Conni Lubek – Der Beste zum Schluss

Lubek_Der Beste zum Schluss

Manche müssen den Richtigen nicht finden, sondern wiederfinden
Darauf hat unsere reizende Heldin ihr Leben lang gewartet. Der smarte Christian liebt sie von ganzem Herzen. Doch manchmal ist das, was wir ersehnen, nicht das, was wir brauchen. Kein Jahr später hat sie nicht nur eine, sondern zwei Beziehungen, zwei Wohnungen, zwei geplante Hochzeiten. Und was ist mit ihrer großen unglücklichen Liebe, die sie nicht vergessen kann? (Klappentext)

Ich habe mich wirklich auf den dritten Teil um Lchen und ihren treuen Stofftier-Begleiter Curd Rock gefreut. Ich wollte wissen, ob sie endlich mit Christian glücklich wird, den sie am Ende von Teil 2 kennengelernt hat.
Leider dauerte es nicht lange und die heile Welt begann zu wanken, denn plötzlich steht Dick, der Holländer, wieder vor ihr. Der, der ihr so schrecklich das Herz gebrochen hatte – ebenfalls in Teil 2.
Und plötzlich steckte Lchen im besten Liebswirrwarr und anstatt es zu klären, verstrickte sie sich immer tiefer darin.

Das Buch beginnt damit, dass Lpunkt in einem Krankenhaus aufwacht, nachdem sie in einem See, mitten im Winter, eingebrochen war. Das Krankenhauspersonal hat die beiden Telefonnummer, die am häufigsten angerufen wurden, informiert. Leider waren das nun ihre beiden Partner, die sich auch sofort auf dem Weg gemacht haben. Man steuert also gerade auf die große Katastrophe zu, als Lchen einen Gedankensprung 1,5 Jahre zurück macht und erzählt, wie es überhaupt dazu kommen konnte.

Ich mag die Idee. Eine Dreiecksbeziehung ist zwar nichts wirklich Neues, aber immerhin geht es hier um die Weiterführung eines meiner Lieblingsbücher („Anleitung zum Entlieben“). Ich wollte unbedingt wissen, wie es Lchen weiter ergangen ist, was sie erlebt hat und wie es ihrem Herzen und der Liebe geht. In der Vergangenheit hatte sie ja nicht allzu viel Glück. Und deswegen war ich gespannt darauf zu erfahren, ob Christian endlich der Eine ist und wie Dick es schaffen konnte, sie wieder für sich zu gewinnen. Und außerdem schwirrt da ja immer noch 119 rum, von dem sie sich im ersten Teil einigermaßen erfolgreich entliebt hat.

Doch dann wurde ich beim Lesen immer enttäuschter. Alle die Probleme, die ich im zweiten Buch („Entlieben für Fortgeschrittene“) hatte, waren hier immer noch da. Immer noch gab es das dreifache Aneinanderreihen von Wörtern, immer noch folgte man zwar grundsätzlich chronologisch den Entwicklungen, aber es wurde immer wieder mal zurück gesprungen, in einer Erzählung, in der man ja schon zurückgesprungen war. Die Rückblenden waren dann auch nahtlos im Text untergebracht, dass ich oft einige Zeilen brauchte, um zu verstehen. Ich war irgendwann so verwirrt und – sind wir ehrlich – genervt, dass ich mir eine Zeitleiste nebenbei schrieb.
Aber die Autorin war nicht untätig und hat sich auch neue Kniffe überlegt, mit denen sie ihren Leser (in dem Falle also mich) in den Wahnsinn treiben konnte. Egal, ob es passte oder nicht, sie verniedlichte Wörter. Und meistens passte es eben nicht.
Da ich das Buch schon ein paar Jahre habe, besitze ich noch die erste Auflage und in der fanden sich für mich erschreckend viele Rechtschreibfehler. Gut, soooo massiv war das nicht, aber so viel, dass es mir unangenehm auffiel.
Und dann gab es noch allerhand anderes, was mich nervte: Ständig wird der Leser angesprochen (Ist vielleicht so eine persönliche Sache, aber ICH mag es eben nicht.), es gab viel Holländisch im Buch und meistens wurde es übersetzt, manchmal aber auch eben nicht (Ja, das meiste versteht man trotzdem, aber einzelne Wörter habe ich trotzdem online übersetzen lassen.), übermäßig oft kommt das Wort „verdorie“ vor, als würde es dafür keine Synonyme geben (Auch das ist niederländisch, hat mir Google verraten und passende Synonyme wären „Donnerwetter“, „Verflixt“, „Verdammt“, „Zum Kuckuck“ oder alles mit ähnlicher Bedeutung.), immer wieder betont Lpunkt, wie federleicht sie ist (Kann sein, dass es absichtliche Überspritzung ist, damit es lustig wirkt. Es war nicht lustig.) und dann gab es einige Fußnoten, die eine Erklärung zu einem erwähnten Film oder Lied lieferten, aber manchmal, da stand da ein Youtube-Link drin (Ein GANZER Youtube-Link. Zum Abtippen!!!).

CurdSüß war die Fotogeschichte mit Curd Rock, die dieses Mal auf farbigem Hochglanzpapier gedruckt war. Es lockerte den Text auf und die Geschichte hatte auch viel mit der Story an sich zu tun. Das gefiel mir sehr gut. Rechts kann man sehen, wie Curd Rock, einen Teil dieser Geschichte liest, denn mittlerweile habe ich ihn! Jetzt, wo der dritte und letzte Teil um Lchen abgeschlossen ist, da dachte ich, Curd könnte jetzt mich begleiten. So ist diese liebgewonnene Figur nicht ganz weg (auch wenn ich seine Geschichte in dem Blog von Conni Lubek oder auf der eigenen Facebook-Seite von Curd immer noch verfolgen könnte).

Irritiert hat mich, dass sich die Empfehlungen auf der Buch-Rückseite nur mit „Anleitung zum Entlieben“ beschäftigen. Das kann ich auch uneingeschränkt empfehlen, bei Teil 3 tue ich mich damit schwerer. Es war gar nicht mehr so witzig wie Teil 1. Und auch wenn ich die Sprache mochte und das Lesen durch die lockerleichte Art erleichtert wird, haben mich manche Sachen an ihr gestört. Aber nicht nur die oben beschriebenen Kleinigkeiten haben mich genervt, sondern auch das Hin und Her des Buches. Ja, ich kann verstehen, wenn man sich nicht entscheiden kann; ja, ich verstehe, wenn man sich in zwei Männer verliebt; ja, mir ist klar, dass man oft den will, der gerade nicht da ist; auf Dauer war es mir hier aber zu viel. Immer atmete ich auf in der Hoffnung, JETZT hätte sie sich endlich entschieden und dann wurde doch wieder voller Elan zurückgerudert.

Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe. Ich habe Curd und Lchen vermisst, auch wenn der letzte Teil mir es nun oft schwer gemacht hat. Ich glaube, es ist wichtig, den letzten Teil zu lesen, wenn an die ersten beiden Teile mochte, um zu wissen, wie es ausgeht (Was mir – nebenbei gesagt – sehr gut gefallen hat. Für mich ist es ein tolles Ende!), aber „Der Beste zum Schluss“ kann mit seinen Vorgängern meiner Meinung nach nicht mithalten: 3,5 Sterne.

PS: Wie sinnlos ist denn bitte die Covergestaltung der drei Bücher? Die ersten beiden sind zwar nicht wunderschön, aber sie passen perfekt zueinander. Und dann kommt da Teil 3… (Ich habe es sinnvoll und ideenmäßig total nachvollziehbar unter den Teil zu der Reihenfolge gepackt.)

Conni Lubek – Der Beste zum Schluss
Ullstein Taschenbuch, September 2011
ISBN 3548282679
383 Seiten
Taschenbuch; 9,99 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Anleitung zum Entlieben
2. Entlieben für Fortgeschrittene
3. Der Beste zum Schluss

Lubek_Anleitung zum Entlieben Lubek_Entlieben für Fortgeschrittene Lubek_Der Beste zum Schluss

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