Julie Kagawa in Hamburg

Dank des Heyne Verlags hatte ich in der letzten Woche – direkt am Abend vor meinem Urlaub, was zum verspäteten Bericht führt – die Möglichkeit, Julie Kagawa kennenzulernen.
Ihre Bücher sind beliebt. Egal, ob die „Plötzlich Fee“-, „Plötzlich Prinz“- oder „Unsterblich“-Reihe – alle haben jubelnde Besprechungen eingefahren.
Ihre neueste Reihe ist „Talon“. In Deutschland erscheint Ende Oktober der dritte Teil, Julie selber schreibt aber schon am fünften und somit letzten Teil der Serie.

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Mit einer Gruppe von zehn Bloggern und zwei Verlagsmitarbeitern haben wir uns am Hamburger Hafen getroffen, um einen Abend mit Julie Kagawa zu verbringen.

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Nicht nur das Wetter spielte mit, sondern auch die Stimmung zwischen uns paar Leuten war sehr schön. So konnte man den Hafen noch ein wenig mehr genießen.

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Auch Julie war von den Sehenswürdigkeiten begeistert und hörte dem Guide gespannt zu, machte Fotos und posierte für uns alle.

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Vom Hafen ist es nicht weit…

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… nach St. Pauli, das nicht nur aus Rotlicht und Partys besteht…

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… aber auch!

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Auch hier wusste unser Guide allerhand Spannendes und Witziges zu erzählen. Letztendlich gönnten wir uns alle noch eine ruhige Zeit in der Kneipe „Zum Silbersack“. Hier konnten wir Julie löchern, unsere Bücher unterschreiben lassen…

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…und Fotos machen.

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Es war gar nicht so einfach, Fragen zu stellen, die sie nicht in jedem Interview beantworten muss. Aber da ich einfach nicht gut in kreativen Fragen bin, blieb es bei mir bei: „Hattest du schon einmal einen Traum, den du in deine Bücher hast einfließen lassen?“ (Antwort: Nein, denn sie träumt meistens, dass sie ihre Zähne verliert.), „Hast du schon einmal einen Leser kennengelernt, bei dem du dachtest, der Name wäre so toll, dass du ihn in ein Buch eingearbeitet hast?“ (Antwort: Nein, denn die Namen müssen Bedeutungen haben und zu dem Charakter passen.). Ich habe jedoch auch erfahren, dass sie bei dem Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sehr geweint hat, was allein deswegen ein Problem war, weil sie es im Flugzeug gelesen hat und dass sie Amsterdam schön findet. Ich weiß jetzt auch, wer ihr liebster Charakter ist und ob sie schon Ideen für die nächsten Bücher hat.

Es war ein wunderschöner Abend mit vielen lieben Bloggern und einer nicht weniger lieben Julie. Neben einer Umarmung zum Abschied haben wir nun alle unterschriebene Bücher. Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein durfte.
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Bücher-Blind-Dates

Ich glaube, ich habe ziemlich viel richtig gemacht, wenn man mir freudestrahlend entgegenkommt und ich höre: „Ich habe eine kleine Überraschung für dich. Ich habe es gesehen und ich fand die Idee soooo süß! Ich hoffe, du hast das noch nicht!“. Und dann halte ich mein erstes Blind Date mit einem Buch in der Hand.
Das Buch ist in undurchsichtiges Packpapier eingewickelt und die Buchhändler schreiben nur ein paar Schlagworte darauf. Man kennt also weder Cover, noch Titel oder Autor. So greift man sicher zu Büchern, die man sonst links liegen gelassen hätte.
Ich finde die Idee auch unglaublich süß und habe mich so sehr gefreut. Es ist ja immer sehr gewagt, mir Bücher zu schenken, weil die Chance, dass ich es schon habe, nicht zu verachten ist. Zum Glück hatte ich „Sommer in New York“ von Carolyn Mackler aber nicht.
Als Schenker kann man sich übrigens auch überraschen lassen. Man wird explizit gefragt, ob man den Kassenbon haben möchte, weil dort der Titel draufsteht.

Und wo ich schon mal dabei war, habe ich direkt danach in der Innenstadt noch vier Bücher gekauft, ohne dass ich das vorher geplant hatte.
Catherine Jinks – Teuflisches Genie
Alexandra Potter – Der Wunschtraummann
Britta Sabbag – Pandablues
Sophie Kinsella – Kein Kuss unter dieser Nummer

Blind Date mit einem Buch

Nachtrag zur Tagung

Was ist denn nun los?
Es ist noch nicht einmal 12 Uhr und schon der dritte Artikel kommt online?
Ja, so ist das manchmal, wenn so viel passiert am Tag.

Und gerade ist etwas ganz Wunderbares passiert.
Ich bekam ein Paket auf meinen Tisch vom dtv. Der dtv hatte ebenfalls einen Stand auf der Tagung und ich habe mich sehr gut mit dem netten Kollegen vom dtv und einem Kollegen eines anderen Verlags dort unterhalten. Schnell kamen wir auch auf meinen Blog zu sprechen (für mich steckt hier ja auch viel Herzblut drin).
Ich habe zwei Bücher ganz besonders angeschmachtet. Derjenige, der beim dtv arbeitet, hatte sich die Titel aufgeschrieben und wollte sie mir zuschicken. (Hach, die Formulierungen klingen so sperrig und unfreundlich… aber ich nenne hier ja keine Namen 😉 )
Und hier sind sie nun tatsächlich (Vielen, vielen Dank!!!):

(Rita Falk – Hannes; Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London)

Ich freue mich unglaublich, denn die beiden Bücher waren ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Und deswegen wird eins der beiden auch als nächstes gelesen. Jawoll!

Tagung der B.a.hnhofsbuchhändler

Ich erzähle hier ja wenig von meinem Privatleben an sich.
Um diesen Post aber einigermaßen verständlich zu schreiben, muss jetzt mal ein wenig über meinen Beruf geredet werden.
Ich habe eine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print gemacht. Die Ausbildung habe ich in einem großen Verlag gemacht. Nach 3,5 Jahre habe ich den Job gewechselt und bin jetzt in einem kleineren Verlag. Mit dem Wechsel habe ich auch mehr Verantwortung und eigenständiges Arbeiten bekommen. Um den Verlag zu vertreten darf ich nun auch an Messen und Tagungen teilnehmen.

Und jetzt war die Tagung der B.a.hnhofsbuchhändler. Ich dachte ursprünglich, dass da eher Stände von Firmen sind, die halt eine Buchhandlung führen. Aber schwer verschätzt hatte ich mich. Es waren fast ausschließlich Buchverlage da.
Ich bin dann gucken gegangen und habe all die Bücher bewundert, die ich schon kenne und unbedingt haben möchte und die unbekannten, die auch spannend klangen.
Und am Ende des Tages gab es den magischen Satz „Wir wollen hier aber keine Bücher mehr zurückschleppen…“. Ich war im Himmel. Ich durfte mir alle Bücher mitnehmen, die mich interessieren. Es wurden natürlich viele. Und ich schäme mich auch ganz schön, denn es sah sicher raffgierig aus.
Aber wenn man halt Bücher liebt… ihr kennt das.
Und ich bin wirklich, wirklich, wirklich dankbar und glücklich!!!

Hier ist erstmal ein Bild der kompletten Ausbeute:

Ja, es gab nicht nur Bücher, sondern auch ganz viel andere Produkte.
Ich versuche hier mal noch aufzulisten, was es außerdem gab.
Vom SPIEGEL-Verlag gab es einen Stifthalter und das neue Magazin SPIEGEL KULTUR.
Der Pressevertrieb von Gruner+Jahr (dpv) hat folgende Sachen verteilt: Ein Notizbuch, Putztücher, Handcreme, Stifte, Tassen, Tee, Taschen, Schokolade und Cuttermesser.
Nestlé Schöller hat gepresste Handtücher und Karabinerhaken geschenkt (plus andere Sachen, die ich nicht genommen habe).
Von der taz gab es Blumensamen und Kulis.
Von dem Gutsch-Verlag gab es eine tolle Geschenktüte mit Post- und Klappkarten ihrer verschiedenen Kartenserien und Magnete.
Vom Korsch Verlag habe ich einen Lesezeichen-Kalender für 2013 mit afrikanischen Motiven bekommen.
Auch die Grafik Werkstatt hat sich nicht lumpen lassen. Ganz im Gegenteil! Sie verschenkte einen wunderschönen Notizblock, Schokolade mit Sprüchen zum Verschenken, süße Geschenkbücher, Lesezeichen, Prosecco und auch ganz verschiedene Karten zu unterschiedlichen Anlässen.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu ausführlich, aber ich möchte die anderen Firmen, die keine Bücher hatten, nicht so aussehen lassen, als hätten die nichts gegeben.

Und nun zu den Buchverlagen. Ich werde sie nach dem Alphabet sortieren.

Der erste Verlag ist Bastei Lübbe.
Dort bekam ich ein sehr interessant und spannend klingendes Buch (mit dem dazugehörigen Hörbuch). Ich darf die leider nicht zeigen, da es noch nicht erschienen ist.
Dahingegen kann ich jedoch etwas anderes Tolles von Bastei Lübbe zeigen. Sie haben die Müttermafia-Reihe von Kerstin Gier mit einem neuen Cover aufgelegt. Passend dazu gibt es nun auch Taschenkerzen, Tassen, Ohrstöpsel und Schlafmasken. Wirklich sehr süß! Ich freue mich schon darauf, die Sachen zu verwenden.

Vom dtv habe ich das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry bekommen. Ich wollte es ja schon immer lesen (weil ich da wohl auch die letzte Person bin, die es nicht kennt. Das wird sich jetzt ändern!).

Von den Fischerverlagen (in diesem Fall genauer von: S. Fischer Verlag, Fischer Taschenbuch Verlag, Scherz Verlag und Krüger Verlag) habe ich bekommen:
P.C. Cast – Mythica – Göttin der Liebe
Jörg Maurer – Oberwasser
Tana French – Sterbenskalt
Stephan Ludwig – Zorn – Tod und Regen
Anna Gavalda – Ein geschenkter Tag
Tommy Jaud – Hummeldumm
Moritz Matthies – Ausgefressen
Cecelia Ahern – Solange du mich siehst
Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Das neue Imprint des Piper Verlags ivi hat alle vier aktuellen Titel mitgebracht und mir dann überlassen:
Debra Chapoton – Sommerfalle
Lissa Price – Starters
Maurizio Temporin – Ascheträume
Jennifer Estep – Frostkuss – Mythos Academy I

Knaur hat mich ebenfalls sehr, sehr glücklich gemacht:
Sebastian Fitzek – Der Augensammler
Justyna Polanska – Nicht ganz sauber – Eine polnische Putzfrau räumt auf
John Katzenbach – Der Professor
Lisa Jackson – Pain
Karen Rose – Todesstoss
Waris Dirie – Schwarze Frau, weißes Land
Morgan Callan Rogers – Rubinrotes Herz, eisblaue See
Val McDermid – Alle Rache will Ewigkeit
Beatrice Fabregas – Karibikfeuer
Fitzek/McDermit/Connelly/Heitz/Busch/etc. – P.S. Ich töte dich
Linwood Barclay – Weil ich euch liebte
Sven Koch – Brennen muss die Hexe

Der Piper Verlag (inkl. Pendo Verlag) hat mir auch wundervolle Bücher überlassen:
Guillaume Musso – Nachricht von dir
Julie Hastrup – Vergeltung
Sarah Harvey – Der Apfel fällt nicht weit vom Mann
Bastian Bielendorfer – Lehrerkind – Lebenslänglich Pausenhof
Jennifer Donnelly – Die Wildrose
Arne Dahl – Gier
Marco Malvaldi – Die Schnelligkeit der Schnecke
Donato Carrisi – Der Seelensammler
Nicolas Barreau – Das Lächeln der Frauen
und noch ein weiteres Buch, das erst im Herbst erscheint und ich deswegen nicht zeigen kann.

Ebenfalls war der Rowohlt Verlag (mit Wunderlich und auch rororo) vertreten:
Ursula Poznanski – Fünf
Anna Koch/ Axel Lilienblum – Ist meine Hose noch bei euch?
Jonathan Franzen – Freiheit
Hans Joachim Schädlich – Sire, ich eile
Jilliane Hoffmann – Mädchenfänger
Wolfgang Herrndorf – Tschick
Ildikó von Kürthy – Endlich!
Paul Auster – Unsichtbar
Stephan M. Rother – Ich bin der Herr deiner Angst
Kate Pepper – Einladung zum Sterben
Sascha Lobo – Wortschatz – 698 neue Worte für alle Lebenslagen
Félix J. Palma – Die Landkarte der Zeit
Simon Beckett – Die Chemie des Todes

Außerdem war noch Ullstein vertreten und hat mich mit Schätzen beglückt:
Rona Jaffe – Das Beste von allem
Corina Bomann – Die Schmetterlingsinsel
Cid Jonas Gutenrath – 110 – Ein Bulle hört zu
Martin Wehrle – Ich arbeite in einem Irrenhaus – Vom ganz normalen Büroalltag
Caitlin Moran – how to be a woman – Wie ich lernte eine Frau zu sein
Sören Sieg – Superdaddy
Marc Raabe – Schnitt
Ella Kingsley – Dancing Queen
Erin Morgenstern – Der Nachtzirkus

Das macht insgesamt 58 neue Bücher und ein neues Hörbuch in meiner Sammlung (übrigens eine Premiere. Ich hatte bisher noch kein Hörbuch).
Und auch wenn ich das alles bis hierhin sehr nüchtern aufgezählt habe, muss ich sagen: ICH BIN DANKBAR. Oh, ich bin mehr als dankbar. Ich platze fast vor Glück und Freunde. Aber nicht nur, weil ich fantastische Literatur bekommen habe, sondern auch, weil ich die Leute dahinter kennen gelernt habe und jeder Einzelne sehr, sehr nett war. Ich habe auch ein wenig mehr Hintergrundwissen bekommen, zum Beispiel, in wie weit Autoren in bestimmte Entscheidungsprozesse eingebunden sind oder wie Autoren über Neuauflagen ihrer alten Werke denken.

Um den Verlagen ein kleines bisschen davon zurückgeben zu können, was ich gestern bekommen habe, habe ich mich entschlossen, dass ich bis auf Weiteres gestern erstandene Bücher lese. Erstmal abwechselnd von jedem Verlag eins. Es wird nur mit der Entscheidung schwer, da alle so toll klingen!

Aktion Lesefreunde III

Am Montag war es nun soweit. Ich konnte mein Bücherpaket beim Buchhändler meines Vertrauens abholen.
Ich hatte wirklich Angst, dass 30 Bücher schwer werden. Aber der Karton war erstens sehr handlich verpackt und schwer war das Ganze dann auch nicht wirklich.
Dass das Logo auf den Karton geklebt war, ist für mich eine zusätzliche Aufwertung der ganzen Aktion.


Die Bücher sind dann nicht die normalen Versionen, sondern sie haben einen speziellen Umschlag. Das Originalcover ist verkleinert dargestellt, damit am Rand noch Platz für das Aktionslogo ist.
Auf der inneren Klappe, sind dann noch einmal alle 25 Bücher gelistet, die man sich hätte aussuchen können.
Einen echten Klappentext gibt es nicht. Dort ist die Aktion erklärt und es gibt zwei Buchzitate.

Die Aktion ist wirklich einmalig. 1.000.000 Bücher wurden verteilt. Wie viel Aufwand das für alle war. Neue Cover wurden gestaltet, eine Masse an Büchern wurde gedruckt, die Buchhändler wurden beliefert.
Ich freue mich wirklich ein Teil der Aktion sein zu können.
Jetzt muss ich mir Gedanken machen, wen ich alles beschenke (Jaaaa, ich hätte das auch schon vorher machen können. Aber das entspricht nicht meinem Naturell. 😉 )

Und so viel schon mal vorneweg: Die Blogleser werden nicht vergessen!

Aktion Lesefreunde II

Letztens hatte ich von der tollen Aktion der Stiftung Lesen, des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und deutscher Buchverlage berichtet.

Und tatsächlich kam gestern eine Mail, dass ich mir Mitte April 30 Exemplare von „About a Boy“ von Nick Hornby abholen kann.
Jetzt überlege ich erstmal, wen ich alles mit den Büchern beschenke. 🙂

Aktion Lesefreunde

Bei meiner täglichen, morgendlichen Blogrunde, bin ich bei Libromanie auf eine sehr interessante Aktion gestoßen.

Am 23.04. ist wieder der UNESCO-Welttag des Buches.
Zu diesem Anlass haben die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutsche Buchverlage etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt. Sie haben nämlich die Aktion Lesefreunde ins Leben gerufen.

Lese-Begeisterte können sich hier registrieren und die ersten 33.333 dürfen aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel zum Verschenken wählen.
Jeder Schenker erhält dann ein Paket mit 30 Exemplaren des von ihm gewählten Titels, die kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt werden.

Die Buch-Schenker können dann im März wählen, in welcher nahegelegenen Buchhandlung oder Bibliothek sie ihr Paket abholen.

Ich finde die Aktion genial und habe mich natürlich sofort registriert.
Jetzt heißt es nur noch warten (und hoffen) und schon kann ich 30 Menschen glücklich machen.

Ein spezielles Lesezeichen

Ich glaube bei meinem aktuellen Buch benutze ich das coolste Lesezeichen, das es gibt.
Es ist nämlich ein Originalbrief vom Autor!
Der Brief war damals ganz überraschend in dem Buch als ich es auf dem jährlichen Bücherbasar auf Arbeit gekauft hatte.
Das sind ja alles Bücher, die die Journalisten bekommen haben und nicht behalten wollen/können/dürfen (ich weiß es nicht so genau).

Ja gut, Herr Beckerhoff ist nicht so wirklich bekannt und der Brief ist jetzt auch keine Schlagzeile in Klatschmagazinen wert (außer die interessieren sich dafür, dass er raucht, wenn er sich für eine Notzigarette bedankt), aber ich freue mich trotzdem.

Wer hat sowas schon (außer in signierten Büchern)?

MEIN Buch

Heute stelle ich mal etwas ganz anderes im Blog vor als sonst.
Ich lese dieses Buch nicht neu, denn ich habe es schon gelesen. Bestimmt 50 Mal. Schon mein ganzes Leben lang.
Ich habe es von meiner Tante und meinem Onkel damals geschenkt bekommen, da war ich 3 Jahre alt.

Ist nichts Besonderes richtig? Einem kleinen Kind schenkt man schon mal ein Buch, um es an die große weite Literaturwelt heranzuführen.
Das stimmt auch und wäre kaum erwähnenswert. Wenn denn das Buch nicht von mir handeln würde!

Naja, zumindest hatte ich das als Kind gedacht. Und das ist auch total logisch. Die Kinder hießen nämlich Julia (Wuuusaaa, das bin ich!), Cassandra und Stefanie (Cousinen), Anne (eine Freundin damals), die Eltern hießen seltsamerweise auch wie meine und der Hund, ja selbst der Hund hieß Buhly (wie der Hund der Nachbarn meiner Großeltern). Und selbst ein Straßenschild im Buch zeigt unsere Straße an!
Und mit etwas Fantasie sah ich auch wirklich aus wie ich. Und meine Eltern erst!
Und ich war STOLZ. Es wurde ein Buch geschrieben (und gemalt), NUR FÜR MICH! Jeder musste es sehen. Ich war ja immerhin voll die Heldin und habe dem Zirkus in meiner Heimatstadt ihre entlaufenen Elefanten zurückgebracht.
Und der Wahnsinn dabei: Elefanten waren schon damals meine Lieblingstiere.
Also ich konnte daraus halt wirklich nichts anderes schließen.

Und auch heute nehme ich das Büchlein (37 Seiten) gerne zur Hand und lese es.
20 Jahre später weiß ich nun aber natürlich, dass es einfach vorgedruckt Geschichten gab, in die bestimmte Details eingefügt wurden.
Ich musste immerhin in meiner Grundschule schockiert feststellen, dass auch eine andere so ein Buch hatte. Also wurden auch welche für andere geschrieben. Als sich der Verdacht dann wirklich bestätigte, dass auch andere MEINE GESCHICHTE bekommen haben müssen, war das ein wenig so, wie die Erkenntnis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.

Aber ich liebe diese Idee immer noch.
Wenn das Kind strahlt und denkt, dass da ein Buch ganz allein für es geschrieben wurde. Das ist doch einfach wunderschön und herzallerliebst. Wenn ich im näheren Umfeld kleine Kinder zu beschenken hätte, dann würde ich das auch machen ab einem bestimmten Alter. Und wenn die Eltern es anfangs nur vorlesen können. Die Bilder können die Kinder ja betrachten (und die sind auch fantastisch).

Nach kurzer Web-Suche habe ich auch eine Seite gefunden, die auch heute noch personalisierte Bücher anbietet: PersonalNovel.

Vielleicht braucht ja mal wieder jemand demnächst ein Geschenk und denkt an diese Idee.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es eines der besten Geschenke war, die ich je bekommen habe. Und wenn meine Wohnung brennen würde, DIESES Buch würde ich ganz sicher retten müssen.
Es ist doch immerhin MEIN Buch!