Wie konnte das Herz der Stiefmutter von Cinderella so unberührbar und eiskalt werden?
Gräfin Tremaine, verwitwet und alleinerziehend mit zwei eigenwilligen Mädchen, verliebt sich in einen Ritter aus einem fernen Land, der eine Stiefmutter für seine eigene junge Tochter sucht. Aber Stiefmütter in fremden Königreichen haben es nicht leicht … und Lady Tremaine steht ein weniger glückliches Leben bevor, als sie es sich erhofft hat. (Klappentext)
Als ich das erste Mal gelesen habe, dass die Stiefmutter von Cinderella der Villain aus Band 8 wird, war ich einigermaßen überrascht. Sie ist eine böse Frau und behandelt ihre Stieftochter schlecht. Aber sie verströmt eben nicht die tödliche Gefahr, die ein guter Bösewicht für mich ausmacht. Die Böse Königin von Schneewittchen, Ursula, Malefiz, Hook, der in Band 9 folgen wird – sie alle haben etwas, was Lady Tremaine nicht hat. Und deswegen war ich nicht besonders scharf darauf, sie kennenzulernen. Nach der Pleite mit Cruella freute ich mich aber auch, in der Story um die verdrehten Schwestern weiterzukommen.
Die Gräfin ist eine liebende Mutter ihrer beiden Töchter, die nach dem Tod ihres Mannes den Mädchen vielleicht etwas zu viel durchgehenlassen hat. So kommt es, dass sie sich allein auf eine Reise begibt und dort prompt verkuppelt wird mit einen reichen, attraktiven, höflichen und überaus sympathischen Mann. Doch nach der überstürzten Hochzeit folgt leider kein Happy End mit Sir Richard. Er änderte sich von Grund auf, immerhin brauchte er die Lady vor allem, damit jemand auf seine Cinderella aufpassen kann…
Dass ausgerechnet Cinderellas Vater das größte Ekel des Buches war, überraschte mich, hatte ich ihn doch immer als liebenden Vater und Ehemann im Kopf. Doch ich war sehr dankbar, dass ich wusste, wie seine ganz eigene Geschichte weitergehen wird und konnte es kaum erwarten.
Ab dem Moment, als die drei Tremaine-Frauen ins Haus von Cinderellas Vater gezogen sind, begann das Buch, mich runterzuziehen. So viel Bosheit vom Vater ertrug ich nur schwer. Und auch Cinderella war ein ekliges Mädchen und wirkte auch ein bisschen dumm.
Die Geschichte begann eigentlich wirklich ganz gut, ich mochte die Lady gern. Sie war nett und sorgte sich um ihre Töchter, doch hatte das Pech, an einen schrecklichen Mann zu geraten. Ich hatte so viel Mitleid mit der Stiefmutter und Anastasia und Drizella. Die beiden waren etwas stumpf und zickig, aber auch ganz nett.
Die Entwicklung war an sich sehr gut gemacht. Ich habe mehr als gut verstanden, warum die Stiefmutter mit Cinderella umgegangen ist, wie wir es kennen. Ich wäre wohl genauso gewesen. Aber letztlich ist in dem Buch auch nicht viel passiert, es war recht gemächlich und Spannung wollte nicht aufkommen.
Letztlich war ich nicht sehr begeistert. Man kann es ganz gut lesen, die Herleitung des Verhaltens war verständlich, aber mehr auch nicht.
Serena Valentino – Das Herz so kalt
Originaltitel: Cold Hearted (Juli 2021)
Carlsen, 26. August 2021
ISBN 3551280460
284 Seiten
Gebunden; 14,00 Euro
Reihenfolge der Bücher:
1. Die Schönste im ganzen Land – Originaltitel: Fairest of All
2. Das Biest in ihm – Originaltitel: The Beast Within
3. Die Einsame im Meer – Originaltitel: Poor Unfortunate Soul
4. Das Geheimnis der Dunklen Fee – Originaltitel: Mistress of All Evil
5. Das verzauberte Haar – Originaltitel: Mother Knows Best
6. Das Geheimnis der Schwestern – Originaltitel: The Odd Sisters
7. Cruella, die Teufelin – Originaltitel: Evil Thing
8. Das Herz so kalt – Originaltitel: Cold Hearted
9. Niemals Nimmerland – Originaltitel: Never Never
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