Sherlock Holmes’ Rätseluniversum

Begleiten Sie den weltberühmten Privatdetektiv Sherlock Holmes auf Spurensuche und nutzen Sie Ihr Kombinationsgeschick zum Lösen kniffliger Fälle. Geschrieben von Holmes‘ Sidekick Dr. John Watson stellen Rätsel in vier Schwierigkeitskategorien sowohl Hobby- als auch Profi-Detektive auf die Probe. (Klappentext)

Da mir die Bücher der Crime-Mysteries-Serie von Ullmann Medien so sehr gefallen haben, habe ich mir mehr Bücher in diesem Stile gewünscht, die es bei dem Verlag (scheinbar) zu finden gibt.
Weihnachten schenkte mir mein Freund zwei Stück, eines davon habe ich nun gelesen.

„Gelesen“ ist aber eigentlich fast zu viel gesagt. Es gibt 113 Fälle, durch die man sich Seite um Seite durcharbeitet. Unterteilt sind sie dabei in vier verschiedene Schwierigkeitsstufen: „Für Einsteiger“, „Für Fortgeschrittene“, „Für Tüftler“ und „Für Meister“. Als klare Abgrenzung empfand ich es jedoch nicht. Für mich waren die meisten Rätsel schon auf einem sehr ähnlichen Schwierigkeitsniveau.

Ich begann recht motiviert, denn das Buch ist wirklich schön gestaltet und jedes Rätsel kann mit seiner Aufmachung punkten. Schöne Umrandungen, passende Zeichnungen – es macht allein schon Spaß, das Rätsel nur anzugucken.
Der Spaß verflog dann leider schnell beim Durchlesen. Die Rätsel sind alle in ein Gespräch zwischen Holmes (den ich hier unfassbar unsympathisch und großkotzig fand) und Watson. Ein bisschen Einleitung in eine Situation, ein wenig Geplänkel zwischen den beiden. Das mag ja ganz nett gedacht sein, aber letztlich wären viele Rätsel auch in wenigen Zeilen abzufrühstücken gewesen.

Es herrscht eine gewisse Varianz zwischen den Rätseln, aber es gibt eine deutliche Häufung bestimmter Rätselfragen: Fragen nach physikalischen Phänomenen, mathematische Rätsel und Fragen zu Verwandtschaftsverhältnissen und dem Alter von Personen.
Vor allem bei den mathematischen Rätseln und den Fragen zu den Personen (die letztlich auch nur mathematische Rätsel waren), fühlte ich mich häufig an Sachaufgaben in der Schule erinnert. Selbst die klassischen aufeinander zufahrenden Züge wurden bedient.

Nur sehr wenige Rätsel wichen von dieser Art ab und lieferten tatsächlich Mordfälle, die man lösen sollte (oder Bilderrätsel, die man knacken konnte). Problem: Nicht einen konnte ich lösen, weil es zu viel Spekulationsraum gab und meistens sogar erst in der Lösung Details genannt wurden, ohne die man eh nicht auf die richtige Antwort kommen konnte. Manche Lösungen waren dann auch so absurd, dass man auch mit mehr Details nicht darauf gekommen wäre.
Vor allem bei diesen Rätseln fiel mir auf, dass man das am besten zu zweit macht. Als Beispiel lässt sich ein Rätsel ganz gut aufzeigen: Man steht in einer Schlucht, die eine Sackgasse bildet. Vom Eingang her kommt ein Feuer auf einen zu. Ein paar Gegenstände hat man in der Tasche, unter anderem eine Pistole. Die Frage war nun, wie man es schaffen kann, nicht bei lebendigem Leib verbrannt zu werden. Ich dachte sofort: „Erschießen. Dann verbrennt man nicht.“ War natürlich falsch, man kommt da auch lebend raus. Aber die Lösung war für mich so klar, da knobelte ich erst gar nicht weiter dran herum. Hätte ich aber, wenn jemand anderes die Lösung kennen würde und mich dazu animiert hätte, anders zu denken.

Ich gebe es zu: Ich habe nur eine handvoll Rätsel ernsthaft versucht zu lösen. Bei den meisten habe ich direkt nach hinten geblättert und habe mir die Antwort durchgelesen. Ich hatte einfach keine Lust herumzuprobieren, wer wann doppelt so alt wie der andere sein wird, wenn er jetzt noch dreimal so alt ist. Ich wollte einfach nicht mit Zettel und Stift hier sitzen und abends Matheaufgaben lösen.
Aber das Buch schafft es sogar, zum Teil falsche Lösungen zu liefern.

Letztlich hatten die Rätsel auch sehr wenig mit Holmes zu tun. Natürlich wurde durch das Einbetten in Gespräche der Anschein erweckt, aber sie alle hätten auch ohne Holmes und Watson funktioniert.

Ich hatte wirklich überhaupt keinen Spaß an dem Buch. Ich ging einfach mit falschen Vorstellungen an die Sache ran. Ich wollte an Detektivfällen rumknobeln und nicht rechnen müssen.
Trotzdem war das Buch schön gemacht und wer Lust auf diese Art Rätsel hat, wird hier sicher mehr Freude haben.

Tim Dedopulos – Sherlock Holmes’ Rätseluniversum
Originaltitel: The Sherlock Holmes Puzzle Collection (Oktober 2011)
Ullmann Medien GmbH, 08. September 2017
ISBN 3741522570
224 Seiten
Broschiert; 9,99 Euro

Weitere Bücher dieser Art:
Jason Ward – Edgar Allan Poes Rätseluniversum
Jason Ward – Psycho-Rätsel

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