Maggie Stiefvater & Jackson Pearce – Pip Bartlett und die magischen Tiere

Stiefvater_Pearce_Pip Bartlett

Pip Bartlett kann mit magischen Tieren sprechen!
(Aber leider nicht gut mit Lehrern und sonstigen Erwachsenen…)

Weil Pip beim Schulprojekttag riesiges Chaos angerichtet hat, soll sie den Sommer über zu ihrer Tante Emma. Was sich schnell als großes Glück erweist: Denn Tante Emma leitet eine Arztpraxis für magische Tiere! Der ideale Ort für Pip, um den ganzen Tag mit Einhörnern und Hopp-Grackeln zu plaudern!
Doch dann tauchen plötzlich überall Fussels auf: kleine, pelzige Tierchen, die Feuer fangen, wenn sie sich aufregen. Dadurch droht Gefahr für alle.
Kann Pip mit ihrem neuen Freund Thomas das Geheimnis um die Fussels lösen? (Klappentext)

Dieses Buch richtet sich an eine Zielgruppe „ab 8 Jahren“. Ich bin also knapp 20 Jahre älter. Und trotzdem zog mich die Geschichte um all diese fantastischen Tiere – geradezu magisch – an.

Von Einhörnern und Pegasi waren sicher schon viele kleine Mädchen verschiedenster Generationen begeistert. Auch Pip ist fasziniert von ihnen und all den anderen magischen Tieren, die es gibt. Ihr Glück: Sie kann sogar mit ihnen reden.
In der Tierarztklinik ihrer Tante bekommt sie viele Gelegenheiten dazu. Doch als die selbstentzündlichen Fussels auftauchen, wird es gefährlich.
Die Geschichte ist süß und tatsächlich auch – in ihren Möglichkeiten – spannend.

Vor allem die Vielzahl der magischen Tiere macht das Buch schon zu etwas Besonderem. Zu den bekannten, wie Greifen und Einhörnern, kommen noch allerhand unbekannte. Die Geschichte strotzt nur so vor Fantasie.
Ein relativ ungewöhnlicher Ansatz dabei war, dass die Tiere nicht nur von einer kleinen Gruppe von besonders empfänglichen Personen oder auch Kindern gesehen werden können. Jeder sieht sie. Es ist unsere Welt – nur mit magischen Tieren.
Ich erwischte mich bei dem wehmütigen Gedanken: „Das wäre doch echt schön, wenn es das wirklich gebe…“.

Damit ist „Pip Bartlett und die magischen Tiere“ auch durch und durch für Kinder geeignet. Ich denke aber, dass Mädchen ein bisschen mehr Spaß an dem Buch haben werden. Denn – auch wenn ich jetzt nicht allzu sehr mit Vorurteilen um mich werfen möchte – erstens sind Einhörner vielleicht für Mädchen spannender und zum anderen ist die Hauptperson ein neunjähriges Mädchen, mit dem sich ebenjene eventuell besser identifizieren können.

Mit Pip wurde eine kluge und mutige Hauptperson geschaffen, die trotzdem ab und zu gegen ihre Schüchternheit ankämpfen muss. Sie ist auch die Ich-Erzählerin und nimmt den Leser damit ganz direkt auf ihr Abenteuer mit.
Begleitet wird sie von Thomas, bei dem dann doch sehr tief in Klischeekiste gegriffen wurde: Brille, klein, jüngstes Kind, furchtbar ängstlich, hat mehr Allergien als man zählen kann. Er ist lieb, aber eben mit seiner überängstlichen Art auch ein wenig anstrengend.
Insgesamt wurde bei den Figuren nicht allzu sehr differenziert. Außer Pip, die einen relativ vielschichtigen Charakter hat, wurden die anderen Charaktere schon sehr in eine Rolle gepresst, aus der sie nicht ausbrachen: die Zickig, die Nette, der Hilfsbereit, die Böse.

Obwohl die Sprache einfach gehalten ist, ist sie für Erwachsene nicht unangenehm zu lesen. Sie besteht nicht nur aus kurzen, abgehackten Sätzen, sondern hat einen schönen Fluss. Für Kinder ist das sicher ein gutes Beispiel dafür, wie gute Texte geschrieben werden.
Die Schrift ist auch ziemlich groß, wie man es aus Kinderbüchern kennt.

Pip BartlettEin weitere Highlight des Buches sind die vielen Zeichnungen. Pip trägt ihr Buch „Handbuch der magischen Tiere“ überall mit hin. Daraus bekommt man einige Ausschnitte zu sehen. Die Zeichnungen sind aber nicht so detailliert, dass die Fantasie des Lesers in eine Richtung gelenkt wird. Man bleibt trotzdem relativ frei.

Ich fand das Buch wirklich niedlich und schön gemacht. Auch mit Mitte 20 hatte ich Spaß. Natürlich sicher nicht so viel, wie Kinder, aber ich fühlte mich wohl bei Pip.
Ich hoffe, dass ich dieses Buch später meinen eigenen Kindern zeigen kann. Ich glaube, dass es dann ganz hohes Lieblingsbuch-Potenzial hat.

Weil ich die Personen etwas zu eindimensional fand, ziehe ich ein wenig von den Sternen ab, aber – bewertet in dem Kinderbuch-Genre – bekommt das Buch 4,5 Sterne von mir.

Maggie Stiefvater & Jackson Pearce – Pip Bartlett und die magischen Tiere
Originaltitel: Pip Bartlett’s Guide to Magical Creatures (April 2015)
Heyne Verlag, 28. März 2016
ISBN 3453270444
237 Seiten
Gebunden; 12,99 Euro

Reihenfolge:
1. Pip Bartlett und die magischen Tiere (Originaltitel: Pip Bartlett’s Guide to Magical Creatures)
2. (Originaltitel: Pip Bartlett’s Guide to Unicorn Training)

Kostenloses Rezensionsexemplar

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