Marie Graßhoff – Spicy Noodles

Heiß wie die Nacht
und brennend wie der
Zorn eines Gottes

Da ihn alle New Yorker Universitäten abgelehnt haben, muss Toma notgedrungen im Restaurant seines Großvaters Shiro arbeiten. Über Shiros Geschichten kann er nur den Kopf schütteln. Ihre Familie, so behauptet er, stamme von einem shintoistischen Feuergott ab und ein paar schlichte Essstäbchen in ihrem Besitz seien magische Gegenstände! Statt der Legende nachzugehen, macht Toma lieber der Stammkundin Akira schöne Augen. Als jedoch finstere Gestalten auftauchen und kurz darauf die Stäbchen gestohlen werden, beginnt Toma zu zweifeln. Gemeinsam mit Akari macht er sich an die waghalsige Verfolgung der Diebe – nicht ahnend, dass sie damit in einen jahrhundertealten Krieg hineingezogen werden … (Klappentext)

Anfang des Jahres las ich Teil 1 des Food Universes – Hard Liquor – und war nur mäßig begeistert. Ich habe die Idee und die Hauptfigur wirklich toll gefunden, aber mir fehlte die Spannung, immer gleiche Formulierungen nervten mich und unauthentische Wendungen machten es mir schwer. Ich war wirklich nicht sicher, ob ich die Reihe weitererfolgen möchte.
Doch als ich dann die Leseprobe zu „Spicy Noodles“ las, war ich total begeistert. Es versprach zu viel und ich wollte unbedingt weiterlesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Dieses Mal versprach eine Besonderheit nämlich viel: In New York geht ein Serienmörder um. Overkill taucht mit seinem Gefolge wie aus dem Nichts auf und lässt seine Opfer explodieren. Und immer mal wieder gibt es ein Kapitel aus der Sicht von Overkill. Ich hatte Lust, mich in diesen scheinbar verqueren Kopf zu begeben.

Doch alles, was nach der schon bekannten Leseprobe folgte, flachte erst einmal ab. Es schien so, als hätte es die nächsten 100 Seiten kaum noch etwas Neues gegeben und man drehte sich im Kreis bzw. im Restaurant. Es zog sich echt sehr und gefühlt ist nichts passiert.
Wie schon Teil 1 zog es mich kaum zum Buch. Immer wieder ließ ich es ein paar Tage liegen oder las nur wenige Seiten. Erst zur Mitte des Buches kam ein – eigentlich – spannender Moment. Doch ich habe es kommen sehen. Denn das ganze Buch scheint aus Wiederholungen zu bestehen. Alles war so ähnlich schon im Vorgänger vorhangen.

Und so blieb es bis zum Ende. Klassischer Showdown, unspannende Entwicklungen, fehlende Highlights.
Es war nicht so, dass es mir gar nicht gefiel. Nein, es war ok. Konnte man halt so lesen. Aber mir fehlte allerhand, zuerst einmal richtige Spannung und Unvorhersehbarkeit.
Mit Toma wurde ich zu allem Überfluss auch nicht so richtig warm. Er war nicht unsympathisch, aber auch nicht übermäßig sympathisch. War halt nett. Wie so vieles in dem Buch.

Ich geb’s zu, ich hätte mir einen ganz anderen Göttererben gewünscht als Tycho. Einer, der schon immer weiß, was er ist und was er kann. Der lustig und cool ist und dann doch in Mist reinschlittert und sich mithilfe seiner Kräfte retten muss. Aber wir hatten wieder so einen deprimierten Charakter mit Unglauben und Problemen.
Leider, leider ist auch Teil 2 nicht mein Buch gewesen. Ich habe auch lange daran gelesen und am Ende war ich etwas froh, dass ich endlich durch bin.
Also: Ist ok, kann man machen. Aber mehr war es für mich nicht. (Was mir total leid tut, da ich Marie echt super gern mag und ihre Ideen immer cool finde.)

Marie Graßhoff – Spicy Noodles
‎Bastei Lübbe, 30. September 2022
ISBN 3404187792
479 Seiten
Taschenbuch; 15,00 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Hard Liquor
2. Spicy Noodles
3. Happy Meat

Kostenloses Rezensionsexemplar

Alessandro Baricco – Seide

Im Herbst 1861 bricht der südfranzösische Seidenhändler Hervé Joncour zu einer beschwerlichen Reise nach Japan auf, um Seidenraupen zu kaufen. Die Begegnung mit einer rätselhaften Schönheit erlaubt nur heimliche Blicke und eine kurze Botschaft – mehr ist es nicht, was Hervés Leidenschaft entfacht und ihn nun Jahr für Jahr wieder nach Japan treibt. Doch niemals wird er auch nur die Stimme dieses Mädchens hören. Erst viele Jahre später begreift er das Geschehen. (Klappentext)

Als ich meine Regale neu ordnete, fiel mir dieses Buch in die Hände. Zweite Reihe auf dem obersten Regalboden. Ich hatte es schon vergessen. Es ist auch kein Wunder, denn gelesen habe ich es 2009 oder 2010 – aber noch vor Start des Blogs. Ich hatte es nur 2011 mal erwähnt als Buch mit dem besten Schlusssatz in meinem Regal.

Hervé führt ein zufriedenes Leben mit seiner Frau in einer kleinen Stadt. Doch als er sich aufmacht, um in Japan Seidenraupen zu kaufen, nachdem alle europäischen Seidenraupeneier durch eine Krankheit unbrauchbar geworden sind, verändert sich sein Leben. Als er ein Auge auf eine unbekannte Frau in Japan wirft, ändert es sich ein weiteres Mal.

Das Buch ist poetisch und in seiner Art besonders. Die Hin- und Rückwege der Reise nach Japan werden mit den immer gleichen Wörtern beschrieben. Das Buch ist leise und sanft und bedächtig.
Dabei liest es sich sehr schnell – nur leider verfolgte ich das Geschehen nicht mit großem Interesse. Ich habe nur immer weiterlesen, weil es halt gut ging. Denn Seide spiegelt sich in vielen Dingen wider: Seidenraupen, Kleidung, Tücher – und auch in Bariccos Worten.
Dadurch dass das Buch so kurz ist, geht auch nicht viel über das reine Beschreiben der Geschichte – der Fahrten und Hervés Sehnsucht – hinaus. Man lernt kaum etwas über die japanische Kultur.

Das Buch war für mich wie ein Tanz. Ganz hübsch und ästhetisch anzusehen, aber wenn ich rausgehe, bin ich damit durch und meine Gedanken hängen nicht mehr dran.
„Seide“ fand ich insgesamt etwas nichtssagend und unspannend, aber eben auch auf eine Art besonders.

Alessandro Baricco – Seide

Originaltitel: Seta (1996)
Piper. Mai 2004 (erschien erstmals 1997 auf Deutsch)
ISBN 3492241077
132 Seiten
Taschenbuch; 8,00 Euro

Serena Valentino – Das Herz so kalt

Wie konnte das Herz der Stiefmutter von Cinderella so unberührbar und eiskalt werden?

Gräfin Tremaine, verwitwet und alleinerziehend mit zwei eigenwilligen Mädchen, verliebt sich in einen Ritter aus einem fernen Land, der eine Stiefmutter für seine eigene junge Tochter sucht. Aber Stiefmütter in fremden Königreichen haben es nicht leicht … und Lady Tremaine steht ein weniger glückliches Leben bevor, als sie es sich erhofft hat. (Klappentext)

Als ich das erste Mal gelesen habe, dass die Stiefmutter von Cinderella der Villain aus Band 8 wird, war ich einigermaßen überrascht. Sie ist eine böse Frau und behandelt ihre Stieftochter schlecht. Aber sie verströmt eben nicht die tödliche Gefahr, die ein guter Bösewicht für mich ausmacht. Die Böse Königin von Schneewittchen, Ursula, Malefiz, Hook, der in Band 9 folgen wird – sie alle haben etwas, was Lady Tremaine nicht hat. Und deswegen war ich nicht besonders scharf darauf, sie kennenzulernen. Nach der Pleite mit Cruella freute ich mich aber auch, in der Story um die verdrehten Schwestern weiterzukommen.

Die Gräfin ist eine liebende Mutter ihrer beiden Töchter, die nach dem Tod ihres Mannes den Mädchen vielleicht etwas zu viel durchgehenlassen hat. So kommt es, dass sie sich allein auf eine Reise begibt und dort prompt verkuppelt wird mit einen reichen, attraktiven, höflichen und überaus sympathischen Mann. Doch nach der überstürzten Hochzeit folgt leider kein Happy End mit Sir Richard. Er änderte sich von Grund auf, immerhin brauchte er die Lady vor allem, damit jemand auf seine Cinderella aufpassen kann…

Dass ausgerechnet Cinderellas Vater das größte Ekel des Buches war, überraschte mich, hatte ich ihn doch immer als liebenden Vater und Ehemann im Kopf. Doch ich war sehr dankbar, dass ich wusste, wie seine ganz eigene Geschichte weitergehen wird und konnte es kaum erwarten.
Ab dem Moment, als die drei Tremaine-Frauen ins Haus von Cinderellas Vater gezogen sind, begann das Buch, mich runterzuziehen. So viel Bosheit vom Vater ertrug ich nur schwer. Und auch Cinderella war ein ekliges Mädchen und wirkte auch ein bisschen dumm.

Die Geschichte begann eigentlich wirklich ganz gut, ich mochte die Lady gern. Sie war nett und sorgte sich um ihre Töchter, doch hatte das Pech, an einen schrecklichen Mann zu geraten. Ich hatte so viel Mitleid mit der Stiefmutter und Anastasia und Drizella. Die beiden waren etwas stumpf und zickig, aber auch ganz nett.
Die Entwicklung war an sich sehr gut gemacht. Ich habe mehr als gut verstanden, warum die Stiefmutter mit Cinderella umgegangen ist, wie wir es kennen. Ich wäre wohl genauso gewesen. Aber letztlich ist in dem Buch auch nicht viel passiert, es war recht gemächlich und Spannung wollte nicht aufkommen.

Letztlich war ich nicht sehr begeistert. Man kann es ganz gut lesen, die Herleitung des Verhaltens war verständlich, aber mehr auch nicht.

Serena Valentino – Das Herz so kalt
Originaltitel: Cold Hearted (Juli 2021)
Carlsen, 26. August 2021
ISBN 3551280460
284 Seiten
Gebunden; 14,00 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Die Schönste im ganzen Land – Originaltitel: Fairest of All
2. Das Biest in ihm – Originaltitel: The Beast Within
3. Die Einsame im Meer – Originaltitel: Poor Unfortunate Soul
4. Das Geheimnis der Dunklen Fee – Originaltitel: Mistress of All Evil
5. Das verzauberte Haar – Originaltitel: Mother Knows Best
6. Das Geheimnis der Schwestern – Originaltitel: The Odd Sisters
7. Cruella, die Teufelin – Originaltitel: Evil Thing
8. Das Herz so kalt – Originaltitel: Cold Hearted
9. Niemals Nimmerland – Originaltitel: Never Never

Marie Graßhoff – Hard Liquor

Tycho ist als Nachfahrin alter Götter übermenschlich stark. Besonders, wenn sie Alkohol trinkt. Nicht schlecht, um sich als Barkeeperin in New York gegen zwielichtige Typen zu behaupten. Doch auch nicht ohne Schattenseiten. Damit niemand jemals hinter ihr Geheimnis kommt, muss sie selbst ihren besten Freund Logan auf Abstand halten. Dann taucht auf einmal die attraktive Grayson in ihrem Leben auf, und Tycho hat zum ersten Mal das Gefühl, sich jemanden öffnen zu können. Aber Grayson hat ihr nicht die ganze Wahrheit erzählt. Und als kurz darauf eine Sekte hinter Tycho her ist, um ihre Kräfte für sich zu beanspruchen, weiß sie nicht, wem sie trauen kann… (Klappentext)

Nachdem ich zum einen letztes Jahr mit „Der dunkle Schwarm“ viel Spaß hatte und zum anderen Marie Graßhoff wahnsinnig sympathisch finde, habe ich mich sehr gefreut, dass ich „Hard Liquor“ als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Die Geschichte ist wirklich etwas Besonderes – leider verrät der Klappentext dabei schon viel zu viel.
Tycho ist eine junge Studentin, die schon viel in ihrem Leben durch hat. Nachdem ihre Eltern – und wenig später auch ihre Großmutter – gestorben ist, hat sie niemanden mehr bis auf ihren besten Freund Logan und seine Familie, die zum Glück wie eine zweite Familie für sie wurden.
Doch immer, wenn sie Alkohol trinkt, wird die Dunkelheit in ihr übermächtig, ebenso wie ihre Kräfte. Dann zieht sie als Maskierte durch die Gassen von New York und schlägt Menschen, die ihr komisch kommen, krankenhausreif.
Bis sie selber überwältigt und verschleppt wird.

Tycho und die Grundidee des Buches sind die beiden großen Stärken des Buches. Die Studentin ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, vor allem aber starken Problemen. Doch wirklich helfen kann ihr niemand, denn sie kann sich immer nur bis zu einem Punkt öffnen. Wer sie ist und was sie kann, muss sie für sich behalten. Das macht einsam. Schmerz, Gewalt und Alkohol heißt sie dafür immer wieder herzlich willkommen.

In dem Buch kommen nach und nach viele Menschen vor: Logan und seine Familie, Kommilitonen von Logan und Tycho, Kollegen – und vor allem Mitglieder verschiedener Organisationen. Jeder an sich ist besonders, speziell und vielschichtig. Manche habe ich sofort ins Herz geschlossen, es gab niemandem mit dem ich nicht auf die ein oder andere Weise warm wurde.

Doch leider konnte mich das Buch trotzdem nicht so richtig abholen.
Immer, wenn ich gelesen habe, hat es Spaß gemacht und ich bin schnell vorangekommen, aber wenn ich das Buch beiseitegelegt habe, konnte ich es problemlos tagelang nicht beachten. Es zog mich nicht zu der Geschichte. Das lag vor allem daran, dass sich bei mir einfach keine Spannung einstellen wollte. Und ohne fehlende Spannung, fielen mir nach und nach immer mehr Schwächen auf:
Die immer gleichen Formulierungen, bei denen jemand „ächzte“ oder mit dem Kopf „ruckte“. Viele Situationen, in denen irgendwo rumgesessen und geredet wurde. Das Fehlen von Extremsituationen um Tycho, in denen sie ihre Kräfte mal so richtig entfesselt hat. Später auch unlogische und unauthentische Wendungen. Eine Masse an offenen Fragen.

Ich höre so viele Begeisterte Stimmen. So viele lieben das Buch. Und ich würde das auch so gern fühlen. Allein schon, weil ich Marie Graßhoff so toll finde und ihre Ideen liebe. Aber „Hard Liquor“ und ich haben einfach nicht so recht zusammengefunden.

Marie Graßhoff – Hard Liquor
‎Bastei Lübbe, 17. Dezember 2021
ISBN 3404185102
525 Seiten
Taschenbuch; 15,00 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Hard Liquor
2. Spicy Noodles

Kostenloses Rezensionsexemplar

James Hamer-Morton – Sherlock Holmes Escape-Room-Universum

Versetze dich in die Rolle des weltberühmten Detektivs. Nutze deine Fähigkeiten der Beobachtung und Schlussfolgerung, um dich aus 10 anspruchsvollen Räumen zu befreien.

Sherlock Holmes wird vermisst. In der 221B Baker Street liegt ein erster Hinweis zu seinem Verschwinden vor. Begleite Dr. Watson, Sherlocks treuen Langzeitfreund, bei seiner Ermittlung und löse verschiedene knifflige Rätsel.
Vom Operationssaal bis hin zum Theater: Es gibt 10 außergewöhnliche Schauplätze, in denen du deine detektivischen Fähigkeiten unter Beweis stellen kannst, um dich zu befreien.
Gelingt es dir, den Meisterdetektiv zu finden und zu retten? (Klappentext)

Die Rätselbücher von Ullmann sind für mich aktuell das Non-Plus-Ultra. Es gibt die verschiedensten Arten der Bücher, aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind toll durchdacht und wunderschön designt.
Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich wieder eins aus der Escape-Room-Sparte als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Die Geschichte um das Verschwinden von Holmes ist der rote Faden des Buches und tatsächlich recht spannend. Vor allem wird man durch sie an zehn interessante Orte gebracht, die es zu erkunden gibt.
Innerhalb der „Räume“ gibt es jeweils eine Handvoll verschiedener „Gegenstände“, die entschlüsselt und kombiniert werden müssen, um am Ende Schlüssel, Zahlencodes oder Namen herauszufinden, die zum neuen Schauplatz führen.

Wie immer bei den Ullmann-Rätselbüchern gibt es auch hier eine detailreiche, wunderschöne Gestaltung. Fotos, Briefe, Illustrationen, Listen, Plakate, Landkarten… es gibt quasi nichts, was nicht verwendet und abgedruckt wurde. Allein durchzublättern macht so viel Spaß.

Aber der Hauptpart des Buches sind natürlich die Rätsel. Der Autor kündigte im Vorwort schon an, dass er auf die Kritik seines letzten Rätselbuches reagierte und die Rätsel schwerer gemacht wurden. Und das war kein leeres Versprechen.
Ich war ehrlicherweise bei fast allen Rätseln vollkommen aufgeschmissen. Die ganzen Gegenstände (quasi jedes ein Rätsel für sich) im Raum hingen alle auf die ein oder andere Weise zusammen, mussten kombiniert und entschlüsselt werden. Manche Dinge waren einigermaßen offensichtlich, die meisten aber doch um die Ecke gedacht. Nicht selten war es für mich überhaupt nicht verständlich, wo und wie ich die Rätsel angehen kann.
Nachdem ich mich beim ersten Raum durch alle Hinweise (die es immerhin in drei Stufen gibt) las, die mir aber nicht wirklich halfen, las ich mir die Lösungen durch. Ich dachte, ich hätte nun die Denkweise verstanden und habe vielleicht im nächsten Raum mehr Glück. Dann gab es aber wieder vollkommen neue Rätsel-Ideen und ich stand wieder total überfordert da.
Und wahrscheinlich war es schon in Raum zwei, als ich aufgab. Ich habe dann immer direkt die Lösung gelesen. Und selbst mit der recht detaillierten Lösung war mir immer noch nicht alles klar.

Ich glaube, zu zweit oder dritt macht das Buch mehr Spaß. Wenn man zusammen die Köpfe reinstecken kann und versucht, die Lösungen zu finden. Für mich allein ging bei dieser Schwierigkeitsstufe einfach der Ehrgeiz verloren.

Also lässt sich zusammenfassen, dass ich alles an dem Buch geliebt habe, was an sich nichts mit den Rätseln zu tun hatte: Optik, Geschichte, Detailreichtum, Idee. Die Rätsel an sich waren für mich dann einfach zu komplex , undurchsichtig und kompliziert.

James Hamer-Morton – Sherlock Holmes Escape-Room-Universum

Originaltitel: Sherlock Holmes Escape Room Puzzles (Oktober 2020)
Ullmann Medien GmbH, 26. April 2021
ISBN 3741525200
224 Seiten
Broschiert; 9,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Serena Valentino – Die Schönste im ganzen Land

Wie wurde aus der schönen Königin Schneewittchens böse Stiefmutter?

Als der König um ihre Hand bittet, willigt die wunderschöne Tochter des Spiegelmachers ein. Sie hofft, ihr Schicksal werde sich damit zum Besseren wenden. Aber wird es das…? (Klappentext)

„Schneewittchen und die sieben Zwerge“ war der erste abendfüllende Film von Walt Disney und ist mittlerweile über 80 Jahre alt. Vor vier Jahren habe ich meine Meinung zum Film bei Zacksmovie verbloggt.
Wer Disney-Filme mag, ist wohl nicht um ihn herumgekommen. Und so oder so ist das über 200 Jahre alte Märchen von den Gebrüdern Grimm wohl ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Jeder scheint also alles über Schneewittchen, das Mädchen mit Haut weiß wie Schnee, Lippen rot wie Blut und Haaren schwarz wie Ebenholz zu kennen. Und natürlich kennt auch jeder ihre böse Stiefmutter, die mit all ihrer Macht versucht, das Mädchen zu töten. Und das allein, weil es schöner ist als sie selber.
Doch was trieb die böse Königin dazu, so missgünstig zu werden? Das kann man nun dank Serena Valentino im Auftakt-Band zur Disney-Villains-Reihe nachlesen.

Die Tochter des Spiegelmachers ist glücklich. Der König wählt sie nach dem Tod seiner ersten Frau. Er liebt sie wahrhaftig und bringt ein wunderschönes kleines Mädchen mit in die Ehe, die wie eine Tochter für die neue Königin ist. Sie liebt sie wie ihr eigenes Kind. Sie will sie beschützen und ihr das schönste Leben ermöglichen. Doch dann geschieht etwas Schreckliches und das Leben der Königin nimmt eine dunkle Wendung.

Erst fand ich es fast etwas schade, dass man die Königin nicht als Kind kennenlernt, sondern direkt als erwachsene Frau, doch in Rückblicken erfährt man das ein oder andere aus ihrer Kindheit. Und schon war ich froh, dass ich dieses traurige Leben nicht hautnah miterleben musste. Ich erlebte eine liebevolle, herzensgute und freundliche Frau, doch da man weiß, wo die Entwicklung hingeht, war sie mir nie so richtig sympathisch.

Und diese Entwicklung war nicht sehr überraschend oder wendungsreich. Sie strebte strikt auf die mordlüsterne Königin zu und wäre das Buch nicht so kurz gewesen, hätte ich die Male, in denen die Geschichte seltsam stehenblieb, als Länge empfunden.
Als neues Element wurden die drei verdrehten Schwestern eingeführt, die mehr Einfluss auf die Geschichte haben als man als Schneewittchen-Kenner gedacht hätte. Die drei sind das Bindeglied zwischen allen Büchern aus der Villains-Reihe.

Was ich schade fand, was aber in der Natur der Geschichte liegt: dieser starke Fokus auf die Schönheit. Schon von Anfang an – als sie noch liebevoll war – bewertete die Königin die Optik aller um sich herum. Immer wieder floss diese Oberflächlichkeit mit ein und stellenweise dominierte das Wort Schönheit ganze Seiten. Es passte natürlich zum Märchen, denn wie sollte man es sonst drehen, dass die Königin ihre Stieftochter später aus Neid auf ihre Schönheit umbringen möchte? Trotzdem war es mir stellenweise deutlich zu viel.

Ich habe also tatsächlich allerhand Kritik an dem Buch. Trotzdem hatte ich eine kurzweilige Lektüre und fühlte mich gut unterhalten. Die schleichende Veränderung war gut gemacht.
Ich nehme es als das, was es ist: Ein solider Einstieg in eine Reihe um die Bösewichte der Disney-Filme, der mir plausibel sagen konnte, warum die Königin ist, wer sie ist.

Serena Valentino – Die Schönste im ganzen Land
Originaltitel: Fairest of All (August 2009)
Carlsen, 22. März 2019
ISBN 3551280207
261 Seiten
Gebunden; 12,00 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Die Schönste im ganzen Land – Originaltitel: Fairest of All
2. Das Biest in ihm – Originaltitel: The Beast Within
3. Die Einsame im Meer – Originaltitel: Poor Unfortunate Soul
4. Das Geheimnis der Dunklen Fee – Originaltitel: Mistress of All Evil
5. Das verzauberte Haar – Originaltitel: Mother Knows Best
6. Das Geheimnis der Schwestern – Originaltitel: The Odd Sisters
7. Cruella, die Teufelin – Originaltitel: Evil Thing
8. Das Herz so kalt – Originaltitel: Cold Hearted
9. Niemals Nimmerland – Originaltitel: Never Never

Edward Berry – Das geheime Tor – Die schönste Geschichte aller Zeiten

Der Medienmogul Mr. Zargo gibt nicht auf: Er hat sein zerstörerisches Werk gegen die Literatur fortgesetzt und in den Klassiker Die drei Musketiere einen Zwerg hineinschmuggeln lassen, der nun dort sein Unwesen treibt.

Beatriz Castells, Buchhändlerin in Barcelona und Tante der beiden Leseratten Alba und Diego, bietet ihrer Kollegin Sylvia von der bekannten Buchhandlung Shakespeare and Company in Paris an, die Kinder zu ihr zu schicken: Sie sollen auch dieser Hüterin der unsterblichen Geschichten helfen, einen der berühmtesten Romane der Weltliteratur zu retten.

Ein neues spannendes Abenteuer beginnt. Wird es Alba und Diego nach gefährlichen Intrigen und Fechtkämpfen gelingen, die Musketiere aus dem Bastille-Gefängnis zu befreien und den Zweig durch das geheime Finis-Tor zu schleusen? (Klappentext)

Nachdem mir der erste Teil um Alba und Diego – „Das verschwundene Buch“ – so gut gefallen hat, musste der zweite Teil nicht lange auf sich warten.

Im ersten Buch konnte mich allein die Idee schon so begeistern. Die schönste Geschichte aller Zeiten erscheint, doch plötzlich ist das Buch leer. Niemand erinnert sich mehr, was dort zu lesen war. Dafür sind die Klassiker vollkommen verändert. In „Peter Pan“ gibt es plötzlich Laserpistolen und in „Die drei Musketiere“ gibt es jetzt den Zwerg Gumpo, der sein Unwesen treibt.
Der Überraschungseffekt der Idee ist im zweiten Buch natürlich nicht mehr so vorhanden, doch ich freute mich darauf, dass Alba und Diego eine zweite Geschichte unsicher machen.
Leider war diese Geschichte „Die drei Musketiere“. Ich habe absolut keine Ahnung von ihr. Ich habe weder das Buch gelesen noch einen Film dazu gesehen. Das ist zwar grundsätzlich nicht wichtig, aber so kann man besser verstehen, welche Änderungen durch Gumpo ausgelöst wurden.
In diesem Zusammenhand fand ich persönlich auch schade, dass es sehr wenig außerhalb des Abenteuers bei den Musketieren gab. Ich hatte gehofft, dass es doch ein paar mehr Details zu der verschwundenen Geschichte gibt.

Die Kinder Alba und Diego sind niedlich und sympathisch und ich war gern an ihrer Seite. Vor allem, da sie dieses Mal nicht als verlorene Jungs, sondern als erwachsene Leibwächter unterwegs waren.
Doch natürlich waren weder sie noch ihr Hintergrund noch eine andere Person wirklich zentral oder gar vielschichtig.

Insgesamt war das Buch also wieder interessant und schnell zu lesen. Die Idee finde ich immer noch total klasse und ich wünschte mir diese Art von Geschichte in einer älteren Variante. Für mich persönlich war es aber nicht so spannend, dass man dieses Mal in „Die drei Musketiere“ ist.

Edward Berry – Das geheime Tor – Die schönste Geschichte aller Zeiten
Originaltitel: El Cuento màs maravilloso jamás escrito – Los cuatro mosqueteros y medio (Oktober 2015)
Sanssouci, 12. September 2017
ISBN 3990560433
256 Seiten
Gebunden; 15,00 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Das verschwundene Buch – Originaltitel: El Libro perdido
2. Das geheime Tor – Originaltitel: Los cuatro mosqueteros y medio
2. Der verrückte Ritter – Originaltitel: Don Quijote y el dragón
4. ??? – Originaltitel: Alicia en el País del Aburrimiento

Kelly Oram – Girl at Heart

Als sich unsere Blicke treffen, verschwindet das freche Grinsen von seinem Gesicht. »Er sieht dein wahres Ich«, murmelt er. »Das Ich, das du so verzweifelt gesucht hast.«

Charlie Hastings liebt Baseball über alles. Als einziges Mädchen in ihrem Highschool-Team hat sie es jedoch nicht immer leicht und wird häufig übersehen. Als ihr bester Freund, Teamkollege und heimlicher Schwarm, mit einem anderen Mädchen zum Abschlussball geht, ist Charlie am Boden zerstört. Sie hat die Nase voll davon, immer nur als Kumpel gesehen zu werden – also muss Veränderung her! Als Erstes beschließt sie, den Sport an den Nagel zu hängen. Aber die Meisterschaften stehen an, und ihr Team ist ohne Charlie aufgeschmissen. Da macht Kapitän Jace ihr ein Angebot: Wenn sie bleibt, hilft er ihr, zu sich selbst zu finden – und vielleicht gewinnt er ja so ihr Herz… (Klappentext)

Kelly Oram sorgte mit “Cinder & Ella” und “V is for Virgin” in den letzten Jahren ja für ein paar Überraschungshits. Umso mehr freute ich mich, als ich ihr neuestes Buch gewonnen habe, um es gemeinsam in einer Leserunde zu lesen.
Vor allem war ich darauf gespannt, wie das Frauenbild in diesem Buch ist. Meine größte Frage war: Wird sich Charlie verlieren? Oder wird sie einfach nur eine etwas weiblichere Version ihrer selbst?

Charlie ist vieles: Talentiert, lieb, cool, klug – und wahnsinnig erfolgreich in einem Team, das ansonsten nur aus Jungs besteht. Sie ist nur mit ihrem Vater aufgewachsen und lebte für den Sport. Ihre drei Teammitglieder Eric, Kevin und Diego sind ihre besten Freunde. Für sie ist Charlie „einer von den Jungs“. Sie schaffen es absolut nicht, Charlie als ein weibliches – oder noch schlimmer sexuelles – Wesen anzusehen. Und das bricht Charlie nach und nach immer mehr das Herz. Vor allem, weil es eigentlich Eric gehört. Also ändert sie sich, lernt Mädchendinge, stylt sich um. Das kommt nicht bei jedem gut an.

Gerade im ersten Drittel stand dem Buch jegliches Potenzial offen. Ich hatte so viele Fragen: Steht Eric doch eigentlich auf Charlie? Meint es Jace ernst mit ihr? Verliebt sich Charlie in Jace? Was wird dann aus ihrer Liebe zu Eric? Entsteht eine Dreieckesgeschichte? Wird sie mit ihrem Umstyling glücklich? Gesteht sie sich am Ende ein, dass das alles doch nichts für sie war und wird wieder „die alte Charlie“?
Ich las also wirklich gespannt – und schnell. Denn das ist hier so richtig gut möglich. Kelly Oram schreibt so locker und leicht, dass man sich so richtig schön in der Highschool-Welt verlieren kann.

Doch umso weiter ich las, umso ernüchterter wurde ich.
Charlie begann, mich ein wenig zu nerven. Einerseits selbstbewusst und lustig, andererseits so vollkommen unsicher. Ständig wurde sie rot. Ständig konnte sie mit netten Worten nicht umgehen. Ich konnte aus ihrer Geschichte heraus schon verstehen, warum es so war, aber es wurde mir langsam zu viel.
Insgesamt konnte ich aber viele Probleme und Gedanken schlecht nachvollziehen. Sind Teenie-Probleme mittlerweile so unverständlich für mich? Scheinbar.
Genauso unverständlich war für mich, dass die Eltern von Achtzehnjährigen einen vollkommenen Aufstand machen, wenn sich ein junges Paar küsst.

Aber das waren im Prinzip Kleinigkeiten. Mein Hauptaugenmerk lag auf Charlies Veränderung und die Frage: Wer wird am Ende ihr Herz gewinnen? Da waren immerhin noch all meine offenen Fragen.
Doch Kelly Oram ging den einfachsten, glattesten und langweiligsten Weg. Es gab nicht wirklich Dramen, keine Überraschungen, kaum Herz. Das Ende war dann für mich auch ziemlich drüber.

Am Ende blieb eine zuckrig leichte Liebesgeschichte, die vollkommen ohne Überraschungen auskam. Klar fieberte ich auch mit Charlie mit, begleitete gespannt ihr Umstyling, verstand ihre Unsicherheiten und Wünsche nach mehr. Das Buch ließ sich leicht lesen und das Baseballthema war präsent, aber klein genug, damit auch vollkommen Unwissende, wie ich, kein Problem haben, dort durchzusteigen. Aber ich hatte auf deutlich mehr Spannung(en) gehofft.
Wer also kitschige Liebesstorys mag, ist hier genau richtig. Für wen es dann doch ein bisschen mehr sein darf, bei dem bleiben ein paar Wünsche offen.

Kelly Oram – Girl at Heart
Originaltitel: Girl at Heart (Oktober 2019)
one Verlag, 27. November 2020
ISBN 3846601152
310 Seiten
Broschiert; 12,90 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Nicholas Trenti – Pocket Escape Book – Auf der Suche nach dem Tempel von Wen Sé

Sie sind Elisa Jayne Gody, Doktorin für Geschichte und Kultur der Antike. Ihre Freude ist groß, als ein jüngst in Venedig entdecktes Pergament Ihnen die nötigen Hinweise verschafft, um den Tempel von Wen Sé in Südostasien zu lokalisieren, über den Sie schon seit Jahren forschen.
Und nun befinden Sie sich kurz vor Ihrem Ziel, in einem undurchdringlichen Dschungel im Herzen Kambodschas, auf den Spuren des Volkes der Wala’o, das in seinem Tempel einen Diamanten mit außergewöhnlichen Kräften versteckt haben soll… (Klappentext)

Wen Sé und ich hatten einen schweren Start. Eigentlich wollte ich diesen Teil als erstes von den drei neuen Escape-Büchern – mit „Rätsel um Leonardo“ und „Tutanchamuns Geheimnis“ – lesen. Doch dann steckte ich im ersten Raum direkt fest und verlor die Lust. Also habe ich das Buch nach hinten gestellt und nun noch einmal mein Glück versucht.

Story:
Eine große Story gibt es nicht und der Klappentext sagt schon alles Relevante. Der kurze Plot besagt, dass man im kambodschanischen Dschungel einen Tempel findet, der einen Diamanten beheimaten soll. Der Tempel besteht aus vier Räumen, die man nach und nach durchlaufen muss.

Spielweise:
Das ganze Buch funktioniert ähnlich wie ein Point-and-Click-Adventure am PC. Man findet im Raum verschiedene Gegenstände, die ein Kürzel aus zwei Buchstaben haben. Man kann sie miteinander kombinieren oder aus einer der festen Optionen (Untersuchen, Öffnen, Bewegen) wählen. Diese Codes aus vier Buchstaben muss man im Decoder suchen, der diese in einen Code aus vier Zahlen umwandelt. In einem weiteren Teil des Buches zeigen die dann wiederum an, wie die Geschichte weitergeht oder sie führen zu neuen Rätseln und Gegenständen. Die Rätsel sind vielfältig (eine Art Tetris, Labyrinthe, Zeichen dechiffrieren etc.) und führen jeweils immer wieder zu einem Code aus vier Zahlen.
Bei meinem ersten Buch von Nicolas Trenti, „Das Mega Game“, habe ich mir den Spaß mit dem Decoder und den verschiedenen Codes innerhalb des Buches gemacht. Dieses Mal habe ich direkt die Website genutzt, in die man schnell und einfach die Codes (egal ob Buchstaben oder Zahlen) eingibt und liest, ob es eine Sackgasse ist oder man richtig liegt. Somit erspart man sich das viele hin und her blättern. Außerdem läuft direkt ein Timer mit, denn das Buch ist darauf ausgelegt, dass man es in 60 Minuten schafft.

Spaßfaktor:
Der Tempel von Wen Sé und ich hatten einen schweren Start und dabei blieb es auch.
Für mich bestanden die Rätsel hauptsächlich aus Trial and Error. Ich habe viel herumprobiert, welche Kombinationen mich weiterführen. Selten war es offensichtlich für mich. Die ersten drei Räume gingen trotzdem dieses Mal recht reibungslos. Aber im vierten schien sich dann alles zu überschlagen. Erst hatte ich das Gefühl, dass ich im dritten Raum eine ungeplante Abkürzung genommen hätte, dann habe ich bei den Codes aus Versehen schon eine Lösung gesehen, als ich die Codes im Buch zusätzlich nutzte (manches Mal ist es einfacher, wenn man ein Rätsel und eine Hilfestellung, wie eine Übersetzungstabelle, parallel offen hat). Eine andere Sache hatte ich gar nicht erst probiert, bin aber ebenfalls unbeabsichtigt über den richtigen Code gestolpert. Gefühlt passierte im vierten Raum alles auf einmal und bei mir stellte sich ein Gefühl zwischen Überforderung und Lustlosigkeit ein. Ich wollte einfach nur noch fertig werden.
An dem Punkt habe ich die angedachten 60 Minuten aber auch schon weit (!) überschritten.

Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich etwas unschlüssig bin. Die Rätsel an sich waren cool und vielfältig und der Plot immerhin ganz nett. Vor allem, wenn man Lara Croft oder Indiana Jones mag, kann man sich gut hineinfühlen. Aber irgendwie kam ich nie richtig an. Die Rätsellösungen und ich schwammen nicht auf einer Wellenlänge. Dabei finde ich gar nicht, dass ein Buch nur gut ist, wenn man einfach durch alles durchkommt. So soll es ja auch nicht sein. Knifflig darf es schon sein. Aber ich persönlich war hier oft aufgeschmissen und probierte wild herum, was den Spaß dann auch nahm.
Ich tippe aber, dass es an mir und nicht ernsthaft an dem Buch lag. Falscher Zeitpunkt, falsche Logik. Für andere kann das durchaus viel besser passen.

Nicholas Trenti – Auf der Suche nach dem Tempel von Wen Sé
Originaltitel: Escape Game Poche – À la recherche du temple de Wen Sé (Februar 2020)
Ullmann Medien GmbH, 24. August 2020
ISBN 3741524948
128 Seiten
Broschiert; 5,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Weitere Bücher der Pocket Escape Books: (Klick für die Rezension)

Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde

Die offizielle, total wahre Geschichte über den großen Streit zwischen den Tapper Zwillingen

Leni: Mein Name ist Leni Tapper. Ich habe gerade einen Krieg hinter mir und schreibe alles auf, damit zukünftige Generationen erfahren, was genau geschehen ist und wer schuld daran war (Ben).
Ben: Es einen Krieg zu nennen, ist ziemlich bekloppt. Aber Leni muss immer aus allem eine Riesensache machen. Ich meine, okay, ein Weile lief es etwas aus dem Ruder, aber ich hatte mit der ganzen Polizeisache nichts zu tun. Ehrlich. Das war allein Leni.

LENI und BEN sind Geschwister. Sogar ZWILLINGE. Und dabei so was von unzwillingsmäßig, dass sie sich mächtig auf die NERVEN gehen. Unter Geschwistern ganz normal, oder? ODER…???

…Streiche waren gestern. Jetzt sind die Fronten abgesteckt. Der KRIEG kann beginnen…
(Klappentext)

Es brauchte nur einen Auslöser und schon sind die Zwillinge Leni und Ben sauer aufeinander. Und zwar so richtig. Eine Racheaktion folgt der anderen. Es spitzt sich immer mehr zu, bis aus kleinen Sticheleien Dinge entstehen, die den anderen emotional schwer verletzen.

Dieses Buch ist ein klassischer Fall von „Der Weg ist das Ziel“. Die beiden Geschwister sind zwölf Jahre alt, das angepeilte Lesepublikum ist ähnlich alt. Und denen soll scheinbar vermittelt werden, wie schlimm und verletzend (Cyber)Mobbing und das Zerstören von Eigentum sein kann und was für Konsequenzen sowohl „Täter“ als auch „Opfer“ erwarten.

Diese Moral empfand ich tatsächlich ziemlich wichtig. Die Streiche (und später Gemeinheiten), die sich die beiden spielen, sind nicht weit von der Realität weg und die Leser können somit auch ihr eigenes Verhalten reflektieren.
Nichtsdestotrotz findet man in dem Alter die Streiche sicher witzig. Beim Lesen habe ich mir ständig meine Nichte und meinen Neffen vorgestellt und wusste, dass die beiden mit dem Buch richtig Spaß hätten. Ihre Mutter hat das Buch sogar direkt gekauft, als ich davon erzählte.
Ich fand das alles nur leider echt nicht witzig. Weder Pupsen noch tote Fische im Rucksack konnten mich erheitern. Demnach wartete ich auch nicht gespannt auf die nächste Aktion.

Trotz allem las ich das Buch schnell und auch recht gern, denn die Geschwister mochte ich trotzdem. Ich war ganz gern bei ihnen und mich interessierte der Rest neben den Streichen – ihre Freundschaften, ihre Gefühle, ihre Meinungen.
Außerdem war ich wieder großer Fan der Art des Buches, denn Leni schrieb alles als „Chronik“ auf und um den Verlauf korrekt wiederzugeben, führte sie Interviews mit Ben und ihren und seinen Freunden. Außerdem gab es SMS-Verläufe der Eltern und weitere Skizzen und Bilder. Ich lese so etwas gern.

So fällt mein Fazit also zwiegespalten aus: Ich mochte die Art und die Figuren, aber was genau passierte – das Hauptthema – fand ich nicht spannend oder lustig. Ich bin aber auch mal wieder deutlich älter als die Zielgruppe. Und die wird die Streiche sicher richtig witzig finden – und bekommt noch eine gut verpackte Belehrung dazu.

Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde
Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other) (April 2015)
cbj, 29. Februar 2016
ISBN 3570171701
223 Seiten
Gebunden; 12,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde – Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other)
2. Tapper Twins – Gemeinsam sind wir unerträglich – Originaltitel: The Tapper Twins Tear Up New York
3. Tapper Twins – Regieren die Welt – Originaltitel: The Tapper Twins Run for President
4. Tapper Twins – Löschen das Internet – Originaltitel: The Tapper Twins Go Viral

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