Colleen Hoover – Weil wir uns lieben

Hoover_Weil wir uns lieben

Diese Story macht einfach glücklich

Ein Auf und Ab der Gefühle – das ist die Liebesbeziehung von Will und Layken seit dem ersten Tag, andem sie sich trafen. Erst jetzt, nach ihrer Hochzeit, scheint ihr Glück perfekt zu sein – wäre da nicht Wills Vergangenheit, die einen Keil zwischen die beiden zu treiben droht… (Klappentext)

Es war Juni 2014. Ich kam frisch aus Kuba wieder, wo ich „Weil ich Layken liebe“ an einem Stück durchgelesen hatte.
Ich suchte noch in der Flughafenbuchhandlung nach dem Nachfolger. „Weil ich Will liebe“ fand ich dann aber doch erst am Tag danach in der Innenstadt.
Ich hatte tatsächlich Angst, dass mich der zweite Teil nicht so fesseln und begeistern kann wie der Auftakt dieser Trilogie. Am meisten hatte ich aber Angst davor, dass Teil 2 alles aus Teil 1 noch einmal behandeln, eben nur aus Wills Sicht. Ich hatte Glück, die Geschichte ging weiter – trotzdem aus Wills Sicht.

Die beiden Bücher hatten mir unglaublich viel Spaß gemacht. So viel, dass ich das Erscheinungsdatum von „Weil wir uns lieben“ dick in den Kalender eingetragen hatte. Ich las mir erst gar nicht den Klappentext durch. Ich musste es sofort lesen.

Es schloss direkt an Teil 2 an und ganze sechs Seiten lang war ich selig. Dann der Schock. Meine schlimmen Befürchtungen für Teil zwei hatten sich nun für den letzten Teil bestätigt.

Nachdem Will und Layken endlich glücklich verheiratet sind, verbringen sie ihre Flitterwochen – beziehungsweise Flittertage – in einem Hotel. Dort soll Will Layken alles erzählen. Von Anfang an. Jeden Gedanken, jedes Gefühl, das er hatte, seit er seine neue Nachbarin – und nun Ehefrau – das erste Mal sah. Und das tut Will. Fast 400 Seiten lang. Womit auch klar ist, dass der Klappentext vollkommene Effekthascherei ist.

Ich war wirklich enttäuscht. Ich wollte das nicht. Ich wollte sehen, wie es weitergeht.
Zwischendurch keimte immer mal wieder die Hoffnung auf, dass die Rückblenden vielleicht nur bis zur Hälfte des Buches gehen und es danach weitergeht im Leben der beiden und ihrer Brüder. Aber auch diese Hoffnung wurde bitterlich enttäuscht.

Es geht in dem Buch um genau zwei Dinge: Sex und die Geschichten, die man aus Band 1 schon kennt. Man sprang immer zwischen Hotelzimmer und alten Begebenheiten hin und her.

Erschwerend kam für mich hinzu, dass ich Wills Sicht schon im zweiten Buch nicht mochte. Ich mochte Layken immer so viel mehr. Und nun ist auch der letzte Teil komplett aus Wills Sicht geschrieben.
Mit jeder Seite zerschlug er immer mehr mein Bild von ihm. Das Distanzierte, Kühle, Coole was er noch im ersten Teil versprühte, ändert sich leider nicht nur in etwas Herzliches und Gefühlvolles. Nein, Will wird für mich ein vollkommener Jammerlappen mit übertriebenen Gedanken und Gefühlen.
Ich möchte sogar sagen, dass dem Buch anzumerken ist, dass diese männliche Innensicht von einer Frau geschrieben wurde. Nicht, dass Männer nicht zu tiefen Gefühlen fähig wären – ganz im Gegenteil – aber vieles klang nach „Frauen wünschen sich, dass Männer genau so denken.“.

Die Story empfand ich schon beim Lesen von „Weil ich Layken liebe“ als nicht rasend spannend. Für mich lebte das Buch von der Art der Beschreibungen, Laykens Charakter und der Atmosphäre.
In diesem Teil vermischt sich nun meines Empfindens nach eine relativ unspektakuläre Geschichte mit einer überzogenen Erzählweise. Keine gute Kombination!

Außerdem hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, die Autorin setzt zu viel Erinnerungsvermögen voraus. Manches Mal wurden Dinge nur angeschnitten, die mir nicht mehr präsent waren oder andere Teile weggelassen, wegen denen ich manche Entwicklungen erst verzögert verstehen konnte.
Wenn man alle Bücher direkt hintereinander liest, funktioniert das zwar gut, dann ist es aber auch nicht mehr spannend, die gleiche Geschichte mehrfach zu lesen.

Natürlich gibt es aber auch positive Aspekte. Die Figuren sind mir immer noch alle sehr sympathisch – auch wenn Will es mir wirklich schwer machte.
Die Schreibweise ist ebenfalls wieder lockerleicht und trägt den Leser Seite um Seite weiter, ohne dass man es merkt.

Trotzdem bleibe ich am Ende enttäuscht zurück. Ich hatte mir mehr versprochen.
Ich mag weder Wills Seite der Geschichte, noch seine Innensicht, noch überhaupt die Erzählweise mit all den Rückblenden.
Auch wenn ich manches Mal zu Tränen gerührt war, kam das nicht von diesem Buch. Es waren alles Dinge, die mich schon im ersten Teil bewegten. Ich bin nicht verärgert darüber, dass ich „Weil wir uns lieben“ gekauft und gelesen habe. Ich war wieder gern bei Layken und Will. Mit dem Wissen über den Inhalt von Band 3 hätte die Geschichte aber rückblickend auch nach dem zweiten Teil beendet sein können. 3 Sterne

Colleen Hoover – Weil ich Layken liebe
Originaltitel: This Girl (September 2013)
dtv, 24. Juli 2015
ISBN 3423716401
382 Seiten
Taschenbuch; 9,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Weil ich Layken liebe – Originaltitel: Slammed
2. Weil ich Will liebe – Originaltitel: Point of Retreat
3. Weil wir uns lieben – Originaltitel: This Girl

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