Carolyn Mackler – Sommer in New York

Mackler_Sommer in New York

Ich beäugte Eli verstohlen. Er hatte echt schöne Augen. Blau, mit langen dunklen Wimpern. Doch dann schaute er zu mir herüber. Ich tat, als sei ich völlig von dem Umschlag des Bildbands gefesselt.

Broadway, Times Square, Central Park ¬– wer würde nicht gern in New York wohnen? Sammie allerdings könnte gut darauf verzichten. Doch als ihre Eltern eine Trennung auf Zeit beschließen, muss sie mit ihrer Mom in die Großstadt ziehen. Immerhin darf ihr geliebter Labrador Penny mit. New York ist echt das Letzte, findet Sammie. Doch dann trifft sie die schräge Phoebe. Und der stille Eli ist vielleicht doch gar nicht so ein Spinner, wie Sammie zuerst dachte. Irgendwie hat dieser Sommer in New York auch seine guten Seiten. (Klappentext)

Ich finde es immer etwas traurig, wenn der Klappentext im Prinzip schon alles verrät, was im Buch vorkommt.
So ist es auch bei diesem Buch, das mir mein Freund als „Blind-Date-Buch“ schenkte.

Gleich zu Beginn setzt sich Sammies Vater zu ihr und erklärt, dass die Eltern sich vorerst trennen wollen. Damit gerät ihre Welt, wie sie sie kannte aus den Fugen. Vor allem ändern sich komplett die Pläne der Familie. Sie ziehen nicht alle drei zusammen nach Kalifornien, wo der Vater ein Forschungsjahr verbringen will. Er wird allein umziehen und Sammies Mutter nimmt die Tochter mit nach New York.

Dort versinkt die Mutter, Rose, in ihrer Trauer und Sammie muss ihre Rolle einnehmen und dabei auch noch mit ihrer eigenen Situation fertigwerden.
Und dann ist da noch ihre beste Freundin, mit der sie sich auch schon ohne diese Entfernung auseinander zu leben scheint.

Schon die Thematik zeigt, dass das Buch sich an die etwas jüngere Leserschaft richtet und auf dem Buchrücken wird das Lesealter mit „ab 12“ beschrieben.
Vielleicht lag es deswegen, vielleicht daran, dass es kein wirkliches Ziel in der Geschichte gab: Ich war gelangweilt. Ich brauchte gut drei Monate für die 200 Seiten und das vorrangig deswegen, weil mich nie wirklich interessierte, wie es weiter ging. Die Geschichte plätscherte so vor sich hin und die spannenden Dinge geschahen erst auf den letzten 20 Seiten und waren damit auch viel zu kurz.

Leider merkt man die junge Zielgruppe nicht nur an der Thematik, was grundsätzlich kein Problem für mich wäre, sondern häufig auch am Schreibstil. Nicht selten hatte ich das Gefühl, ich würde einen Schüleraufsatz lesen. Die Sprache war mir teilweise wirklich zu einfach.

Auch mit den Figuren konnte ich mich leider sehr schlecht anfreunden. Sammie, die heir die Ich-Erzählerin ist, steckte mitten in der Pubertät und kämpfte die meiste Zeit gegen zwei Dinge: Ihre Eltern und ihre Selbstzweifel.
Die Muttertat mir zwar leid, aber das Zerfließen in Selbstmitleid und Depressionen war mir zu exzessiv ausgelebt. Vor allem, da sie die sechszehnjährige Sammie so sich selber in der neuen Stadt überließ.
Nur Phobe, die Sammie auf der Hundewiese kennenlernte, schloss ich mit ihrer aufgeschlossenen Art schnell ins Herz.

Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht so recht überzeugen. Durch die Kürze wurde alles eher oberflächlich abgehandelt, die Sprache war zu einfach und die Figuren in der Gesamtheit entweder zu distanziert oder zu unsympthisch.
Ich kann nur 2 Sternegeben.

Carolyn Mackler – Sommer in New York
Originaltitel: Love and Other Four-Letter Words (2000)
Carlsen, Juni 2014
ISBN 3551313326
205 Seiten
Taschenbuch; 6,99 Euro

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  1. Trackback: Jahresabschluss 2015 | Buecherherz

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