Eine Lesemacke und ihre Folge

Da ich gerade mit meinen beiden Büchern nur sehr spärlich vorankomme (es ist aber zum Glück keine Leseflaute, das spüre ich), kommt heute noch mal ein allgemeiner Artikel.

Ich habe es nun nämlich tatsächlich geschafft einer Kollegin mit einer Lesemacke Angst zu machen.
Wie ich schon berichtet habe, hasse ich (wie so viele andere) Leserillen im Buchrücken.
Meine Kollegin hatte sich schon mal ein Buch ausgeliehen, aber das war gebunden.
Nun hatte sie letztens bei mir auf dem Tisch „Hannes“ von Rita Falk gesehen. Sie liest sich dann immer die Klappentexte durch und wenn er ihr zusagt, möchte sie das Buch leihen.
Ich verleihe sehr, sehr ungern, aber gut. Ich will ja auch nicht egoistisch rüberkommen und so habe ich auch bei diesem Buch wieder gesagt, dass sie es lesen darf.

Abends kurz vor dem Einschlafen durchzuckte es mich „Das letzte war gebunden und du hast ihr nicht gesagt, dass es keine Leserillen geben darf!!!“. Ich habe mir dann WIRKLICH Sorgen gemacht (und geschrieben sieht das ganze gerade noch spleeniger aus, als ich es empfunden habe).
Am nächsten Morgen bin ich gleich zu ihr und habe gefragt, ob sie das Buch schon angefangen hat. Sie hatte es aber auf Arbeit vergessen. Zufrieden habe ich sie dann darauf hingewiesen, dass ich das Buch in GENAU DIESEM Zustand zurück haben möchte. Zum Glück habe ich das gesagt, denn sie gab zu, zu der Fraktion „Bücher müssen gelesen aussehen“ zu gehören.
Ich habe das Ganze dann noch etwas dramatisiert und gesagt, dass ich auch schon mal weine, wenn Leserillen drin sind (das stimmt natürlich nicht, ich würde mich höchstens ziemlich ärgern. Es gibt auch Bücher bestimmter Verlage, da kriege ich das nie hin, egal wie viel Mühe ich mir gebe. Dann ist das auch nicht so dramatisch. Aber wenn ich es OHNE Rillen geschafft habe, dann soll kein anderer welche reinmachen.).

Und was ist das Ende vom Lied? Sie hat das Buch mit nach Hause genommen, wollte anfangen zu lesen und merkte beim Aufklappen schon, dass sie es niemals ohne Rillen schafft. Also hat sie es mir vor lauter Angst am nächsten Tag ungelesen zurückgegeben. 😀

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Die Emotionen beim Lesen und ich

Ich gebe es in einigen Rezensionen ja immer mal wieder zu und nun widme ich der ganzen Angelegenheit auch einen eigenen Artikel.
Die Emotionen, die beim Lesen ausgelöst werden, sind für mich nämlich maßgeblich für die Sternbewertung am Ende.
Da kann die Geschichte manchmal gar nicht so spannend sein, aber wenn ich am Ende dann haltlos heule, dann hebt es die Bewertung schon an.

Und ja, ich kann haltlos dabei heulen und auch schallend lachen.
Viele Freundinnen von mir, gehören eher zu der Fraktion „Wenn etwas im Buch richtig, richtig traurig ist, dann muss ich schon mal schlucken…“. Ich muss schlucken, wenn mich etwas berührt. Wenn es mich richtig mitreißt, dann liege ich auch im Bett wie mit ganz schlimmen Liebeskummer: vollkommen fertig und mit nassem Kopfkissen.
Es gab schon Bücher, die musste ich nach ein paar Seiten aus der Hand legen, weil ich vor lauter Tränen nichts mehr gesehen habe und die Augen wegen des Mascaras (der sich nun liebevoll um meine Pupille geschmiegt hat) so sehr brannten. Ganz präsent ist mir da „Für immer, dein Dad“ von Lola Jaye. Bis Seite 20 bin ich gekommen, dann war es vorbei.
Dann gab es auch Bücher, die ganz lange Nachgewirkt haben an der Heulfront. Nach „Weit wie das Meer“ von Nicholas Sparks durfte ich auch zwei Tage später noch nicht gefragt werde, wovon das Buch nun handelte ohne zu heulen.

Und ich kann mich auch so richtig schön in Abneigungen gegen Figuren hineinsteigern. Snape (der von Harry Potter, falls ihn gerade tatsächlich jemand nicht kennt) hätte mir viele Jahre nicht unter die Augen treten dürfen. Das hätte Tote gegeben (am Ende natürlich eher mich, weil er größer und stärker und magischer gewesen wäre… aber ich hätte mein Bestes gegeben). Ab dem siebten Teil habe ich ihn dafür heiß und innig geliebt (also nicht ganz so heiß und innig, aber schon ziemlich).

Natürlich können richtig schöne, locker-luftige Bücher auch meine Stimmung heben.

Ich freue mich aber tatsächlich darüber, dass ich bei Büchern mit vollem Herzen (und eben auch vollen Taschentüchern) dabei bin. Ich habe das Gefühl so noch ein Stück mehr von der Geschichte zu haben.
Das kann zwar in Bus und Bahn mal zu peinlichen Situationen kommen, aber hey, ich wohne in einer Großstadt und hoffe immer darauf, dass ich die Leute nie wiedersehe.

Lesen am Wochenende

Ich glaube langsam, ich bin der einzige „Viel-Leser“, der genau dann nicht zum Lesen kommt, wenn er Zeit hat.

Ich war letztens eine Woche krank geschrieben. Was habe ich gemacht? Alles, nur nicht lesen (nur im Wartezimmer beim Arzt kam es dazu 😀 ).

Letztes Wochenende: Wozu komme ich nicht? Lesen!
Dafür habe ich viel dumm rumgelegen, TV geguckt und mit meiner neuen PlayStation3 gespielt.

Mir ist das schon lange aufgefallen und ich wollte das Phänomen mal beobachten. Und tatsächlich, dann, wenn ich viel Zeit habe, mag ich lesen nicht.
Ich lese viel in der Bahn (also auch U-Bahn und Bus) oder wenn ich irgendwo rumsitze und warte und auch abends noch kurz vorm Einschlafen. Ich mag es aber nicht, mich zwei Stunden am Abend auf die Couch zu setzen und zu lesen.
Komisch oder?

Aber das wird sicher wieder mehr, wenn es richtig warm wird und ich mich auf dem Balkon sonne. Da langweile ich mich sonst so sehr, dass ich dann lieber lese. 😀

Leseflaute offiziell beendet

Immer und immer wieder habe ich letztes Jahr gemeckert und gejammert, dass ich nicht rauskomme aus der Leseflaute.
Über ein Jahr hat sie insgesamt gedauert.
Es gab sogar Zeiten, da habe ich zwei Monate lang kein Buch angefasst.

Und nun, nach 2,5 Monaten im neuen Jahr gucke ich mir mal so meine Statistiken an und stelle fest: Ich habe jetzt schon über die Hälfte der gesamten Bücheranzahl aus 2011 gelesen. Äh, hat das jemand verstanden?
Also es sind jetzt schon zehn (ich lese gerade das elfte) und insgesamt waren es letztes Jahr 18.

Außerdem reiße ich wieder sofort ein neues Buch aus dem Regal, wenn ich eins beendet habe.
Und ich habe permanent Lust irgendwas auf meinem Blog zu machen. Und lese auch wieder andere Bücherblogs. Das sind eindeutig alles Indikatoren, denn letztes Jahr war das GANZ anders.

Und da jetzt hoffentlich wieder besseres Wetter kommt (und ich somit nicht STÄNDIG müde bin), kann ich auch noch etwas mehr lesen.

Hach, das macht mich glücklich. 🙂

Neue Macke und nur der Taschenrechner hilft

Letztens habe ich mich ja erst geoutet, dass ich so einige Lesemacken habe.
Unter anderem ja auch, dass ich immer erst gucke wie viele Seiten ein neues Kapitel hat, bevor ich es anfange.
Das hat sich jetzt in den paar Tagen nicht geändert.

Aber ich bin in der Sache tatsächlich NOCH seltsamer geworden.
Immer wenn ich jetzt mein Buch beiseite lege, schmeiße ich erstmal den Taschenrechner an.
Und dort vollführe ich dann mehrere Rechnungen:

1.) Wie viele Prozent des aktuellen Buchs hab ich schon gelesen?
2.) Wie viele Seiten habe ich im Schnitt dieses Jahr täglich gelesen?
3.) Wie viele Seiten habe ich im Schnitt diesen Monat täglich gelesen?

Ohne Scherz, ich mache das gerade immer. Schon seit zwei Wochen. Anfangs fand ich es nur eine lustige Spielerei, jetzt ist es geradezu eine Sucht geworden.
Ich liebe halt einfach Listen und Statistiken jeder Art.

Aber das macht mir schon Angst. Wenn sie das erweitert, dann muss ich vielleicht irgendwann aus Suchtgründen einfach mit Lesen aufhören und mal kurz irgendwas durchrechnen. Und vielleicht hat die Liste dann nicht mehr 3 Punkte, sondern 30 😀

Lesemacke: Bücher müssen neu aussehen

Wie die meisten Vielleser, habe auch ich so einige Lesemacken.
Zum Beispiel gucke ich IMMER wie viele Seiten ein neues Buch hat, bevor ich es anfange.
Und beim Lesen überprüfe ich erstmal die Länge des nächsten Kapitels bevor ich weiterlese.
Daran entscheidet es sich dann auch meist, ob ich das Buch nicht vorerst aus der Hand lege. Kann ja sein, dass ich noch Lust hätte 5 Seiten zu lesen, aber 20 schaff ich nicht mehr.

Aber meine komischste Macke – finde ich – ist folgende:
Ich hasse es Bücher zu lesen, die schon jemand gelesen hat.
Ich kaufe zwar auch immer mal wieder gebrauchte Bücher, aber die liegen definitiv noch länger auf dem SuB als die „frischen“.
Neuwertige lese ich einfach lieber. Da ist es mir dann auch egal, ob es Mängelexemplare sind. Hauptsache, sie sehen aus wie neu.
Viele finden es ja total toll, wenn man dem Buch schon seine „Geschichte“ ansieht. Also nicht die Story, sondern dass das Buch schon alt und durch viele mehr oder weniger liebevolle Hände gegangen ist.
Mich hält das aber vom Lesen ab.
Ich würde auch nie meine SuB-Bücher verleihen.

Letztens meinte eine neue Kollegin (Sie liest unglaublich viel. Die macht aus Büchern eher so Fast-Food.) zu mir: „Oh toll, hier stehen ja so viele Bücher rum, die ich noch lesen kann.“ Da hab ich ja schon Angstschweiß bekommen. MEINE noch UNGELESENEN Bücher? Niemals. Wenn sie die Geschichte vor mir kennen will, soll sie sich das Buch doch bitte selber kaufen oder woanders leihen. Das ist mir dann egal. Aber mein noch ungelesenes Buch wird nicht entweiht.
Klingt schon ziemlich gemein und egoistisch, ne?
Aber so ist das leider.

Ich verleihe generell nur ungern Bücher.
Ich passe ja so doll auf, dass sie möglichst ungebraucht aussehen, wenn sie ins „Gelesen-Regal“ kommen.
Ich hasse Leserillen im Buchrücken. Einmal habe ich mein Lieblingsbuch verliehen mit dem Hinweis, dass es noch wie neu aussieht und ich es auch gern so wieder hätte. Was war? Leserille! Ich hätte heulen können. Ich hab mich da wohl entschieden, dass ich zwar Hardcover verleihen könnte (natürlich OHNE Schutzumschlag), aber keine Taschenbücher mehr.

Stehe ich damit eigentlich alleine da oder bevorzugt noch jemand „neue“ Bücher (und ja, ich weiß, dass sie im Laden vielleicht schon aufgeklappt und angelesen wurden. Das stört mich nicht.)?

Buchkauffrei

Was viele sich mühsam erarbeiten müssen, ist bei mir gerade so einfach.
Ich habe keine Lust, Bücher zu kaufen.
Ok, ehrlich gesagt: HATTE!
Langsam fängt es wieder an, mich in den Fingern zu jucken. Ich lese momentan wieder jeden Tag und im Verhältnis zu diesem grausamen, leseflaute-gebeutelten Jahr, läuft es richtig gut.

Somit lese ich auch endlich wieder mit Spaß andere Bücherblogs und in einem Bücherforum. Und dort entdecke ich natürlich nun täglich tolle Bücher, die ich lesen möchte.

Trotzdem habe ich mal geguckt. Ab Juli 2011 habe ich nur 4 Bücher gekauft. Und dieses Jahr tatsächlich noch nicht eins. Demnächst kommt nur mal wieder ein gewonnenes Buch von Vorablesen.

Es macht mich einerseits stolz und andererseits hätte ich Lust auf neue Bücher (da kann ich ganz toll den SuB von 359 ignorieren). Ich weiß aber auch, dass ich dann wieder so maßlos bin. Ich gehe dann nicht in einen Laden und kaufe ganz gesittet EIN Buch, sondern gleich so viele ich tragen kann. Und das macht meinen aktuellen SuB-Abbau-Lauf natürlich total zunichte.

Also warte ich noch ein wenig, um mal wieder ein Buch zu kaufen. Aber es freut mich, dass ich es gerade so richtig will! 🙂

Fluch oder Segen?

Ich bin irgendwie traurig.
2008 habe ich den ersten Bücherbasar auf Arbeit erlebt und seit 2009 freute ich mich dann schon im Januar auf Anfang Dezember, weil es da den nächsten gab.

Allein deswegen, weil ich damals noch nicht den Blog hatte, zeige ich nochmal, was es 2009 für mich gab (wohl bemerkt FÜR MICH. Ich hatte noch ein Buch für meine Mutter dabei. Aber das lasse ich mal weg). Die, die ich schon gelesen habe, sind farbig markiert (14/33). Allein um mal aufzuzeigen, wie lange Bücher auf meinem SuB liegen:

Zeitreisen für Anfänger – Sharon Griffiths
Das Buch Dahlia – Elisa Albert
Evermore – Alyson Noël
Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer
Veronica beschließt zu sterben – Paulo Coelho
Macho Mann – Moritz Netenjakob
Tagsüber dieses strahlende blau – Stefan Mühldorfer
Jan ist weg – Anna Licht
Stadt, Land – Schluss – Judith O’Reilly
Du bist mein Stern – Paige Toon
Das Buch ohne Namen – Anonymus
Mein Leben ohne Gestern – Lisa Genova
Pippa Lee – Rebecca Miller
Die Einsamkeit der Primzahlen – Paolo Giordano
Die Zwillinge von Highgate – Audrey Niffenegger Das sag ich dir – Hanif Kureishi
Firmin – Ein Rattenleben- Sam Savage
Das Lexikon der verschwundenen Dinge – Robert Skuppin und Volker Wieprecht
Wasser für die Elefanten – Sara Gruen
Dämliche Dämonen – Royce Buckingham
Am Ende des Alphabets – Charles Scott Richardson
Frau Ella – Florian Beckerhoff
Der junge im gestreiften Pyjama – John Boyne
Gruppen-Ex – Steffi von Wolff
Lucy in the Sky – Paige Toon
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Folge 1-3 in einem Band) – Bastian Sick
Fremd küssen – Steffi von Wolff
Götter ohne Manieren – Marie Phillips
Der Tag, an dem ich starb – Anthony McGowan
Ein Joghurt namens Annika – Marcus Werner
Michelles Fehler – Martina Wildner
Bis einer heult – Nina Schmidt
Ich bin kein Serienkiller – Dan Wells

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere dann ja noch an meine Ausbeute von 2010:

Welche es genau sind, steht hier .

Und wie jedes Jahr, erwartete ich seit Januar 2011 den Tag freudig.
Die Jahreszeiten kamen und gingen. Der lange, harte Winter ging vorüber (da konnte ich beim Gehen eh nicht lesen), der Urlaub wurde angetreten (da hatte ich guten Lesestoff), der miese Sommer kam und ging (ich habe nicht eine Minute auf dem Balkon gesessen und gelesen) und der Herbst kam. Und auch wenn das Jahr vom Wetter her nicht meiner Lesestimmung entsprach und ich eh von der Leseflaute heimgesucht war, habe ich mich gefreut.
Immer wenn ich vor meinen Regalen stand, habe ich mich gefragt, wie da noch die Basar-Einkäufe reinpassen sollen.
Aber es würde schon irgendwie gehen. Muss ja!

Und vor lauter Stress habe ich so einige Monate kaum mitbekommen. Oktober…November…und schon war Mitte Dezember. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es gab keinen Basar!
Leicht panisch fragte ich meine Kolleginnen. Ich hatte ihn nicht verpennt. Es gab ihn wirklich nicht!

Nun habe ich meinen Job gewechselt. Es ist Januar und ich kann mich nicht auf Anfang Dezember freuen, wenn es (vielleicht) den nächsten Basar gibt.
Ich muss ohne ihn auskommen.
Mein Geldbeutel und Regalplatz wird es mir danken.
Aber ich war dort so gern. Habe Stapel umgewälzt und mich über jedes eingeschweißte Buch, das gerade erst auf den Markt geschmissen wurde, gefreut wie ein kleines Kind.

Wer weiß, vielleicht arbeite ich dort irgendwann wieder (mein großer Wunsch!), aber bis dahin muss ich noch ganz genau überlegen, ob es nun Fluch oder Segen ist, dass ich den Basar nicht mehr habe.

Leserunden und ich

Lesekreise gibt es schon ewig.
Wenn ich das Wort Lesekreis vor zwei, drei Jahren gehört habe, bekam ich sofort immer ein Bild vor Augen: (Achtung: Klischee!) Ein paar Hausfrauen, die nichts Besseres zu tun haben, lesen im gleichen Zeitraum ein Buch und diskutieren anschließend darüber (warum auch immer, in meiner Vorstellung sind das immer amerikanische Hausfrauen der fünfziger Jahre ).
Dann wurde ich aber eines Besseren belehrt. Es gibt auch eine moderne Variante… im Internet. WAHNSINN!

Kennengelernt habe ich das in dem Bücherforum, in dem ich aktiv bin. Dort treffen sich oft Lesewütige zu kleinen Leserunden oder richtig großen (zum Teil autorenbegleitet… sehr genial, um nebenbei immer Fragen loszuwerden).
Praktisch ist das vor allem dann, wenn man sich zu einem Buch nicht überwinden kann. So wird man nämlich immer mitgeschliffen. Man will ja kein Spielverderber sein.

Seitdem nehme auch ich immer mal wieder an Leserunden teil.
Wenn ich mich einer anschließe, bin ich total euphorisch und freue mich, dass ich mich mit anderen austauschen kann über das Gelesene. Vor allem stelle ich auch oft fest, dass ich viele süße Details gar nicht erkannt hätte, wären sie nicht von anderen Mitgliedern thematisiert worden. Das hängt in dem Falle ja auch oft davon ab, welche Bücher, Filme oder Lieder man kennt, auf die es einen Seitenhieb gibt.
Aber so ganz kurz bevor die Leserunde beginnt (ein, zwei Tage vorher), verlässt mich die Lust.
Dann will ich doch lieber allein lesen. Mein Tempo bestimmen. Nicht gezwungen sein, Zwischenberichte zu schreiben. Mir genau überliegen, was ich nun gut oder schlecht finde, wie ich diese und jene Situation bewerten würde, warum mich diese Person stört und warum diese so sympathisch ist.
Und dann muss man ja auch noch immer lesen, was die anderen so schreiben. Sich auch dazu Gedanken machen; Theorien widerlegen und Fragen beantworten.

Und dann bin ich fertig.
Schreibe mein Fazit und meine Abschlussbewertung.
Und freue mich. Über die Kleinigkeiten, die ich überlesen hätte. Über die Gedanken, die sich die anderen zu meinem Geschriebenen gemacht haben. Über meine Theorien, die die anderen widerlegt haben und meine Fragen, die die anderen beantworten konnten.
Und beschließe am Ende: Bei der nächsten Leserunde bin ich wieder dabei!

Neue Bücher anfangen

Ich habe ja so einige Lesemacken.
Ich muss zum Beispiel immer, bevor ich ein neues Kapitel anfange, gucken wie viele Seiten es hat. Vorher lese ich gar nicht weiter. Könnten ja mehr Seiten sein, als ich jetzt noch lesen möchte.
Aber eine Macke macht mir wirklich das Leben schwer.
Ich hasse es, neue Bücher anzufangen.
Ich war so schön drin im letzten. Kannte alle Figuren, kannte ihre Eigenheiten, ihr Leben, ihre Freunde, ihr Leiden. Auch die Orte waren mir alle vertraut.
Und dann soll man alles wieder neu kennenlernen. Das mag ich nicht, das mochte ich noch nie und werde es wohl auch nie mögen.
Aber da muss ich wohl durch, wenn ich so gerne lese…

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