Hans Rath – Was will man mehr

Herz oder Kopf?
Gehen oder bleiben?
Junge oder Mädchen?

Das war so nicht geplant: Paul wird Vater. Leider ist das Kind nicht von Iris, seiner Traumfrau, sondern von ihrer Schwester Audrey. Drum kümmern darf er sich auch nicht wirklich. Und seine Karriere geht gerade fürstlich den Bach runter. Da helfen nur Schamski, Günther und Bronko, Pauls WG-Gefährten aus besseren Tagen. Doch für das große Glück müssen sie alle einiges riskieren. (Klappentext)

Teil 3 der Reihe um Dr. Paul Schuberth beginnt quasi in der gleichen Minute, in der Teil 2 („Da muss man durch“) aufhört.
Paul ist auf dem Weg nach London, um Audrey seine Entscheidung mitzuteilen, dass er sich um das gemeinsame Kind mit dem wohlklingenden Namen Dragijonarah kümmern möchte.
Verbrachte man also im letzten Teil viel Zeit auf Mallorca, so ist es diesmal die englische Hauptstadt, in der man sich meistens aufhält.
Hier lag für mich aber schon die erste Tücke des Buches. Es wird trotzdem noch so viel hin- und hergereist, dass ich ab und zu nicht mehr hinterher kam. Günther lebt nämlich mittlerweile fest auf Mallorca mit Iggy. Schamski in London und Bronko irgendwie überall. Aktuell aber in der Wohnung seiner Geliebten in Deutschland. Und Paul ist immer dazwischen. Und dann reisen auch mal alle zusammen nach Deutschland. Also mir war das zu viel.

Für die Story war das aber wahrscheinlich ziemlich notwendig. Was sich im letzten Teil anbahnte, hat sich nun nämlich zugespitzt. Der Verlag der Familie von Beuten ist pleite und muss Insolvenz anmelden. Da ging aber nicht alles mit rechten Dingen zu und die Familie gibt erstmal Paul die Schuld. Selbst Schamski zweifelt an ihm.
Hier liegt dann aber schon die zweite Tücke. Viele Teile des Buches waren ziemlich wirtschaftlich und finanzpolitisch geschrieben. Ich kenne mich (zum Glück) nicht mit Insolvenzen aus und war deswegen des Öfteren latent überfordert, ob der ganzen verschiedenen Schritte, die eingeleitet wurden und der Möglichkeiten, die es noch gab.

Aber letztendlich ist damit auch schon die ganze Geschichte des dritten Teils zusammengefasst. Es laufen nur noch einmal alle Fäden aus den vorhergehenden Bänden zusammen und Probleme werden endgültig gelöst. Ein wenig wie ein zu lang gewordener Epilog liest sich das Buch.

Die Sprache kann auch bei Weitem nicht mehr an die Vorgänger heranreichen. Musste ich bei den anderen beiden Teilen das Buch noch ab und zu zur Seite legen, weil ich mich vor lauter Lachen nicht mehr eingekriegt habe, konnte ich hier nur noch müde lächeln.

Auch die Figuren haben größtenteils ihren Charme verloren. Schamksi ist mit über 40 Jahren nun (endlich) erwachsen geworden und kein spontaner Draufgänger mehr. Auch Bronko und Günther sind in recht beständigen und vor allem glücklichen Leben angekommen.
Nur Paul sucht immer noch sein Glück und bringt dies auch weiterhin zynisch rüber. Er ist somit der einzige, der noch annähernd wie in den Vorgängerbänden ist. Aber den Sprachwitz an sich hat er komplett eingebüßt.
Von Familie von Beuten möchte ich fast nicht anfangen. Audrey hat nichts mehr von ihrer Spritzigkeit, sondern ist zu einer Zicke verkommen. Die Patriarchin Elisabeth von Beuten hingegen ist kein bisschen respekteinflößend und bissig mehr, sondern nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass das Buch kein würdiger Abschluss der Dr.-Paul-Schuberth-Trilogie ist. Wenn man die Vorgänger jedoch so gern verschlungen hat wie ich, dann sollte man auch dieses Buch unbedingt lesen, um zu wissen, ob Paul noch sein großes Liebesglück mit Iris bekommt oder sich vielleicht doch mit Audrey zusammenschließt, um eine Familie zu sein. Oder vielleicht findet er in London ja eine ganz andere Frau.

Schlecht ist das Buch auf keinen Fall. Es fällt im Verhältnis zu den anderen beiden jedoch ganz stark ab und ist komplett durchschnittlich. Somit bekommt es von mir .

Hans Rath – Was will man mehr
Wunderlich, Juni 2011
ISBN 3805250126
254 Seiten
Broschiert; 14,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Man tut, was man kann
2. Da muss man durch
3. Was will man mehr

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