Sebastian Fitzek – AchtNacht

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Todeslotterie. Sie könnten den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der »Achtnacht«, am 8.8. jeden Jahres, würde aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auerwählte wäre eine AchtNacht lang vogelfrei, geächtet. Jeder in Deutschland dürfte ihn straffrei töten – und würde mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel.
Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.

Und Ihr Name wurde gezogen!
(Text der Titelklappe)

Sebastian Fitzek ist und bleibt einfach mein Lieblingsautor. Umso besser, dass meine Freunde das auch wissen und mir die Bücher zu den entsprechenden Gelegenheiten schenken. So bekam ich „AchtNacht“ als Vorbestellung zu Weihnachten von einer meiner Liebsten.
Die Enttäuschung darüber, dass die Thematik ziemlich vom Film „The Purge“ abgekupfert ist, war auch bald verflogen, als Sebastian Fitzek ebenjenes bestätigte. Er hatte den Film gesehen und überlegte, wie es wohl wäre, wenn es kein „Jeder gegen Jeden“ in der Zukunft, sondern ein „Alle gegen Einen“ in der Gegenwart geben würde. So war ich auch damit versöhnt.

Und dieser Eine ist Ben Rühmann. Eine gescheiterte Existenz. Seine Familie ist von ihm enttäuscht, er ist dem Alkohol zu sehr zugetan, seine Musikkarriere ging jäh zu Ende, als er einen Unfall verursachte, bei dem seine Tochter beide Beine verlor. So ist er auch nur mäßig überrascht, dass ihn jemand so sehr hasst und ihn tot sehen will. Mehr überrascht ist er darüber, dass er eben doch nicht der Einzige ist. Auch die junge Psychologiestudentin Arezu Herzsprung wurde ausgelost. Da die AchtNacht-Jäger auf der AchtNacht-Homepage alles posten, was sie über die beiden wissen – inklusive Adressen, Familienangehörige, Telefonnummern und aktuellem Aufenthaltsort – dauert es nicht lange, bis die beiden sich finden und versuchen, zusammen die Nacht zu überstehen. Immer mit einem wütenden Mob im Nacken.

Ich mag die Idee des Buches. Ich mochte sie nämlich schon bei „The Purge“. Auf den ersten Blick wirkt sie irritierend und abwegig, aber umso länger man darüber nachdenkt, umso weniger unwahrscheinlich wird sie. Einmal im Jahr alle Aggressionen rauslassen – und das auch noch straffrei. Und zusätzlich gibt es 10 Millionen Euro. Da würden sicher einige Menschen dafür sein.
Ben und Arezu haben Glück. Nicht alle glauben, dass die Regierung die AchtNacht unterstützt, so wie es kommuniziert wird. Aber es tun doch genügend. Und auch wenn sie vielleicht nicht daran glauben, für Mord Geld zu bekommen, so erfreuen sich doch viele daran, den beiden AchtNächtern Angst zu machen.
Eigentlich liegt hier ein hohes Spannungspotenzial, doch seltsamerweise konnte es mich nicht packen. Die Jagd entwickelt sich nicht nur zu einem Katz-und-Maus-Spiel, sondern es werden auch noch viele Unbeteiligte mit hineingezogen, um deren Sicherheit Ben und Arezu zusätzlich bangen müssen. Das macht sie zum idealen Spielball für allerlei Irre. Trotzdem kam kein Nervenkitzel auf. Nur gesteigertes Interesse.

Dieses Interesse hielt sich bis kurz vor der Hälfte des Buches. Bis dahin las ich in einem Rutsch. Doch dann passierten Dinge, die mich nervten. Dinge, die ich unlogisch fand. Ich hätte an vielen Stellen andere Entscheidungen getroffen als Ben und Arezu und das ernüchterte mich zusehends. So kam es, dass ich das Buch meines Lieblingsautors tagelang ungelesen liegen ließ. Ab der Hälfte wurde es also schleppend.
Die letzten 70 Seiten las ich dann wieder am Stück, da der Showdown doch noch einige Überraschungen bereithielt. Es wurden auch Dinge aufgelöst, nach denen ich gar nicht gefahndet hatte. Überraschende Überraschungen waren das also für mich.
Doch dann kam der große Knall und ich war fast empört. Die Auflösung war für mich ein riesengroßer Logikfehler. Das Thema, um das es letztendlich geht, interessiert mich nämlich schon lange und ich habe viel darüber gelesen und wahre Geschichten darüber verfolgt. Und darum steht für mich fest, dass Sebastian Fitzek es vollkommen falsch darstellt. So, wie es bei AchtNacht ist, ist das in der Realität nicht. So geht das nicht. In der Danksagung spricht er davon, dass ihm Spezialisten seine Fragen beantworteten. Aber alles, was man sonst dazu liest, ist komplett anders. Und ich tippe darauf, dass da eben ALLE ANDEREN Recht haben und Sebastian Fitzek nun leider nicht.
Dazu kommen weitere Ungereimtheiten und Logikfehler, die mich nur mit dem Kopf schütteln ließen.
Ich habe auch mit anderen Lesern gesprochen – die Fragen waren dort dieselben.

Apropos „dieselben“: Ben war wieder ein typischer Fitzek-Charakter, der so schon in vielen seiner Bücher vorkam. Sie haben immer große familiären Problemen, unglückliche Beziehungen, Schwierigkeiten mit Geld und dem Alkohol – Gescheiterte. Gerade die männlichen Hauptcharaktere der Bücher scheinen alle miteinander austauschbar – aber trotzdem nicht flach. Tiefgründig sind sie immer sehr. Auch dieses Mal. Auch die kleineren Rollen kommen nicht zu kurz, sondern bieten etwas Greifbares.

Was aber wieder wirklich einmalig war, war der Schreibstil. Er ist so flüssig, so weich und wohlig. Ich merke kaum, wie ich lese. Nie muss ich stolpern, nie irritieren mich Formulierungen oder Aussprachen. Er schafft es trotz Schwächen in der Story und der Personenwahl, dass sich Fitzek-Bücher schnell und problemlos lesen lassen.

Und das ist, was mir als Zusammenfassung zu „AchtNacht“ bleibt. Die Idee ist spannend und lässt einen auch sich selber Fragen: „Was würdest du tun? Wären 10 Millionen Euro es dir wert, einen Menschen umzubringen, den du nicht kennst?“. Doch leider fesselte mich der Verlauf der Geschichte nicht so sehr, wie er es hätte tun können.
Die Figuren waren nicht blass, aber charakterlich altbekannt.
Aber ganz am Ende, da ließ sich das Buch trotzdem wunderbar lesen. Trotzdem waren die Schwächen für mich so gravierend, dass ich einiges von der Höchstbewertung abziehe.

Sebastian Fitzek – AchtNacht
Knaur TB, 14. März 2017
ISBN 3426521083
408 Seiten
Taschenbuch; 12,99 Euro

Katie Cotugno – So geht Liebe

Wenn dein Herz stärker ist als jede Vernunft
Reena liebt Sawyer und Sawyer liebt Reena – eigentlich ganz einfach, oder? Nein, denn Sawyer bekommt Angst vor seinen eigenen Gefühlen und haut ab. Und Reena ist schwanger!
Zwei Jahre später stehen sie sich wieder gegenüber. Und Reena weiß nicht, ob sie ihn hassen soll oder tief in ihrem Inneren noch immer liebt… (Klappentext)

Ein Jugendbuch, in dem es um die Liebe geht, ist ja nicht wirklich selten. Aber bisher habe ich mit ihnen immer gute Erfahrungen gemacht. Darum freute ich mich sehr, als ich das Rezensionsexemplar von Heyne fliegt bekam.

Die Geschichte ist im Grunde gespickt mit altbekannten Themen: Jugendliebe, ungeplante Schwangerschaft, Trennung. Doch „So geht Liebe“ brachte etwas Neues mit hinein. Sawyer verschwand vom einen auf den anderen Tag und meldete sich zwei Jahre bei niemandem. Nicht einmal seine Eltern wussten, wo er war. Reena schwärmte schon ihr ganzes Leben für ihn und als sie endlich zusammenwaren, konnte sie das Glück nicht lange genießen, bevor er abhaute. Nun muss sie sich mit 16 Jahren nicht nur um ein Baby kümmern, sondern hat durch ihr streng religiöses Umfeld auch allerhand andere Probleme.

Ich mochte die Geschichte gern. Und man hätte aus ihr sicher etwas ganz Großes machen können. Doch Katie Cotugno hat mit den Einzelteilen manches falsch gemacht.

Die Geschichte ist aufgeteilt in „Vorher“ und „Nachher“. Die beiden Teile wechseln sich in jedem Kapitel ab und zeigen wie es war, bevor Sawyer verschwand und nun, als er wieder da ist. Die Erzählerin ist dabei immer Reena. Die Story ist stark auf ihr Liebesleben konzentriert und spätestens als es sowohl im Vorher als auch im Nachher viel hin und her ging, sich mal der eine zurückzog, mal der andere, wurde es wirr. Ich musste mich manches Mal gut darauf konzentrieren, in welcher Zeit jenes Gespräch geführt, jene Information geteilt wurde.

Der größte Unterschied in beiden Zeiten war jedoch Reena. Vorher war sie das verschüchterte Mädchen, das so viel dachte, aber so wenig sagte. Wie oft hätte ich sie förmlich anbrüllen wollen: „Sprich genau diesen Gedanken doch jetzt einfach aus! Das macht alles sicher besser!“. Doch sie blieb immer stumm, verzog sich lieber in dunkle Ecken auf Partys und ärgerte sich, dass Sawyer nicht das große Interesse an ihr zeigte, das sie sich wünschte. Im Nachher wurde sie dafür launisch und zickig. Und auch wenn sie natürlich in den letzten zwei Jahren viel durchmachen musste, hätte auch hier ein ordentliches Gespräch das ein oder andere bewirkt.
Sawyer fand ich dafür als Schwarm ziemlich glaubhaft. Er ist cool, unabhängig, hübsch und ganz sicher anziehend.
Die anderen Figuren wanderten dafür fast alle auf einem Grat zwischen herzlich und überheblich und waren deshalb schwer zu mögen.

Die Geschichte konnte mit wenigen Überraschungen auftrumpfen. Manches davon war dann auch ziemlich vorhersehbar.
Was mich aber noch mehr störte, waren Dinge, die als Geheimnisse aufgebauscht wurden. Das ganze Buch über gab es Andeutungen und man wollte wirklich wissen, was dahinter steckt. Und die Auflösungen waren dann alle irritierend unbedeutend.

Vor allem durch diese beiden Dinge litt die Spannung. Vieles war vorhersehbar oder unwichtig. Und das ganze Hin und Her zwischen den beiden Liebenden konnte einen auch schnell nerven.

Das Buch musste also mit Gefühlen auftrumpfen. Das klappte so halb. Das Schwärmen und das Verlieben von Reena war total nachvollziehbar. Selbst die Gefühle, die trotz Sawyers Verschwinden nie ganz verschwunden waren, kann man verstehen. Auch die Gefühle von Sawyer waren glaubhaft. Wie eigentlich die gesamte Story. Doch durch Reena als Ich-Erzählerin, die anstrengend und nervig war – erst zu schüchtern, dann zu zickig – übertrugen sich die Emotionen leider nicht auf mich.

Für mich hatte „So geht Liebe“ also mit der Geschichte und Sawyer als Person Pluspunkte, aber durch Reena und die Zeitsprünge, die mir an manchen Stellen zu wirr waren, auch Minuspunkte. Im Gesamten ergibt das bei mir .

Katie Cotugno – So geht Liebe
Originaltitel: How to Love (Oktober 2013)
Heyne Verlag, 19. September 2016 (Gebundene Ausgabe: April 2014)
ISBN: 3453596471
320 Seiten
Taschenbuch, 9,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Andreas Herteux – Das Sternenkind und der Rabe

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In einer wunderschönen Nacht fällt ein Stern vom Himmel. Ihm entschlüpft ein kleines Mädchen, ein Sternenkind. Verwirrt und neugierig wandert es umher. Bald trifft das zarte Wesen von den Sternen auf den Raben Albrecht, der ihr zwar den Namen Sara gibt, aber ansonsten nur eines über die Zweibeiner weiß: Sie streben nach der Liebe. Was das aber ist, vermag der Rabe nicht zu sagen. Da auch das Sternenkind Sara noch nie von der Liebe gehört hat, beschließen sie, gemeinsam nach ihr zu suchen und sie zu ergründen. (Klappentext)

Als mich der Erich von Werner Verlag anschrieb und fragte, ob ich Lust habe, eines ihrer Bücher zu rezensieren, entschied ich mich für „Das Sternenkind und der Rabe“, denn schon das Cover war so unglaublich niedlich. Auch die Geschichte um das einsame Sternenmädchen, das erst einen Raben findet und dann die Liebe sucht, klang vielversprechend.

Bevor ich zu lesen begann, war ich ehrlicherweise kurz verwirrt: Weiß der Autor nicht, dass Sternenkinder verstorbene Babys sind oder soll das eine Anspielung darauf sein, dass Sara ein ebenjenes ist, das wiedergeboren wurde? Insgesamt glaube ich eher, dass Ersteres zutrifft.
Daher war der Name vielleicht ein wenig ungünstig gewählt, auch wenn ich das Wort in Kombination mit dem Bild des Mädchens ganz zauberhaft finde.

Die Geschichte um die Suche nach der Liebe und die Freundschaft mit Albrecht, dem Raben, fand ich dann grundsätzlich wirklich sehr süß. Für Kinder ist es ein schönes Thema. Aber selbst Erwachsene können sicher nicht genau definieren, was für sie nun Liebe ist. Daher finden auch Leser, die dem empfohlenen Lesealter von 8 bis 12 Jahren entwachsen sind, sicher den einen oder anderen interessanten Denkansatz.

Beschrieben sind genau 50 Seiten. Die Schrift ist groß und zum Teil nehmen Bilder noch Platz auf der Seite weg. Daher handelt sich die Geschichte ziemlich schnell ab. Ich persönlich hätte es schöner gefunden – und auch passender für die Zielgruppe kurz vor dem Teenageralter –, wenn ein wenig mehr Text vorhanden gewesen wäre. Die Geschichte hat sicherlich auch das Potenzial hergegeben, noch mehr dazu zu sagen. Mehr Leute aufzusuchen, mehr Zitate über die Liebe zu sammeln und vor allem das plötzliche Ende langsamer aufbauen zu können.
Vielleicht hätte das eine oder andere Thema, das im Buch angeschnitten wird, dafür weggelassen werden können. Destruktive Beziehungen und Misshandlungen müssen nicht unbedingt in einem Kinderbuch vorhanden sein, auch wenn man dort sicherlich auch eine Art Liebe finden kann.

Wie schön ich die Idee auch fand, so sehr erinnerte sie mich an das zweite Konzeptalbum um den kleinen Drachen „Tabaluga und das leuchtende Schweigen“. Dort drehte er an einem Jadestein, sah eine Werbung, in der ein Hund sein Futter liebt und fragt danach seinen Vater, was eigentlich „Liebe“ ist. Auch er macht sich dann auf die Suche, begegnet unterschiedlichen Personen und versucht herauszufinden, was das Gefühl namens Liebe ist.

Mit Sara hat Andreas Herteux zwar keinen Tabaluga geschaffen, aber auch ein kleines Geschöpf, das man ins Herz schließt mit seiner Unwissenheit und unbedarften Suche.
Albrecht ist in dem Duo der wissende Rabe mit dem trockenen Humor. Ein niedliches Gespann, das man gern begleitet.

das-sternenkind-und-der-rabeLang kann man jedoch nicht bei ihnen sein. Im stillen Lesen habe ich 25 Minuten gebraucht.
Das Vorlesen dauert sicher länger. Ehrlich gesagt würde ich das Buch aber vorher ein wenig abändern, wenn ich es sehr kleinen Kindern vorlese. Erstens würde ich das Thema Misshandlung wohl auslassen oder abschwächen und zweitens auch den einen oder anderen Satz einfacher umschreiben, denn schon auf der ersten Seite heißt es: „Einem Küken aus dem Ei gleich, entschlüpfte dem Himmelskörper etwas, was kaum zu erwarten war: Sein Innerstes gab ein kleines Mädchen frei, das nun verwirrt inmitten der Überreste kauerte.“ Für kleine Kinder ist das zu lang und zu umständlich formuliert. Aber die niedlichen Bilder lassen sich zusammen schön anschauen. Vor allem die einseitigen Bilder bieten ein paar Details, die man entdecken kann.
Wenn sich 8- bis 12-jährige das Buch eigenständig durchlesen, wird das auch sehr schnell gehen. In diesem Alter ist die Geschichte aber vielleicht schon zu kurz und in der Art und Weise auch zu einfach.
Bei der Zielgruppe bin ich also wirklich zwiegespalten.

Insgesamt finde ich die Personen süß, die Idee der Geschichte schön und die Bilder einfach zauberhaft.
An der Sprache und Länge des Buches habe ich dafür das ein oder andere auszusetzen.
Damit bekommt das Buch 3,5 Sterne von mir.

Der Erich von Werner Verlag engagiert sich auch sozial, vor allem in Verbindung mit „Das Sternenkind und der Rabe“.
Sie haben ein Crowd-Funding-Projekt ins Leben gerufen, um eine arabische Version dieses Buches erstellen zu können. Eine Auflage davon soll kostenlos Einrichtungen und Familien mit arabisch-sprechenden Kindern- und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden.
Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann auf der Crowd-Funding-Seite vorbeischauen: Kinderhilfe – Arabische Version eines Kinderbuches. Das Projekt läuft noch bis Anfang Januar.

Andreas Herteux – Das Sternenkind und der Rabe
Erich von Werner Verlag, 12. Oktober 2016
ISBN 3981838823
68 Seiten
Taschenbuch; 7,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Colleen Hoover – Zurück ins Leben geliebt

Hoover_Zurück ins Leben geliebt

Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruder, der niemals lächelt, meistens schweigt und so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt, die ihn bis heute unfähig macht, sich auf eine Beziehung einzulassen. Miles, vom dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist.
Doch wider Willen fühlen die beiden sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Als sie sich näherkommen, gibt Miles zwei Regeln vor:
1. Frag niemals nach meiner Vergangenheit.
2. Erwarte dir keine Zukunft mit mir.
Tate akzeptiert – auch wenn sie weiß, dass sie ein für ihr Seelenleben gefährliches Spiel treibt… (Text der Titelklappe)

Ich liebe die Bücher von Colleen Hoover. Das kann ich aus tiefstem Herzen sagen.
Dies war nun mein sechstes von ihr und ich habe nicht weniger als ein weiteres Buch, in das ich mich beim Lesen verliebe, erwartet.

Zum ersten Mal kam ich aber tatsächlich schwer in das Buch hinein.
Die Geschichte kam sehr langsam in Gang. Tate zieht zu ihrem Bruder, trifft den heißen Nachbarn, findet ihn sofort toll, er sie auch, Beziehung nein, Sex ja…. und dann steht die Geschichte. Lange dreht sich alles im Kreis. Es geht vor, es geht zurück. Eine echte Story ist dabei nicht so richtig rausgekommen. Es ging hauptsächlich um das Miteinander der Figuren.
Das bezieht sich aber durchaus nur auf 50 Prozent der Geschichte.

zurueck-ins-leben-geliebt Die Kapitel, die Tate erzählt, spielen in der Gegenwart – und behandeln eben Beschriebenes. Miles Kapitel liegen schon sechs Jahre zurück. Und diese waren für mich das Besondere an dem Buch. Sowohl wie die Worte gesetzt waren, als auch was sie enthielten. Sie waren meine liebsten Teile, die leider immer nur wenige Seiten lang – und damit viel zu kurz – waren. Sie waren definitiv der spannende Part und ich rätselte in Tates Teilen immer schon, wie die von Miles wohl weitergehen werden.

Tate und Miles waren der zentrale Punkt der Geschichte und standen somit im Mittelpunkt. Die Nebenfiguren blieben alle etwas blass und flach.
Mein Problem war nur: So richtig warm wurde ich mit beiden nicht. Tate hatte auf den ersten – und auch auf den zweiten – Blick nichts Besonderes. Vielleicht habe ich die Figur einfach nicht verstanden, aber ich weiß nicht, warum alle Männer sie so toll fanden. Sie ist niemand, der durch seine Art sofort Sympathien in mir geweckt hat. Und Miles war aufgrund seiner Distanziertheit und Altlasten auch schwierig. Man mag ihn vielleicht, weil er einem leid tut, aber das macht er einem nicht leicht.

Was dann aber am Fatalsten war: Ich habe die Anziehungskraft einfach nicht verstanden. Warum geht es bei Colleen Hoover immer so wahnsinnig schnell? Warum sehen sich zwei Menschen und ab der ersten Sekunde können sie nicht Augen und Finger voneinander lassen? Vor allem, da ich Tate extrem langweilig und Miles unglaublich kompliziert fand. Was hat die beiden aneinander angezogen? Es wirkt so oberflächlich und auf die Optik bezogen bei ihnen.
Und überhaupt gab es so unglaublich viel Sex, dass es mich schon anfing zu nerven. Lücken in der Geschichte schienen mit seitenlangem Sex ausgefüllt zu werden.
Dass der Verlag empfiehlt, das Buch erst ab 16 Jahren zu lesen, ist absolut nachvollziehbar.

Mit dieser Ausgangssituation hangelte ich mich ein wenig durch die erste Hälfte des Buches. Ich konnte es auch zuklappen und dann mehrere Tage unangefasst liegenlassen.
Ab der Hälfte änderte sich dann aber plötzlich alles. Nicht, dass es in der Geschichte wahnsinnig voran gegangen wäre oder ich die Figur der Tate dann verstanden hätte, nein, aber ich war plötzlich drin.
Ich konnte auf einmal wahnsinnig gut mitfühlen. Vor allem all die Hoffnungen, dass Miles seine Regeln doch über Bord werfen wird. Dass er sich ändert. Dass er Tate doch irgendwann zur Freundin möchte. Vielleicht muss man in so einer Art von Beziehung mal gesteckt haben, um es wirklich nachvollziehen zu können. Das Hoffen, das „Wenn ich lang genug warte, wird er sich schon ändern!“, das „Wenn er nur oft genug merkt, wie gut wir zusammenpassen, dann verliebt er sich in mich. Definitiv!“, das „Wenn ich nur lang genug nach seinen Regeln spiele, dann kommt sicher alles so, wie ich das möchte…“. Denn erst, wenn man das alles nachempfinden kann, dann wirken Tates Taten nicht mehr unlogisch. Ist einem so etwas fremd, ist man sicherlich oft genervt von ihrer Aussagen und Handlungen.
Ab dem Moment habe ich endlich mitgelitten und ein bisschen mitgeliebt.

Außerdem nahm die Geschichte um Miles Vergangenheit wahnsinnig an Fahrt auf und ich konnte kaum abwarten, dass sein nächstes Kapitel beginnt. Manchmal übersprang ich kurzzeitig sogar Tates Kapitel, um bei Miles schon einmal reinzulesen.

Und natürlich schaffte es Colleen Hoover auch wie jedes Mal, mich zum Weinen zu bringen. So sehr, dass ich „Zurück ins Leben geliebt“ nach dem Beenden zuschlug und dachte: „Tolles Buch. Ganz, ganz tolles Buch!“. Aber da hatten mich wohl meine Gefühle übermannt, denn ganz so war es einfach nicht.
Die erste Hälte war zäh. Die Anziehung war zu schnell zu doll. Tate war irgendwie langweilig.
Ich muss schweren Herzens einiges abziehen. 3,5 Sterne

Colleen Hoover – Zurück ins Leben geliebt
Originaltitel: Ugly Love (August 2014)
dtv, 22. Juli 2016
ISBN: 3423740213
356 Seiten
Broschiert, 12,95 Euro

Maria Semple – Wo steckst du, Bernadette?

Semple_Wo steckst du Bernadette

Bernadette Fox ist berüchtigt. In Fachkreisen gilt sie als Stararchitektin mit revolutionären Ideen. Ihr Ehemann Elgie, der neue Hoffnungsträger bei Microsoft, liebt sie für ihren Witz. Und für ihre verrückten Ideen. Und irgendwie auch für ihre Launen. Und manchmal sogar für ihre quälenden Ängste. Die anderen Mütter halten Bernadette allerdings für eine Nervensäge. Durchgeknallt. Verantwortungslos. Schließlich beschäftigt sie online eine indische Assistentin, die ihren Alltag für sie regelt. Zum Stundensatz von 0,75 Dollar bucht Manjula Kapoor Familienurlaube, reserviert den Tisch im Restaurant und erledigt mal eben die Bankgeschäfte. Und für ihre 15-jährige Bee, die kleine Streberin, ist Bernadette, na ja, eine Mutter. Bee kennt ja keine andere. Doch dann verschwindet Bernadette auf einmal…
(Inhaltszusammenfassung im Buch)

Es ist fast ein Jahr her, da habe ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Doch andere Bücher hatten immer eine höhere Priorität. Im Juli entschied ich mich dann doch endlich, es mal anzufangen. Dann kam die Prüfungsphase und ich hatte keine Zeit mehr. Das Buch lag ein paar Wochen, nachdem ich in den Anfang so schnell hineingefunden hatte. Nachdem ich es nun weiterlas, dauerte das Beenden nicht lange.

Die Grundgeschichte an sich ist nicht sonderlich neu und besonders. Aber die Figuren sind es.

Bernadette Fox, ihr Mann Elgie Branch und ihre Tochter Bee leben in einer ehemaligen Mädchenerziehungsanstalt, die mittlerweile ziemlich heruntergekommen ist. Nicht nur deswegen ist der Ruf der Familie nicht der beste. Elgie ist selten da und dann steht er auch noch voll und ganz hinter den seltsamen Verhaltensweisen seiner Frau. Und diese gefallen den Nachbarn und den Müttern von Bees Mitschülern ganz und gar nicht. Bernadette redet nämlich nicht mit ihnen, hält sich von Schulaktivitäten fern und wirkt auch ansonsten nicht sehr herzlich. Immerhin lässt sie ihr krankes Kind in einer Bruchbude wohnen. Und dann lässt sie Manjula auch noch ihren kompletten Alltag planen. Zum Beispiel die Reise, die die Familie auf Bees Wunsch hin antreten will – in die Antarktis…

Bis das titelgebende Ereignis eintritt, sind schon gut zwei Drittel des Buches vorbei. Und in diesen zwei Dritteln lernt man das Leben von Bernadettes Familie sehr genau kennen. Immer wieder taucht man in die Vergangenheit ein, um die Charaktere voll erfassen zu können. Vor allem, um zu verstehen, warum Bernadette so verschroben und seltsam ist.

Die Geschichte kann man dabei vor allem über E-Mails, Briefe, Krankenakten und handschriftliche Zettel verfolgen. Allein durch die Kürze vieler dieser Schriftstücke liest sich das Buch schnell und wirkt rasant. Immer neue Entwicklungen aus den Perspektiven verschiedener Leute. Zusammengehalten werden diese Einzelteile von Bees übergreifender Erzählung.

Für mich persönlich schafften diese kurzen Briefe auch die Spannung. Es ging immer weiter, aber nur die wichtigsten Dinge wurden mitgeteilt. Trotz des Austausches zwischen zwei Buchfiguren war man mitten in der Geschichte. Auch die Figuren mit all ihren Besonderheiten waren spannend. Ich wollte entdecken und aufdecken, auf das Verschwinden zusteuern.
Doch umso weiter die Geschichte voranschritt, umso länger wurden die Briefe. Die verschiedenen Schichten der Figuren waren auch relativ schnell aufgedeckt. Man hörte immer wieder von denselben Charakteristiken, nur durch andere Menschen. Vor allem die Skurrilitäten von Bernadette waren am Ende immer dieselben. Verschiedene Menschen brachten nur ähnliche Beispiele, um alles zu untermauern.
Das Verschwinden von ihr brachte dann noch einmal ein wenig Schwung in die Geschichte und auch die Spannung stieg wieder. Nun wollte ich doch wissen, wo sie war und wie sie so einfach spurlos verschwinden konnte.

Ich mochte die 15-jährige Bee sehr gern, doch alle Erwachsenen in ihren Umfeld – Eltern wie Nachbarn – waren anstrengend. So besonders und individuell die Charaktere auch waren, sympathisch waren sie nicht. Vor allem durch die ungewöhnlichen Eigenschaften ist es schwer, sich in sie hineinzuversetzen.

Insgesamt macht das Ungewöhnliche den Reiz des ganzen Buches aus. Doch spätestens nach der Hälfte scheint alles entdeckt und erklärt. Dann lässt auch die Spannung nach, die erst zum Schluss noch einmal aufkommt.
Ich musste zwar weder wirklich lachen, noch war ich tief berührt, aber ich fühlte mich sehr wohl mit dem Buch. 3,5 Sterne

Maria Semple – Wo steckst du, Bernadette?
Originaltitel: Where’d You Go, Bernadette (2012)
btb Verlag, 12. Januar 2015
ISBN 3442748518
384 Seiten
Taschenbuch; 9,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Francesca Haig – Das Feuerzeichen

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Als Zwillinge geboren, zu Todfeinden erzogen

Die Geschwister Zach und Cass leben in einer zerstörten Welt, in der nur noch Zwllinge geboren werden. Keiner der beiden kann ohne den anderen überleben, obwohl sie grundverschieden sind – Alphas sind perfekt, während Omegas einen Makel tragen und verstoßen werden. Cass ist eine Omega, und wenn sie frei sein will, muss sie gegen ihren größten Feind kämpfen: ihren Zwillingsbruder Zach. (Klappentext)

Nachdem ich den zweiten Teil der Trilogie als Rezensionsexemplar erhalten habe, wollte ich endlich den ersten lesen, den ich auch als Rezensionsexemplar bekam. Als ich mich dann fest dazu entschieden hatte, begann ich das Buch auch voller Begeisterung.

Den Plot finde ich unglaublich spannend und neu.
400 Jahre sind vergangen, seit die Explosion die Zivilisation, wie wir sie heute kennen, ausgelöscht hat. Lange war unklar, ob die paar Menschen, die überlebt hatten und starken Veränderungen unterlagen, überhaupt die menschliche Population retten können. Doch sie haben es geschafft.
Fast ein halbes Jahrtausend später werden nur noch Zwillinge geboren. Die schönen und starken Alphas und die Omegas, die fast alle mit körperlichen Defiziten geboren werden.
Schon als Kinder werden die Omega-Zwillinge in andere Omega-Siedlungen geschickt. Doch trotz der Entfernung bleibt die Verbindung zwischen den Zwillingen bestehen. Und diese Verbindung kann über Leben und Tod entscheiden.

In „Das Feuerzeichen“ geht es vorrangig um Cass und Zach, wobei Cass der Omega-Zwilling und die Ich-Erzählerin ist, aus deren Perspektive man alles erfährt.
Neben der chronologischen Geschichte gibt es auch immer wieder Rückblicke in Cass‘ Kindheit und Jugend, um das ganze Alpha- und Omega-Konstrukt noch besser verstehen zu können.
Mit Cass wurde eine Hauptfigur geschaffen, die ich sehr gern mochte. Sie ist willensstark, stolz und mutig und dabei sehr authentisch.
Doch auch Zach lernt man sehr gut kennen. Und obwohl er der klare Gegenspieler ist, kann man seine Motive tatsächlich – wegen seiner Erziehung und der Gesellschaft an sich – verstehen.
Insgesamt ist niemand in diesem Buch klar schwarz oder weiß. Jede Figur – auch die vielen Nebenfiguren – sind alle grau. Und das ist sehr gut so. Sie haben alle positive und negative Seiten und wirken deswegen umso echter.

Die Geschichte von Cass schreitet schnell voran. Vor allem in der ersten Hälfte war ich begeistert, wie gut die Mischung aus Stillstand und Weiterkommen funktionierte. Ich empfand keine Längen und war überrascht, dass Dinge passierten, die andere Autoren erst als großes Highlight am Ende hätten kommen lassen.
Doch in der zweiten Hälfte änderte es sich leider. Das Interesse flachte rasant ab und dann kamen tatsächlich Längen auf. Ich empfand fast nur noch Stillstand und wenn die Geschichte weiterging, war es irgendwie immer wieder dasselbe.

Hier und da gab es Überraschungen, die ich wirklich nicht vorhersehen konnte. Sie schafften kurzfristig Spannung, aber insgesamt fand ich das Buch nicht wirklich spannend. Auch wenn ich vor allem in der ersten Hälfte viel Spaß hatte, war auch diese nicht so richtig aufregend. Eher wirklich interessant.

Für mich persönlich ist es ein unglaublich wichtiger Punkt, wie meine Emotionen beim Lesen sind. Leider wurde ich auch hier nicht mitgenommen. Selbst an traurigen Stellen wurde ich nicht so sehr berührt, dass ich hätte weinen müssen.

Alles in allem waren es die Figuren und die neuartige Geschichte, die das Buch für mich besonders machten. Deswegen hatte ich auch Spaß mit ihm, selbst wenn es in der zweiten Hälfte viele Längen gab und ich emotional nicht abgeholt werde.
Ich freue mich trotzdem schon auf den zweiten Teil, der sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt. Dazu möchte ich zu gern wissen, wie die Geschichte um die Zwillinge weitergeht.

Der erste Teil der Feuerzeichen-Trilogie bekommt 3,5 Sterne Sterne von mir.

Francesca Haig – Das Feuerzeichen
Originaltitel: The Fire Sermon (Februar 2015)
Heyne Verlag, 26. Oktober 2015
ISBN 3453270134
479 Seiten
Gebunden; 16,99 Euro

Reihenfolge:
1. Das Feuerzeichen (Originaltitel: The Fire Sermon)
2. Das Feuerzeichen – Rebellion (Originaltitel: The Map of Bones)
3. Das Feuerzeichen – Rückkehr (Originaltitel: The Forever Ships)

Kostenloses Rezensionsexemplar

John Green & David Levithan – Will & Will

Green_Levithan_Will&Will

Nur wer wagt – kann Liebe gewinnen

Sie heißen beide Will Grayson, wohnen beide in Chicago, sind beide siebzehn und tragen neben demselben Namen und demselben Alter dasselbe Problem mit sich herum: Aus lauter Angst, das Ding mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein. Der eine Will zögert seit Wochen, sich selbst das einzugestehen, was für alle anderen offensichtlich ist: dass er nämlich bis über beide Ohren in seine wunderbare Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere Will flüchtet sich lieber in seine dubiose Online-Beziehung zu einem gewissen Isaac, anstatt sich im real life vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen… (Klappentext)

Ich wurde bisher weder von Büchern von John Green noch von David Levithan enttäuscht. Dass „Will & Will“ trotzdem einige Monate auf meinem SuB liegen musste, liegt einzig und allein daran, dass es eben doch immer ein Buch gab, auf das ich noch ein bisschen mehr Lust hatte.

Doch nun habe ich die Geschichte über die beiden Wills gelesen. Beides sind problematische Persönlichkeiten, die es im Leben nicht immer einfach haben oder es sich selbst ein bisschen verbauen.
Der eine Will Grayson hat nur zwei Regeln: Nichts an sich ranlassen und Maul halten. Mit diesen Grundsätzen steht er jedoch meist im Schatten seines sehr riesigen, sehr schwulen und sehr extrovertierten Freundes Tiny Cooper.
Der andere Will Grayson ist homosexuell und der Einzige, mit dem er darüber redet, ist seine Online-Liebschaft Isaac.
Als die beiden Leben aufeinandertreffen, werden allerhand Gefühle aufgewirbelt und Probleme mit einem frischen Blick angeguckt.

Ich mochte den Grundgedanken der Geschichte und ich mochte auch die Art, wie alles erzählt wurde. Kapitelweise wechselt die Perspektive zwischen den beiden Wills und damit auch die Art zu erzählen.
Das Buch liest sich wahnsinnig schnell, was vor allem an Zweiterem lag. Die jugendlich-moderne Sprache macht es einem einfach zu folgen und am Ball zu bleiben. Die einzelnen Probleme bringen auch eine gewisse Spannung mit hinein.

Das große Ganze hat mir gut gefallen, aber trotzdem gab es überall Punkte, die mich dann doch störten.

Die beiden Jungen waren mir zu problembeladen und in weiten Teilen habe ich die Hintergründe, warum sie sind, wie sie sind, nicht nachvollziehen können.
Manche Gedankengänge und Einfälle ebensowenig. Ich wusste manchmal einfach nicht, woher dieser Gedanke nun kommen soll und warum dieser Schluss gezogen wurde.
Ich konnte mich leider mit beiden nicht identifizieren und hab sie auch nicht so richtig gern gewonnen.

Insgesamt fehlte mir auch ein Ziel, auf das ich hinlese. Nachdem die beiden Wills sich kennengelernt hatten, klappte ich kurz das Buch zu und dachte: „Und was soll nun noch kommen? Über zwei Drittel des Buches fehlen noch und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, worum es da gehen soll.“.
Außerdem war ich verwirrt über die Rolle des Tiny Coopers. Dafür, dass das Buch „Will & Will“ heißt, fand ich ihn zu präsent. Es hätte auch gut: „Die große Tiny-Cooper-Show (mit Will & Will)“ heißen können.
Grundsätzlich hab ich das Buch gern gelesen, ich hatte Spaß. Es hat mich nichts abgestoßen oder geärgert. Es war nur auch so, dass mich viele Kleinigkeiten (oder mit Tiny auch definitiv eine Großigkeit) hin und wieder störten.
Trotzdem freue ich mich sehr auf mein nächstes Buch von John Green oder David Levithan, denn von beiden liegt noch manches auf meinem SuB.

Bis dahin bekommt „Will & Will“ 3,5 Sterne von mir.

John Green & David Levithan – Will & Will
Originaltitel: Will Grayson, Will Grayson (April 2011)
cbt, 09. September 2013
ISBN 3570308855
379 Seiten
Taschenbuch; 8,99 Euro

Mathias Malzieu – Der kleinste Kuss der Welt

Malzieu - Der kleinste Kuss der Welt

Ein melancholischer Erfinder trifft bei einem Tanzabend auf die atemberaubend schöne Sobralia. Doch als er allen Mut zusammennimmt und ihr einen flüchtigen Kuss gibt, wird sie unsichtbar. Mithilfe eines magischen Papageis gelingt es ihm, die unsichtbare Schöne wiederzufinden. Doch Sobralia wagt nicht, ihrem Verehrer ihr wahres Gesicht zu zeigen… (Klappentext)

Ich habe bisher zwei Bücher von Mathias Malzieu gelesen und beide ließen mich begeistert zurück.
Ich war von der Sprache verzaubert und von den Geschichten fasziniert. Ein Junge, der anstatt eines Herzens eine Kuckucksuhr besitzt („Die Mechanik des Herzens„) und ein Mann, der eine Frau trifft, die Federn trägt und fliegen kann („Metamorphose am Rande des Himmels„).
Malzieu_Die Mechanik des HerzensMalzieu_Metamorhose am Rande des HimmelsAls würde das nicht schon reichen, waren die Coverbilder auch noch wunderwunderschön und allein die hätten den Kauf für mich gerechtfertigt.
Es stand für mich fest, „Der kleinste Kuss der Welt“ musste ganz schnell in mein Regal wandern.

Die Geschichte versprach wieder außergewöhnlich zu werden.
Ein Erfinder küsst eine Frau. Es dauert nur den Bruchteil einer Sekunde und doch reicht das, damit sie plötzlich unsichtbar wird. Doch dieser kleinste je verzeichnete Kuss schafft es, damit er die Unsichtbare nicht vergessen kann. Er sucht einen Detektiv auf, der auf ungewöhnliche Fälle spezialisiert ist und bekommt dort einen Papagei. Mithilfe dieses besonderen Papageis, macht er sich auf die Suche.

Durch die Kürze des Buches hat die Geschichte nur wenig Platz, sich zu entfalten. Doch Mathias Malzieu hat es wieder einmal geschafft, dass gar nicht mehr Raum nötig war. Er konnte sogar noch eine vielschichte Story erzählen. Es gibt nicht nur die unsichtbare Frau, sondern auch noch einige Nebenschauplätze, die alle ein großes Ganzes ergaben.

Auch wenn ich gern wissen wollte, wer die unsichtbare Frau ist und ob der Erfinder und sie zusammenfinden werden, nahm mich diese Spannung nicht vollends ein. Ich fieberte nicht so sehr mit, wie ich es mir gewünscht hatte.

Neben der Geschichte leben die Malzieu-Bücher für mich auch von der besondere Sprache.
Sie strotzt vor Metaphern und Neologismen. Es ist, als würde Malzieu eine ganz andere Sprache sprechen als alle anderen. Eine fantasievollere, ausgefallenere, zauberhaftere, intensivere.
Und doch konnte sie mich in diesem Buch – anders als in den vorherigen beiden – nicht ganz überzeugen. Sie kam mir noch verschwurbelter vor, noch ungewöhnlicher. Ausgefallene Metaphern und starke Sprachbilder durchzogen den Text. Sie waren nicht übermäßig dominant, aber wenn sie da waren, waren sie nicht so zart und schön, wie ich es von ihm gewohnt war. Manches musste ich doppelt lesen.

Oft war ich mir auch nicht sicher, ob es eine Metapher sein soll oder tatsächlich ernst gemeint war. Hat der Protagonist wirklich Kampfeichhörnchen vor sein Skateboard gespannt? Liegt sein Herz wirklich in einem Schuhkarton? Ist das alles ernst gemeint? Die Fantasie dieses Buches würde es hergeben.

Trotz der Melancholie des Buches musste ich oft kichern und lächeln, denn es besitzt eine gehörige Portion Humor.

Letztendlich konnte mich das Buch leider nicht so sehr überzeugen wie „Die Mechanik des Herzens“ und „Metamorphose am Rande des Himmels“.
Die Geschichte war außergewöhnlich, es fehlte mir aber ein wenig Spannung.
Die Sprache war in diesem Buch manches Mal anstrengend und nicht mehr ganz so zauberhaft.
Ich hatte Spaß an dem Buch, aber ich wurde einfach nicht mitgerissen und berührt. 3,5 Sterne

Mathias Malzieu – Der kleinste Kuss der Welt
Originaltitel: Le plus petit baiser jamais recensé (2013)
carl’s books, 31. August 2015
ISBN 3570585476
144 Seiten
Broschiert; 12,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

John Boyne – Der Junge mit dem Herz aus Holz

Boyne_Der Junge mit dem Herz aus Holz

Von einem, der auszog, den Mut zu finden

Eines Morgens läuft Noah von zu Hause fort. Ein einsamer Waldweg führt ihn zu einem Spielzeugladen voller Zauber und Magie. Hier lernt Noah einen sehr ungewöhnlichen Spielzeugmacher kennen. Der alte Mann hat viel zu erzählen. In seiner Geschichte geht es um Abenteuer, Wunder und gebrochene Versprechen. So nimmt er Noah mit auf eine Reise. Eine Reise, die Noahs Leben verändern wird. Und die auch unser Leben verändern könnte.

Eine märchenhafte Parabel über den Trost des Erzählens (Klappentext)

Fast zwei Jahre lag dieses Buch auf meinem SuB. Und das, obwohl ich es damals unbedingt haben wollte.
Vielleicht lag es da so lange, weil mir das erste Buch, das ich von John Boyne gelesen habe, „Der Junge im gestreiften Pyjama“, nicht so richtig gut gefiel.
Vielleicht lag es da so lange, weil mich andere Bücher dann doch immer mehr interessierten.
Vielleicht lag es da so lange, weil es nie zu meiner Stimmung passte.
Vielleicht lag es da so lange, weil ich es auf meinem riesigen SuB schlicht und ergreifend übersehen habe.
Aber warum auch immer es da so lange dort lag, endlich habe ich es gelesen.

Die Welt schläft noch, da verlässt Noah Barleywater seine Eltern. Er will etwas Großes leisten und Abenteuer erleben. Immerhin ist er schon acht. Er durchquert seltsame Dörfer bis er zu einem Spielzeugladen kommt, der nicht minder merkwürdig ist. In dem Spielzeugmacher findet er jemanden, der ihm von großen Abenteuern erzählen kann und Noah besser versteht, als der kleine Junge denkt.

„Der Junge mit dem Herz aus Holz“ ist eine Geschichte voller seltsamer Begebenheiten. Es ist ein Buch, in dem man seinen Sinn für Humor irgendwo liegen lassen und Jahre verlieren kann, sodass man beide suchen muss. Ein Buch, in dem Bäume jammern, wenn man ihnen Äpfel von den Ästen stiehlt und Tiere reden können. Ein Buch, in dem Erinnerungen einen richtigen Platz im Kopf haben.

Man muss sich auf diese Dinge einlassen können, man muss fantasievolle Dinge als gegeben annehmen können, um das Buch zu mögen. Aber wenn man das tut, dann erwartet einen eine zauberhafte Geschichte. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Schon als Noah aus der Haustür trat, war ich dem kleinen Jungen verfallen. Er war klug und mutig und ich wollte ihn gern auf dem Weg in die Welt hinaus begleiten. Schnell wurde der kleine Junge immer vielschichtiger und tiefgründiger und ich wollte seinen Charakter mit ihm zusammen ergründen.
Der Junge mit dem Herz aus HolzDer alte Mann, der Noah seine Lebensgeschichte erzählt, war ebenso sympathisch. Gern verfolgte ich mit Noah zusammen die Erinnerungen. In der gebundenen Ausgabe sind diese Erinnerungen blau geschrieben und es finden sich einige passende Zeichnungen. Ich liebe solche Details in einem Buch.
Durch den weisen Mann lernt Noah viel über Reue, Abenteuer und die Dinge, die wichtig im Leben sind.

Doch so lehrreich es ist, so wenig spannend ist es auch. Ich hatte keinen wirklich Grund zum weiterlesen. Auch wenn die größte Frage ist: „Was wird aus Noah?“, hätte ich auch gut ohne die Antwort weiterleben können.

Die Sprache lässt den Zauber zum Glück durch die Geschichte wirken und versucht nicht noch zusätzlich einen draufzusetzen. Das wäre zu viel gewesen. Sie bleibt direkt und klar und eher ein wenig humorvoll. Passend für so eine Art von Geschichte.

Zum Schluss wartete noch eine Überraschung auf mich, die mich erfreute. Wer die Hinweise versteht bzw. überhaupt kennt, der wird schon früher drauf kommen.

Ich mag Märchen gern und auch in dem Buch mochte ich viel. Ich fand die Figuren toll und auch die magischen Dinge. Aber mir fehlte Spannung. Nicht, dass lehrreiche Geschichten immer spannend sein müssen, aber mir plätscherte das ein bisschen zu sehr dahin.
Am Ende – trotz Weisheit und Lehren und dramatischen Entscheidungen – berührte mich das Buch leider nicht. Da half auch der süße Noah nicht. Das Buch ging mir nicht nah, obwohl es darauf wohl angelegt war. 3,5 Sterne

John Boyne – Der Junge mit dem Herz aus Holz
Originaltitel: Noah Barleywater runs away (September 2010)
Fischer KJB, März 2012
ISBN 3596854776
237 Seiten
Gebunden; 13,99 Euro
(Auch als Taschenbuch erhältlich)

Cornelia Funke – Reckless – Das goldene Garn

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Es griff in die Luft, und zwischen seinen Fingern fing sich ein Faden aus goldenem Garn, nicht fein wie der einer Spinne, sondern fest wie gesponnene Wolle. Das Kind folgte ihm mit den Fingern, bis er es zu Fuchs‘ Herzen führte. „Wusste ich’s doch.“ Der Faden verschwand, sobald es die Hand sinken ließ. „Er gehört zu dir.“

Baba Jagas, Kosaken, Spione und ein Zar, der zu Audienzen in Begleitung eines Bären kommt. Diesmal führt die Reise hinter dem Spiegel Fuchs und Jacob weit nach Osten. Auch Will kehrt zurück in die Welt, die ihm eine Haut aus Jade gab – auf der Spur der Dunklen Fee. Aber den Zweck der Reise bestimmt ein anderer: Der Erlelf hat den Handel nicht vergessen, den Jacob im Labyrinth des Blaubarts mit ihm geschlossen hat, und er lehrt Jacob und Fuchs mehr über seinesgleichen, als sie je erfahren wollten… (Klappentext)

Ich las mit Absicht den Klappentext vor dem Lesen nicht. Für mich ist der Klappentext eher Orientierungshilfe, ob ich das Buch kaufen bzw. gerade beginnen will.
Nachdem ich „Reckless – Steinernes Fleisch“ und „Reckless – Lebendige Schatten“ gelesen hatte, war ich mir sicher, dass ich gleich anschließend mit dem dritten Teil weitermachen möchte.
Vielleicht war das ein Fehler.

Auch wenn ich die Geschichten in der Spiegelwelt sehr gern mag und vor allem Jacob und Fuchs in mein Herz geschlossen habe, so war ich beim dritten Teil ein bisschen reckless-müde.
Ohne den Klappentext hatte ich dann das Gefühl, mir würde die Orientierung fehlen. Ich fand des roten Faden der Geschichte sehr schwer, wusste nicht, wo das Ziel sein wird. Ich irrte etwas verloren durch die Seiten. Das lag vielleicht auch an den vielen verschiedenen Erzählsträngen.

Bevor ich jedoch überhaupt gelesen habe, fielen mir die vielen Unterschiede zu den Vorgängern auf und das stimmte mich nicht glücklich. Mir fehlte der Spiegelrahmen auf dem Cover und die Reliefprägung des Bildes (dieses Mal sind die Buchstaben erhaben). Außerdem ist die Schrift kleiner. Die Zeichnungen von Frau Funke sind immer noch die kleine Variante, die es schon im zweiten Teil gab, dabei gefielen mir die ganzseitigen Bilder aus dem ersten Teil so gut. In dem dritten Teil wiederholen sich nun auch zum ersten Mal Zeichnungen innerhalb des Buches. Einerseits wusste man dann sofort, um wen es im nächsten Kapitel geht, andererseits kamen die vorherigen Bücher auch ohne diesen Wiedererkennungswert aus.
Dann auch der Titel: „Das goldene Garn“. Was soll denn das „Das“ dort? Bisher hieß es doch auch nur „Steinernes Fleisch“ und „Lebendige Schatten“. Warum denn nicht „Goldenes Garn“?
Aber gut, das sind Nebensächlichkeiten, die anderen wohl egal sind. In die Wertung fließen sie auch für mich nicht hinein. Es ärgert mich nur.

„Reckless – Das goldene Garn“ fühlte sich an wie eine große Reise. Ständig war man unterwegs, egal bei welcher Person man gerade war. Jeder folgte jedem, Stillstand war nur von kurzer Dauer. Ich fühlte mich gehetzt und hatte zu tun, mir die jeweiligen Beweggründe immer wieder vor Augen zu führen. Immer wieder blätterte ich zurück, um manche Details noch einmal zu lesen.
Manchmal gab es sogar Anspielungen auf Dinge, die im ersten oder zweiten Teil passiert sind. Manches Mal zog ich also tatsächlich die Vorgänger aus dem Regal, um etwas nachzulesen. Manche Infos gab es dort auch nur im Halbsatz… und die sollte man sich dann gemerkt haben…

Durch das ständige Unterwegssein lernt man die Spiegelwelt noch ein ganzes Stück besser kennen, vor allem die Länder im Osten. Man erfährt von neuen Märchen, neuen Sagen, neuen Fantasie-Gestalten, die in der Spiegelwelt real sind.
Diese Dinge machen immer noch einen großen Teil des Charmes und des Zaubers aus.

Den Charme machen aber natürlich auch wieder die Figuren aus.
Fuchs und Jacob sind seit Teil 1 in meinem Herzen und haben sich da wohl für immer einen Platz gesichert. Doch auch die anderen Figuren – die bereits bekannten wie auch die neuen – sind vielschichtig angelegt. Man versteht ihre Beweggründe, egal ob sie für die Hauptfiguren gute oder negative Ergebnisse nach sich ziehen.
Ich finde es angenehm, dass neue Figuren nur in sparsamen Dosierungen eingeführt wurden und sich das Spiegelwelt-Universum so nur langsam füllt. Man verliert zumindest an der Front nicht den Überblick.

Wo ich aber regelmäßig den Überblick verloren habe, war bei der Sprache.
Ich konnte unglaublich oft die Gedanken von Frau Funke nicht nachvollziehen und wusste nicht, worauf Figuren anspielen, wenn es nicht explizit dabei stand.
Manchmal schien es das Vorspungwissen der Autorin zu sein, das mich verwirrt zurückließ, manchmal einfach unsere unterschiedliche Art zu denken.
Die Sprache an sich war jedoch wieder wunderbar bildhaft und poetisch. Man kann sich durch ihre Worte so schön in der Spiegelwelt verlieren.

Alles in allem las ich dieses Buch viel angestrengter als die Vorgänger.
Ich musste mir ständig ins Gedächtnis rufen, welches Ziel welche Figur gerade verfolgt.
Sobald ich das Buch zwischendurch zugeschlagen habe, hatte ich das Gefühl, das alles gerade Gelesene wieder gelöscht wurde. Beim nächsten Aufschlagen guckte ich mir immer noch die letzten drei oder vier Kapitel an, da meistens jedes dieser paar letzten Kapitel sich um eine andere Figur drehte.
Im Verhältnis zu den Zielen in Buch 1 („Wird Will das steinerne Fleisch los?“) und Buch 2 („Wird Jacob die Mottenbisse überleben?“) empfand ich das dritte Buch auch viel weniger spannend, da mir die allgegenwärtige Gefahr fehlte. Die Protagonisten hätten sich ständig gegen eine Handlung oder eine Reiseroute entscheiden können und es wäre auch nichts Schlimmes passiert.

Ich persönlich empfinde Teil drei als den bisher schwächsten und vergebe deswegen 3,5 Sterne.

Cornelia Funke – Reckless – Das goldene Garn
Dressler, Februar 2015
ISBN 3791504967
461 Seiten
Gebunden; 19,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Reckless – Steinernes Fleisch
2. Reckless – Lebendige Schatten
3. Reckless – Das goldene Garn
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