Ich lese jetzt „Smoke“ von Dan Vyleta

Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, keine Rezensionsexemplare mehr anzunehmen und erst einmal die zu lesen, die ich noch zuhause habe.
Doch dann wurde mir „Smoke“ vorgeschlagen und ich war sofort Feuer und Flamme für die Idee. Thomas und Charlie leben in einer Welt, in der alle Bosheiten, Unaufrichtigkeiten und Lügen als Rauch angezeigt werden, der dem Körper entströmt. Doch die beiden wollen das nicht einfach akzeptieren und stoßen dabei auf einen düsteren Komplett.

Erster Satz:
„Thomas!“

Katie Cotugno – So geht Liebe

Wenn dein Herz stärker ist als jede Vernunft
Reena liebt Sawyer und Sawyer liebt Reena – eigentlich ganz einfach, oder? Nein, denn Sawyer bekommt Angst vor seinen eigenen Gefühlen und haut ab. Und Reena ist schwanger!
Zwei Jahre später stehen sie sich wieder gegenüber. Und Reena weiß nicht, ob sie ihn hassen soll oder tief in ihrem Inneren noch immer liebt… (Klappentext)

Ein Jugendbuch, in dem es um die Liebe geht, ist ja nicht wirklich selten. Aber bisher habe ich mit ihnen immer gute Erfahrungen gemacht. Darum freute ich mich sehr, als ich das Rezensionsexemplar von Heyne fliegt bekam.

Die Geschichte ist im Grunde gespickt mit altbekannten Themen: Jugendliebe, ungeplante Schwangerschaft, Trennung. Doch „So geht Liebe“ brachte etwas Neues mit hinein. Sawyer verschwand vom einen auf den anderen Tag und meldete sich zwei Jahre bei niemandem. Nicht einmal seine Eltern wussten, wo er war. Reena schwärmte schon ihr ganzes Leben für ihn und als sie endlich zusammenwaren, konnte sie das Glück nicht lange genießen, bevor er abhaute. Nun muss sie sich mit 16 Jahren nicht nur um ein Baby kümmern, sondern hat durch ihr streng religiöses Umfeld auch allerhand andere Probleme.

Ich mochte die Geschichte gern. Und man hätte aus ihr sicher etwas ganz Großes machen können. Doch Katie Cotugno hat mit den Einzelteilen manches falsch gemacht.

Die Geschichte ist aufgeteilt in „Vorher“ und „Nachher“. Die beiden Teile wechseln sich in jedem Kapitel ab und zeigen wie es war, bevor Sawyer verschwand und nun, als er wieder da ist. Die Erzählerin ist dabei immer Reena. Die Story ist stark auf ihr Liebesleben konzentriert und spätestens als es sowohl im Vorher als auch im Nachher viel hin und her ging, sich mal der eine zurückzog, mal der andere, wurde es wirr. Ich musste mich manches Mal gut darauf konzentrieren, in welcher Zeit jenes Gespräch geführt, jene Information geteilt wurde.

Der größte Unterschied in beiden Zeiten war jedoch Reena. Vorher war sie das verschüchterte Mädchen, das so viel dachte, aber so wenig sagte. Wie oft hätte ich sie förmlich anbrüllen wollen: „Sprich genau diesen Gedanken doch jetzt einfach aus! Das macht alles sicher besser!“. Doch sie blieb immer stumm, verzog sich lieber in dunkle Ecken auf Partys und ärgerte sich, dass Sawyer nicht das große Interesse an ihr zeigte, das sie sich wünschte. Im Nachher wurde sie dafür launisch und zickig. Und auch wenn sie natürlich in den letzten zwei Jahren viel durchmachen musste, hätte auch hier ein ordentliches Gespräch das ein oder andere bewirkt.
Sawyer fand ich dafür als Schwarm ziemlich glaubhaft. Er ist cool, unabhängig, hübsch und ganz sicher anziehend.
Die anderen Figuren wanderten dafür fast alle auf einem Grat zwischen herzlich und überheblich und waren deshalb schwer zu mögen.

Die Geschichte konnte mit wenigen Überraschungen auftrumpfen. Manches davon war dann auch ziemlich vorhersehbar.
Was mich aber noch mehr störte, waren Dinge, die als Geheimnisse aufgebauscht wurden. Das ganze Buch über gab es Andeutungen und man wollte wirklich wissen, was dahinter steckt. Und die Auflösungen waren dann alle irritierend unbedeutend.

Vor allem durch diese beiden Dinge litt die Spannung. Vieles war vorhersehbar oder unwichtig. Und das ganze Hin und Her zwischen den beiden Liebenden konnte einen auch schnell nerven.

Das Buch musste also mit Gefühlen auftrumpfen. Das klappte so halb. Das Schwärmen und das Verlieben von Reena war total nachvollziehbar. Selbst die Gefühle, die trotz Sawyers Verschwinden nie ganz verschwunden waren, kann man verstehen. Auch die Gefühle von Sawyer waren glaubhaft. Wie eigentlich die gesamte Story. Doch durch Reena als Ich-Erzählerin, die anstrengend und nervig war – erst zu schüchtern, dann zu zickig – übertrugen sich die Emotionen leider nicht auf mich.

Für mich hatte „So geht Liebe“ also mit der Geschichte und Sawyer als Person Pluspunkte, aber durch Reena und die Zeitsprünge, die mir an manchen Stellen zu wirr waren, auch Minuspunkte. Im Gesamten ergibt das bei mir .

Katie Cotugno – So geht Liebe
Originaltitel: How to Love (Oktober 2013)
Heyne Verlag, 19. September 2016 (Gebundene Ausgabe: April 2014)
ISBN: 3453596471
320 Seiten
Taschenbuch, 9,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich lese jetzt „So geht Liebe“ von Katie Cotugno

Als im September die Taschenbuchausgabe von „So geht Liebe“ erschien, bekam ich sie vorab. Leider kam ich dann einfach nicht dazu, sie zu lesen. Dabei wollte ich es immer so gern.

Es geht um Reena und Sawyer. Beide lieben sich, doch Sawyer bekommt Angst vor seinen eigenen Gefühlen und haut ab. Und Reena ist schwanger.
Zwei Jahre später treffen sie sich wieder. Und Reena muss entscheiden, wie sie für Sawyer fühlt…

Erster Satz:
„Ich suche schon eine halbe Ewigkeit nach Sawyer, als ich ihn im Supermarkt auf dem Federal Highway vor der Slush-Maschine stehen sehe.“

Anne Freytag – Den Mund voll ungesagter Dinge

(Falls ihr es wie ich machen und euch von der Handlung überraschen lassen wollt, überspringt den Klappentext. Meine Rezension wird nicht spoilern.)

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert… (Klappentext)

Nachdem Anne Freytags letztes Jugendbuch „Mein bester letzter Sommer“ mein Jahreshighlight 2016 war, freute ich mich wahnsinnig, als mich das Überraschungspaket von Heyne fliegt erreichte. Es enthielt „Den Mund voll ungesagter Dinge“ und einen tollen Lippenstift.

Da ich das Buch eh sofort lesen und mich zusätzlich überraschen lassen wollte, las ich den Klappentext nicht. So konnte ich mich ganz und gar von der Geschichte treiben lassen und ließ mich überraschen, wo es hingeht.
Und wo es hinging, war eine Überraschung für mich und war deswegen umso besser und bedeutsamer.

Die Geschichte ist im Grunde eine gewöhnliche. Die 17jährige Sophie hat ihre Mutter nie kennengelernt und war ihr Leben lang mit ihrem Vater allein. Und nun gefällt es ihr gar nicht, dass sie ihn zum ersten Mal teilen muss. Mit seiner neuen Freundin Lena wurde es so schnell ernst, dass Sophie und ihr Vater nun von Hamburg nach München ziehen müssen. Sie muss nicht nur ihre Heimatstadt und all ihre Möbel zurücklassen, sondern wechselt auch wenige Wochen vor dem Abi noch die Schule. Viele Freunde lässt sie immerhin nicht zurück. Ihr bester Freund Lukas ist vor kurzem zu seiner Freundin nach Paris gezogen.
Die Geschichte um einen frustrierten Teenager ist nicht also nicht neu, aber die Richtungen, die die Geschichte einschlägt, ist trotzdem ungewöhnlich. Und dabei geht es nicht nur um die große, sondern auch um die vielen kleinen.

Grundsätzlich gibt es wenig Punkte, die wirklich die Spannung nach oben treiben. Also diese echte Spannung, die Nervenkitzel erzeugt. Und trotzdem ist „Den Mund voll ungesagter Dinge“ ein Buch, bei dem man denkt: „Nur noch schnell das nächste Kapitel.“
Ich las beim Kochen, beim Essen, beim gehen. Selbst für eine kurze Fahrt im Fahrtsuhl zog ich das Buch aus der Tasche. Ich konnte es nicht weglegen und wollte es auch nicht. Die Geschichte hatte mich in ihren Bann gezogen.

Sophie ist kein gewöhnlicher Buchcharakter. Sie ist schön und weiß das. Sie betrinkt sich, um zu vergessen und hat Sex mit namenlosen Jungs, um die Leere in ihrem Leben auszufüllen. Sie ist verschlossen und nachdenklich und nicht selten zickig.
Doch genau das macht sie so wahnsinnig echt. Sie ist nicht glatt. Sie hat Ecken und Kanten. Sie ist unberechenbar und macht Fehler. Dabei ist sie trotzdem nett und liebevoll. Und darum macht es umso mehr Spaß, ihr Leben zu verfolgen. Obwohl Sophie so viel nachdenkt und alles zerdenkt, lässt Anne Freytag alles nicht zu einem riesigen Monolog verkommen, sondern schafft eine wunderbar ausgewogene Mischung aus Innenleben und Handlungen und Dialogen.
Doch auch alle anderen Charaktere hat Anne Freytag so lebendig beschrieben, als würden sie wirklich irgendwo in einer reichen Münchener Gegend wohnen. Sie waren vielschichtig und in ihren Handlungen immer glaubwürdig. Jeder einzelne. Den besten Freund erlebt man hauptsächlich über Skype-Gespräche und kann ihn trotzdem ganz tief in sein Herz schließen. Und selbst der Hund war keine flache Nebenfigur. Das muss man erst einmal schaffen.
Trotz all der tiefgründigen Personen wirkte es jedoch nie so, als müsste jedem einzelnen krampfhaft eine Bedeutung gegeben werden. Alles wirkte unfassbar natürlich.

Ebenso natürlich war die Sprache. Ich bin immer dankbar, wenn Autoren Jugendlichen keine pseudocoole Sprache in den Mund legt. Auch hier war alles authentisch und echt. Wie aus dem Leben gegriffen.

Mit „Mein bester letzter Sommer“ hatte Anne Freytag mich Tränen über Tränen weinen lassen. Und auch dieses Mal musste ich wieder heulen. Es war einfach manchmal schön, manchmal traurig und manchmal so echt, dass es schockierte. Dabei wurde nie etwas „zu“. Nicht „zu traurig“, nicht „zu schön“. Keine Übertreibungen, nichts, was einen aus dieser realwirkenden Geschichte treiben würde.
Ich konnte so gut mitfühlen. Bei jeder einzelnen Person und Handlung.

Wenn man nicht immer Glück in der Liebe hatte, dann wird man sich in der Geschichte wiedererkennen. Wenn man ein nachdenklicher Charakter ist, dann in Sophie.
Sie tat mir so oft leid. Und manchmal tat ich mir selber leid. Weil so vieles wahr war und es weh tut, wenn einem der Spiegel vorgehalten wird.

Wenn ich „Den Mund voll ungesagter Dinge“ mit „Mein bester letzter Sommer“ vergleiche, schneidet es ein wenig schlechter ab. Aber wenn ich es mit anderen Bücher vergleiche, gibt es keinen Grund, Punkte abzuziehen. Und wahrscheinlich war „Mein bester letzter Sommer“ für mich eh nicht nur 5 Sterne wert, sondern viel mehr. Und deswegen bekommt das neue Jugendbuch nun ebenfalls die volle Sternenzahl von mir. Es geht ans Herz, verletzt den Leser, verletzt die Figuren, zeigt Wahrheiten, Liebe und Freundschaften und ist einfach unfassbar wichtig.

Anne Freytag – Den Mund voll ungesagter Dinge
Heyne Verlag, 06. März 2017
ISBN 3453271033
399 Seiten
Broschiert; 14,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

In Szene gesetzt #8

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

©CONCORDE FILMVERLEIH

Ab dem 16. März 2017 in den deutschen Kinos!

Allan Karlsson (Robert Gustafsson) und sein Kumpel Julius Jonsson (Iwar Wiklander) haben sich gut in ihrem Leben auf Bali eingerichtet. Inzwischen bringt Allan es auf stattliche 101 Lebensjahre. Das Entspannen und Schlürfen der einheimischen Erfrischungsgetränke auf der traumhaften Insel kann aber auf Dauer selbst der größten Faulenzer nicht lange aushalten. So begibt sich der rastlose Rentner auf ein neues Abenteuer, bei dem er auf rachsüchtige Gangster, die CIA und alte Bekannte aus Russland trifft. (Inhaltsangabe laut Presseheft)

Ich wurde zu der Pressevorführung des Nachfolgers von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ eingeladen und sagte sofort zu. So bestand endlich mal ein Grund, sich mit diesem unfassbar gehypten Buch von vor ein paar Jahren auseinanderzusetzen. In meinem Fall tat ich es schnell mit der DVD zum ersten Teil, bevor ich nun den zweiten im Kino sah.

Wenn man die Filme nicht so kurz hintereinander sieht wie ich (oder den ersten Teil vielleicht überhaupt nicht gesehen hat), ist das auch kein Problem. Im Intro bekommt man über Zeitungsausschnitte einen kurzen Abriss über die Handlungen und Personen des ersten Films und kommt so schnell und einfach wieder in die Thematik rein.

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ spielt ziemlich genau ein Jahr nach Ende des Vorgängers. Die Truppe um Allan befindet sich immer noch auf Bali und hat es sich mit dem Geld ziemlich gutgehen lassen.
Doch als Allan ein Relikt aus seiner Vergangenheit findet und es seinen Freunden gibt, ist allen sofort klar: Das muss es heutzutage wieder geben! Nicht auszudenken, dass der nun Einhunderteinjährige das letzte Exemplar hatte.
Um das zu realisieren, müssen sie Bali verlassen. Doch Allan wäre nicht Allan, wenn die Reise zurück in die Heimat nicht zu einem verrückten und unvorhergesehenen Roadmovie werden würde.

Anders als im ersten Teil gibt es hier einen konkreten Aufhänger. Ein konkretes Ziel, das verfolgt wird. Es macht den Film nicht so vielfältig, tat ihm aber gerade deswegen sehr gut. Die Figuren und der Zuschauer kann sich ganz und gar auf die eine Sache konzentrieren und auch die Rückblenden in Allans Vergangenheit waren immer mit diesem Thema verknüpft. Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte geradlinig und problemlos verlaufen würde. Ganz im Gegenteil. Immer wieder gibt es rechts und links kleine Themen, die den Film trotz allem nicht eintönig werden lassen.
Durch die ständig über allem schwebende Frage „Schaffen sie es, ihr Vorhaben umzusetzen?“ kam sogar ein wenig Spannung auf.

Damit wechselte auch das Motiv der Filme. Vom Gejagten im ersten Teil wird Allan – und mit ihm auch seine ganze Clique – zum Jäger.

©CONCORDE FILMVERLEIH

Der Cast besteht zu großen Teilen aus den alten Schauspielern. Von Allan über die Polizeibeamten bis hin zur Altenpflegerin. Das wird den Fans des ersten Teils sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.

Der Film bietet noch etwas, was er im ersten Teil schon bot: Humor. Wenn man mit dem trockenen und situationskomischen Humor des ersten Teil etwas anfangen konnte, wird man auch mit dem zweiten Teil voll auf seine Kosten kommen. Ich musste auf jeden Fall lachen.

Und für den wundervollen Dreiklang blieb nicht nur Cast und Humor gleich, sondern auch die Musik. Da mir die Musik aus dem Vorgänger noch so frisch im Ohr war, würde ich glatt behaupten, dass es zum Teil die gleichen Stücke waren. Zumindest, was die instrumentale Untermalung angeht. Und wenn nicht identisch, dann sehr, sehr ähnlich. Hinzu kamen noch einige richtige Songs, die immer passend in die Handlung eingebaut waren.

Um auch der größte Unterschied soll nicht unerwähnt bleiben: Während „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch eine Romanverfilmung war, ist es sein Nachfolger nicht. Es ist also eine reine filmische Weiterführung des Themas, was eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist.

Es zeigt sich also: Der Film hält an vielem fest, was im ersten Teil gut funktioniert hat, komprimiert aber zusätzlich die vielen Handlungsstränge auf einen Großen zusammen.
Im ersten Teil musste ich mich an die Figuren und die ganze Art des Filmes noch etwas gewöhnen, hier war ich nun mehr „drin“, weswegen mir insgesamt dieser Film besser gefallen hat. Wer auf eine Weiterentwicklung und eine vielfältige Story hofft, wird vielleicht nicht so fündig, aber wer Allan mochte, wird mit „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ sicher auch viel Spaß haben.

Ein paar weiterführende Infos findet ihr auf der Facebook-Fanpage des Films und im Trailer:

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand
Originaltitel: Hundraettåringen som smet från notan och försvann (2016)
Filmverleih: Concorde Filmverleih
Lauflänge: 108 Minuten
FSK 12

Reihenfolge:
1. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann)
2. Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand (Originaltitel: Hundraettåringen som smet från notan och försvann)

Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe

© STUDIOCANAL

Frankreich, Anfang der vierziger Jahre: Die junge Gabrielle (Marion Cotillard) träumt von der vollkommenden Liebe und löst zu einer Zeit, in der Ehen weniger aus Liebe als zur Absicherung geschlossen wurden mit ihrer früh erwachten Sexualität einen Skandal aus. In ihrem bäuerlichen Heimatort wird sie für verrückt gehalten, bis ihre Eltern sie mit dem Saisonarbeiter José (Alex Brendemühl) verheiraten, der sie zu einer achtbaren Frau machen soll. Gabrielle fühlt sich lebendig begraben. Als man sie wegen ihrer zerbrechlichen Gesundheit in ein Sanatorium in die Alpen schickt, erweckt der im Indochinakrieg verwundete Leutnant André Sauvage (Louis Garrel) erneut das in ihr drängende Bedürfnis nach leidenschaftlicher Liebe. Nach Jahren in einer starren Vernunftsehe scheint Gabrielle ein spätes Glück vergönnt… (Inhalt laut Presseheft)

Ich hatte es nicht zu der Pressevorführung zu diesem Film geschafft und so wurde ich von Studiocanal mit einer Freikarte überrascht. Der Film ist seit dem 02. März im Kino. Zum Startwochenende hatte ich Besuch von meinen Eltern und konnte nicht ins Kino gehen. Und als ich Anfang dieser Woche, also fünf Tage nach Erscheinen des Films schaute, wann er in einem der Hamburger Kinos läuft, wurde er fast überall schon aus dem Programm genommen.
Nur am Rande der Stadt gab es noch ein einziges, kleines Kino, das „Die Frau im Mond“ zeigt. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen für einen Film, aber ich hoffte, dass er mir trotzdem Spaß bringen wird.
Der Film basiert auf dem Buch „Die Frau im Mond“ von Milena Agus. Das italienische Original „Mal di pietre“ erschien im Jahr 2006. Nachdem ich den Film nun gesehen habe, muss ich feststellen: Es gibt echt bessere Bücher, deren Verfilmung mehr lohnen würde.
Die Story wird im Inhalt des Presseheftes sehr, sehr gut wiedergegeben und man kann schon erkennen: Der Film wird keiner sein, bei dem es einen vor lauter Spannung aus dem Kinosessel haut. Er muss mit der Geschichte an sich punkten, mit den Bildern, dem Schauspiel und der Überzeugungskraft. Er muss den Zuschauer packen und nicht mehr loslassen. Er muss allein mit dem Agieren der Figuren überzeugen.
Und ehrlicherweise hat das nicht funktioniert.

Gabrielle (Marion Cotillard) © STUDIOCANAL

Die Geschichte könnte eigentlich ziemlich gut sein. Gabrielle ist für ihr spießiges Heimatdorf sexuell zu begierig und soll deswegen José heiraten und mit ihm an die Küste ziehen. Ihre schmerzhaften Krämpfe bleiben jedoch auch dort und so soll sich die junge Frau auf einer sechswöchigen Kur erholen. Dort trifft sie den Leutnant André, der endlich wieder die Gefühle in ihr auslöst, die ihr Mann nicht auslösen kann.
Erzählt wird das alles jedoch zu langsam, zu lang und nicht tiefgründig genug. Und damit schleicht sich Langeweile ein. Vieles ist dann leider auch zu vorhersehbar. Die Bilder und Emotionen hätten gewaltiger sein müssen, um Interesse beim Zuschauer zu wecken.

Und vor allem die Emotionen waren ein Knackpunkt. Sie waren extrem zurückgenommen. Die Begierde nimmt nicht den Teil im Film ein, den sie einnehmen könnte. Und die Liebe wirkt sehr oberflächlich. Andere Gefühle gibt es kaum.
Und dadurch bleibt jeder Charakter flach, distanziert und kalt. Es gibt keine Person, in die man sich richtig hineinversetzen oder die als Identifikationsfigur fungieren könnte.

Da konnte selbst die oscarprämierte Schauspielerin Marion Cotillard nichts retten. Gabrielle ist zerbrechlich, labil und unglücklich. Gut gespielt, keine Frage, aber wahnsinnig schwer anzugucken. Eine leidlich herumirrende Frau, die immer wie ein scheues Reh guckt und bei Problemen sofort vom Tisch aufspringt und im Affentempo wegrennt, macht beim Zuschauen wenig Spaß.
Die anderen Rollen waren zum Ansehen definitiv angenehmer, aber sie bekamen alle wenig Platz und blieben sehr oberflächlich.

© STUDIOCANAL

Und selbst die Bilder boten nur bedingt etwas fürs Auge. Gabrielles Heimatort ist sehr karg und nicht mal die Lavendelernte überzeugte mit einem satten Lila. Erdtöne dominierten die Szenen.
Und die Szenen innerhalb des Sanatoriums waren eben eine Mischung aus Hotel und Krankenhaus und auch schlecht zum Durchatmen geeignet.

Die Musik glänzte durch Abwesenheit. Vor allem in der ersten Hälfte gibt es Sprache oder Naturtöne, aber so gut wie keine Musik. Erst in der zweiten Hälfte werden wenige Szenen – vorrangig ausgedehnte Szenen ohne Text – mit instrumentalen Stücken unterlegt. Die meiste Musik war dabei auch noch aktiv in den Film eingebaut, über das Radio oder selbstgespielt.
Dabei hätte gute Musik dem Film so gut getan. Zumindest sie hätte, je nach Auswahl, ein wenig Spannung hineinbringen können.

Das Fazit fällt also folgendermaßen aus: Alle Einzelelemente haben mir nicht gefallen: Keine Spannung, kaum Emotionen, unangenehme Figuren, keine Musik.
Und trotz allem, fand ich den Film gar nicht so schlecht. Dass sich das vereinbaren lässt, kommt mir selber spanisch vor. Aber trotz allem wollte ich wissen, wie es weitergeht und vor allem, ob Gabrielle noch mit André glücklich wird. Und dann wird man auch noch mit einer riesigen Wende vom Film überrascht, als man es am wenigsten erwartet. Auch wenn der Film nicht wirklich spannend war, habe ich mich schon einmal mehr gelangweilt.
Ja, letztendlich war die Story wohl das Beste am Film, doch die Einzelelemente reißen sie ziemlich runter.

Wer sich trotzdem selber von dem Film überzeugen möchte, kann auf der Film-Homepage vorbeischauen oder sich den Trailer ansehen:

Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe
Originaltitel: Mal de pierres (2016)
Filmverleih: Studiocanal
Lauflänge: 116 Minuten
FSK 6

Ich lese jetzt „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Im letzten Jahr war „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag mein Jahreshighlight. Seit ich von ihrem neuen All-Age-Roman wusste, stand er weit oben auf meiner Wunschliste.
Und dann schickte ihn mir der Verlag Heyne fliegt als Überraschung. Habe ich mich gefreut, als ich das Paket öffnete!

Soll ich euch sagen, dass ich mir extra nicht den Klappentext durchgelesen habe? Ich will mich 100 Prozent überraschen lassen. Und ich habe ein gutes Gefühl.

Erster Satz:
„Es schüttet.“

Colleen Hoover – Nächstes Jahr am selben Tag

»Wenn du nicht aufpasst, verliebe ich mich in dich. Noch heute Nacht…«

Ben und Fallon sind achtzehn, als sie sich in Los Angeles kennenlernen – und das ausgerechnet am Abend, bevor Fallon nach New York zieht. Die beiden beschließen, sich von nun an fünf Jahre lang immer am selben Tag im November zu treffen. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes… (Klappentext)

Dieses Buch hat mich fertiggemacht. Und das im besten aller Sinne.

Nachdem ich von dem letzten auf Deutsch veröffentlichten Buch „Zurück ins Leben geliebt“ nur sehr mäßig begeistert war, hoffte ich inständig, dass mir dieses hier wieder besser gefallen wird und freute mich dewegen, als ich es im Blogger-Gewinnspiel gewann. Die Thematik sprach mich schon einmal sehr an.

An dem zweiten Jahrestag ihres Unfalls trifft Fallon auf Ben. Sie wird zwar nur noch wenige Stunden in L. A. leben, aber diese will sie plötzlich nur noch mit Ben verbringen.
Doch sofort ist beiden klar: Sie werden sich nicht vergessen können, sie müssen sich wiedersehen. Da Fallon sich aber erst verlieben will, wenn sie 23 Jahre ist, verabreden die beiden sich dazu, sich von nun an jedes Jahr am 9. November zu treffen. Kontakt zwischendrin ist strengstens verboten. Doch in fünf Jahren kann unglaublich viel passieren…

Schon bevor ich auch nur einen einzigen Satz gelesen habe, hatte ich genau zwei Dinge zu meckern: „Das klingt doch stark nach ‚Zwei an einem Tag‘!“ und „Die sehen sich bestimmt und sind sofort unsterblich ineinander verliebt.“ Beide Argumente nahm mir Colleen Hoover nicht nur spielend, sondern lachend aus der Hand, denn beides kommt tatsächlich in dem Buch zur Sprache. Sie ist sich der möglichen Kritik bewusst und umging sie geschickt.

Ganz ab von der (möglichen) Ähnlichkeit zu anderen Büchern ist die Idee klasse. Und Hoover setzte sie auch noch konsequent um, indem auch der Leser von einem 9. November zum anderen springt. Wir gehen zu den Treffen mit dem gleichen Wissen wie Fallon und Ben. Auch wir müssen jetzt in kurzer Zeit herausfinden, was im letzten Jahr alles passiert ist.
Geschickt streut die Autorin Hinweise auf Dinge, die so schnell nicht aufgelöst werden und hält damit die Spannung weit oben. Bis sich die Dinge überschlagen und die Spannung nicht mehr künstlich oben gehalten werden muss, sondern sich ganz natürlich einstellt.

Einmal legte ich das Buch sogar zur Seite mit den Worten: „Ich fasse es nicht! Das muss ich jetzt erst einmal verarbeiten.“ Und hielt es genau 30 Sekunden aus, dann musste ich doch weiterlesen.

An zwei oder drei Stellen war die Geschichte vorhersehbar. Jedoch immer erst relativ kurz, bevor das Ereignis tatsächlich eintrat. Aber viel wichtiger ist: An viel mehr Stellen wird der Leser vollkommen aus der Bahn geworfen und überrascht. Ich blieb regelmäßig sprachlos und mit offenem Mund zurück.

Bei „Zurück ins Leben geliebt“ mochte ich weder die beiden Hauptfiguren Tate und Miles, noch verstand ich ihre Anziehung. Hier war alles anders. Von Anfang an war ich von der verletzlichen und doch starken Fallon und dem witzigen und coolen Ben fasziniert. Ich freute mich auf jeden Perspektivenwechsel, um noch mehr von dem jeweils anderen kennenzulernen.
Darin fügte sich nahtlos die Anziehung ein, die nicht gekünstelt oder erzwungen wirkte. Ich konnte wirklich mitfühlen, warum die beiden sich toll finden.

Und beim Mitfühlen sind wir nun an dem Stichwort angekommen, das mich von Anfang an an den Hoover-Büchern so begeistert hat. Bei fast allen Büchern war ich mit vollen Herzen dabei. Und auch dieses Mal verlor ich nicht nur mein Herz, sondern auch viele Tränen. Es war wieder wundervoll. Es macht mich jedes Mal aufs Neue sprachlos, wie Colleen Hoover es mit Worten schafft, mein Herz zu zerreißen und mich dabei auch noch lächeln zu lassen.

„Nächstes Jahr am selben Tag“ war wieder ein großes Lesefest. Die Kritikpunkte, die ich vorher hatte, widerlegte Hoover gekonnt und die paar vorhersehbaren Stellen sind kein Grund für einen Sternabzug. Und ansonsten gibt es nichts, aber auch gar nichts, was ich anders, besser, schöner hätte haben wollen. Das Buch verdient volle .

Colleen Hoover – Nächstes Jahr am selben Tag
Originaltitel: November 9 (November 2015)
dtv, 10. März 2017
ISBN: 3423740256
373 Seiten
Broschiert, 14,95 Euro

Gewinnspiel: DVD und Plakat zu „Tschick“

[GEWINNSPIEL BEENDET]
Heute erscheint der Film „Tschick“ auf DVD und Blu-Ray!

Zur Feier des Tages darf ich in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih STUDIOCANAL ebenjene verlosen.
Vor zwei Tagen habe ich schon meine Meunung zum Film kundgetan: Rezension zum Film.

Du hast keine Lust, meine Rezension zu lesen, willst aber trotzdem einfach mal irgendetwas gewinnen?
Dann schau dir doch hier zumindest den Trailer zum Film an:

Wenn dir der Film gefallen könnte und du ihn gern zuhause im DVD-Regal stehen hättest, dann hinterlasse mir einfach ein Kommentar und du wirst in den Lostopf hüpfen. Das Filmplakat gibt es noch obendrauf. Das Gewinnspiel geht bis Sonntag, den 12. März 2017, 24 Uhr. Der Gewinner wird dann durch einen Zufallsgenerator ausgelost (und hier auf dem Blog und per Mail informiert).

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr.

Gewonnen hat Patrick. Herzlichen Glückwunsch, ich hoffe, du hast Spaß mit der DVD!

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