Max Rhode – Die Blutschule

Rhode_Die BlutschuleIHR HABT NIE GELERNT ZU TÖTEN, DIESES VERSÄUMNIS WERDEN WIR JETZT NACHHOLEN.

Eine unbewohnte Insel im Storkower See
Eine Holzhütte, eingerichteten wie ein Klassenzimmer
Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten.

Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird… (Klappentext)

Ich las 30 Seiten lang den neuen Fitzek, da erfuhr ich, dass man doch besser erst „Die Blutschule“ lesen soll. Das Buch, das die Hauptfigur aus Fitzeks „Das Joshua-Profil“ geschrieben hat.
Kurz war ich enttäuscht, dann freute ich mich auf Max Rhode. Wann liest man schon mal das Buch einer fiktiven Person, die sein Lieblingsautor erdacht hat?

Die Familie von Simon und seinem Bruder Mark zieht aus der Großstadt in eine kleine Brandenburger Gemeinde. Schon sehr bald müssen sie sich mit fiesen Jugendcliquen, pädophilen Nachbarn und den seltsamen Sachen befassen, die der See bereithält. Doch da ist auch nach das Klassenzimmer. Und das Schulfach „Töten“.

Wie immer schafft es Sebastian Fitzek, hier nun als „Max Rhode“, dass ich mich sofort in die Hauptfigur hineinversetzen kann. In seinen anderen Büchern sind es vorrangig Mittvierziger-Männer mit seelischem Schaden, hier nun ein Junge, der halb so alt ist wie ich. Und trotzdem bin ich sofort bei Simon und wollte mehr über sein Leben herausfinden.
Die anderen Personen waren leider schnell in Schwarz und Weiß eingeordnet und man wusste, wer böse ist und wer nicht. Zusätzlich empfand ich alle als distanziert.

Dier Story ist vielschichtiger und weitreichender, als der Klappentext es vermuten lässt.
Ich mochte das. Ich mochte all die verschiedenen Ebenen, die trotzdem miteinander verbunden waren. Es war zwar kein ausgeklügelter Erzählstrang und sicherlich plumper als von Fitzek gewohnt, aber das Buch ist eben auch von Max Rhode. Und der hat anscheinend eine andere Art zu erzählen.

Sprachlich habe ich dagegen nichts auszusetzen. Natürlich sucht man feinsinnige Sprache vergebens. Sie ist oft derb und laut, was vorrangig auch mit der Geschichte zu tun hat, und passte genau deswegen hervorragend.

Durch die angedeuteten düsteren Geheimnisse des neuen Wohnortes konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich wollte alles bis ins kleinste Detail erfahren und selbst als das Geheimnis gelüftet war, flachte die Spannung nicht ab. Ganz im Gegenteil: Da ging es erst richtig los.

Ich will mich gar nicht erst auf die Diskussion einlassen, ob 12,99 Euro für ein 250-Seiten-Buch gerechtfertigt sind und auch nicht, ob das Buch noch Thriller ist oder schon Horror. Ich empfinde die Grenzen bei den Genres eh sehr häufig als fließend. Nein, ich möchte mir das Buch nicht durch solche Diskussionen, die an andere Stelle weitreichend geführt werden, kaputt machen lassen.
Ich freue mich viel zu sehr darüber, dass mein Lieblingsautor gleich zwei Mal am Start ist.
Und dieses Buch stellt für mich einen tollen Auftakt dar.
Die Geschichte war speziell, die Grausamkeiten in einem hohen Maße, aber nicht zu explizit beschrieben, die Sprache zog mich in den Lesebann und zumindest Simon mochte ich als Figur sehr.

Dieses Buch hat mir eine kurze, aber tolle Zeit beschert und ich hatte „Spaß“ im Ort Wendisch-Rietz und am Storkower See. Trotzdem wird das Buch nicht allzu sehr bei mir nachklingen. Es wird nicht eines meiner Lieblingsbücher werden. Aber ich habe auch nur wenig Kritik – vorrangig an den Personen und dem zwar weitreichenden, aber auch sehr linearen Erzählstrang. Deswegen bekommt Max Rhode von mir 4 Sterne.

Und ganz am Ende, da las ich noch einmal das erste Kapitel. Da verstand ich…

Max Rhode – Die Blutschule
Bastei Lübbe Taschenbuch, 8. Oktober 2015
ISBN 3404172671
255 Seiten
Broschiert; 12,99 Euro

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