Stefan Schwarz – War das jetzt schon Sex?

Schwarz_War das jetzt schon Sex

Zwischenmenschliches und allzu Zwischenmenschliches
Was tun, wenn dringender Paarungswunsch besteht? Warum sollte am 14. Tag niemand seinen Turnbeutel vergessen? Und woher kommen die Partikel des Wahnsinns, die es auch in der allerlieblichsten Beziehung gibt? Ein mittelgroßer Mann erklärt Ihnen die mittelgroßen Probleme seiner Welt: Sex und andere Termine, Freuden und Katastrophen des Familienlebens und weitere kleinere bis mittelgroße Desaster des Alltags. (Klappentext)

In diesem schmalen Büchlein sind die Kolumnen von Stefan Schwarz zusammengefasst, die in der Zeitschrift „Das Magazin“ zwischen 1996 und 2003 erschienen.
Die Geschichten sind immer zwischen zwei und fünfeinhalb Seiten lang. Zu 90% jedoch sind es zwei Seiten und noch ein paar Zeilen.
Das ist eine ideale Länge um immer mal kurz zwischendurch lesen zu können.
Geordnet sind die Geschichten in vier übergeordnete Teile.

Anfangs wollte das jedoch gar nicht so recht klappen bei mir. Es dauerte bis gut zur Hälfte des Buches, bis ich mich endlich auf die Geschichten einlassen konnte.
Bis dahin war mir der Schreibstil zu sperrig und zu gewollt ironisch kunstvoll. Des Autors Anspruch an einen Satz scheint oft zu sein: „Umso länger, umso besser. Und umso mehr Neologismen, Fremdwörter und ungewöhnliche Beschreibungen, umso perfekter.“
Somit fiel es mir überaus schwer den Humor des Buches anzunehmen.
Doch was auch immer dann geschah, plötzlich las sich alles flüssig und ich konnte endlich lachen.
Ich habe auch extra noch einmal zurückgeblättert zum Anfang und die ersten Geschichten gelesen, die sich mir plötzlich auch ganz neu erschlossen.

Dann konnte ich sie plötzlich genießen, die Kolumnen über einen jungen Mann, der sich in die falschen Frauen verliebt. Über einen Mann, der dann doch erst eine Ehefrau und später eine zweite findet. Über einen Mann, der Vater zweier Kinder wird.
Hier liegen sie auch, die Potenziale der Geschichten über Nacktschlafen und einen Kinderwunsch, der aufgrund des ersten Kindes schwer umzusetzen ist, über Kleidung, die von der Frau ausgesucht wird und das Anschauen des Krankenhauses für die Geburt, über nachlassendes Bindegewebe und anfangende Glatzen.

Auch wenn man weder Kinder noch eine Ehe hat, kann man sich mit diesem Buch kurzweilig sehr gut amüsieren. Ja, wenn man will, kann man sogar den einen oder anderen Tipp mitnehmen.

Dieses Buch muss es sich leider gefallen lassen, dass ich es vergleiche. Und zwar mit seinem von mir bereits gelesenen Buch „Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut.“
Dort sind ebenfalls die Kolumnen gesammelt abgedruckt. Und dort bin ich viel besser hereingekommen. Ich fand die Geschichten auch interessanter und lustiger.
Deswegen und weil das Buch für seine Seitenzahl wirklich nicht gerade günstig ist, bekommt es 3,5 Sterne .

Stefan Schwarz – War das jetzt schon Sex?
rororo, Juni 2011
ISBN 3499256150
123 Seiten
Taschenbuch; 7,99 Euro

Reihenfolge der Bücher: (Hier weniger als Reihenfolge als als „Zusammengehörigkeit“ zu verstehen)
1. War das jetzt schon Sex? Frauen, Familie und andere Desaster
2. Die Kunst, als Mann beachtet zu werden: Wie man Frauen, Kinder und die eigenen Eltern erzieht
3. Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut: Neue schreckliche Einzelheiten aus dem Leben eines Mannes von mittlerer Statur
4. Ich höre dir zu, Schatz: Aufrichtige Bekenntnisse eines Mannes im besten Alter
5. Wir sollten uns auch mal scheiden lassen: Szenen eines vollkommen unveganen Liebeslebens

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  1. Trackback: Stefan Schwarz – Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut | Buecherherz

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