Hans Rath – Man tut, was man kann

Habe ich noch eine Affäre oder schon eine Beziehung?
Kann ein Vollbart zwischen einem Mann und seiner wahren Liebe stehen?
Und wie stoppe ich den ehrgeizigen Junior-Kollegen, der mit der Tochter des Chefs ins Bett geht?

Paul sucht Antworten. Genau wie sein Verbündeter und Kollege Schamski, sein Freund Günther und der arbeitslose Künstler und Chauffeur Bronko. Die drei ziehen nach verschiedenen Katastrophen bei Paul ein. Ab sofort schwinden dessen Weinvorräte rapide, dafür ist nachts schon mal eine nackte Sekretärin in der Küche anzutreffen… (Klappentext)

Paul ist seit einer ganzen Weile geschieden und lernt nun auf einer Vernissage Kathrin kennen. Auf dieser Vernissage ist er eigentlich nur, weil sein Freund Günther glaubt, dort seiner Traumfrau Iggy etwas näher kommen zu können. Paul interessiert sich aber genau so wenig für die Bilder wie für Kathrin. Sie zeigt jedoch ganz deutlich, was sie will: Paul! Und das auch erst einmal recht unverbindlich. Dagegen hat Paul dann wieder weniger. So kommt es, wie es kommen muss. Er trifft sich mit Kathrin und schläft des Öfteren mit ihr.
Als er dabei ist, sich wirklich in sie zu verlieben, verlässt sie ihn, weil sie ihr Ziel erreicht hat. Ihr Freund wurde so eifersüchtig, dass er sie nun doch heiraten will.
Ab diesem Moment vermittelt Kathrin Paul immer mehr Freundinnen, die das gleiche Problem haben.
In diesem privaten Wirrwarr verirren sich dann auch noch Günther, Schamski und Bronko in Pauls Wohnung, die allesamt ähnlich viel Glück bei den Frauen haben.

Ehrlich gesagt, war es mal spannend zu lesen, wie es auch Männern gehen kann. Die Frauen neigen ja gern mal dazu zu denken, dass immer Männer die Gefühllosen sind und nur Frauen leiden.
Gut, das Buch wurde von einem Mann geschrieben, vielleicht will er nur so tun, als wäre es anders. Aber eigentlich gehe ich schon davon aus, dass die Gefühlswelten echt dargestellt wurden.

Die Personen mochte ich alle sehr. Jeder hat seinen eigenen Charme. Ob es nun Günther ist, der immer wie ein zu groß geratener Teddybär rüberkommt, der machohafte Schamski, der für jedes Problem eine Lösung zu haben scheint oder Paul. Niemand war mir unsympathisch, sondern ganz im Gegenteil.
Da Paul der Ich-Erzähler ist, erfährt man natürlich am meisten von ihm. Und nicht selten musste ich laut loslachen bei seinen Gedanken, die immer voller Ironie und Sarkasmus waren. Herrlich! (Peinlich: Ich habe mich mal im Bus vor Lachen nicht mehr eingekriegt…)

Trotzdem habe ich ein paar Kritikpunkte.
Ich persönlich finde es besser, wenn ich auf ein Ziel hinlese und wenn es einen roten Faden gibt, dem ich folgen kann. Dem war hier nicht so. Man wusste nie so wirklich, wo die Reise hingeht.
Außerdem war das Buch schlecht recherchiert. Zumindest in einem Teilbereich. Paul arbeitet nämlich in einem Medienunternehmen, was offensichtlich ein Verlag sein sollte. Andererseits sollten sie demnächst auch irgendwelche Hasenohr-Haarreifen aus China verkaufen.
Dann hat das Unternehmen 500 Mitarbeiter insgesamt und davon sollen 200 Anzeigenverkäufer sein. Dazu kann ich nur sagen: Nie im Leben! Ich selbst habe bei einem Verlag mit mehr als doppelt so vielen Mitarbeitern gearbeitet und da gab es ca. 20 Anzeigenverkäufer. Noch dazu kommt, dass in dem Buch der Vertriebsleiter die Anzeigenverkäufer unter sich hatte. Auch dazu kann ich sagen: Never ever! Das sollte schon der Anzeigenleiter machen.
Ich weiß, ich weiß, ich stecke da wohl mehr im Thema als andere und deswegen kann ich Fehler finden, wo andere nicht mal welche erahnen würden, aber deswegen darf ich mich auch gezielter drüber aufregen ;-).
Ich habe gehört, dass Ärzte bei den meisten Krimis auch arge Probleme haben, weil die medizinischen Details nie stimmen.
Was mich zusätzlich verwirrt hat, war der Titel. Mir ist schon klar, dass ein Komma (Man tut KOMMA was man kann) die Optik zerstört hätte. Aber so ist es halt leider falsch.

Alles in allem kann aber der Humor hier wirklich fast alles abfedern. Der ist wirklich hervorragend. Da ich das Buch aber recht höhepunktslos fand (naja, Höhepunkte gab es schon, die waren aber anderer Natur…), gibt es .

Übrigens finde ich die Titel der Bücher total genial. Ich benutze diese Floskeln auch zu gern. Sie haben zwar an sich recht wenig mit der Handlung zu tun, aber in diesem Fall ist mir das egal.

Hans Rath – Man tut, was man kann
Wunderlich, August 2009
ISBN 3805208995
254 Seiten
Broschiert; 14,90 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Man tut, was man kann
2. Da muss man durch
3. Was will man mehr

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