In Szene gesetzt #13

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Fjodor Dostojewskij – Der Spieler

Spielen bedeutete für Dostojewskij gegen das Schicksal zu wetten. Genauso ist diese Roman entstanden – in gerade vier Wochen -, denn wäre das Manuskript nicht rechtzeitig fertig geworden, hätte er alles an einen habgierigen Verleger verloren. ›Der Spieler‹ gelang: das rasende Porträt eines Spielsüchtigen in den mondänen deutschen Casinos der Zeit: Wiesbaden, Bad Homburg, Baden-Baden.
›Der Spieler‹ ist Dostojewskijs spannendster und kürzester Roman – hier in der gefeierten Übersetzung von Swetlana Geier. (Klappentext)

Ich musste für ein Seminar und die abschließende Hausarbeit meinen ersten Dostojewskij lesen. Ich bin wirklich kein großer Fan von „den Klassikern“. Bisher konnte mich da noch keiner begeistert. Ich hoffte, dass sich das mit diesem Buch vielleicht ändern könnte.

Der junge Hauslehrer Alexej Iwanowitsch ist mit dem General und der dazugehörigen Gefolgschaft in Roulettenburg, wo sie auf ein erlösendes Telegramm warten. Der General ist hoch verschuldet bei dem Franzosen des Grieux, der ein Auge auf Polina, die Stieftochter des Generals geworfen hat. So wartet er täglich auf die erlösende Information vom Tode seiner Erbtante. Doch nicht nur zum Bezahlen der Schulden braucht er das Geld, er möchte damit auch Mademoiselle Blanche überzeugen, ihn zu heiraten.
Doch anstelle der Nachricht kommt die quicklebendige Tante höchstpersönlich. Und damit entstehen zum einen Konflikte und zum anderen wird angefangen, das Casino in Roulettenburg ausgiebig zu nutzen…

Ich bin schockiert. Nicht nur dass der Klappentext so unfassbar nichtssagend war (er steht ebenso auf den ersten Seiten des Buches, wo ja manchmal eine ausführlichere Inhaltsangabe ist), sondern dass er von Dostojewskijs spannendstem Roman spricht.
Man wird mitten hinein geschmissen in die Geschichte um Alexej und seinen Arbeitgeber. Ohne Erklärungen werden alle weiteren Figuren wie selbstverständlich eingeführt. Die Verbindungen untereinander zeichneten sich nach und nach ab. Dabei fehlte auch direkt das Problem des Buches. Etwas, was gelöst werden muss. Ich wusste nicht, was mich erwarten wird. Relativ bald kristallisierte sich das Geldproblem ab, das mich aber vollkommen kalt ließ. Der Leser baut keine Verbindung zum General auf und auch zu niemandem anderen. Es war mir also von vornherein egal, ob alle Schulden beglichen werden oder der General und seine Begleitungen zugrunde gehen.

Die Darstellung ließ mich also unfassbar kalt. Es änderte sich erst ein wenig, als die Tante auf der Bildfläche erschien und mich mit ihrer direkten und dreisten Art sogar mal zum Schmunzeln brachte. Ihr Auftreten war auch der Auslöser für Casino-Besuche verschiedener Leute und damit ein Strudel hinab in die Spielsucht.
Dem Buch ist vorangestellt „Aus den Aufzeichnungen eines jungen Mannes“. Alexej ist der Ich-Erzähler, der im Laufe des Buches immer mehr in einen Wahn verfällt, wodurch die Aufzeichnungen wirrer und unsicherer werden. Aber auch wenn man merkt, dass er immer mehr durch seine Beschreibungen hetzt und Zeiten überspringt, kommt dieses Abrutschen in den Wahn nicht so klar heraus, wie es wohl beabsichtigt war.

Auch wenn die Tante einigermaßen sympathisch für mich war und Alexej mir allein aufgrund der Erzählerschaft näher war, konnte ich mich mit niemandem identifizieren. Niemandes Schicksal interessierte mich.

Ich sollte für das Seminar extra die Übersetzung von Swetlana Geier lesen. Ich habe keinen Vergleich und weiß auch nicht, ob es letztlich am Original lag, aber dafür, dass das Buch bald 150 Jahre alt ist, ließ es sich einigermaßen angenehm lesen. Aber trotzdem waren viele Sätze oft zu lang und zu verschachtelt. Alles wirkte gestelzt und alt, aber das liegt in der Natur der Sache.

Ich war nicht begeistert. Um nicht zu sagen, ich fand das Buch ganz, ganz schlimm.
Diese Darstellung der Situation zwischen dem General und seinen Leuten interessierte mich nicht. Seine Geldprobleme waren mir egal. Es kam kein Stück Spannung auf. Ich mochte die Personen und die Sprache nicht. Einzig die Tante hob ein wenig meine Lesestimmung. Minimal versteht sich.
Vielleicht lag es auch an mir und nicht an dem Buch. Vielleicht bin ich Kulturbanause und verkenne die Genialität des Buches und der langsamen Darstellung des Wahns. Ich weiß es nicht. Aber für mich ganz persönlich verdient das Buch nur .

Fjodor Dostojewskij – Der Spieler
Originaltitel: Игрок (Igrok) (1876)
FISCHER Taschenbuch, 11. November 2011
ISBN: 3596188997
229 Seiten
Taschenbuch, 9,99 Euro

Anne Freytag – Nicht weg und nicht da

Den Anfang kannst du nicht ändern – das Ende schon
Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern des Lebens wiederzufinden. (Klappentext)

„Ich danke euch für diese Geschichte. Und dafür, dass ich sie erzählen durfte.“, richtet Anne Freytag sich in ihrer Danksagung an die drei Hauptfiguren Luise, Jacob und Kristopher. Und genau das ist das Buch. Es geht nicht um aufregende Roadtrips, abgefahrene Dramen oder wilde Erfahrungen. Es geht um die Seelen dreier junger Menschen und wie sie mit ihrem inneren Kaputtsein umgehen. Es ist quasi ein Seelenbuch. Thematisch und für den Leser.

Denn es dauerte nicht lange und ich war das erste Mal in Tränen aufgelöst. Und ab da kam es immer mal wieder über mich. Ich wurde so oft berührt. Ich war so traurig. Ich war so glücklich.
Die Geschichte bewegt sich räumlich nicht weit vom Fleck. Die meiste Zeit ist man an einem von drei Orten. Aber innerlich bewegen sich Luise und Jacob so sehr: heraus aus ihrer Komfortzone, hinein in ihre Abgründe, hin zu einem neuem Ich. Diese Entwicklungen und Gedankengänge zu verfolgen, war mitreißend. Ich war sofort im Bann der Geschichte und der Figuren. Und deswegen ist passiert, was mir mittlerweile selten passiert. Ich las sogar draußen beim Gehen weiter. Ich konnte und wollte das Buch nicht weglegen.

Natürlich bewegten sich Luise und Jacob aber nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich – nämlich aufeinander zu. Diese langsame Annäherung war so schön zu beobachten. Zum einen, weil es aufgrund der Lebensumstände der beiden anders nicht recht gepasst hätte und zum anderen, weil es so eine Wohltat ist, mal keine sich Hals über Kopf verliebende und sofort das schönste Pärchen der Welt seiende Jugendliche zu haben.

Da es hauptsächlich um das Innenleben von den beiden – mit ein bisschen Leben drum herum – geht, muss den Leser ja nicht nur die Story an sich anziehen, sondern auch die Figuren. Und bei mir taten sie das ganz klar. Mit Luise hat Anne Freytag ein ungewöhnliches Mädchen erschaffen und das im besten Sinne. Sie ist stark und stolz und klug und leidet dabei doch so sehr. Und diese Mischung wurde wirklich authentisch dargestellt. Man hätte Luise so zerschreiben können, dass die Figur zu einer Karikatur wird, aber das hat Anne Freytag nicht getan. Jacob ist dafür der Inbegriff des stillen, tiefgründigen, etwas dunklen Typen. Und damit ist er auch für den Leser immer interessant. Ich wollte sehen, was unter seiner Schale liegt.

Das Einzige, was ich in dem Zusammenhang schade fand, war dieser schon häufiger beschriebene Umgang mit dem Tod. Die Nachrichten und Aufgaben aus dem Jenseits gab es auch schon in „P. S. Ich liebe dich“ von Cecelia Ahern oder „Für immer, Dein Dad“ von Lola Jaye. Gewissermaßen auch in „Morgen kommt ein neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman und bestimmt auch in anderen Büchern, die ich nicht kenne. Ich will das Anne Freytag nicht anlasten. Niemand der anderen Autoren hat diese Idee für sich gepachtet. Aber so ein ganz, ganz kleines bisschen ist da etwas Wehmut, dass Kristopher es nicht anders gemacht hat.

Wie schon in den anderen Büchern ist auch die Aufmachung des Buches hervorzuheben. Den Kapiteln sind nicht nur kleine passende Bildchen vorangestellt, hinten im Buch ist auch wieder die Playlist aller Lieder, die im Buch eine Rolle spielen. Viele habe ich parallel zum Lesen, wenn sie erwähnt wurden, gestartet. Die meisten kannte ich – wie schon in den letzten Romanen – nicht, aber es waren wieder Perlen dabei.
Vorne in der Klappe findet man handgeschriebene Wörter, deren Bedeutung man erst im Laufe des Buches wirklich versteht. Ich liebe es, wenn Bücher ein bisschen mehr als nur Buchstaben enthalten.

Diese besonderen, schönen und ungewöhnlichen Wörter vorne im Buch stehen für mich aber auch stellvertretend für Anne Freytags Art zu erzählen. Sie schreibt so zart und auf eine unprätentiöse Art poetisch, dass es mir warm ums Herz wird. Auch das spielt mit hinein, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Es ist einfach unglaublich unanstrengend, ihren Wörtern zu folgen, man fliegt so durch die Seiten und hat dabei schöne Bilder in den Kopf gesetzt bekommen.

Es ist unfassbar schade. Ich habe das Buch an zwei Abenden beendet, dabei musste ich doch so lange auf etwas Neues von Anne Freytag warten. Ich war so gern bei Jacob und Luise, hab sie begleitet und ihnen beim Wachsen zugesehen. Ich habe Tränen vergossen, mitgefiebert, mitgetrauert und mich mitgefreut. Es war alles, was ich von einem Buch erwarte und noch viel mehr. .

Anne Freytag – Nicht weg und nicht da
Heyne Verlag, 19. März 2018
ISBN 3453271599
480 Seiten
Gebunden; 16,00 Euro

Andere Bücher der Autorin (klicke für die Rezension):

Ich lese jetzt „Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag

Das Ding ist ja, eigentlich wollte ich „Der Spieler“ lesen. Und wenn ich damit fertig bin, muss ich „Die Ungehörigkeit des Glücks“ endlich mal weiterlesen.

Aber dann kam das neue Buch von Anne Freytag endlich in den Handel und ich musste es sofort haben. Und nachdem ich es drei ganze Tage nur angeguckt habe, habe ich es einfach genommen und angefangen zu lesen. Und dann eigentlich nicht mehr aufgehört. Bis ich es beendet habe. Schneller, als dieser Artikel hier erscheinen konnte.

Ich war einfach zu gespannt auf die Geschichte von Luise, die gerade ihren Bruder verloren hat, und Jacob, der so still und unergründlich ist.

Erster Satz:
„Ich halte noch immer den Langhaarrasierer in der Hand.“

Ich lese jetzt „Der Spieler“ von Fjodor Dostojewskij

Das Gute am Studium der Kulturwissenschaften ist ja, dass man auch literarische Seminare belegen kann. Das Schlechte am Studium der Kulturwissenschaften ist ja, dass die literarischen Seminare meist Bücher behandeln, die mich nicht interessieren. Beim letzten Mal war es „Traumnovelle„, durch die ich mich durchquälte. Dieses Mal habe ich ein Seminar über Spiele in der Literatur. Für die Hausarbeit kann ich auswählen zwischen „Spielerglück“ von E.T.A. Hoffmann, „Schachnovelle“ von Stefan Zweig, „Das Napoleonspiel“ vom Christoph Hein oder eben „Der Spieler“ von Fjodor Dostojewskij. Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil ich es ehrlicherweise gekauft habe und ansonsten nie gelesen hätte. Außerdem haben wir es im Seminar ausführlich besprochen (die meisten hatten das Buch nämlich da schon gelesen, so wie wir sollten – ich nicht) und mir kamen Ideen für die Hausarbeit. Ich will durch dieses Seminar mit so wenig Aufwand durch wie möglich – es interessiert mich nämlich null.

In dem Buch geht es um das Porträt eines Spielsüchtigen. Hinab in die Spirale des Wahns.

Erster Satz:
„Endlich bin ich nach vierzehntägiger Abwesenheit zurück.“

Enid Blyton – Fünf Freunde 5 – Das Buch zum Film

Endlich Sommerferien! Doch statt in den Urlaub müssen die Fünf Freunde mit ihrer Tante Fanny zu einer Hochzeit fahren. Ein ungeplanter Zwischenstopp bietet ihnen aber immerhin die Gelegenheit, einen seltenen Dinosaurierknochen zu besichtigen. Im Museum lernen sieden kauzigen Marty Bach kennen, der behauptet zu wissen, wo ein vollständig erhaltenes Dinosaurierskelett liegt. Natürlich werden die Freunde da hellhörig – und als Marty die Koordinaten zum »Tal der Dinosaurier« gestohlen werden, übernehmen die Fünf den Fall. Schnell wird ihnen klar, sollte der Dieb das Tal vor ihnen finden, ist das Skelett für immer verloren. (Klappentext)

Im Zuge des Gewinnspiels, das ich letztens für euch veranstalten durfte, bekam ich selber das neue Buch zum Film „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ als Rezensionsexemplar.
Es wurde von Sarah Bosse nach dem Drehbuch von Mike Marzuk geschrieben, das wiederum auf der Buchreihe von Enid Blyton basiert.

Als kleines Mädchen war ich riesiger Dino-Fan. Ich kannte die Namen, Fressformen und Lebzeiten auswendig. Ich hatte Ordner voll Informationen und liebte die Filme von „In einem Land vor unserer Zeit“. Es stand sogar ein fluoreszierendes Dinosaurierskelett auf meinem Schrank.
Ich war also prädestiniert für die neueste Geschichte der Fünf Freunde.

Ich habe bisher weder ein Buch noch einen Film dieser Enid-Blyton-Reihe gelesen oder gehört. Für mich bestand im ersten Moment also die Aufgabe, dahinterzukommen, wie die Fünf – beziehungsweise Vier mit Hund – zueinanderstehen, wer wer ist und welche Charaktereigenschaft welchen Freund ausmacht.
Hier schafft das Buch einen wundervollen Spagat und führt alles so knapp, aber natürlich ein, dass es die alten Hasen nicht stören wird und die neuen Leser einen guten Überblick bekommen.

Da das Buch nur 152 Seiten hat, muss es bald in Fahrt kommen und das tut es. Schnell ist man mitten im Geschehen. Und das ist tatsächlich recht spannend. Begonnen wird in einem gruseligen Hotel, von dem ich sogar gern noch etwas mehr gelesen hätte. Doch bald erfahren Anne, Dick, George, Julian und Hund Timmy von den Dinosaurierknochen und treffen auf Marty, der in seiner überaus schüchternen Art von niemandem im Dorf ernst genommen wird. Doch die Fünf glauben ihm und versuchen nun, mit ihm zusammen das Tal der Dinosaurier zu finden. Weil Marty aber die Koordinaten gestohlen wurden, muss auch zusätzlich der Dieb enttarnt werden.
Der relevante Personenkreis des Buches ist überschaubar, aber doch so groß, dass man als Leser miträtseln kann, wer es wohl auf das Dinoskelett abgesehen hat. Trotz der Kürze der Story wird die Auflösung des Falles nicht ganz linear erzählt, sondern bietet auch ein paar Wendungen und Überraschungen.
Man möchte auf jeden Fall wissen, wer es war und wo die Motive liegen.
Bei den Beschreibungen ist der Autorin eine gute Mischung gelungen: einerseits kurz und prägnant, andererseits atmosphärisch.

Da es ein Buch zum Film ist, sind auch Bilder enthalten. Die Bildunterschriften fassen den Film knapp zusammen. Die Geschichte unterscheidet sich aber naturgegeben nicht von dem Buch. Vor allem für jemanden, der sich noch nie weiter mit den Fünf Freunden beschäftigt hat – so wie ich – ist es aber auch ganz schön, direkt Bilder der Personen vor Augen zu haben. Es gab nämlich soweit keine optischen Beschreibungen, außer dass Dick immer eine Mütze trägt.

Sprachlich ist das Ganze sehr modern gehalten, was wohl an der filmischen Vorlage liegt. Auch wenn ich keine originale Geschichte von Enid Blyton gelesen habe, gehe ich davon aus, dass sie deutlich älter klingt als das vorliegende Buch.

Insgesamt ist die Geschichte natürlich für Kinder gemacht. Erfahrene Krimi-Leser wird die Geschichte um das Tal der Dinosaurier nicht hinterm Ofen hervorlocken, aber das soll sie ja auch nicht.
Trotzdem hatte ich den einen Abend, an dem ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe, Spaß mit den Fünf Freunden. Es gab Wendungen, die Geschichte war interessant und mit den Fünf Freunden bekommt man intelligente und hartnäckige Protagonisten, denen man gern folgt.
Ich glaube, dass Kinder und vielleicht noch sehr junge Jugendliche Spaß an dem Buch haben werden. Und in diesem Maßstab vergebe ich auch die Sterne.

Enid Blyton – Fünf Freunde 5 – Das Buch zum Film
cbj, 05. März 2018
ISBN 3570172678
152 Seiten
Gebunden; 9,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich lese jetzt „Fünf Freunde 5 – Das Buch zum Film“ von Enid Blyton

Im Zuge des fünften Fünf-Freunde-Films erscheint nicht nur ein Filmhörspiel, das ihr bei mir gewinnen könnt, sondern auch ein Buch zum Film, das ich als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Die Fünf Freunde müssen sich beeilen. Die Koordinaten zum „Tal der Dinosaurier“ wurden gestohlen und sollte der Dieb vor ihnen dort sein, ist das Dino-Skelett, das sich dort befindet, ganz sicher verloren…

Erster Satz:
„Marty mochte den kleinen Blumenladen sehr.“

Cara Delevingne – Mirror, Mirror

Vielleicht bin ich nicht so ein guter Mensch, wie ich dachte. Vielleicht bin ich wirklich ein Monster.

Red, Leo, Rose und Naomi sind Außenseiter. Red hat eine alkoholabhängige Mutter und einen Vater, der nie da ist. Leos Bruder übt einen schlechten und gefährlichen Einfluss auf ihn aus und neigt zur Gewalt. Rose klammert sich an Jungs und Drinks, um alte Wunden zu betäuben. Naomi läuft von zu Hause weg, um eine Freiheit zu erlangen, die sie nirgendwo sonst finden kann. Sie sind allein gegen den Rest der Welt, bis sie durch ihre Band Mirror, Mirror ihre eigene Familie gründen – den einzigen Ort, an dem sie sie selbst sein können.

Dann verschwindet Naomi und wird halb tot in der Themse gefunden. Sie kämpft um ihr Leben. Und zu allem Übel glaubt die Polizei auch noch, dass sie sich das selbst angetan hat. Ihre Freunde sind am Boden zerstört; sie waren dazu bestimmt, aufeinander achtzugeben, wie konnten sie die Alarmsignale übersehen? Wie gut kennen sie Naomi wirklich – und einander?

Doch als eine Reihe von Hinweisen die Gruppe vermuten lässt, dass alles anders ist, als es scheint, müssen Red, Leo und Rose sich ihren eigenen dunklen Geheimnissen und Ängsten stellen. Es ist ein Weg, der ihre Welt erschüttert. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war, denn wenn ein Spiegel einmal zerbrochen ist, dann er nicht repariert werden. (Text der Titelklappe)

Als ich hörte, Cara Delevingne veröffentlicht ein Buch, stand es direkt auf meiner Wunschliste. Dabei mochte ich sie nicht mal und kannte auch den Inhalt nicht. Zum Geburtstag bekam ich das Buch geschenkt und begann dann etwas später im Urlaub, es zu lesen.

Der Geschichte geht ein Vorwort von Cara voraus. Und die Gedanken und Wünsche an das Buch von ihr sind schön und hehr: Heranzuwachsen wäre so wunderbar und dramatisch zugleich mit Extremen und Hormonen und Veränderungen. Doch was, wenn man nicht dazu passt? Dann wäre die Zeit nicht sorglos, sondern herausfordernd und schwer – dazu kommen heute die sozialen Medien, die eine Art Perfektion verlangen. „Mirror, Mirror“ sollte diese Phase nun realistisch widergeben und dabei Freundschaft in den Mittelpunkt rücken. Doch vor allem wollte sie vermitteln: „Es ist ok, wenn ihr anders und einzigartig seid, weil ihr bereits perfekt seid.“
Ich überlegte daran eine Weile herum. Einerseits passt es zu Cara, die immer ein anderes Model war – rebellisch, unangepasst, kantig. Andererseits: Unterstützt man mit dem Modeln nicht generell ein falsches Vorbild? Aber es soll um das Buch gehen…

Die Band „Mirror, Mirror“ hat etwas Besonderes. Denn aus einem Projekt, bei dem die Schüler zufällig zusammengewürfelt wurden, ist etwas Großes entstanden. Aus Fremden wurden nicht nur Freunde. Red, Leo, Rose und Naomi wurden eine Familie. Sie konnten sich aufeinander verlassen, sie waren eingeschworen, sie teilten alles. Vor allem fanden sie ineinander Halt, der ihnen das Elternhaus nicht immer geben konnte. Doch dann verschwand Nai und hinterließ ihre Freunde vollkommen ratlos. Warum sollte sie weglaufen? Hatte sie Probleme, von denen sie ihren drei besten Freunden nichts erzählte? Und… wäre es vielleicht besser gewesen, sie wäre verschwunden geblieben, als mit eingeschlagenem Kopf und halb tot gefunden worden zu sein?

Ich finde diese Geschichte großartig. Und damit fängt es doch schon an.
Es geht um die Liebe und Freundschaft vierer Menschen zueinander. Und das, ohne dass von vornherein eine große Liebesstory etabliert werden muss. Was für eine Wohltat in dem Wust der Jugendbücher. Doch dann merkt man Risse. Ein Teil der Gruppe fehlt. Und alles scheint sich zu ändern.
Und es geht um Musik. Ganz einfach rutscht der Leser hinein in den Gesang von Rose, die Gitarrenklänge von Leo und das Schlagzeugspiel von Red. Obwohl es immer wieder um die Band und ihre Musik geht, um alles, was die vier Fremden zu einer Familie machte, wurde es nie zu viel. Nie zu vordergründig.
Und es geht um Naomi und was ihr passiert ist. Sie liegt in dem Krankenbett, umgeben von Schläuchen und Kabeln. Der Kopf dick einbandagiert. Übersät mit Wunden und Blutergüssen. Zusammen mit den drei Freunden – und noch weiteren, die dazustoßen – will man herausfinden, was ihr passiert ist. Warum wollte sie weglaufen? Warum versteckte sie sich so viele Wochen? Wo war sie? Das Lösen des Rätsels wurde nie zu akribisch oder detailreich. Es gab keine kriminalistischen Feinheiten. Und doch war das Aufdecken jedes neuen Puzzleteils für mich aufregend.

Diese drei großen Teile machten das Buch für mich wirklich spannend. Die Dynamik in der Gruppe veränderte sich. Der Leser spürte es Stück für Stück und den Jugendlichen dabei zuzugucken, war spannend. Es war ein Verlieren und Finden. Sich selbst und den anderen. Dieses stetige Auf und Ab, das die Teenagerjahre prägt.
Und der Fall um Naomi war für mich natürlich auch spannend. Wirklich sehr. Kaum beginnt das Buch, ist Naomi schon gefunden. Der Leser lernt sie nicht kennen. Für ihn liegt eine Fremde in dem Bett, der man auch durch das Koma persönlich nicht nahe kommt. Und doch war ihr Schicksal mir nicht egal. Durch die drei anderen, die von ihrer Freundin reden und vereinzelte Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, lernt man Naomi kennen. Wird ihr eben doch nah. Deswegen fieberte ich so sehr mit, ob sie aufwachen wird und ob herausgefunden werden kann, was genau passiert ist.

Dabei wartet die Geschichte mit Überraschungen und Wendungen auf, die mich zum Teil sprachlos machten. Manches war für mich ab einem bestimmten Zeitpunkt vorhersehbar, manches erwischte mich kalt. Es war klasse!

Zusätzlich überzeugt „Mirror, Mirror“ mit Abwechslung. Alle paar Kapitel wurde mal ein Chat oder ein Songtext abgedruckt. Etwas, was ich immer gern mag.

Sprachlich machte das Buch für mich nicht alles richtig und irgendwie doch. Die Geschichte wird von Red aus der Ich-Perspektive erzählt, womit man immer ganz nah dran ist. Die Sätze sind dabei zum Teil lang. Sehr lang. Gern hätte ich aus dem einen oder anderen Komma einen Punkt gemacht. Es war, als wären verschiedene Hauptsätze einfach aneinandergehangen worden. Es fiel mir auf, riss mich aber nicht aus dem Lesefluss. Es brachte eine gewisse Dynamik ins Buch. Ein Rasen durch die Gedanken und Sätze. Als wäre man mittendrin in einem Teenagerkopf.

Am Ende bleibt fast ein wenig die Frage, was dieses Buch nun war. Ein Jugendbuch? Ein Roman? Ein Krimi? Keine Ahnung. Aber das Buch kann natürlich – wie wir alle – sein, was es möchte und genau so ist es perfekt.

Cara Delevingne – Mirror, Mirror
Originaltitel: Mirror, Mirror (Oktober 2017)
FISCHER Taschenbuch, 5. Oktober 2017
ISBN: 3596702348
368 Seiten
Broschiert, 14,99 Euro

Gewinnspiel: Filmhörspiele zu „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“

[Gewinnspiel beendet]

©Constantin Film

Die Geschichten um die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton waren als Buch oder Hörspiel sicher aus vielen Kinderzimmern nicht wegzudenken.
Nachdem es in den 70er- und 90er-Jahren Fernsehserien mit George, Julian, Dick, Anne und Timmy gab, gibt es seit 2012 auch die Kinofilme der Produzenten Andreas Ulmke-Smeaton und Ewa Karlström. Nun erscheint ihr fünftes Abenteuer der Reihe.
Ab dem 15. März könnt ihr „FÜNF FREUNDE UND DAS TAL DER DINOSAURIER“ im Kino sehen.

„Diesmal scheinen George (Allegra Tinnefeld), Julian (Marinus Hohmann), Dick (Ron Antony Renzenbrink), Anne (Amelie Lammers) und Timmy, der Hund, in den Ferien keine Abenteuer zu erwarten: Sie müssen mit Tante Fanny (Bernadette Heerwagen) zu einer Familienfeier! Doch eine Autopanne zwingt sie zum Zwischenstopp in einer Kleinstadt. Im örtlichen Naturkundemuseum wird tags drauf eine echte Sensation enthüllt: Der Knochen einer bis dato unbekannten Dinosaurierart! Im Museum lernen die Freunde Marty Bach (Jacob Matschenz) kennen, einen kauzig wirkenden jungen Mann, der behauptet, sein verstorbener Vater habe ein vollständig erhaltenes Dinosaurierskelett entdeckt. Dann wird Marty ein Foto mit einem versteckten Zahlencode gestohlen. Führt dieser zum legendären „Tal der Dinosaurier“? George, Julian, Dick, Anne und Timmy wollen Marty helfen und melden sich zu einer geführten Wanderung in das Gebiet an, wo sie den Fundort vermuten. Sie sind sich sicher, dass der Dieb ebenfalls unter den Wanderern ist, und bald entblättert sich dessen perfi der Plan. Schnell wird klar: Sie müssen das Tal vor dem Bösewicht fi nden, sonst ist das Skelett für immer verloren!“ (Inhalt laut Presseheft)

Mehr Infos bekommt ihr auf der Film-Homepage oder der Facebook-Seite.

©Constantin Film

„Es geht um Freundschaft, um Miteinander und um Abenteuer. In den Fünf-Freunde-Geschichten sind die Kinder immer cleverer als die Erwachsenen, und das macht es so besonders.“, sagt Produzent Andreas Ulmke-Smeaton.
Ihr könnt euch davon nicht nur im Kino überzeugen, sondern Dank SamFilm und Constantin Film darf ich zwei Filmhörspiele zu „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ verlosen.

Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt mir doch gern in die Kommentare,
was eure liebste Fünf-Freunde-Geschichte ist
oder alternativ,
was ihr als Kind gern gelesen oder gehört habt (Bei mir lief zum Beispiel immer Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen und ich habe sicher ein Buch von TKKG auf dem Nachttisch gehabt.)

Das Gewinnspiel endet zur Feier des Tages am Kino-Start, also am 15. März, 12 Uhr.
Der Gewinner wird durch einen Zufallsgenerator ausgelost (und hier auf dem Blog und per Mail informiert).

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr.

Gewonnen haben Ina und Renate. Herzlichen Glückwunsch!

Februar-Liste

Wie ich in den letzten Beitragen schon erzählt habe, war ich im Februar im Urlaub. 12 Tage habe ich im warmen Kenia verbracht und es war wunderschön. Deswegen habe ich mein Urlaubsalbum geöffnet und zeige euch unter „Und sonst so?“ meine liebsten Bilder.
Dort konnte ich auch drei Bücher beenden. Mich macht es ziemlich froh, dass mein SuB damit in diesem Monat immerhin um ein Buch geschrumpft ist. Ich habe mir vorgenommen, dass es in diesem Jahr auch so bleiben soll. Es warten noch so viele wundervolle Bücher in meinem Regal und ich muss auch noch allerhand Rezensionsexemplare lesen. Ich möchte keine Neuzugänge erhalten. Nur im äußersten Notfall. Oder so.


Gelesen:
Christine Heppermann – Frag mich, wie es für mich war
Ursula Poznanski – Layers
Björn Beermann – Mitra – Magisches Erbe

Gekauft:

Geschenkt:

Rezensionsexemplare:
Christine Heppermann – Frag mich, wie es für mich war
Björn Beermann – Mitra – Magisches Erbe

Und sonst so im Februar?
Ich war also in Kenia. Genauer gesagt nahe Ukunda am Diani Beach. Mehr

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