Oliver Wnuk – Wie im richtigen Film

Wnuk_Wie im richtigen Film

Liebe, die Sorgen macht, heißt Familie

Mit seiner Tochter zählt er ganz viele Glühwürmchen, neben seiner Freundin blinzelt er in zu viele Blitzlichtgewitter, und mit seinem Vater möchte er ein paar letzte helle Momente erleben: Jan liebt alle seine Lieben, manchmal so verzweifelt, dass er die Zeit anhalten will, und hat gerade erst so richtig begriffen, wie viel man doch falsch machen kann in der Haupt- und Nebenrollen seines Lebens. Aber weil ja die Liebe nicht einfach so sterben soll und die Lieben schon gar nicht, muss ein Mann irgendwann Entscheidungen treffen. (Klappentext)

Dass Oliver Wnuk, den ich nur als Schauspieler und Freund von Yvonne Catterfeld kenne, Bücher schreibt, erfuhr ich erst, als mir eines ebendieser auf dem Tisch mit Mängelexemplaren entgegensprang.
Ich las nur die ersten paar Zeilen und fühlte mich seltsam wohl. So wohl, wie ich mich nur sehr, sehr selten beim Reinlesen fühle.
Ich nahm das Buch mit, ohne weiter nachzudenken.

„Wie im richtigen Film“ handelt von Jannis „Jan“ Beckmann, ein deutsch-griechischer Schauspieler in kleineren Fernsehproduktionen. Seine Freundin Clara Brehmer ist die Karriereleiter schon etwas weiter hinaufgeklettert und eine gefragte Schauspielerin.
Neben Clara sind Anne, seine Ex-Freundin, mit der er zwölf Jahre zusammen war, und Luca, die gemeinsame fünfjährige Tochter, die wichtigsten Frauen in seinem Leben.
Seine Mutter verweilt die meiste Zeit des Jahres in ihrer griechischen Heimat und sein Vater ist im Pflegeheim, durch sein Alzheimer fällt ihm das aber nicht mehr auf.

Diese Menschen und wenige Freunde sind Jans Kosmos und wirbeln ihn an der einen oder anderen Stelle immer wieder durcheinander.

Nachdem sich Jan auf dem Deutschen Filmpreis mitten auf der Tanzfläche stark betrunken übergeben hat, steigt sein Bekanntheitsgrad schnell an. Einerseits gibt es nun mehr Jobs für ihn, andererseits mehr Probleme mit Clara.
Mit dem Buch folgt man dann Jan durch sein Leben, wie er mit den Konsequenzen des Filmpreis-Abends umgeht und wie er sein Familienleben auf die Reihe bekommt.

Und dieses Folgen hat mich unglaublich oft berührt und zum Lachen gebracht. Mal war es behutsam, mal rasant, mal fröhlich, mal traurig.
Ich fühlte mich allen Figuren unglaublich nah, auch wenn ich nicht alle uneingeschränkt mochte.
Auch Jan, der so viel Glück im Leben zu haben scheint, ging mir an mancher Stelle gehörig auf die Nerven mit seinem Zweifeln. Doch alles blieb immer in einem Rahmen, dass es noch angenehm war.

Diese Nähe entstand vorrangig auch durch das Gefühl völliger Realitätsnähe. Gerade weil Oliver Wnuk auch Schauspieler ist, nahm ich ihm jede Beschreibung des Jobs sofort ab und war gespannt, mehr zu erfahren.

Der Schreibstil gefiel mir sehr und das Wohlfühlen vom ersten Hineinlesen begleitete mich das ganze Buch hindurch. Viel Wortwitz, viel trockener Humor, viel Leichtigkeit, viele treffende Worte: So lässt sich der Schreibstil am besten beschreiben.
Es war ein sehr entspanntes Lesen.

Zusammengefasst gefielen mir die Figuren, die Sprache, der Humor und die Realitätsnähe. Ein bisschen mehr Spannung hätte dem Buch aber auch nicht geschadet. Ich fragte mich die ganze Zeit, welchem roten Faden man folgt, auf welches „Ziel“ man hinliest.
Aber auch so bekommt dieses gemütliche Buch 4 Sterne von mir.

Oliver Wnuk – Wie im richtigen Film
Krüger Verlag, März 2011
ISBN 9783810523815
253 Seiten
Gebunden
(Neu nur noch als Taschenbuch erhältlich; 8,99 Euro)

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