, aber man lernt auch niemanden in der vollkommenen Breite kennen. Das ist aber vollkommen ok und angemessen bei dieser Story.

Die Sprache war für mich besonders und ließ das Buch ebenso wie die Figuren lebensnah wirken. Wenn Dinge, die runterfallen auftitschen und Regentropfen pladdern, fühle ich mich glatt etwas heimisch. Das mag auch daran liegen, dass die 18-jährige Autorin aus Berlin stammt.
Die Schreibweise ist jung und frisch und an den richtigen Stellen umgangssprachlich. Mir machte es Spaß, das zu lesen.

Überhaupt habe ich das Buch sehr gern gelesen, auch wenn es durch die Kürze und eher große Schrift relativ schnell vorbei war. Lea-Lina Oppermann beweist Fingerspitzengefühl bei so einem sensiblen Thema, schafft Figuren, die trotz weniger Informationen nicht platt wirken und packt alles in eine spannende und interessante Geschichte, die zum Weiterlesen animiert. Das Thema Schulamoklauf ist wichtig, vor allem aber seine Hintergründe.
Und genau an der Stelle komme ich zu dem einzigen größeren Kritikpunkt: Der Hintergrund des Amoklaufs, sprich die Motive des Amokläufers. Sie kamen letztendlich durch, aber für mich hätten sie noch deutlicher benannt werden können. Es blieb alles ein wenig wischiwaschi, manches wurde eher angedeutet. So blieb bei mir am Ende die Frage: Waren DAS wirklich Gründe für so eine Tat?

Daneben gibt es nur noch zwei kleinere negative Punkte: Die Kürze des Buches und die fehlende emotionale Bindung. Dadurch dass man direkt mitten in der Geschichte ist und keinen Schüler näher kennenlernt, konnten mich Geschehnisse weniger schockieren. Ich wurde an vielen Stellen nicht so richtig mitgerissen. Das tat der Spannung zwar keinen Abbruch, aber obwohl in der Geschichte an sich Herzbruch-Potenzial liegt, wurde es nicht genutzt.

Aber ganz am Ende, da war bei „Was wir dachten, was wir taten“ auch ein wenig der Weg das Ziel. So gespannt ich war, wer nun hinter der Maske steckt und warum er die Klasse bedroht, so gespannt war ich auch auf jede einzelne Aufgabe.
Das Buch konnte mich nicht bis ins kleinste Detail überzeugen, aber insgesamt hat es sehr, sehr viel richtig gemacht. Ich kann verstehen, dass die Autorin für dieses Debüt gleich mit dem Hans-im-Glück-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet wurde. Von mir gibt es .

Lea-Lina Oppermann – Was wir dachten, was wir taten
Beltz & Gelberg, 17. Juli 2017
ISBN 3407822987
179 Seiten
Broschiert; 12,95 Euro

Das Pubertier

©Constantin Film

Gerade war sie doch noch so lieb, so niedlich. Doch kurz vor ihrem 14. Geburtstag mutiert Papas kleine Prinzessin plötzlich zum bockigen Pubertier. Der Journalist Hannes Wenger (JAN JOSEF LIEFERS) nimmt sich eine Auszeit, um seine Tochter Carla (HARRIET HERBIG-MATTEN) in dieser schwierigen Lebensphase zu erziehen und von Alkohol, Jungs und anderen Verlockungen fernzuhalten. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn seine Frau Sara (HEIKE MAKATSCH) geht wieder arbeiten und Hannes ist als Vater maßlos überfordert. Ob Party, Zeltlager oder Carlas erstes Mal: Hannes tritt zielsicher in jedes Fettnäpfchen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass auch andere Jugendliche peinliche Väter haben: Hannes’ bester Freund, der taffe Kriegsreporter Holger (DETLEV BUCK), lässt sich lieber im Nahen Osten beschießen als sich daheim von seinem grunzenden Pubertier in den Wahnsinn treiben zu lassen.
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Mein Freund wurde zu der Pressevorführung von „Das Pubertier“ eingeladen und durfte mich dankenswerterweise mitnehmen. Der Film ist die Adaption des gleichnamigen Buches von Jan Weiler. Auf ihn bin ich vor fast 10 Jahren das erste Mal aufmerksam geworden, als ich ab und zu seine Stern-Kolumne „Mein Leben als Mensch“ las. Ich fand sie jedes Mal ziemlich lustig. Aktiv verfolgt habe ich seine Karriere nach dem Ende der Kolumne nicht, aber ab und zu lief er mir doch wieder über den Weg. Sei es mit dem Roman (beziehungsweise dem Film) „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ oder eben „Das Pubertier“.
Vor allem gespannt war ich, weil ich meist kein großer Fan von deutschen Filmen bin.
Ich ging also sehr neugierig ins Kino, ob mir dieser Film Spaß bereiten wird. Gefühlt bin ich nämlich nicht mehr in der einen Zielgruppe, da ich die Pubertät schon einige Jahre hinter mir habe, und in der anderen noch nicht drin, weil ich noch kein Kind habe.

©Constantin Film

Familie Wenger hat zwei Kinder. Während der Sohn noch in kindlich-vorpubertären Bahnen unterwegs ist, steuert die 13-jährige Carla mitten in die schwierige Phase hinein. Die Phase, in der Jungs und aufreizende Klamotten interessant und die Eltern total uncool werden. Plötzlich hängen keine Pferdeposter mehr an der Wand, sondern Stars und Vater Hannes kommt damit nur sehr schwer klar. Wo ist denn plötzlich seine kleine Prinzessin, die noch Gute-Nacht-Lieder von ihm hören wollte und ihn nicht fragte, ob es Bier auf der Party geben darf? Vor allem seit seine Frau wieder arbeiten geht, muss er sich mehr um die Kinder kümmern. Da hilft es auch nicht, dass andere Familien mit noch komplizierteren Kindern gestraft sind.

Das Genre von „Das Pubertier“, bei dem Leander Haußmann Regie führte, lässt sich ziemlich deutlich als „Familienkomödie“ beschreiben und das füllt der Film auch sehr gut aus. Die Mischung ist für mein Empfinden gut gelungen, die Waage neigt sich jedoch verdächtig zur Familienfilm-Seite. Die kleinen und großen Dramen des Alltags – auch zwischen Erwachsenen – kommen zur Sprache. Vieles wird dabei emotional und sanft gezeigt, manches aber auch mit einem Augenzwinkern.
Es ist auf jeden Fall keine reine Komödie, in der es krampfhaft um Lacher geht. Nichtsdestotrotz gibt es sie, keine Frage. Sie ergeben sich aber eher aus einer Situation, aus einem Gespräch heraus. Sehr wahrscheinlich aus dem nächsten Fehltritt vom Vater und dem daraus resultierenden Unverständnis der Tochter.

©Constantin Film

Jan Josef Liefers mochte ich in dieser Konstellation sehr gern. Sowohl als Off-Sprecher als auch als Familienvater hörte und sah ich ihm gern zu. Authentisch und sympathisch kam er rüber. Genauso gern mochte ich Heike Makatsch als Mutter. Die beiden stellten ein tolles Paar da.
Probleme hatte ich jedoch ab und zu mit den Kinderdarstellern. Und von denen gab es einige.
Es ist nicht so, dass sie mir unsympathisch waren. Ich fand ihre Spielweise nur häufig hölzern oder – als direktes Gegenteil – zu aufgesetzt, zu theatralisch. Manches Mal wirkte es, als wären sie Theaterschauspieler und keine Filmdarsteller. Zusätzlich waren mir manche Wutausbrüche einfach zu drüber. So hätte ich mit meinen Eltern nicht reden dürfen und habe ich auch nicht. Und darum glaube ich, dass dieses Klischee „Pubertät“ hier zwar lustig, aber durchaus nicht immer realistisch dargestellt wurde.

Musikalisch lässt mich „Das Pubertier“ ganz klar zweigeteilt zurück. Wenn es melodische Untermalung gab, war die so unauffällig, dass ich sie nicht bemerkt habe. Dafür gab es häufig Songs, die wirklich Teil der Handlung waren und davon hat mir jeder einzelne Spaß gemacht.

Und am Ende bleibt ja wie so oft die große Frage: War es denn nun spannend?
Die Beantwortung fällt da komplex aus.
Es war nun einmal kein klassischer Spannungsfilm, sondern ein lustiger Familienfilm. Aber es fehlte auch ein Ziel, auf das man hinschaut, das mir oft wichtig ist. Jemanden einfach so im Alltag zu begleiten, ohne zu wissen, wo das hinführt, langweilt mich häufig.
Aber hier war ich nicht gelangweilt. Schnell vergingen die anderthalb Stunden. Ich lachte und blieb interessiert am Ball.

©Constantin Film

Ich mochte „Das Pubertier“ gern, auch wenn es ganz sicher nicht die größte Filmkunst ist.
Die 90 Minuten vergehen lockerleicht mit einigen Lachern und auch einigem Kopfschütteln.
Wir sind sicher alle überzeugt, dass wir so nicht waren als Jugendlicher, aber vielleicht nehmen wir unsere Eltern nach dem Film ja doch mal in dem Arm und danken ihnen, dass sie uns trotzdem lieb haben und hatten. Vielleicht täuscht die Selbstwahrnehmung ja doch.
Dieser Film, der mir wirklich Spaß machte, aber eben nicht mein Lieblingsfilm werden wird, bekommt .

Wenn ihr euch jetzt selber davon überzeugen wollt, wie ihr den Film finden könntet, schaut euch doch gern den Trailer an:

Das Pubertier
Filmverleih: Constantin Film
Lauflänge: 91 Minuten
FSK 6
Ab dem 6. Juli 2017 in den deutschen Kinos

S. L. Grey – Under Ground

Die Angst sitzt tief
Ein tödliches Grippevirus versetzt die Welt in Panik.
Um zu überleben, begibt sich eine Gruppe Flüchtender unter die Erde.
In der abgeschotteten Welt eines Luxusbunkers glauben sie sich in Sicherheit.
Doch der schlimmste Feind lauert bereits unter ihnen.
Sie selbst…
(Klappentext)

Als ich von diesem Buch hörte, war klar, dass ich es lesen möchte. Darum freute es mich, dass ich es als Rezensionsexemplar bekommen habe. Leider dauerte es dann noch ein wenig, bis ich seinen Status von „ungelesen“ zu „am lesen“ änderte.

In den letzten Jahren haben Geschichten über große Katastrophen – man möchte fast sagen „Vom Ende der Welt“ – Hochkonjunktur. Vor allem, seit „Dystopie“ so ein beliebtes Genre geworden sind. „Under Ground“ ist ähnlich und doch ganz anders.
Die Welt ist noch nicht untergegangen, aber mit viel Pech steht es kurz davor. In Asien ist ein Grippevirus ausgebrochen, das sich rasend schnell verbreitet und dabei überaus tödlich ist. Nun ist es in Amerika angekommen.
Greg Fuller wollte einerseits vorbereitet sein und andererseits Profit machen, als er einen verlassenen Bunker kaufte und zu einem unterirdischen, sicheren Luxusquartier, dem „Sanctum“, ausbaute. Ein paar Familien nahmen viel – sehr viel – Geld in die Hand, um sich eine Wohnung in dem Bunker kaufen zu können. Sie alle ahnten nicht, dass sie so überstürzt würden einziehen müssen.
Als plötzlich einer von ihnen tot ist, steht plötzlich jeder in Verdacht, ein Mörder zu sein. Doch selbst das wird schnell nur ihr kleinstes Problem bleiben…

Das Buch spielt sich fast ausschließlich in dem Bunker ab. Dies macht zu großen Teilen den Reiz der Atmosphäre aus. Es ist eng, es gibt kein Tageslicht und es sitzen eine ganze Menge fremder Menschen aufeinander.
Die „ganze Menge“ sind genauer gesagt 17 Menschen und ein Hund. Und diese 17 Menschen lernt man ziemlich gut kennen. Anfänglich hatte ich Angst, dass es zu viele Menschen und zu viele Geschichten sind, die man durcheinanderbringen wird. Schnell stellte sich heraus, dass es kein Problem ist. Die Personen unterscheiden sich so sehr voneinander, dass man sie deutlich auseinander halten kann. Dadurch rutschten einige natürlich in Klischees, was schade, aber irgendwie auch fast unvermeidbar war. Es gibt unter anderem die religiösen, waffenfanatischen Hinterwäldler, die reichen, versnobten Anwälte und die schüchternen, computerspielenden Asiaten.
Neben dem Besitzer Greg gibt es sechs weitere Wohnparteien im Sanctum. Aus jeder gibt es einen Erzähler. Diese sechs Blickwinkel sind spannend und bieten einen umfassenden Blick über die Geschehnisse im Bunker. Durch sie lernt man die restlichen Personen auch gut kennen.
Am Ende schaffen es Sarah Lotz und Louis Greenberg, die hinter dem Pseudonym S. L. Grey stehen, jeder Figur ausreichend Platz zu geben. Und selbst die „Nicht-Erzähler“ bleiben dabei nicht blass oder flach. Jeder bekommt eine eigene Geschichte mit einer eigenen Tiefe. Dabei war dem Leser natürlich nicht jede Figur sympathisch, aber das war auch durchaus so gedacht. Nichtsdestotrotz sind ein paar Sympathieträger und somit Identifikationsfiguren dabei.

„Under Ground“ soll ein Thriller sein und die Grundzutaten sind durch den abgeschotteten Handlungsraum, den Toten und die langsam anschwellenden Panik durchaus gegeben.
Leider stellte sich bei mir nie ein Nervenkitzel ein. Und das liegt gar nicht mal daran, dass man den Erzähler oft an einer spannenden Stelle verließ. Cliffhanger sind ja nichts Schlechtes. Es lag eher daran, dass vieles logische und damit vorhersehbare Wege ging und schockierende Dinge ganz plötzlich passierten, ohne dass sich vorher ein Spannungsbogen aufbauen konnte.
Ohne zu viel von der Geschichte verraten zu wollen, kann ich trotzdem sagen, dass ich sehr interessiert weiterlas, um das Ende zu erfahren, da ich auf einige Auflösungen wartete. Auf dem Weg dahin wurde ich mit der einen oder anderen Überraschung beglückt.

Geschrieben war es in einer wahnsinnig angenehmen Art. Es gibt drei männliche und drei weibliche Erzähler, die sich 50:50 in Jugendliche (ungefähr 17 bis 19 Jahre) und Erwachsene (um die 40 Jahre) unterteilen. Jedes Kapitel war dabei sprachlich an die Person angepasst ohne dass allzu starke Unterschiede bemerkbar waren. Das war wirklich gut gemacht.

Insgesamt hatte ich erst Angst, dass es zu viele gleichwertige und -wichtige Personen in dem Buch geben wird, aber da wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Es machte mir keine Schwierigkeit, alle auseinanderzuhalten. Die Geschichte mit der Idee war gut gewählt und hatte durchaus ihre spannenden Momente. Letztendlich war es für einen Thriller aber zu wenig. Bessere Spannungsbögen hätten dem Lesevergnügen noch den letzten Kick verliehen. Ansonsten war ich die ganze Zeit interessiert beim Buch und ließ deswegen auch keine langen Lesepausen.

S. L. Grey – Under Ground
Originaltitel: Under Ground (Juli 2015)
Heyne Verlag, 14. November 2016
ISBN: 3453438108
383 Seiten
Broschiert, 12,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

S. K. Tremayne – Stiefkind

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Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist dein Tod

Ein traumhaftes Leben malt Rachel sich aus, als sie mit ihrem neuen Mann und dessen Sohn in deren Herrenhaus in Cornwall zieht. Doch der 9-jährige Jamie ist nicht wie andere Kinder. Er scheint zu sehen, was die nahe Zukunft bringt… und das ist Rachels Tod. (Klappentext)

Nachdem mir “Eisige Schwestern” von S. K. Tremayne nicht den Atem verschlagen, aber doch gut gefallen hatte, habe ich mich sehr gefreut, dass ich „Stiefkind“ bei Vorablesen gewonnen habe.

Rachel ist zu ihrem Frischangetrauten, David Kerthen, von London hinaus nach Cornwall gezogen. In das Herrenhaus Carnhallow, das seit über tausend Jahren von den Kerthens bewohnt wird. Es heißt, die Vorfahren ließen sich genau dort nieder, weil sie hellsichtig war: Sie sahen, dass den rauen Felsen in Zukunft Mineralien entlockt werden können. Die errichteten Minen brachten der Familie Reichtum und nahm David seine erste Frau. Doch stimmen die Legenden über die Familie? Waren sie hellsichtig? Denn wenn das stimmt, kann der junge Jamie dann seiner neuen Stiefmutter die Zukunft voraussagen? Kann er vorhersehen, dass sie an Weihnachten tot sein wird?

„Stiefkind“ nimmt sich Zeit. Vor allem in der erste Hälfte wird viel Wert auf die Beschreibung der Landschaft gelegt, auf die Beschreibung der neuen Familie, auf die Beschreibungen von Nina Kerthen, Davids erste Frau. Während die Verhältnisse innerhalb der Familie durchaus interessant waren, wiederholte sich die Landschaft permanent. Es gab keinen Felsen, keine Mine, keine Welle, die nicht schon ein paar Seiten weiter vorn beschrieben worden war.
Die erste Hälfte des Buches entfaltet sich dementsprechend langsam. Es ist nicht so, dass der Teil langweilig oder zäh wäre, aber er war eben auch nicht so nervenkitzelig, wie er hätte sein können.

Dafür holten mich der Nerkenkitzel und die Aufregung in der zweiten Hälfte des Buches total ein. Lange saß ich nicht mehr so mit Herzklopfen beim Lesen und hatte fast Angst, die nächste Seite umzublättern. Ich entwickelte parallel zu Rachel eine Angst vor Carnhallow House, in dem so seltsame Dinge vor sich gingen.

Neben den ganzen Beschreibungen wurde auch den Figuren viel Zeit eingeräumt. Dies führt dazu, dass ich der Meinung bin, jede Figur wirklich begriffen zu haben. Die oberflächliche Schönheit und die tiefen, dunklen Winkel lässt S. K. Tremayne den Leser sehen. Dabei schaffte er interessante Figuren, die vielschichtig und authentisch wirkten.
Weniger authentisch waren hingegen die Dialoge. Sie wirkten streckenweise hölzern und plump. Regelmäßig dachte ich: „So würde niemand reden. Und schon gar nicht mit einem Kind.“

Der Herbst und der Winterbeginn im Buch transportierten eine Stimmung, die perfekt zur Geschichte passte. Alles war düster, kalt, klamm.
Von der Story an sich war ich zusätzlich begeistert. Ein Thriller im Umfeld von Bergbau kommt nicht häufig vor. Mir fiel sofort nur „Nacht unter Tag“ von Val McDermid ein, das jahrelang auf meiner Wunschliste stand, bevor es irgendwann doch uninteressant für mich wurde. Und gruselige – in diesem Fall möglicherweise hellsichtige – Kinder versprühen auch immer einen gruseligen Charme.

Ich hatte mir also eventuell etwas mehr vom Anfang versprochen, wurde dann aber ab der Hälfte des Buches versöhnt, als e wirklich spannend, aufregend und undurchsichtig auf eine gute Art und Weise wurde. Wie die Hauptpersonen verlor ich meine Sicherheit. Ich wusste nicht, wem ich vertrauen konnte, welche Wahrnehmungen der Wahrheit entsprachen. Ich versuchte die ganze Zeit die Fäden wieder zusammenzuführen und die losen Enden fest in der Hand zu halten. Doch das Buch schlägt sie einem nach und nach wieder aus der Hand. Immer tiefer gerät man in den Strudel, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

Doch das Buch hat keine 400 Seiten. Der Leser weiß, es gibt ein Entrinnen oder zumindest ein Ende.
Und wie schon bei „Die Eisigen Schwestern“ war ich davon enttäuscht.
Die Auflösung wirkte konstruiert und ohne erkennbare Hinweise plötzlich auftauchend. Doch damit hätte ich mich noch arrangieren können, wenn der Autor nicht wichtige Hinweise – für mich zum Teil sogar die wichtigsten Hinweise für einen bestimmten Geschichtsausgang – einfach fallengelassen hätte. Sie fielen einfach unter den Tisch. Vielleicht weil die so klar waren, dass man sie nicht wegdiskutieren konnte – und sie somit nicht zum Ende gepasst haben.

Das Ende enttäuschte mich also etwas, auch wenn es grundsätzlich natürlich nicht verkehrt war und auch noch Überraschungen bereit hielt. Aber mit dem Konstruieren und Nur-die-Hälfte-Auflösen konnte ich nichts anfangen.
Trotzdem bekommt „Stiefkind“ 4 Sterne von mir. Das Buch riss mich einfach phasenweise so sehr mit, dass diese Spannung das für mich wert ist.

S. K. Tremayne – Stiefkind
Originaltitel: The Fire Child (Juni 2016)
Knaur, 1. Dezember 2016
ISBN 3426516624
387 Seiten
Broschiert; 14,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder

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Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist du bereit für dieses Abenteuer?

Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob fast erwachsen und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt… (Klappentext)

Seit Jahren habe ich in Buchhandlungen auf das Buch mit dem alt anmutenden Cover gestarrt. Ab und zu nahm ich es in die Hand und betrachtete das ein oder andere Foto darin. Doch erst als ich viel Geld auf der Payback-Karte hatte und nicht wusste, was ich davon kaufen soll, griff ich zu.

Seit Jacob Portman sich erinnern kann, erzählt sein Großvater ihm Geschichten aus seiner Kindheit. Von der Insel. Von dem Kinderheim, das ein Paradies war. Von den Monstern, vor denen alle dort sicher waren. Von seinen Freunden, die schweben konnten, unsichtbar waren, in deren Bäuchen Bienen wohnten oder andere Besonderheiten hatten.
Doch es kam der Punkt in Jacobs Leben, da begriff er, dass es solche Menschen nicht gibt. Und Kinderheime auch keine Paradiese auf abgelegenen Inseln sind. Sein ganzes Leben wurde er von seinem Großvater belogen – die Geschichten wollte er nicht mehr hören. Doch im Tod flüsterte Grandpa Portman verworrene Worte. Worte, die Jacob nicht zuordnen kann. Vielleicht muss er die Insel bereisen, um alles zu verstehen…

Schon immer sind Menschen fasziniert von dem Andersartigen, von dem Besonderen. Nicht umsonst gab es Zirkusse mit außergewöhnlichen Menschen. Sogenannte Freakshows, die selbst heute noch Mittelpunkt in Filmen und Serien sind, wie in „American Horror Story – Freak Show“.
Und auch dieses Buch lebt von ebenjenen Besonderheiten. Die Geschichten von Abraham bannen den Leser, dabei ist zweitrangig, ob sie stimmen oder nicht. Ich wollte von immer neuen Kindern erfahren, immer mehr Fähigkeiten entdecken.
die-insel-der-besonderen-kinderZusätzlich überraschten und begeisterten die Fotos, die zuhauf im Buch vorhanden sind. Und als ich – im Anflug einer Ahnung – noch im ersten Drittel des Buches mal zu den allerletzten Seiten vorblätterte, steigerte sich meine Faszination: Es sind alles echte Bilder, von denen nur wenige bearbeitet wurden. All diese seltsamen Fotos wurde also vor vielen Jahrzehnten genau so geschossen. Immer öfter las ich die Seiten zwischen den Bildern schnell weg, um mich wieder erstaunen lassen zu können. Jedes Bild passte perfekt in die Geschichte. Und bei dem einen oder anderen merkte man, das die Geschichte extra zum Bild geschrieben wurde.

Ich war von der Spannung vor allem am Anfang des Buches total mitgerissen. Stimmen die Geschichten? Gibt es die Kinder? Wenn ja, kann Jacob sie noch treffen? Sie sind ja ebenso wie sein Großvater mittlerweile alt.
Und auch als die erste große Auflösung kam, wurde die Spannung nicht weniger. Ganz im Gegenteil. Neue Fragen wurden aufgeworfen, neue Antworten wollten erlesen werden.

Erst mit der Mitte des Buches flachte das große Interesse und die Spannung bei mir ab. Längen entstanden. Doch auch wenn ich sie registrierte, störten sie mich nicht groß. Ich las unbeirrt weiter, musste mich nicht durchquälen. Denn eine Flaute in der Geschichte war nie von Dauer. Bald wurde sie durch eine neue Wendung oder Überraschung gerettet.
Jacob machte es mir als Hauptfigur dabei leicht. Als Kind aus reichem Hause wollte er genau das nicht sein. Er war kein Schnösel, kein Frauenversteher oder Cliquenmagnet. Jacob ist ein unsicherer Junge mit Problemen und Nöten, die Jugendliche eben haben.
Trotzdem erwachte sein Entdeckergeist und seine Neugierde durch den Tod seines Großvaters, was mich als Leser mitriss.
Ich blieb an seiner Seite und wollte alles, was er sieht und erfährt, genau beschrieben bekommen.
Auch wenn er ganz klar die Hauptperson und der Ich-Erzähler des Buches war, gefielen mir die anderen Figuren. Dabei waren manche Personen vielschichtiger als andere. Aber allein aufgrund der schieren Masse der Personen, ist das für den Leser angenehmer, wenn er manche als oberflächliche Nebenfigur erfahren kann.

Die Sprache blieb vollkommen unauffällig. Dies passte aber allein deswegen perfekt zum Buch, als dass die Geschichte schon besonders genug ist. Eine ausgefallene Sprache hätte zu sehr vom Wesentlichen Ablenken können.

Und abgelenkt wollte ich nicht werden bei Jacobs Suche auf der düsteren, herbstlichen, rauen Insel nach ganz besonderen Kindern.

die-insel-der-besonderen-kinder_comicMir gefiel das Buch äußerst gut. Nur die Längen zum Ende hin, die die Spannung in Mitleidenschaft zogen, lassen das Buch für mich ein paar Punkte verlieren.
Nichtsdestotrotz ist der zweite Teil der Reihe schon bestellt und ich freue mich wahnsinnig, weiterlesen zu können.
Der erste Teil bekommt bis dahin erst einmal 4 Sterne von mir.

Doch nicht nur mir scheint das Buch gefallen zu haben. Mittlerweile wurde es auch als Comic aufgelegt und der Kinofilm läuft aktuell im Kino.

Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder
Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children (Juni 2011)
Knaur Taschenbuch, 01. August 2013 (Gebundene Edition: November 2011)
ISBN 342651057X
416 Seiten
Taschenbuch; 12,99 Euro

Reihenfolge:
1. Die Insel der besonderen Kinder (Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children)
2. Die Stadt der besonderen Kinder (Originaltitel: Hollow City)
3. Die Bibliothek der besonderen Kinder (Originaltitel: Library of Souls)

Hendrik Groen – Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre

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Hendrik Groen mag alt sein (83 1/4, um genau zu sein), aber er ist noch lange nicht tot. Zugegeben, seine täglichen Spaziergänge werden kürzer, weil die Beine nicht mehr recht wollen, und er muss regelmäßig zum Arzt. Aber deshalb nur noch Kaffee trinken, die Geranien anstarren und auf das Ende warten? Kommt nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. 83,25 Jahre lang hat Hendrik immer nur Ja und Amen gesagt. Doch in diesem Jahr wird er ein Tagebuch führen und darin endlich alles rauslassen. Das ist richtig lustig und zugleich so herzzerreißend, dass wir Hendrik am Ende dieses Jahres nicht mehr aus unserem Leben lassen wollen. (Klappentext)

Kurz nachdem meine Großmutter im Sommer ganz überraschend starb, bekam ich von Piper die Anfrage, ob ich „Eierlikörtage“ lesen möchte. So seltsam es klingt, es hatte für mich noch einmal etwas von „Oma nah sein“, wenn ich ein Buch von jemandem in ihrem Alter lese.

Hendrik wohnt in einem Altersheim in Amsterdam und dort gibt es nicht mehr viel zu erleben. Die größten Dramen sind die Zickereien am Kaffeetisch. Auch mal die toten Fische im Aquarium. Aber so etwas Besonderes gibt es selten. Hauptsächlich gibt es Probleme zwischen den Bewohnern. Das Problem ist nur: Hendrik Groen hat es nicht so Senioren. Er mag nicht wie sie riechen, wie sie schlurfen beim Gehen, wie schamlos sie im Laufe des Lebens geworden sind und erst Recht nicht das Gejammer über Krankheiten.
Zum Glück hat er ein paar verbündete Bewohner, die auf seiner Seite sind. Und so gründen sie den Alt-aber-nicht-tot-Club und machen ihren Alltag noch einmal bunt in dem Einheitsgrau der Altersheimwände.

Schon auf den ersten Seiten musste ich laut und herzlich lachen. So, wie ich lange nicht bei Büchern lachen musste. Hendrik schreibt selbstironisch und schafft es, düstere Themen mit einem trockenen und lockeren Spruch fröhlich zu machen.
Und düstere Themen gibt es im Buch viele. Es geht eben hauptsächlich um Dinge, die alte Leute beschäftigen: Krankheit, der eigene Tod und der der anderen, Sterbehilfe, Gehhilfe, Lebenshilfe. Man macht sich plötzlich Gedanken, mit welchen Hilfsmitteln man im Alter wieder mobil werden kann und welche Probleme schon Busfahren mit sich bringen kann.
Und trotzdem werden auch die schönen Seiten des Lebens nicht vernachlässigt.
Man kann sagen: Hendrik Groen zeigt uns, dass alt werden nicht schön ist, man es sich aber schön machen kann.

Wie der Klappentext schon verspricht, schließt man Hendrik schnell ins Herz. Er ist lieb, herzlich, hilfsbereit, hat Manieren und versucht so wenig wie möglich zu jammern. Sein trockener Humor macht es einem dann noch leichter, ihn zu mögen. Und auch die anderen Bewohner und vor allem die anderen Mitglieder des Clubs bekommen viel Aufmerksamkeit. Ich konnte verstehen, warum ausgerechnet diese paar Leute Hendriks Freunde waren.

eierlikoertageGanz in Tagebuch-Manier war das Buch leicht zu lesen und die Sprache angenehm alltäglich. Da man ein ganzes Jahr, vom 01. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013, mit Hendrik verbringt, sind die einzelnen Abschnitte zum Teil sehr kurz. An manchen Tagen schrieb er nur ein paar Zeilen, an manchen füllte er zwei Seiten. Dabei wechseln die Themen zwischen sehr persönlichen Ansichten über Beschreibungen der Geschehnissen im Altersheim bis hin zu ganz allgemeinen Dingen, beispielsweise was die Politik für die alten Leute tut.
Das Spektrum war also weit gefächert.

Das einzige Manko des Buches: Es war nicht wirklich spannend. Ich war gern bei Hendrik, ja, aber es waren eben hauptsächlich alltägliche Beschreibungen. Man wurde nicht gezwungen weiterzulesen. Auch wenn es natürlich Dramatik im Buch gab, passierte selten etwas mit lang angekündigtem Spannungsbogen. Vieles kam eher überraschend und man erfuhr viel über die daraus resultierenden Konsequenzen. Wie es eben im wahren Leben oft so ist.
Aber so führte es eben dazu, dass ich ein paar Seiten – und damit ein paar Tage von Hendrik – las und dann auch für ein paar Tage gar nicht das Buch zur Hand nahm.

Vieles im Buch konnte mich jedoch rühren und mich fast zum Weinen bringen. Aber eben nur fast.

„Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“ beinhaltet also weder eine rasend spannende Geschichte, noch eine große Liebesgeschichte oder gar Krimielemente. Aber es ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, um ein wenig bei Hendrik zu sein. Es ist gemütlich und rührend. Von mir bekommt es deswegen 4 Sterne.

Ich konnte es mir dann natürlich auch nicht nehmen lassen und recherchierte, ob es Hendrik Groen, den 83 1/4-jährigen wirklich gibt, der sein Tagebuch zuerst auf der Website des „Torpedo Magazines“ veröffentlichte, wie es das Buch sagt.
Das niederländische Wikipedia, das seine Informationen von einer niederländischen Nachrichten-Seite hat, sagt, dass es Hendrik leider nicht gibt. Es ist ein Synonym des Amsterdamers Bibliothekar Peter de Smet. Schade eigentlich. Es wäre ein ganzes Stück schöner, wenn es ein reales Tagebuch wäre, finde ich.

Hendrik Groen – Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre
Originaltitel: Pogingen iets van het leven te maken: Het geheime leven van Hendrik Groen, 83 1/4 jaar (Juni 2014)
Piper, 01. August 2016
ISBN 3492058086
414 Seiten
Gebunden; 22,00 Euro

Reihenfolge:
1. Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre (Originaltitel: Pogingen iets van het leven te maken: Het geheime leven van Hendrik Groen, 83 1/4 jaar)
2. Tanztee – Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre (Originaltitel: Zolang er Leven is. Het geheime dagboek van Hendrik Groen, 85 jaar)

Kostenloses Rezensionsexemplar

Hans Rath – Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!

Rath_ Und Gott sprach Der Teufel ist auch nur ein Mensch

Immer Ärger mit dem Höllenfürsten
Psychotherapeut Jakob Jakobi bekommt ungebetenen Besuch von einem Kerl namens Anton Auerbach. Der möchte nichts Geringeres als Jakobs Seele kaufen, denn seit Jakobs Begegnung mit Gott ist diese Seele besonders wertvoll. Für wen? Für den Teufel natürlich. Und genau der behauptet Auerbach zu sein. Jakob ist genervt. Und denkt weder daran, seine Seele zu verkaufen, noch, «Toni» für voll zu nehmen. Doch der vermeintliche Teufel hat das eine oder andere Ass im Ärmel. Mehr und mehr wird Jakobs Leben zur Hölle. Da wäre es wirklich gut, Gottes Beistand zu bekommen… (Klappentext)

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass mein Freund mir Teil 2 und Teil 3 der Jakob-Jakobi-Reihe geschenkt hat. Nachdem mir damals „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ so gut gefallen hat, begann ich gleich zu lesen.

Die Geschichte unterscheidet sich in der Grundkonstellation nicht sehr vom ersten Teil. Der Psychotherapeut Jakob bekommt Besuch von jemandem, der offensichtlich eine Persönlichkeitsstörung hat. Oder wahlweise tatsächlich der ist, für den er sich ausgibt: Gott oder Teufel.
Die Geschichte gefiel mir – trotz Innovationsschwäche – wieder sehr gut. Und auch die Umsetzung blieb toll. Dieses Mal gab es auch mehr Nebenstories und der Fokus lag nicht so ausschließlich auf den beiden Hauptpersonen, wie noch im Serienauftakt.

Das Buch spielt drei Jahre nach dem ersten Teil. Auch wenn man nicht mehr alle Details der ersten Geschichte im Kopf hat, ist das kein Problem. Geschickt wurden alle wichtigen Figuren und Ereignisse noch einmal eingebunden.

Spannungstechnisch war das natürlich kein Buch, das den Puls in die Höhe schießt. Die Frage, ob Jakob tatsächlich seine Seele verkaufen wird, war nicht nervenaufreibend. Aber so war das auch sicher nicht geplant.
Das Interesse blieb trotzdem stetig weit oben. Ist Anton wirklich der Teufel? Was passiert, wenn er eine Seele kauft? Kommt Gott noch ins Spiel? Was passiert mit allen anderen Personen?

Wie schon im ersten Teil mochte ich Jakob sehr gern. Er ist lieb, aber auch trocken und sarkastisch und gerade deswegen zum Gernhaben.
Auch die anderen Figuren waren alles richtige Charaktere, die mit verschiedenen Eigenschaften und Persönlichkeiten ausgestattet waren. Keiner blieb blass oder oberflächlich.

Wieder fühlte ich mich pudelwohl in dem Buch. Es gab weder große Schenkelklopfer, noch große Spannung oder große Gefühle oder eine vollkommen neue Geschichte. Aber man konnte sich zurücklehnen, durch die Seiten fliegen, sich wohlfühlen, Spaß haben und auch ab und zu zum Nachdenken angeregt werden.

Weil eben manches fehlt, aber ich das Buch trotzdem unglaublich gern mag und mich schon auf den dritten Teil freue, gibt es 4 Sterne.

Hans Rath – Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 29. Oktober 2015 (Broschierte Variante: 26. September 2014 als „Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch“)
ISBN 3499268604
286 Seiten
Taschenbuch; 9,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Und Gott sprach: Wir müssen reden!
2. Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
3. Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

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David Safier – Mieses Karma hoch 2

Safier_Mieses Karma hoch 2

Daisy trinkt, faulenzt und bestiehlt auch schon mal ihre WG-Genossen. Marc ist ein arroganter Hollywood-Star. Und beide haben keine Ahnung, was das Wort Liebe eigentlich bedeutet. Als sie gemeinsam bei einem Autounfall sterben, werden sie als Ameisen wiedergeboren. Im Jenseits erklärt ihnen Buddha, dass sie in ihrem Leben zu viel mieses Karma angehäuft haben. Aber Daisy und Marc möchten auf gar keinen Fall als Ameisensoldaten in den Krieg ziehen. Was also tun? Die Antwort lautet: Gutes Karma sammeln, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder nach oben geht! Doch das ist nicht so einfach, wenn man sich nicht ausstehen kann und sich gegenseitig die Schuld am eigenen Unfalltod gibt.
Und noch viel schwerer wird es, wenn man sich trotz allem ineinander verliebt… (Klappentext)

Es ist genau sechs Jahre her, dass ich „Mieses Karma“ gelesen habe. Ich hatte damals viel Spaß mit dem Buch und beäugte deswegen den Nachfolger eine Weile in den Buchhandlungen dieses Landes. Kindler war dann so lieb und hat mir ein Rezensionsexemplar zukommen lassen.

Daisy und Marc sterben und werden als Ameisen wiedergeboren. Nun versuchen sie gutes Karma zu sammeln, um als ein größeres Tier wiedergeboren zu werden. Dabei erleben sie zusammen allerhand tierische Abenteuer.
Mit dieser Story hebt sich dieses Buch nicht allzu sehr von „Mieses Karma“ ab, doch mich persönlich störte das nicht. Erstens kann ich mich nicht mehr en détail an den ersten Teil erinnern und zweitens gefällt mi das Konzept so gut, dass ich diese Story gern noch einmal gelesen habe.

Dank der verschiedenen Abenteuer und Wiedergeburten ist das ganze Buch eine riesige Wundertüte. Immer wieder wird man überrascht, trifft neue Tiere, neue Situationen, neue Gefahren. Die Spannung wird deswegen ebenfalls permanent oben gehalten. Will man doch wissen, wo Daisy und Marc reinkarnationsmäßig das nächste Mal landen werden und ob sie ihre Pläne umsetzen können.

Die beiden Hauptpersonen sind dabei durchaus nicht zwingend sympathisch. Beide sind mit ihren Mitmenschen nicht immer liebevoll umgegangen und sie ändern sich auch nicht zum kompletten Gegenteil, nur weil sie gestorben sind. Doch trotzdem baute ich schnell eine Bindung zu den beiden auf und folgte ihnen gern auf ihrem Weg.

Sprachlich war das Ganze auch wunderbar. Locker, humorvoll, ungezwungen. Durch die sehr kurzen Kapitel war man förmlich zum stetigen Weiterlesen eingeladen. Das Buch lässt sich schnell weglesen.

„Mieses Karma hoch 2“ zählt definitiv zum Genre „Humor“. Ich persönlich hatte zwar Spaß mit der Geschichte und den Figuren, musste aber nicht lachen. Auch nicht schmunzeln oder kichern, aber es fehlte mir auch nicht. Ich las es trotzdem sehr gern.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Leser, die sich noch sehr gut an „Mieses Karma“ erinnern, wenig Neues entdecken werden.

Und trotz des Spaßes zählt es nicht zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe. Dazu hätte ich dann doch ganz gern gelacht oder wäre anderweitig berührt worden.
So erhält „Mieses Karma hoch 2“ 4 Sterne von mir.

David Safier – Mieses Karma hoch 2
Kindler, 29. Oktober 2015
ISBN 3463406233
319 Seiten
Gebunden; 18,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Mieses Karma
2. Mieses Karma hoch 2

Safier_Mieses Karma Safier_Mieses Karma hoch 2

Kostenloses Rezensionsexemplar

Alexandra Burt – Remember Mia

Burt_Remember Mia

Was habe ich getan?
Ein Baby verschwindet spurlos aus einem New Yorker Apartment. Tage später wird die Mutter schwerverletzt aus dem Wrack ihre Wagens geborgen – meilenweit von New York entfernt. Estelle leidet an Amnesie und kämpft verzweifelt darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen. Was ist mit ihrem Kind geschehen? Hat jemand das Baby entführt? Oder – hat sie selbst etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun? (Klappentext)

Lange habe ich keinen richtigen Thriller mehr gelesen. Umso mehr freute ich mich, dass ich „Remember Mia“ bei Vorablesen gewonnen habe. Glücklich begann ich gleich zu lesen in der Hoffnung, dass ich da ein spannendes Werk in den Händen halte.

Die Story war zumindest sehr geeignet, um aufregend zu werden.
Estelle wacht ohne Gedächtnis in einem Krankenhaus auf. Ihre schweren Verletzungen könnten von einem Selbstmordversuch stammen. Oder von einem Unfall. Die Ärzte können es schwer sagen. Noch schwerer, da Estelle selber keine Erinnerung hat. Auch die Tage vor dem Unfall sind aus ihrem Gedächtnis verschwunden. Nur eine Wahrheit drängt sich vor den Schleier aus Vergessen: Ihre sieben Monate alte Tochter Mia ist verschwunden. Plötzlich war das Kinderbett leer, alle Kleidungsstücke verschwunden, selbst die Windeln und Fläschchen fehlten. Auch die Türen und Fenster sind geschlossen und zeigen keine Anzeichen von Einbruch. Was ist also mit Mia passiert?

Schon auf der ersten Seite war ich von der Geschichte gefangen genommen.
Estelle sprühte eine Mischung aus Verzweiflung und Humor aus, die mir sehr sympathisch war. Ich wollte ihrer Geschichte folgen und mit ihr zusammen herausfinden, was mit ihrem Baby geschehen ist.
Dazu taucht man nach und nach immer tiefer in ihre Vergangenheit ein. Verfolgt ihre Geschichte, deckt Schicht für Schicht auf. Kommt dem Geheimnis immer näher.

Die Beschreibungen über die Mutter-Kind-Beziehung, die mehr durch Schwierigkeiten als durch Glück geprägt war, wurde sehr intensiv beschrieben. Selbst, wenn man kein Kind hat, kann man alles nachvollziehen, kann mitfühlen, mitleiden.

Schnell baute sich die Spannung auf. Ich wollte immer weiter lesen und alles erfahren. Ich war begeistert von der Geschichte. Auch wenn die Spannung deutlich anstieg, blieb sie relativ schnell auf einem mittelhohen Level stecken. Es gab dann aber immer mal wieder Überraschungen und Entdeckungen, die der Geschichte wieder frischen Wind gaben. Obwohl die Spannung nicht nervenzerreißend war, war sie ausreichend, um mich zum ständigen Weiterlesen zu animieren. Die letzten 200 Seiten las ich beispielsweise in einem Rutsch.

Das, was mich wohl am meisten an dem Buch störte, waren die vielen unlogischen Handlungsweisen von Estelle. Doch positiv war wiederrum: Auch Estelle war von ihren unlogischen Handlungen genervt. Sie reflektierte das sehr genau und deswegen sah es nicht nach unfähigem Autor aus, sondern war wirklich so gewollt. Das machte es etwas besser.

Die Atmosphäre war düster, verwirrt, verzweifelt und insgesamt sehr, sehr dunkel. Es ist, als würde das Buch den Leser tief ins Meer ziehen, man friert und kann nicht atmen und darf erst wieder aufsteigen, wenn die letzte Seite gelesen ist.

„Remember Mia“ hat mir wirklich gut gefallen. Ich mochte die verwirrende Geschichte um das fehlende Kind, ich mochte die Beschreibungen von Estelle, ich tauchte gern in ihre Vergangenheit.
Insgesamt fesselte mich das Buch, aber die Spannung hätte für meinen Geschmack gern noch höher sein können. Außerdem störten mich die abwegigen Handlungen von Estelle, auch wenn sie diese selbst reflektierte. Insgesamt gibt es aber gute 4 Sterne.

Alexandra Burt – Remember Mia
Originaltitel: Remember Mia (Juli 2015)
dtv, 22. April 2016
ISBN 3423261013
383 Seiten
Broschiert; 14,90 Euro

Colleen Hoover – Maybe Someday

Hoover_Maybe Someday

Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem Musiker Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute Gründe, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie – hübsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich näher als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drücken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts dagegen ausrichten, dass ihre Gefühle füreinander immer intensiver werden, je verzweifelter sie sie zu unterdrücken versuchen… (Text der Titelklappe)

Ich habe nun schon Will und Layken und Owen und Auburn begleitet und konnte es kaum abwarten, nun Ridge und Sydney beim Verlieben zuzugucken.

Der Plot einer verbotenen Liebe und einer Dreiecksgeschichte ist nicht neu. Und doch schaffte Colleen Hoover es wieder, dem Ganzen eben doch einen besonderen Flair zu verleihen.
Ridge und Sydney schreiben zusammen Songs, während sie versuchen, ihre Gefühle in Zaum zu halten. Diese Lieder kann man sich wirklich anhören. Der Musiker Griffin Peterson hat sie zusammen mit Colleen Hoover erarbeitet und mithilfe des QR-Codes am Ende des Buches kann man sich das Ergebnis anhören.
Ich habe an Bücher nicht den Anspruch, dass die Geschichten etwas noch nie Dagewesenes sein müssen. Darum hatte ich mit dieser relativ bekannten Ausgangssituation viel Spaß.
Das Buch konnte dann jedoch auch mehrfach überraschen. Manche Wendungen haben mich wirklich erstaunt.

Ich hatte jedoch nicht nur Spaß, ich war auch permanent unglaublich gespannt. Ich habe lange kein Buch gelesen, bei dem es mir so schwer viel, nicht nach hinten zu blättern um zu sehen, wie es ausgehen wird, für welche der beiden Ridge sich entscheidet.
Ich war auch bis zur Auflösung vollkommen unentschieden. Ich habe jeden einzelnen Ausgang für möglich gehalten.

Die Personen – sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren – haben es einem aber auch leicht gemacht, ganz tief in die Geschichte einzutauchen.
Ich konnte mich mit fast allen auf die eine oder andere Weise identifizieren, konnte mitfühlen und mithoffen. Niemand blieb blass oder eindimensional, niemand schwarz oder weiß. Es war ein durchweg authentischen Ensemble, dem man beim Lieben und Leben zusehen kann.

Dies alles und die zusätzlich sehr angenehme Sprache schafften es, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Ich musste es dringend immer weiter lesen. Ich musste endlich zum Ende kommen, um die Spannung zu lösen, welche Paarkombination den Schlamassel überleben wird.

Und auch wenn ich das Buch so gern mochte, habe ich mich zum Ende hin immer schwerer mit den Gefühlen der Figuren getan. Sie wurden immer gefühlsduseliger, emotionaler, zerrissener. Und umso mehr Innenansichten beschrieben wurden, umso schmalziger fand ich das. Bisher hatte ich dieses Problemen bei Büchern von Colleen Hoover noch nicht in diesem Ausmaß, aber hier war es mir manches Mal einfach zu viel des Guten. Zu doll geliebt, zu leidenschaftlich gelitten.
Dies war aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich im ganzen Buch finden konnte.

Ich liebe es, dass Colleen Hoover ihren Büchern – zumindest denen, die ich bisher gelesen habe – immer etwas Besonderes mitgibt. Bei Will und Layken hatten die Leser Texte der Poetry Slams, bei Owen und Auburn Gemälde und nun eben echte Songs. Die Bücher sind also viel mehr als nur Bücher. Es sind Erlebnisse.
Und ich hatte insgesamt eine wundervolle Zeit mit dem Buch. Ich mochte die Geschichte, die Figuren, die Atmosphäre, die Schreibart… Nur die überbordenden Gefühle zum Ende des Buches hin waren mir etwas zu viel.
Insgesamt kommt es für mich persönlich trotz der ganzen tollen Eigenschaften nicht an „Weil ich Layken liebe“ oder „Love and Confess“ heran. 4 Sterne

Colleen Hoover – Maybe Someday
Originaltitel: Maybe Someday (März 2014)
dtv, 18. März 2016
ISBN: 3423740183
428 Seiten
Broschiert, 12,95 Euro

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