Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde

Die offizielle, total wahre Geschichte über den großen Streit zwischen den Tapper Zwillingen

Leni: Mein Name ist Leni Tapper. Ich habe gerade einen Krieg hinter mir und schreibe alles auf, damit zukünftige Generationen erfahren, was genau geschehen ist und wer schuld daran war (Ben).
Ben: Es einen Krieg zu nennen, ist ziemlich bekloppt. Aber Leni muss immer aus allem eine Riesensache machen. Ich meine, okay, ein Weile lief es etwas aus dem Ruder, aber ich hatte mit der ganzen Polizeisache nichts zu tun. Ehrlich. Das war allein Leni.

LENI und BEN sind Geschwister. Sogar ZWILLINGE. Und dabei so was von unzwillingsmäßig, dass sie sich mächtig auf die NERVEN gehen. Unter Geschwistern ganz normal, oder? ODER…???

…Streiche waren gestern. Jetzt sind die Fronten abgesteckt. Der KRIEG kann beginnen…
(Klappentext)

Es brauchte nur einen Auslöser und schon sind die Zwillinge Leni und Ben sauer aufeinander. Und zwar so richtig. Eine Racheaktion folgt der anderen. Es spitzt sich immer mehr zu, bis aus kleinen Sticheleien Dinge entstehen, die den anderen emotional schwer verletzen.

Dieses Buch ist ein klassischer Fall von „Der Weg ist das Ziel“. Die beiden Geschwister sind zwölf Jahre alt, das angepeilte Lesepublikum ist ähnlich alt. Und denen soll scheinbar vermittelt werden, wie schlimm und verletzend (Cyber)Mobbing und das Zerstören von Eigentum sein kann und was für Konsequenzen sowohl „Täter“ als auch „Opfer“ erwarten.

Diese Moral empfand ich tatsächlich ziemlich wichtig. Die Streiche (und später Gemeinheiten), die sich die beiden spielen, sind nicht weit von der Realität weg und die Leser können somit auch ihr eigenes Verhalten reflektieren.
Nichtsdestotrotz findet man in dem Alter die Streiche sicher witzig. Beim Lesen habe ich mir ständig meine Nichte und meinen Neffen vorgestellt und wusste, dass die beiden mit dem Buch richtig Spaß hätten. Ihre Mutter hat das Buch sogar direkt gekauft, als ich davon erzählte.
Ich fand das alles nur leider echt nicht witzig. Weder Pupsen noch tote Fische im Rucksack konnten mich erheitern. Demnach wartete ich auch nicht gespannt auf die nächste Aktion.

Trotz allem las ich das Buch schnell und auch recht gern, denn die Geschwister mochte ich trotzdem. Ich war ganz gern bei ihnen und mich interessierte der Rest neben den Streichen – ihre Freundschaften, ihre Gefühle, ihre Meinungen.
Außerdem war ich wieder großer Fan der Art des Buches, denn Leni schrieb alles als „Chronik“ auf und um den Verlauf korrekt wiederzugeben, führte sie Interviews mit Ben und ihren und seinen Freunden. Außerdem gab es SMS-Verläufe der Eltern und weitere Skizzen und Bilder. Ich lese so etwas gern.

So fällt mein Fazit also zwiegespalten aus: Ich mochte die Art und die Figuren, aber was genau passierte – das Hauptthema – fand ich nicht spannend oder lustig. Ich bin aber auch mal wieder deutlich älter als die Zielgruppe. Und die wird die Streiche sicher richtig witzig finden – und bekommt noch eine gut verpackte Belehrung dazu.

Geoff Rodkey – Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde
Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other) (April 2015)
cbj, 29. Februar 2016
ISBN 3570171701
223 Seiten
Gebunden; 12,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde – Originaltitel: The Tapper Twins Go to War (With Each Other)
2. Tapper Twins – Gemeinsam sind wir unerträglich – Originaltitel: The Tapper Twins Tear Up New York
3. Tapper Twins – Regieren die Welt – Originaltitel: The Tapper Twins Run for President
4. Tapper Twins – Löschen das Internet – Originaltitel: The Tapper Twins Go Viral

R. L. Stine – Schattenwelt – Das Gruselmuseum

Kampf mit dem Zauberschwert
Endlich ist sie da, die alte Ritterrüstung aus England! Sie soll die Attraktion des Gruselmuseums in der Fear Street werden. Aber Mikes Begeisterung ist nicht von langer Dauer: Bildet er es sich nur ein, oder schimmert da tatsächlich ein geheimnisvolles Licht durch das Visier? Und wieso wird er das unbehagliche Gefühl nicht los, beobachtet zu werden? Ehe er sich versieht, steckt Mike mittendrin in einem Kampf gegen magische Kräfte. (Klappentext)

Als Kind habe ich super gern die Fear-Street-Bücher von R. L. Stine gelesen und deswegen lieh ich sie regelmäßig aus der Bibliothek. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Phase, in der ich mir einige Bücher der Reihe kaufte. Als ich in einem Ein-Euro-Laden dieses Buch hier fand, nahm ich es direkt mit.
Was ich vorher nicht wusste, beim Lesen aber direkt feststellte: „Schattenwelt“ ist für ein (noch) jüngeres Publikum als „Fear Street“.

Mike ist zwölf Jahre alt und verbringt seine freie Zeit im Gruselmuseum seines Vaters, das praktischerweise das komplette untere Stockwerk ihres Hauses einnimmt. Bald soll die neue Ritterrüstung ankommen, die Onkel Basil aufgetrieben hat. Spuken soll sie und das würde das neue Museum in der Fear Street finanziell sicher gut dastehen lassen. Doch dass sie lebensgefährlich wird, damit hatte Mike nicht gerechnet.

Das Buch ist mit 125 Seiten sehr kurz. Ohne viel Schnickschnack dreht sich alles um den einzigen Erzählstrang rund um die Rüstung.
Es wird kurz beschrieben, welche Ausstellungsstücke das Museum für seine Besucher bereithält, aber ansonsten spielen Äußerlichkeiten keine Rollen – weder die der Personen noch des Hauses.

Die Story ist demnach sehr einfach und klar gehalten. Und trotz dieser Einfachheit schaffte R. L. Stine es kurzzeitig, dass es mich ganz leicht gruselt. Aber eben genau so leicht, dass es für Kinder wohlig kribbeln wird. Spannend bleibt es für sie allemal.

Für ein erwachsenes Publikum hielt sich die Spannung in Grenzen. Auch der Kampf gegen die magischen Kräfte war nun keine epische Schlacht. Trotzdem war beides eine nette Kombination, um das Buch mal kurz in einem Rutsch durchzulesen, so wie ich es getan habe.

Das war mein erstes Buch der Schattenwelt-Reihe – und wird wahrscheinlich auch mein letztes bleiben. Auch wenn ich es in einem Rutsch gelesen habe, hat es mir zu wenig gegeben. Ich bin der Zielgruppe einfach mehr als deutlich entwachsen. Es war eine nette Geschichte um einen netten Jungen, der einen nicht so netten, magischen Ritter bekämpfen muss.
Für Kinder ist das ein tolles Buch, da bin ich sicher. Da gibt es dann Abenteuer, Spannung und Magie zu entdecken. Für mich war das eine vollkommen okaye Lektüre für mal ganz fix zwischendurch.

R. L. Stine – Schattenwelt – Das Gruselmuseum

Originaltitel: Fright Knight
Loewe, 2002
ISBN 3785541821
125 Seiten
Gebunden
(Neu nicht mehr erhältlich)

Andere Bücher des Autoren:
Fear Street – Das Skalpell – Originaltitel: The Knife
Fear Street – Die Falle – Originaltitel: Wrong Number 2
Fear Street – Die Mutprobe – Originaltitel: The Thrill Club
Fear Street – Eingeschlossen – Originaltitel: Ski Weekend
Fear Street – Falsch verbunden – Originaltitel: Wrong Number

Courtney Summers – Sadie

Sadie ist verschwunden. Die Polizei findet nichts als ein verlassenes Auto und ihren Rucksack. Auf flehende Bitte von Sadies Ersatzoma nimmt ein Journalist die Suche auf.

In seinem Podcast folgt West McCray Sadies Spuren und gräbt in ihrer Familiengeschichte. Erst vor Kurzem wurde Sadies Schwester Mattie ermordet aufgefunden. Auch wenn er die Zusammenhänge noch nicht versteht, spürt McCray intuitiv: Er darf keine Zeit verlieren.

Sadie hätte alles gegeben, um ihre kleine Schwester zu schützen. Jetzt bleibt ihr nur noch eines – sie muss Matties Mörder finden. Koste es, was es wolle. (Klappentext)

Sadie hatte bisher kein einfaches Leben. Sie wuchs ohne Vater, dafür mit einer drogenabhängigen Mutter und ihren wechselnden Verehrern in einem Trailerpark auf. Als sie sechs Jahre alt war, kam ihre Schwester Mattie zur Welt und damit begann ihre eigene zu leuchten. Plötzlich war da so viel Liebe, die sie von ihrer Mutter nicht kannte. Sie hat alles für Mattie getan, wollte sie nur glücklich sehen. Das zerbrach, als Mattie umgebracht wurde. Alles, was Sadie bleibt, ist der Wunsch, Matties Mörder zu finden und ihre Schwester zu rächen.

Die Geschichte um Sadie und Mattie wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen folgt man Sadie auf der Suche nach dem Mörder und zum anderen dem Podcast, der einige Monate nach Sadies Verschwinden – und damit auch ihrem Teil der Geschichte – spielt.
Daraus ergeben sich zwei komplett verschiedene Erzählweisen: Sadie beschreibt alles Erlebte tiefgründig und emotional, West McCray sachlich mit verschiedenen Interviewpartnern.

Die Story an sich ist prinzipiell eine altbekannte. Bücher über verschwundene Kinder gibt es wie Sand am Meer. Der Podcast macht das Ganze aber modern, frisch und bietet ein anderes Leseerlebnis. Schade ist dabei nur, dass sich das meiste doppelt. Alles, was man in Sadies Teilen hautnah miterlebt, wird von West McCray nach und nach aufgedeckt und nachverfolgt. Nichtsdestotrotz mochte ich diese Teile sehr gern – eben weil es besonders war.

Das Buch lebt vor allem davon, dass der Leser in die Geschichte von Sadie hineingezogen werden und mitfühlen muss. Der Leser muss ihr gebrochenes Herz fühlen und verstehen, warum für Sadie ohne Mattie nichts mehr von Wert ist. Er muss die Jagd quer durch die USA, das Nachgehen kleinster Hinweise und Puzzleteile nachvollziehen können.
Das Problem: Ich konnte das alles nicht. Sadie war für mich unnahbar und trotz ihrer tragischen Vergangenheit und großen Liebe zu ihrer kleinen Schwester unsympathisch. Ich baute keine Verbindung zu ihr auf.

Das Buch versuchte manche Details lange für sich zu behalten, um dann nach und nach die Umstände von Matties Tod und Sadies Suche nach dem Mörder aufzudecken. Doch die Details wurden nie mit einem großem Wumms entschlüsselt, sondern eher neben bei. Manches kann man vorher schon vermuten, anderes bleibt seltsam uninteressant.
Das wären immerhin die Stellen gewesen, in denen das Buch mit Spannung hätte glänzen können, aber leider hat es das – für mich – nicht geschafft. Insgesamt fehlte mir die Spannung. Mattie war schon zu Beginn des Buches tot und ich hatte keine Beziehung zu ihr, brauchte dementsprechend keine Rache für sie. Sadie fuhr von Station zu Station, um den Mörder zu finden. Das war manchmal langwierig und gab keinen Thrill her. Und auch das Ende war für mich nicht befriedigend.

Zusätzlich ist schade, dass der „Spannungsmacher“ auf dem Titel („Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren.“) nicht stimmt. West McCray schafft es nach und nach den Weg von Sadie nachzuvollziehen und Geheimnisse aufzudecken. Da ist es vollkommen irrelevant, ob sie gefunden wird oder nicht.

Sadies Suche nach dem Mörder ihrer Schwester und die Suche des Journalisten nach Sadie hätte wirklich cool werden können. Spannend, aufregend, modern und berührend. Es blieb auf der Stufe „interessant“, das Leben aller Protagonisten kennenzulernen, doch egal, wie dramatisch es war, es kam nie zu mir durch. Durch den Podcast war das Buch trotzdem neu, modern und machte mir in Teilen Spaß. Dafür gibt es .

Courtney Summers – Sadie
Originaltitel: Sadie (September 2018)
Beltz & Gelberg, 7. Februar 2019
ISBN 340781240X
359 Seiten
Broschiert; 16,95 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Trish Cook – Midnight Sun

Eine Liebe, so unendlich wie ein Sommernachtshimmel

Auf den ersten Blick ist die 17-jährige Katie ein Mädchen wie jedes andere: Sie schreibt ihre eigenen Songs, hängt mit ihrer besten Freundin ab oder beobachtet ihren Schwarm Charlie aus der Ferne. Als der eines Abends Katies Auftritt als Straßenmusikerin sieht, verliebt er sich Hals über Kopf in sie. Katie schwebt im siebten Himmel – doch sie verschweigt Charlie etwas Lebenswichtiges: Katie leidet an einer seltenen Krankheit, die jegliches Sonnenlicht zur tödlichen Gefahr macht. Wie berauscht treibt sie mit Charlie durch die lauen Sommernächte und setzt alles auf eine Karte… (Klappentext)

Nachdem eine Bloggerin auf Instagram vollkommen aufgelöst in ihre Instastorys schluchzte, weil sie eben „Midnight Sun“ beendet hat, wusste ich, dass ich dieses Buch auch lesen muss. Ich werde doch so gern von Büchern bewegt.

Das Buch hat wirklich große Buchstaben und wenige Seiten und doch brauchte ich einige Wochen, um es zu beenden.
Direkt am Anfang hatte mich das Buch schon ein wenig verloren. Katie spricht zum Zuschauer in sehr lockerer Weise. Das Lockere wirkt nicht unangenehm oder unpassend, aber doch so, dass ich gleich ahnte, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Außerdem mag ich das Durchbrechen der vierten Wand einfach nicht.
Das nächste Mal hat mich das Buch ein paar Seiten weiter verloren. Gut, vielleicht kennt man das britische Boxenluder Katie Price nicht in Amerika und die Autorin ahnte nichts von der Dopplung, aber dass das kranke, kluge, musikalische siebzehnjährige Mädchen so hieß, konnte ich nicht ernst nehmen.

Die Geschichte an sich entwickelte sich dann schnell und vorhersehbar, selbst wenn man den Klappentext nicht kennt. Katie beobachtet ihren Schwarm Charlie seit Grundschulzeiten von ihrem Fenster aus und er ahnt nichts von ihrer Existenz.
Als er sie zufällig nachts beim Spielen ihrer Songs sieht, ist er sofort fasziniert. Da ist sie also: Die Chance für Katie, ihre große Liebe zu erobern.
Doch wie erklärt man jemandem, dass man sich keinem Sonnenlicht aussetzen darf und dass man sterben kann, wenn man es doch tut?

Ehrlicherweise steckt hier doch ein riesengroßer Logikfehler. Katie war anfänglich noch in der Schule, bevor sie zuhause unterrichtet wurde. Charlie ist in ihrem Alter und kommt jeden Tag an ihrem Haus vorbei. Beide wohnen in einer kleinen Stadt. Wie sollte er nie von dem Mädchen mit der seltenen Krankheit gehört haben? Vor allem, da andere ganz genau wissen, wer Katie ist.

Darüber hätte ich aber hinwegsehen können, wenn mich Katie berührt hätte. Sie blieb jedoch die ganze Zeit flach. Natürlich ist sie klug, tapfer, nett, liebevoll – all diese guten Dinge, aber ich kam nie an sie heran. Hatte auch keinen Grund dazu. Sie war nicht unsympathisch, aber eben auch nicht wirklich das Gegenteil. Sie interessierte mich einfach nicht.

Ich quälte mich also zu drei Vierteln durch eine vorhersehbare, unspannende Story mit mittelmäßig interessante Figuren. Die Sprache gab mir zusätzlich überhaupt nichts.
Dann schaffte das Buch es aber tatsächlich noch, mich zu berühren. Auch ich musste etwas heulen – aber bei Weitem nicht so wie die andere Bloggerin. Diesen Spagat des Buches konnte ich schwer begreifen: Ziemlich lahmes Buch, das mich letztlich doch berühren konnte.
So richtig hebt das meine Bewertung aber nicht. Es bleibt seltsam mittelmäßig.

Trish Cook – Midnight Sun
Originaltitel: Midnight Sun (September 2017)
cbt, 12. Februar 2018
ISBN: 9783570312124
296 Seiten
Taschenbuch, 10,99 Euro

Amelie rennt

©farbfilm home entertainment

Amelie ist 13, eine waschechte Großstadtgöre und womöglich das sturste Mädchen in ganz Berlin. Amelie lässt sich von niemanden etwas sagen, schon gar nicht von ihren Eltern, die sie nach einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall in eine spezielle Klinik nach Südtirol verfrachten. Genau das, was Amelie nicht will. Anstatt sich helfen zu lassen, reißt sie aus. Sie flüchtet dorthin, wo sie garantiert niemand vermutet: Bergauf. Mitten in den Alpen trifft sie auf einen geheimnisvollen 15-Jährigen mit dem sonderbaren Namen Bart. Als der ungebetene Begleiter ihr das Leben rettet, stellt Amelie fest, dass Bart viel interessanter ist, als anfangs gedacht. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Reise, bei der es um hoffnungsvolle Wunder und echte Freundschaft geht. (Kurzinhalt laut Presseheft)

Nachdem ich angefragt wurde, ob ich die kürzlich für den Deutschen Filmpreis nominierte Coming-of-Age -Geschichte vorab zur DVD- und BluRay-Veröffentlichung sehen möchte, sagte ich schnell ja. Ich sehe (und lese) selten solche Storys. Und wenn es nun sogar die Nominierung gibt, erwartete ich eine Perle.

Als ich den Klappentext las, erwartete ich ein wenig eine Art Heidi-Geschichte. So viele Elemente schienen übernommen zu sein. Doch so war der Film letztendlich nicht.

Regisseur Tobias Wiemann („Großstadtklein“) schuf einen Film, der sich für mich vordergründig erst einmal schön anschauen ließ. Die Berge mit all ihren Besonderheiten boten eine genauso tolle Kulisse wie das wuselige Berlin, in dem die Geschichte startete. Doch man konnte ihn nicht nur oberflächlich schön ansehen, sondern die Geschichte war auch noch tiefgründig. Es geht um so viel mehr, als das, was der Klappentext vermittelt. Trennung der Eltern, das Erwachsenwerden, sich selber erkennen, andere Gegenden erkunden, Freundschaften aufbauen. Das meiste davon machte Amelie in Südtirol in der Klinik, denn sie musste – ganz entgegen ihres Willens – ihre Stadt und ihre Freunde verlassen und sich dem stellen, das sie am liebsten ignorieren würde: ihrer Krankheit.

Asthma ist eines der zentralen Themen des Films – der Auslöser für alles im Prinzip. Ihm wird deswegen auch viel Raum im Film gegeben. Symptome, Einschränkungen, Therapiemaßnahmen, Tests. Der Film deckt vieles ab, informiert, zeigt die Probleme der Jugendlichen damit auf. Denn Asthma ist eine Angriffsfläche von Amelie. Meistens greift sie sich diesbezüglich jedoch selber an.

Genau dieses Verhalten legt Amelie häufig an den Tag. Angriff ist bei ihr die beste Verteidigung. Egal, ob sie sich gegen fiese Jungs, ihre Eltern oder die nervige Zimmernachbarin in der Klinik wehren will.
Dem Zuschauer – respektive mir – hat es diese Art nicht immer leicht gemacht. Amelie ist einfach keine grundsympathische Person. Beschrieben wird sie als stur. Ja, das ist sie. Ich fand sie aber auch ungerecht und gemein. Zu allen irgendwie. Zumindest anfangs.
Keine Frage, die junge Schauspielerin Mia Kasalo hat ihre Sache dabei wirklich gut und überzeugend gemacht. Aber ich mochte eben nicht, was dargestellt werden sollte.

Der 15-jährige Bart war da schon deutlich sympathischer. Glaube ich zumindest, denn ich muss gestehen, dass ich ihn einfach nicht verstanden habe. Nie. Ich konnte seinen Dialekt nicht verstehen. Wenn es hoch kommt, habe ich 20 Prozent seiner Redeanteile verstanden. Und da war dann vieles noch zusammengereimt.

Und dieser Faktor – der Faktor Mensch – hat mir den Filmspaß verleidet. Der Film war so hübsch anzusehen und die Geschichte doch auch einigermaßen tiefgründig. Aber dann fand ich die Hauptperson unsympathisch und den Gegenpart habe ich nicht verstanden. Schade.

Wenn ich schon einer der wichtigsten Personen nicht folgen konnte, so konnte ich es bei der Musik. Und da lauschte ich besonders. Tolle, idyllische Klänge, die perfekt zu den schönen Bergen passten.

Ich bin also zwiegespalten. Im wahrsten Sinne des Wortes: Geschichte schön, (Haupt)Figuren eher nicht.

Amelie rennt
Filmverleih: farbfilm home entertainment
Lauflänge: 93 Minuten
FSK 6
Ab dem 20. April 2018 auf DVD und Blu-Ray

Kostenloses Rezensionsexemplar

Hans Rath – Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Rath_Und Gott sprach Du musst mir helfen

«Du sollst den Menschen die frohe Botschaft verkünden.»
«Vergiss es, Abel. Sie werden mir nicht zuhören.»
«Sag ihnen, wenn sie dir blöd kommen, komme ich mit der Apokalypse.»

Die Welt ist schlecht. Das muss Jakob Jakobi am eigenen Leib erfahren, als er ausgerechnet auf dem Weihnachtsmarkt von zwei Typen in Nikolausverkleidung bestohlen wird. Aber nicht nur im Kleinen, auch im Großen muss dringend was passieren auf der Erde. Sagt wer? Ein alter Bekannter Jakobs: Gott persönlich. Der taucht in Gestalt des Lebenskünstlers Abel Baumann auf und wirft erst mal Jakobs Winterurlaubspläne über den Haufen. Und nicht nur das: Diesmal ernennt Gott seinen Extherapeuten kurzerhand zum neuen Messias. Eine kleine Schar etwas zwielichtiger Apostel gesellt sich auch bald dazu – doch Jakob zweifelt sehr daran, dass das mit der Weltrettung so funktioniert. Und wo soll man überhaupt anfangen? (Klappentext)

Ich habe mich so wahnsinnig gefreut, als mein Freund mich mit dem zweiten Teil („Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!“) und diesem dritten Teil der Jakob-Jakobi-Reihe überraschte. Als ich vor über zwei Jahren den ersten Teil („Und Gott sprach: Wir müssen reden!“) gelesen hatte, fand ich das Buch so toll und wollte endlich die Reihe weiterlesen.
Ich habe die letzten beiden Bücher nun direkt hintereinander gelesen.

Als ich anfing, den zweiten Teil zu lesen, hatte ich erst gemerkt, wie sehr ich Jakob und Abel vermisst hatte. Deswegen hatte ich wirklich Respekt, dieses letzte Buch zu lesen. Doch wie schon in der Reihe um Dr. Paul Schuberth hat es Hans Rath mir einfach gemacht, die Reihe und die Figuren am Ende loszulassen, indem er die Spannung und Story unheimlich drosselte.

Nachdem Jakob im ersten Buch Abel kennenlernte, der der Meinung war, Gott zu sein und im zweiten Buch dann Anton, der sagte, er sei der Teufel, gibt es im letzten Teil die große Auflösung: Abel ist tatsächlich Gott. Bis zuletzt gab es Momente des Zweifels, doch nun kann auch Jakob es nicht mehr leugnen. Und jetzt soll er im göttlichen Plan auch noch eine große Rolle spielen: Er soll der neue Messias werden. Dazu gesellen sich bald auch ein paar gescheiterte Exitenzen dazu. Doch so leicht ist helfen gar nicht. Wo anfangen? Und wie legal muss das alles eigentlich bleiben?

Prinzipiell kann die Geschichte sicherlich spannend sein, ich empfand es jedoch nicht so. Mir ganz persönlich gefiel an den ersten beiden Büchern das Spiel zwischen den Figuren besonders gut. Das entfällt hier quasi ganz und es wird mehr auf die Entwicklung der Geschichte Wert gelegt. Dabei wurde die Messiasgeschichte sicherlich weitreichend abgehandelt, aber viel mehr gab es links und rechts auch nicht. Es wurde alles relativ linear abgehandelt. Und insgesamt gefiel mir dieses „Die Welt muss besser werden!“-Konzept nicht. So in echt ist es eine tolle Sache, klar. Zum Lesen war mir das zu langweilig, zu sehr mit erhobenem Zeigefinger.

Nachdem Abel im zweiten Teil nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte, ist er hier endlich wieder richtig da und darüber freute ich mich auch sehr. Doch leider war es nicht mehr der alte Abel. Er war verändert und gefiel mir damit leider nicht mehr. Der komplette Charme war auf der Strecke geblieben. Nun fühlte es sich mehr nach Gott an und nicht mehr nach dem melancholischen Zirkusclown aus dem ersten Teil.
Auch die paar neuen Figuren, die dazu kamen, nervten mich alle mehr oder weniger. Niemanden mochte ich so richtig, mit niemandem konnte oder wollte ich mich identifizieren.
Nur Jakob fand ich immer noch ziemlich gut. Zumindest anfänglich. Dann veränderte auch er sich in eine seltsame Richtung und das war mir dann auch nichts mehr. Er wurde mir zu weich und verlor dadurch seine charmante Rauheit.

Geschrieben war es immer noch klasse und auch der Humor war spitz und sarkastisch.
Insgesamt mochte ich die Jakob-Jakobi-Reihe sehr, aber der letzte Teil ist im Gegensatz zu den ersten beiden ziemlich abgeschlagen.
Trotzdem war es für die Reihe wichtig, auch dieses letzte Buch zu lesen. Gefallen hat es mir aber nur bedingt: 3 Sterne.

Hans Rath – Und Gott sprach: Du musst mir helfen!
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 29. Oktober 2015
ISBN 3805250924
283 Seiten
Broschiert; 4,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Und Gott sprach: Wir müssen reden!
2. Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
3. Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Rath_Und Gott sprach wir müssen reden Rath_ Und Gott sprach Der Teufel ist auch nur ein Mensch Rath_Und Gott sprach Du musst mir helfen

Andere Bücher des Autoren (klicke für die Rezension):

Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage

Mandel_Das Licht der letzten Tage

Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer. (Klappentext)

Nachdem man in den letzten Jahren mit Dystopien fast ein wenig übersättigt wurde, treibt Emily St. John Mandel das Ganze auf die Spitze. In ihrem Roman „Das Licht der letzten Tage“ hat sich die Gesellschaft nicht nur zum Negativen entwickelt, es gibt sie auch fast gar nicht mehr.

Die Georgische Grippe, die sich rasend schnell über den Erdball ausgebreitet und die betroffenen Menschen binnen 48 Stunden getötet hat, hat innerhalb weniger Tagen über 99% der Menschen getötet.
Es gibt keinen Strom mehr, kein fließendes Wasser, kein Benzin. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr.

Doch noch ist es nicht soweit. Noch steht Arthur Leander auf der Bühne und spielt gerade König Lear, als er plötzlich mit einem Herzinfarkt zusammenbricht und stirbt.
Der Rettungssanitäter Jeevan versucht noch zu helfen, Kirsten steht als Kind mit auf der Bühne und muss das alles ansehen, Arthurs Ex-Frauen müssen kurz darauf von seinem besten Freund Clark informiert werden.

Hauptsächlich durchwandert man einen Zeitraum von 20 Jahren, beginnend ein paar Tage, bevor die Welt zusammenbricht bis ins Jahr 20. Die Zeitrechnung musste nach der Georgischen Grippe wieder auf Null gestellt werden. Manche Rückblenden liegen aber auch gut 35 Jahre davor.
In dieser Zeitspanne springt man wild hin und her.
Man ist mit der Fahrenden Symphonie in der neuen Welt unterwegs und zieht durch die neuen Städte – kleine Ortschaften in denen sich die Überlebenden zusammengeschlossen haben. Vor allem ist man aber bei Arthur. Arthurs Anfänge in der Schauspielerei, Arthurs Erfolg in Hollywood, Arthurs erste Ehe, Arthurs zweite Ehe, Arthurs dritte Ehe, Arthurs Sorgen, Probleme, Freuden.
Dieses Springen zwischen den Zeiten und vor allem auch zwischen den Personen muss man mögen. Ich persönlich hätte das alles lieber chronologisch gelesen. Kleinere Rückblicke in die Vergangenheit wären ja immer noch möglich gewesen.
Mit den verschiedenen Erzählperspektiven bin ich klar gekommen – aber muss wirklich bei allen Personen, die es gibt, ein Zeit-Wirrwarr veranstaltet werden?

Die Personen an sich fand ich alle ziemlich sympathisch, aber eben auch nur „ziemlich“. So richtig binden konnte ich mich an niemanden. Durch das viele Springen hatte ich das Gefühl, ich konnte zu wenig von jedem sehen.
Den größten Teil verbringt man in Arthurs Vergangenheit. Er ist das Bindeglied für all die Personen des Buches und ist doch die meiste Zeit bereits tot. Aber muss ich all die Krisen seiner drei Ehen durchgehen, um zu verstehen, wie die apokalyptische Welt aussieht? Definitiv nicht.

Und damit bin ich fast schon dort angelangt, was mich an dem Buch am meisten irritiert hat. Der Klappentext versprach mir Überlebende, die nicht aufgeben, Menschen, die die Schönheit der alten Welt wiedererlangen wollen, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben.
Davon fand ich so gut wie nichts in dem Buch.
Erstens befand man sich relativ selten in der Zeit nach der Grippe und zweitens haben die Menschen dort jegliche Hoffnung aufgegeben. Es ist eine Welt ohne Medizin, ohne Energie, ohne Kraft. Täglich muss man ums Überleben kämpfen, jeder Schritt kann einen alles kosten.
Diejenigen, mit denen man durch die Lande als Fahrende Symphonie zieht, erinnern sich kaum an die alte Welt. Sie waren größtenteils noch Kinder. Und die Erwachsenen lege sich nicht gerade ins Zeug, alte Annehmlichkeiten zurück zu erlangen.

Dazu versprach der Klappentext noch etwas, was „hoffnungsvoll düster“, „schrecklich zart“ und „tragisch schön“ ist. Nein. Einfach nur nein. Wenn man mich fragt, ist der Roman nichts von alledem.
Er langweilte mich zwar nicht, spannte mich aber auch so überhaupt nicht auf die Folter.
Es war ein durchweg durchschnittliches Buch, das mich weder besonders negativ, noch besonders positiv aufregte. Ich las etwas von hier und etwas von dort, lernte den und die kennen und dachte insgesamt nur: „Aha.“.
Ab und zu fragte ich mich: „Was wäre, wenn das wirklich passieren würde?“ und meine Gedanken waren dann fast spannender als das Buch.

Also:
Muss ich als Dystopie-Fan dieses Buch lesen? Nein.
Muss ich als Apokalypse-Fan das Buch lesen? Nein.
Muss ich als Liebesbuch-Fan das Buch lesen? Nein.
Muss ich als Spannungsfan das Buch lesen? Nein.
Muss ich das Buch überhaupt lesen? Nein.

Es ist ganz ok, keine Frage. Für Zwischendurch. Aber es ist nicht spannend, geht nicht ans Herz und bewegt das Gemüt insgesamt nicht. 3 Sterne

Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage
Originaltitel: Station Eleven (September 2014)
Piper Verlag, 14. September 2015
ISBN 3492060226
409 Seiten
Broschiert; 14,99 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Colleen Hoover – Weil wir uns lieben

Hoover_Weil wir uns lieben

Diese Story macht einfach glücklich

Ein Auf und Ab der Gefühle – das ist die Liebesbeziehung von Will und Layken seit dem ersten Tag, andem sie sich trafen. Erst jetzt, nach ihrer Hochzeit, scheint ihr Glück perfekt zu sein – wäre da nicht Wills Vergangenheit, die einen Keil zwischen die beiden zu treiben droht… (Klappentext)

Es war Juni 2014. Ich kam frisch aus Kuba wieder, wo ich „Weil ich Layken liebe“ an einem Stück durchgelesen hatte.
Ich suchte noch in der Flughafenbuchhandlung nach dem Nachfolger. „Weil ich Will liebe“ fand ich dann aber doch erst am Tag danach in der Innenstadt.
Ich hatte tatsächlich Angst, dass mich der zweite Teil nicht so fesseln und begeistern kann wie der Auftakt dieser Trilogie. Am meisten hatte ich aber Angst davor, dass Teil 2 alles aus Teil 1 noch einmal behandeln, eben nur aus Wills Sicht. Ich hatte Glück, die Geschichte ging weiter – trotzdem aus Wills Sicht.

Die beiden Bücher hatten mir unglaublich viel Spaß gemacht. So viel, dass ich das Erscheinungsdatum von „Weil wir uns lieben“ dick in den Kalender eingetragen hatte. Ich las mir erst gar nicht den Klappentext durch. Ich musste es sofort lesen.

Es schloss direkt an Teil 2 an und ganze sechs Seiten lang war ich selig. Dann der Schock. Meine schlimmen Befürchtungen für Teil zwei hatten sich nun für den letzten Teil bestätigt.

Nachdem Will und Layken endlich glücklich verheiratet sind, verbringen sie ihre Flitterwochen – beziehungsweise Flittertage – in einem Hotel. Dort soll Will Layken alles erzählen. Von Anfang an. Jeden Gedanken, jedes Gefühl, das er hatte, seit er seine neue Nachbarin – und nun Ehefrau – das erste Mal sah. Und das tut Will. Fast 400 Seiten lang. Womit auch klar ist, dass der Klappentext vollkommene Effekthascherei ist.

Ich war wirklich enttäuscht. Ich wollte das nicht. Ich wollte sehen, wie es weitergeht.
Zwischendurch keimte immer mal wieder die Hoffnung auf, dass die Rückblenden vielleicht nur bis zur Hälfte des Buches gehen und es danach weitergeht im Leben der beiden und ihrer Brüder. Aber auch diese Hoffnung wurde bitterlich enttäuscht.

Es geht in dem Buch um genau zwei Dinge: Sex und die Geschichten, die man aus Band 1 schon kennt. Man sprang immer zwischen Hotelzimmer und alten Begebenheiten hin und her.

Erschwerend kam für mich hinzu, dass ich Wills Sicht schon im zweiten Buch nicht mochte. Ich mochte Layken immer so viel mehr. Und nun ist auch der letzte Teil komplett aus Wills Sicht geschrieben.
Mit jeder Seite zerschlug er immer mehr mein Bild von ihm. Das Distanzierte, Kühle, Coole was er noch im ersten Teil versprühte, ändert sich leider nicht nur in etwas Herzliches und Gefühlvolles. Nein, Will wird für mich ein vollkommener Jammerlappen mit übertriebenen Gedanken und Gefühlen.
Ich möchte sogar sagen, dass dem Buch anzumerken ist, dass diese männliche Innensicht von einer Frau geschrieben wurde. Nicht, dass Männer nicht zu tiefen Gefühlen fähig wären – ganz im Gegenteil – aber vieles klang nach „Frauen wünschen sich, dass Männer genau so denken.“.

Die Story empfand ich schon beim Lesen von „Weil ich Layken liebe“ als nicht rasend spannend. Für mich lebte das Buch von der Art der Beschreibungen, Laykens Charakter und der Atmosphäre.
In diesem Teil vermischt sich nun meines Empfindens nach eine relativ unspektakuläre Geschichte mit einer überzogenen Erzählweise. Keine gute Kombination!

Außerdem hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, die Autorin setzt zu viel Erinnerungsvermögen voraus. Manches Mal wurden Dinge nur angeschnitten, die mir nicht mehr präsent waren oder andere Teile weggelassen, wegen denen ich manche Entwicklungen erst verzögert verstehen konnte.
Wenn man alle Bücher direkt hintereinander liest, funktioniert das zwar gut, dann ist es aber auch nicht mehr spannend, die gleiche Geschichte mehrfach zu lesen.

Natürlich gibt es aber auch positive Aspekte. Die Figuren sind mir immer noch alle sehr sympathisch – auch wenn Will es mir wirklich schwer machte.
Die Schreibweise ist ebenfalls wieder lockerleicht und trägt den Leser Seite um Seite weiter, ohne dass man es merkt.

Trotzdem bleibe ich am Ende enttäuscht zurück. Ich hatte mir mehr versprochen.
Ich mag weder Wills Seite der Geschichte, noch seine Innensicht, noch überhaupt die Erzählweise mit all den Rückblenden.
Auch wenn ich manches Mal zu Tränen gerührt war, kam das nicht von diesem Buch. Es waren alles Dinge, die mich schon im ersten Teil bewegten. Ich bin nicht verärgert darüber, dass ich „Weil wir uns lieben“ gekauft und gelesen habe. Ich war wieder gern bei Layken und Will. Mit dem Wissen über den Inhalt von Band 3 hätte die Geschichte aber rückblickend auch nach dem zweiten Teil beendet sein können. 3 Sterne

Colleen Hoover – Weil ich Layken liebe
Originaltitel: This Girl (September 2013)
dtv, 24. Juli 2015
ISBN 3423716401
382 Seiten
Taschenbuch; 9,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Weil ich Layken liebe – Originaltitel: Slammed
2. Weil ich Will liebe – Originaltitel: Point of Retreat
3. Weil wir uns lieben – Originaltitel: This Girl

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Weitere Bücher der Autorin (klicke für die Rezension):

R. L. Stine – Fear Street – Die Falle

Stine_Fear Street_Die Falle

Die Falle schnappt zu
„Du bist als Nächste dran“, steht in großen Buchstaben auf einem blutverschmierten Blatt Papier. Jade wird kreidebleich, als sie den Brief in den Händen hält. Irgendwer muss es auf sie abgesehen haben. Anders lassen sich auch die Drohanrufe nicht erklären, die sie seit einiger Zeit erhält. Was Jade nicht ahnt: Jemand hat noch eine alte Rechnung mit ihr offen. Und hat ihr längst eine Falle gestellt… (Klappentext)

Es ist ein Jahr her seitdem Jade, Deena und Chuck sich in „Falsch verbunden“ mit einem Mörder angelegt haben. Mittlerweile sitzt er im Gefängnis, doch wer ruft dann an und bedroht die Mädchen, weiß sogar Details, der nur der Mörder kennt? Sie begeben sich erneut in das Haus, in dem der Mord stattgefunden hatte und plötzlich werden sie wieder verfolgt. Der Albtraum, der mit einem Scherzanruf vor einem Jahr begann, ist noch nicht vorbei…

Ich fand den ersten Teil eher langweilig und war auch von der Sprache abgeschreckt. Zusätzlich wurde ich mit den Personen nicht warm. Trotzdem wollte ich den zweiten Teil direkt danach lesen, denn nun war ich drin in der Geschichte um die drei Jugendlichen aus Shadyside und hatte auch noch die Namen der Nebenfiguren präsent. Vor allem lesen sich die 153 ja auch sehr schnell.

Das Buch fing tatsächlich ziemlich gut an und ich war positiv überrascht. Es war eine deutliche Spannungssteigerung zu Teil 1 zu vernehmen. Doch plötzlich flachte die Spannung ab und kehrte für mich auch nicht mehr zurück. Die letzten zwei Drittel waren dann wieder eher lahm. Da konnten auch diverse Wendungen und Gefahrensituationen nichts ändern.

Das Buch wurde fünf Jahre nach seinem Vorgänger geschrieben, was immer noch 1995 ist, und zwischen den Übersetzungen liegen 3,5 Jahr –Juni 2001 und Januar 2005. Trotzdem ist die Sprache um einiges moderner und ich fühlte mich nicht mehr penetrant an einen Schulaufsatz von Achtklässlern erinnert.

Mit den Personen hatte ich immer noch Probleme. Es fanden nur kleine Entwicklungen statt, aber die waren nicht so gravierend, dass mir einer deutlich sympathischer geworden wäre.

Insgesamt konnte also auch „Die Falle“ nicht überzeugen. Die Spannung war nur sehr kurzfristig, der Fall an sich war dann auch nicht interessant und mit den Figuren hatte ich auch wieder ein Problem. Nur die Sprache, die machte einen deutlichen Sprung nach oben.
Das ist es auch, was dem zweiten Teil einen halben Stern mehr als seinem Vorgänger einbringt. 3 Sterne

R. L. Stine – Fear Street – Die Falle
Originaltitel: Wrong Number 2 (1995)
Loewe, Januar 2005
ISBN 3785553633
153 Seiten
Gebunden; 7,50 Euro

Reihenfolge:
1. Fear Street – Falsch verbunden – Originaltitel: Wrong Number
2. Fear Street – Die Falle – Originaltitel: Wrong Number 2

Stine_Fear Street_Falsch verbundenStine_Fear Street_Die Falle

Andere Bücher der Reihe:
Fear Street – Das Skalpell – Originaltitel: The Knife
Fear Street – Die Mutprobe – Originaltitel: The Thrill Club
Fear Street – Eingeschlossen – Originaltitel: Ski Weekend
Fear Street – Prüfungsangst – Originaltitel: The Cheater

Stine_Das Skalpell Stine_Fear Street_Die Mutprobe Stine_Eingeschlossen R. L. Stine_Fear Street_Prüfungsangst

R. L. Stine – Fear Street – Die Mutprobe

Stine_Fear Street_Die Mutprobe

Gefährlicher Nervenkitzel
Die Nerven liegen blank, als Tanja im Horrorclub ihre neueste Gruselgeschichte vorliest. Denn diese Geschichte ist anders als die anderen. Der Name einer Freundin taucht darin auf. Und nur wenige Tage später kommt diese Freundin ums Leben. Genau so, wie Tanja es geschildert hat. Hat sie etwas mit dem schrecklichen Unfall zu tun? Und schweben schon bald die anderen Clubmitglieder in tödlicher Gefahr? (Klappentext)

Dass es anders ist, „Fear Street“ mit Mitte 20 zu lesen, als als Kind oder Teenager, das war mir von vornherein klar. Trotzdem wollte ich es unbedingt mal wieder tun.

Typisch für diese Reihe geht es auch hier wieder um jugendliche Freunde, die in der Nähe der Fear Street wohnen.
Die Mädchen Tanja, Sandra, Maura und Nora und die beiden Jungs Rudy und Sam bilden einen Horrorclub. Sie treffen sich jede Woche und Tanja liest ihre neueste Horrorstory vor, über die dann diskutiert wird. Nachdem bald ein Mädchen aus dem Club, wie in der Geschichte beschrieben, stirbt, ist zwischen den Freunden nichts mehr, wie es war.

Durch die wenigen Seiten der Bücher – in diesem Fall 153 Seiten – geht es immer relativ schnell zur Sache. Der Spannungsbogen schnellt nach oben und bleibt dort bis zur Auflösung. Vor allem, weil immer mehr unheimliche Dinge passieren.
Trotzdem konnte bei mir leider kein großer Grusel aufkommen, auch wenn R. L. Stine mit Ereignissen auf dem Friedhof und unheimlichen Verfolgern alles gegeben hat.

Für mich bestand der Reiz in dem Buch weniger im Grusel, sondern vielmehr im Rätsel. Als das habe ich das Buch nämlich gesehen: Als großen Rätselspaß. Ich wollte wissen, wer der Mörder ist und habe so zwischendrin die verschiedensten Theorien aufgestellt. Leider lag ich wieder mal mit keiner richtig.

Durch die wenigen Seiten mit der großen Schrift hatten auch die Personen wenig Zeit, sich zu entfalten. Man bekam sehr wenig Charakter und Persönlichkeit mit. Alles, was man erfuhr, bezog sich ausschließlich auf die Geschichte.
Aber auch hier habe ich es eben wieder als Spiel gesehen und nicht als bahnbrechende Geschichte mit großartiger Personenentwicklung.

Die Sprache war einfach und entsprach dem empfohlenen Alter von 12 bis 15 Jahren.

Weil ich von dem Buch also nun weniger Thriller- als viel mehr Rätselspaß erwartet habe, musste es die Geschichte schaffen, mich zu überzeugen.
Das gelang leider nicht.
Ich mochte zwar die Grundidee an sich, aber man wird immer mal verwirrt, denn durch die eingestreuten Horrorgeschichten des Clubs konnte man nie wissen, was gerade real ist.
Außerdem enttäuschte mich das Ende sehr. Mir war es zu weit hergeholt und unglaubwürdig.

Da mich also nun zwar die Grundidee interessierte, aber die Personen mich nicht abholten aufgrund der Kürze der Zeit, die Sprache einfach ist und mich das Ende enttäuscht, gibt es nur 3 Sterne.
Trotzdem warten hier noch einige Fear-Street-Teile, auf die ich mich freue.

R. L. Stine – Fear Street – Die Mutprobe
Originaltitel: The Thrill Club (1994)
Loewe, Januar 2004
ISBN 3785549962
153 Seiten
Gebunden; 7,50 Euro

Andere Bücher der Reihe:
Fear Street – Das Skalpell – Originaltitel: The Knife
Fear Street – Die Falle – Originaltitel: Wrong Number 2
Fear Street – Eingeschlossen – Originaltitel: Ski Weekend
Fear Street – Falsch verbunden – Originaltitel: Wrong Number
Fear Street – Prüfungsangst – Originaltitel: The Cheater

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