Björn Beermann – Mitra – Magisches Erbe

Das hat sich die sechzehnjährige Mitra anders vorgestellt. Sie wollte in Hamburg ein neues und normales Leben beginnen. Doch nun muss sie sich zusätzlich zu ihrer Ausbildung mit ihrer magischen Gabe, einem nervigen Hausgeist und zwei Kerlen herumschlagen. Und dann wird sie auch noch in einen alten Kampf um Macht und Magie zwischen den Elementen hineingezogen, den nur sie wieder befrieden kann. Nur gut, dass sie in Aggy eine echte Freundin hat, die mit ihrer speziellen Art Mitra durch dieses Chaos begleitet. (Klappentext)

Als Kind und Jugendliche war ich großer Fan von Hexengeschichten. Vorrangig sah ich die im Fernsehen: Die Filme „Hexen, Hexen“ und „Halloweentown“ und die Serien „Charmed“ und „Sabrina – Total verhext“ waren Pflicht-Termine für mich. Und obwohl ich das Thema immer noch mag, habe ich noch kein Buch dazu gelesen.
Darum freute ich mich umso mehr, als die Anfrage kam, ob ich das neue Buch von Björn Beermann lesen möchte. Da es auch in Hamburg spielt, wo ich seit fast zehn Jahren wohne, war ich doppelt begeistert.

Mitra hat es nicht leicht. Nicht nur, dass sie sich mit sechzehn Jahren in einer hormonell schwierigen Phase befindet, sie hat es auch zuhause nicht leicht. Ihre Mutter ist vor kurzem gestorben und der Vater leidet sehr. Doch Mitra muss ihren eigenen Weg gehen und entscheidet sich deswegen für eine Ausbildung in Hamburg. Auf der Beerdigung ihrer Mutter hatte Mitra zum ersten Mal von ihrer Großmutter Mildred und ihrer Tante Minerva gehört, die beide in der Hansestadt wohnen, weswegen Mitra nun erst einmal bei ihnen unterkommen kann.
Schnell fallen Mitra Veränderungen an sich auf. Sobald sie mit ihren Kollegen im Stadtpark die Pause verbringt, hat sie Aussetzer. Ihr wird weiß vor Augen, sie hört Musik und es geschehen seltsame Dinge. Ihre neugewonnene Familie muss ihr das Familiengeheimnis eröffnen: Mitra ist eine magisch begabte Person.

Schon an der Beschreibung als „magisch begabte Person“ fällt auf, dass der Autor sich trotz des weitreichend erschlossenen Hexen- und Magie-Themas in der Popkultur noch ein paar neue Ideen einfallen lassen hat. Dabei war es auch schön zu sehen, dass auf Zauberstäbe und Hexenbesen verzichtet wurde. Alles wirkte ein wenig modernisiert und ins Heute übertragen. Und das, obwohl die Magie im Buch schon sehr alt ist.

Der Fall der Barriere der magischen Welt ist dabei im ersten Teil der angedachten Trilogie das Kernthema. Dieses wurde ebenso wie andere Geheimnisse Stück für Stück entschlüsselt. Der Leser war immer nur so schlau wie Mitra und entdeckte mit ihr zusammen ihr neues Leben.

Insgesamt stellt das Buch damit einen sehr guten Beginn der Trilogie dar. Man wird in die Welt sehr gut eingeführt und lernt die Personen ausreichend kennen.

Mit diesen Personen hat Björn Beermann auch ein Sammelsurium an interessanten Persönlichkeiten geschaffen. Dabei gelingt ihm immer der Spagat zwischen besonders und doch authentisch. Nichtsdestotrotz werden auch einige Klischees bedient. Es gibt den klassischen Hamburger Schnösel, die verrückte, aber gutherzige Freundin, den schmierigen Chef und natürlich die „Hexen“ mit den roten, wirren Haaren.
Mitra ist eine Hauptperson, der ich gern folgte. Man kann sich gut mit ihr identifizieren und in sie hineinversetzen. Glücklicherweise benimmt sie sich ihrem Alter auch angemessen. Gerade in ihrem Alter neigen viele Autoren dazu, die Figur deutlich zu erwachsen wirken zu lassen. Aber 16 Jahre sind nun einmal 16 Jahre.

Was ich aber sehr gern getan hätte: Ich hätte gern mehr mitfiebern müssen. Auch wenn ich nah an Mitra dran war, gingen mir ihre Erlebnisse und Gefühle nie nah. Es war interessant zu lesen, was in der magischen Welt gerade für ein Drama passiert, aber ich blieb nicht atemlos zurück. Die große Spannung fehlte also in diesem Auftakt noch. Vielleicht bewegen die nachfolgenden Bände ja mehr.

Das Buch gliedert sich in 47 Kapitel, die zum Teil nur eine oder anderthalb Seiten lang waren. Der Autor hat im Prinzip für jede neue Szene ein neues Kapitel begonnen, was sich für mich ungewohnt las. Was mich daran aber am meisten störte, waren die Kapitelüberschriften, die zwar immer genau das beschrieben, was nun kommt, aber dabei manches Mal seltsam ungelenk wirkten: „Ein Gespräch in der Küche“, „Recherchearbeit“ oder „Aggy hat eine Idee“.

Daran anschließend hatte ich eigentlich nur einen größeren Kritikpunkt am Buch und der ist für die wenigsten Menschen wohl relevant bei der Kaufentscheidung. Ich hatte einige Probleme mit der Formatierung. Die Schrift ist recht groß, ebenso wie der Zeilenabstand. Zusätzlich wurde keine Silbentrennung eingestellt, weswegen manche Zeilen unnatürlich große Wortabstände haben. Insgesamt entsprechen zwei Mitra-Seiten einer „normalen“ Buchseite. Da stellt sich mir dann die Frage: Hat Mitra eine eigentlich deutlich jüngere Zielgruppe als es wirkt oder wurde das Buch ein wenig künstlich aufgebläht?

Insgesamt war ich wirklich sehr zufrieden mit „Mitra – Magisches Erbe“. Ich mochte die Figuren, die neuen Ideen zur magischen Welt und auch, dass alles in Hamburg spielte.
Eine wirklich schöne Kombination, die das Buch schnell durchlesen lässt. Trotzdem wäre ich gern mehr berührt und gefesselt worden. Aber als Auftakt einer Trilogie kann ich mich nicht allzu sehr beschweren: .

Björn Beermann – Mitra – Magisches Erbe
Tredition, 16. Januar 2018
ISBN 3746900735
458 Seiten
Taschenbuch; 15,49 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Reihenfolge der Bücher:
1. Mitra – Magisches Erbe
2. Mitra – Magische Verwandlungen

Ich lese jetzt „Mitra – Magisches Erbe“ von Björn Beermann

Ich hatte mir eigentich geschworen, erstmal alle Rezensionsexemplare, die ich noch zuhause habe, zu lesen, bevor ich andere anfrage oder Angebote annehme. Ich hatte da mit „Frag mich, wie es für mich war“ letztens schon versagt und dann flatterte mir das Angebot zu „Mitra – Magisches Erbe“ ins Haus und ich konnte einfach nicht Nein sagen, denn zum einen hatte ich Lust auf ein Fantasybuch und zum anderen war ich gespannt auf eine Geschichte, die in Hamburg spielt. Ich war gespannt darauf, welche Ecken beschrieben werden, und ob ich dann hier mal ganz anders durch die Straßen laufen werde.

Also nahm ich „Mitra“ mit in den Urlaub. Ich freute mich auf die Geschichte der sechszehnjährigen Mitra, die in Hamburg eigentlich nur ihre Ausbildung beginnen wollte und dann erfährt, dass sie eine magisch begabte Person ist. Doch die magische Welt gerät gerade aus den Fugen. Und nur Mitra scheint da noch etwas retten zu können…

Erster Satz:
„Die Nacht und eine drückende Schwüle hatten sich über den Stadtpark gelegt.“

Ursula Poznanski – Layers

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich ganz gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo dieser neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält – das ist Dorians Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt er recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke. Als Dorian ein solches Päckchen nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt. (Text der Titelklappe)

Ich freute mich so sehr, dass ich für meine mündliche Abschlussprüfung im Nebenfach dieses Jugendbuch lesen sollte. Wie viel schöner ist das, als all die wissenschaftliche Literatur?!
Ich begann auch hochmotiviert, aber dann musste ich noch so viel erledigen, dass ich nur circa die ersten 100 Seiten geschafft hatte. Den Rest habe ich dann nach der Prüfung im Urlaub gelesen.

Ich fand das Buch nämlich so gut, dass ich es so oder so lesen wollte. Das hielt genau so weit, wie der Klappentext die Handlung beschreibt. Danach änderte sich alles.

Man wird direkt in Dorians schwieriges Leben geschmissen und bleibt immer nah an ihm und seinen Erlebnissen dran. Man lebt mit ihm auf der Straße und später in der Villa. Man lernt mit ihm zusammen andere Jugendliche dort kennen und steht mit ihm zusammen in der Stadt, um Flugblätter zu verteilen. Es passiert so viel, dass es einfach spannend bleibt. Ich wollte so gern hinter die Beweggründe von allen und allem kommen.
Doch nachdem Dorian einem anderen Posten zugeteilt wird und nun Werbegeschenke verteilen soll, überschlagen sich die Dinge und Dorian kann nicht in die Villa zurückkehren. Ganz im Gegenteil: Plötzlich wird er erbarmungslos gejagt.

Und genau da, wo es eigentlich spannend werden sollte, flacht die ganze Geschichte für mich ab. Die Jagd beziehungsweise Flucht dauert und dauert. Es scheint sich alles zu wiederholen, die Dinge drehen sich im Kreis. Alles scheint unnötig aufgeblasen. Es ist nicht zwingend unrealistisch oder unlogisch, aber das zu lesen brachte mir keinerlei Spaß. Für mich hätte hier stark komprimiert werden müssen.

Dabei ist das Thema, das Auslöser zur Flucht war und an dieser Stelle einen Spoiler darstellen würde, wirklich spannend und modern. Noch habe ich nicht viele Bücher dazu gelesen, obwohl es ein immer größeres Thema in der Gesellschaft wird. Das war immerhin auch wirklich gut und ausführlich dargestellt.

Dorian ist zusätzlich ein toller und sympathischer Junge. Er allein war wohl der Grund, warum ich die langweilige Flucht trotzdem relativ schnell durchgezogen habe. Insgesamt waren alle Figuren einerseits authentisch und andererseits speziell und ungewöhnlich.

Insgesamt fand ich den Plot zunächst wirklich stark mit seinen vielen innovativen Ansätzen. Ich war so gespannt, wie es weitergeht und war gern bei Dorian. Doch dann musste ich mich durch die zweite Hälfte wirklich durchquälen und am Ende, das ich doch nochmal ganz ok fand, blieben einige Fragen offen.
Nein, ich bin nicht begeistert. Ein paar Punkte macht „Layers“ schon gut, aber es verliert doch auch einige.

Ursula Poznanski – Layers
Loewe, 17. August 2015
ISBN 3785582307
445 Seiten
Broschiert; 14,95 Euro

Ich lese jetzt „Layers“ von Ursula Poznanski

Wieder ein Schummel-Artikel – in mehrfacher Hinsicht.
Mit Layers habe ich eigentlich schon am 23. Januar begonnen, denn ich brauchte das Buch für meine mündliche Abschlussprüfung im Nebenfach. Doch geschafft, es vor der Prüfung zu beenden, hatte ich nicht mehr. Ich war nicht mal mehr zu der Stelle gekommen, die für mein Prüfungsthema relevant gewesen wäre.
Da kurz vor dem Urlaub aber alles so knapp war – gerade durch die Uni – war ich nicht mal in der Lage, diesen kurzen Artikel zu schreiben.
Beendet habe ich das Buch dann aber in Kenia.

Ich freute mich, das Buch für die Uni kaufen zu müssen, denn es interessierte mich schon seit der Veröffentlichung. Dorian wacht neben einem ermordeten Bekannten auf, kann sich aber an nichts erinnern. Plötzlich hilft ihm ein Fremder und nimmt ihn in seine Villa auf, wo es nur so vor Jugendlichen, die Hilfe benötigten, wimmelt. Das alles wirkt unwirklich. Und warum verschwinden eigentlich ständig welche aus der Villa?

Ich machte mich gespannt auf die Suche nach Antworten…

Erster Satz:
„Er befand sich noch im Halbschlaf, trotzdem spürte er genau, dass der Hauch, der sein Gesicht streifte, kein Wind war.“

Christine Heppermann – Frag mich, wie es für mich war

Nick musste mir versprechen, es niemandem zu sagen, damit die Leute, wenn sie mich ansehen, mich als Ganzes sehen.

Als Addie schwanger wird, entschließt sie sich zu einer Abtreibung. Alles verläuft unkompliziert und ist schnell vorbei. Dennoch verändert der Eingriff Addie. Sie gewinnt an Selbstbewusstsein, stellt andere sowie sich selbst infrage und bewertet ihr Leben neu. Sie wird als ein anderer Mensch daraus hervorgehen. Als jemand, der seine eigene Entscheidung getroffen hat. (Klappentext)

Für mich persönlich kam nie Abtreibung in Frage. Nicht, weil ich etwas dagegen habe, ganz im Gegenteil. Ich finde diese Selbstbestimmung richtig und wichtig. Mir war aber seit jeher klar, dass ich Kinder haben möchte und hätte es auch in jeglicher Situation bekommen. Irgendwie hätte man das Kind schon geschaukelt – im wahrsten Sinne des Wortes.
Vielleicht gerade weil das Thema von meiner Lebensrealität weit entfernt ist, interessiert es mich. Deswegen habe ich auch sofort bei Beltz & Gelberg nachgefragt, ob sie mir „Frag mich, wie es für mich war“ als Rezensionsexemplar schicken könnten. Sie haben es getan und ich freute mich wirklich sehr darüber. Ich habe es mit nach Kenia genommen und mir damit am Strand die Zeit vertrieben.

Die fünfzehnjährige Addie ist erst seit kurzem mit Nick zusammen, als sie von ihm schwanger wird. Sie trifft die Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen und muss nun mit den Konsequenzen leben, die sich auf alle Bereiche erstrecken: Beziehung, Familie, Schule.
Vor allem um diese Veränderungen geht es in dem 230 Seiten langen Buch.

Sobald man das Buch aufschlägt, fällt die gedichtartige Form der Texte auf. Jedes – nennen wir es ruhig Gedicht – erhält eine eigenständige Überschrift, die mal eine echte Überschrift und mal im Prinzip die erste Zeile des Inhalts ist. Die Länge variiert von zwei Zeilen bis zu anderthalb Seiten.
Vor allem da jedes Gedicht eine neue Seite bekommt, egal wie lang es ist, wird das Buch aufgebläht. Durch die Versform zusätzlich eh. Man kann sich daran stören oder sich an dieser Besonderheit erfreuen. Ich finde solche Formatierungen erfrischend und gerade bei diesem Buch hatte es noch einen bestimmten Zweck, der sich im Laufe des Buches klärt.

Der Inhalt unterwirft sich der Form.
Das fällt vor allem an den fehlenden Beschreibungen auf. Vereinzelt werden schon Augen- oder Haarfarben erwähnt, generell spielt Optik aber keiner Rolle in dem Buch. Weder von Personen noch von Räumlichkeiten oder Orten.
Es geht rein um Addies Erlebnisse, von denen sie in der Ich-Form berichtet und ihren Gedanken und Gefühlen. Den Hauptanteil haben dabei aber die Erlebnisse, denn ihre Abtreibung verändert ihr Empfinden und hat somit viel Einfluss auf ihr Leben.
An dieser Stelle konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen, denn ich hätte gedacht, Addie setzt sich weitreichender mit ihrer Abtreibung auseinander. Denkt darüber nach, spricht mit dem Leser darüber. Aber das passiert nicht. Ihre Gefühle dazu muss man häufig eher zwischen den Zeilen suchen.
Damit konnte mich das Buch dann auch leider nicht so berühren, wie ich es gehofft hatte.

Es war interessant, Addie dabei zuzusehen, wie sie sich verändert. Wie sie plötzlich Wünsche und Gedanken hat, die sie von sich selber nicht erwartet hätte. Doch von Spannung kann ich dabei nicht reden. Weil sich die Frage, wohin sie sich wohl entwickeln wird, nicht ernsthaft drängend war.

„Frag mich, wie es für mich war“ ist allein schon aufgrund seiner poetischen Form etwas Besonderes. Mit dem Abtreibungsthema greift Christine Heppermann ein wichtiges auf und hat mit Addie eine Figur erschaffen, die man gern begleitet, da sie sehr sympathisch ist.
Dennoch gibt es einige negative Punkte. Zum einen ist das Buch aufgrund seiner Form wahnsinnig kurz. Mit 230 Seiten ist es von vornherein nicht lang, aber die einzelnen Zeilen nehmen nie die volle Breite der Seite ein und manche Gedichte bestehen nur aus zwei Zeilen, die allein auf einer Seite stehen. Zusätzlich fehlen (mir) die Beschreibungen der Optik schon ein wenig. Schade war auch, dass das Thema Abtreibung nur ein Auslöser war, aber nicht ernsthaft im Fokus stand und letztendlich auch die „Spannung“ (m Sinne eines Weiterlese-Drangs) fehlte.
In dieser Kombination ergibt das für mich .

Christine Heppermann – Frag mich, wie es für mich war
Originaltitel: Ask Me How I Got Here (Mai 2016)
Beltz & Gelberg, 7. Februar 2018
ISBN: 3407823606
230 Seiten
Broschiert, 13,95 Euro

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich lese jetzt „Frag mich, wie es für mich war“ von Christine Heppermann

Als ich dieses Buch entdeckte, zögerte ich nicht lange, sondern fragte bei Beltz an, ob ich es als Rezensionsexemplar erhalten könne. Es wurde mir dann tatsächlich zugeschickt und ich nahm es mit in meinen Urlaub.
Das ist auch der Grund, warum dieses und auch folgende „Ich lese jetzt“-Artikel geschummelt sind, denn ich habe diese Bücher bereits gelesen, aber ich möchte nicht darauf verzichten.

Ich habe bereits ein Buch über eine ungeplante Schwangerschaft und den Umgang mit der Frage nach Abtreibung oder nicht gelesen („So oder so ist das Leben“ von Marie-Aude Murail). Das Buch konnte mich nur so minder begeistern, aber das Thema – vor allem die psycholigischen Konsequenzen – interessiert mich immer noch. Darum war ich wirklich gespannt auf die Umsetzung von „Frag mich, wie es für mich war“.

Erster Satz:
„Wie trifft man Jungs an einer Mädchenschule?“

Januar-Liste

Es war im September 2010, da habe ich in einer wundervollen Strandbuchhandlung an der Ostsee (die auch im September 2017 wieder von mir besucht wurde) „Reckless“ von Cornelia Funke und „Nach dem Sommer“ von Maggie Stiefvater gekauft. Erstes las ich damals direkt. Zweites bis heute nicht. Im Januar fand ich aber die drei nachfolgenden Bände in der gleichen Version wie meinen ersten Teil in der Buchhandlung. 4,99 Euro pro Buch. Ich musste sie einfach mitnehmen.
Ansonsten stand der Januar wieder voll im Lichte der Prüfungsphase und ich habe buchtechnisch nichts weiter geschafft.

Gelesen:

Gekauft:
Maggie Stiefvater – In deinen Augen
Maggie Stiefvater – Ruht das Licht
Maggie Stiefvater – Schimmert die Nacht

Geschenkt:

Rezensionsexemplare:

Und sonst so im Januar?
Der Monat war wirklich ereignislos. Spannend war nur mein Musicalbesuch von Kinky Boots mit einer Freundin. Das lohnt sich wirklich. Nicht nur, dass wir uns Backstage ein wenig umsehen durften, sondern auch das Stück ist wirklich toll. Eine große Empfehlung meinerseits.

Anja Janotta – Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade

1:200 Millionen – so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es jemanden wie Franka gibt. Oder wie Vicky. Oder wie Bella. Als eineiige Drillinge sind die drei Zwölfjährigen richtige Celebritys. Trotzdem könnten sie verschiedener nicht sein. Als sie vor lauter Berühmtheit keinen Schritt mehr vor die Tür machen können, flieht Mama Trablinburg mit ihnen aufs platte Land, wo sie in einer baufälligen Villa ein Bio-Hotel eröffnen will. Franka, Vicky und Bella sind entsetzt: monatelang Baustelle, mieses WLAN, zu dritt im Doppelbett? Das muss ja Trabbel hoch drei geben! Ob Frankas wunderköstlicher Trostkakao den schlimmsten Schwesternstreit aller Zeiten kitten kann? (Klappentext)

Dann und wann bekomme ich Lust auf ein Kinderbuch. Da war ich ganz froh, dass ich im letzten Dezember dieses Buch auf Arbeit bekommen habe. Gut zwei Monate vor dem Erscheinungstermin. Ich habe direkt begonnen, es zu lesen und das dauerte dann nicht lang.

Die drei Berliner Schwestern sind ganz und gar nicht glücklich, als ihre Mutter sie in die alte Familienvilla nach Deininghofen schleppt. Sie müssen ihre Freunde zurücklassen, ihre eigenen Zimmer, ihr Berlin – aber auch ihren Ruf. Die drei sind etwa Besonderes, das wissen sie. Und das haben sie an der falschen Stelle betont. Nun können sie auf dem Dorf ganz neu anfangen, die sein, die sie wirklich sind und dabei auch noch ihrer Mutter bei der Erfüllung ihres Traums vom Hotel behilflich sein. Doch die Dorfbewohner stehen den Neuankömmlingen genauso skeptisch gegenüber wie sie denen.

Die Drillinge und ihre Erlebnisse sind Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Dabei ist man immer an Frankas Seite und lernt ihr Innenleben, ihre Gedanken und Wünsche kennen. Franka, das ist die Nette. Sie wäre gern mehr, doch da ihre Schwester Bella schon schön ist und Vicky schlau, scheint nicht viel mehr für sie übrig zu bleiben. Und das Nettsein kann schnell zum Fluch werden.
Dieser innere Kampf von Franka ist schön beschrieben und dort finden sich sicherlich auch viele wieder. Nett sein, das tun, was andere erwarten, Harmonie herstellen – und sich am Ende ärgern, dass dabei die eigenen Wünsche auf der Strecke bleiben.
Doch auch wenn man die restlichen Personen nur aus der Außenperspektive kennenlernt, ergibt sich ein gutes Bild. Natürlich sind die Mutter Babs und die Dorfbewohner nicht bis in die Tiefe analysiert, aber das brauchte die Geschichte der drei Mädchen auch nicht.

„Die Trabbel-Drillinge“ ist voller Klischees: Die Nette, die Schlaue, die Hübsche, die Öko-Mutter, die nur noch bunte, weite Sachen und einen Turban trägt, oder die fiesen Dorf-Jungs – Aber man darf nicht vergessen, dass das Buch eine Zielgruppe ab 10 Jahren hat. Mit diesem Hintergrund war es für mich nicht tragisch, dass alles etwas vereinfacht wurde.

Das Alter war überhaupt der einzige Punkt, der mich ab und zu verwirrt hat. Die Trabbel-Drillinge sind zwölf Jahre alt und gehen in die fünfte Klasse. Agiert man da so erwachsen, wie sie es die meiste Zeit getan haben? Dieses Alter ist bei mir schon eine Weile her, aber ich bezweifele, dass wir „Das steht hier ja wohl gar nicht zur Debatte!“ (S. 98) oder „[…] dann hat er sich schon eine hieb- und stichfeste Ausrede zurechtgelegt.“(S. 150) sagten. Immerhin kamen solche Aussagen jedoch immer von der schlauen Vicky. Von daher passt es wohl doch wieder.
Insgesamt gab es aber auch in irhen Handlungen und in ihrem professionellen Auftreten manchmal einen kleinen Bruch in der Alterslogik für mich. Vielleicht ist mir aber auch einfach nicht bewusst, wie erwachsen manche Zwölfjährige heute schon wirken.

Das war aber tatsächlich der einzige größere Punkt, der mich ab und zu stocken ließ. Ansonsten war das Buch wirklich rund.
Die Story wirkt zwar einfach, hat aber trotzdem die eine oder andere Überraschung parat.
Die tollen heißen Schokoladen von Franka machten mir richtig Lust auf das Heißgetränk. Die Rezepte am Ende des Buches habe ich deswegen dankbar zur Kenntnis genommen.
Der Zusammenhalt der Schwestern hat mich darüber hinaus ab und zu wirklich berührt und ich bemitleidete mich ein wenig, dass ich nur Einzelkind bin und nicht auch so etwas erleben konnte.

Alles in allem ist Anja Janotta mit „Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade“ ein wirklich süßes Buch gelungen: berührend, wohlig und unterhaltsam.
Und man kann es definitiv auch lesen, wenn man der Zielgruppe entwachsen ist… .

Anja Janotta – Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues & Heiße Schokolade
cbj, 26. Februar 2018
ISBN 3570175367
219 Seiten
Gebunden; 13,00 Euro