Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe

Nachdem mir Teil eins der Reihe „Die Tribute von Panem“ schlussendlich ja so gut gefallen hatte, habe ich gleich im Anschluss den zweiten Teil gelesen.

Möge der Bessere gewinnen!
Während Katniss und Peeta noch in ganz Panem als das tragische Liebespaar gefeiert werden, droht den beiden breits neue Gefahr. Denn Katniss ist mittlerweile zu einem Symbol des Widerstands geworden, der sich in einzelnen Distrikten erhebt, und das kann das Kapitol nicht dulden. Verzweifelt versucht sie, ihre Familie und vor allem Gale vor der Gewalt der Regierung zu schützen.
Doch da sind auch noch ihre verwirrenden Gefühle für Peeta, die sich einfach nicht leugnen lassen. Und dann geschieht das Unfassbare! Katniss und Peeta müssen zurück n die Arena und diesmal wird es nur einen Überlebenden geben können… (Klappentext)

Zuallererst muss ich sagen, dass ich lange überlegt habe, ob ich den Klappentext 1:1 übernehme. Eigentlich verrät er nämlich schon zu viel und der große Schockmoment im Buch ist vorweg genommen.
Ich habe mich dann aber doch dazu entschieden, weil man ihn ja eh nochmal sieht, sollte man sich das Buch kaufen.

Ich war sehr froh, dass ich diesmal von Anfang an in der Geschichte war. Das lag vielleicht auch daran, dass ich ja nun alle und alles kannte und es keiner großen Einführungen mehr bedarf.
Auch wenn das Buch anfänglich nicht wirklich spannend war, so fand ich es doch sehr interessant. Katniss wird nämlich gleich zu Anfang des Buches von Präsident Snow besucht und er droht ihr (natürlich eher indirekt) damit ihr und ihrer Familie etwas anzutun, wenn sie die Distrikte nicht davon überzeugen kann, dass sie sich mit der Beerenaktion aus Teil 1 nie gegen das Kapitol auflehnen wollte. Mittlerweile gibt es in einigen Distrikten nämlich Unruhen und es könnte zu Aufständen und einer Revolution im ganzen Land kommen. So wie es schon einmal passiert ist.
Mit diesem Wissen wollte ich ständig weiterlesen, um mehr über alles zu erfahren.

Mit dieser gefährlichen Grundstimmung begeben sich Peeta und Katniss nun auf die Tour der Sieger. Ich fand es toll mal etwas mehr von den anderen Distrikten zu erfahren. Der Besuch in Distrikt 11 hatte mich zu Tränen gerührt, denn Rue (und auch Thresh) habe ich wirklich in mein Herz geschlossen.
Leider sollte es der einzige Tränen-Moment im ganzen Buch bleiben.
Auf der Tour werden sie dann natürlich wieder von Effie und Haymitch begleitet. Die Dialoge und Szenen mit den beiden sind wieder lustig und spritzig. Sie stehen so ganz im Gegenteil zum Rest des Buches.

Die unterschwellige Gefahr zog sich für mich durch das ganze Buch. Ich habe keiner Person getraut und wähnte hinter jeder Ecke jemanden, der Katniss umbringen will.
Und mit welchen Mitteln der Präsident dann kämpft, war schon hart.
Zusammenfassend kann ich die Atmosphäre des Buches also mit „gefährlich“ und „gemein“ beschreiben.
Sie erweitert sich dann aber noch um „unendlich spannend“ als es wieder in die Arena geht.
Ich hätte ja gern gesagt, dass ich das nicht habe kommen sehen. Aber der Klappentext hat es ja leider schon verraten.
Die Arena ist dann auch so ganz anders als die letzte und man muss alles wieder neu kennenlernen. Ebenfalls neu: die Tribute (logisch!). Wie die Tribute diesmal ausgesucht wurden, will ich hier nicht verraten. Das war dann nämlich schon überraschend und ich habe tatsächlich laut „wie gemein!“ beim Lesen gesagt.
Da fällt mir auf, dass ich dieses Mal beim Lesen tatsächlich oft „wie gemein!“, „boah“ oder „was?“ gesagt habe. Es sorgte immer wieder für Erheiterung bei den Leuten um mich herum. Es gab aber tatsächlich viel Überraschendes in der Geschichte.

Die Figuren haben sich nicht großartig weiterentwickelt, finde ich. Das Leben der Protagonisten war ja auch schon vor den letzten Hungerspielen hart genug. Also ist auch keiner wirklich „gereift“. Reif waren sie ja auch schon im letzten Teil.
Das Verhältnis zu Katniss empfand ich immer noch als zwiegespalten. An einigen Stellen war sie mir wieder zu naiv und unwissend. Einiges war – für mich – so klar und hat den Sinn nicht verstanden gehabt.
Zu den neuen Tributen habe ich keine Verbindung aufbauen können. Sicherlich mochte ich einige Tribute mehr und einige weniger, aber richtig liebgewonnen habe ich keines.

Der Schreibstil war schon – wie im ersten Teil – sehr flüssig, rasant, bildlich und spannend. Ich kann da weder daran meckern, dass die Sprache nicht zum Alter passt noch dass die Sätze zu sperrig werden. Nichts dergleichen. Für mich ist der Schreibstil perfekt (für dieses Genre!).

Abschließend kann ich nur zwei (kleine) Kritikpunkte nennen. Das Ende war mit plötzlich zu verwirrend. Ich kann gar nicht sagen, warum (das würde zu viel verraten), aber es waren mir dann plötzlich zu viele Zusammenhänge, die zu schnell runtergerasselt wurden. Ich hab auf jeden Fall alles verstanden, aber es war nicht wirklich überzeugend, fand ich. Vielleicht geht es allen anderen ja anders.
Der zweite Punkt ist das „zu Herz gehen“. Dieses Buch war spannend, keine Frage, hat mich aber nicht wirklich berührt.

Für den insgesamt aber wirklich tollen zweiten Teil vergebe ich aber wieder .

Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe
Originaltitel: The Hunger Games – Catching Fire (2009)
Oetinger, Juli 2010
ISBN 3789132195
431 Seiten
Gebunden; 17,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele
2. Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe
3. Die Tribute von Panem – Flammender Zorn

8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Trackback: Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele « Buecherherz
  2. Lungenfeuer
    Mai 20, 2012 @ 00:52:49

    Danke für die sehr interessante Rezi, jetzt bin ich noch gespannter auf den zweiten Band. Leider muss ich ja sagen, dass mir schon im ersten Teil einiges durch den Hype um das Buch ‚verdorben‘ wurde, weil man eben auch als Nicht-Leser viel mitgekriegt hat. Beispielsweise wusste ich schon vor dem Lesen, dass Rue (und der Rest) stirbt und dass sowohl Katniss als auch Peeta überleben. Umso enttäuschender finde ich es, dass jetzt auch beim zweiten Band so viel preisgegeben wird (und das nur schon durch den Klappentext). Aber keine Angst, auch den hatte ich schon vor deiner Rezi gelesen, du bist also nicht schuld. Wenigstens auf den dritten Band kann ich mich hinsichtlich der Überraschungen noch freuen, obwohl ich leider über Tumblr auch schon mitbekommen habe, wie es in etwa ausgeht. 😦 Den ersten Band fand ich zwar gelungen, aber ohne die Spoiler hätte er mich sicherlich noch mehr geschockt.

    Antworten

    • buecherherz
      Mai 20, 2012 @ 22:29:59

      Ich habe tatsächlich nichts weiter mitbekommen von dem Buch. Weder von Teil 1 noch den anderen.
      Ich hatte das Buch zwar schon zuhause, aber selbst die Sache mit der Arena war neu für mich. Also total unbeleckt. Das war super.
      Und hinsichtlich des letzten Teils kann ich mich auch total überraschen lassen.
      Da weiß ich nur, dass er den meisten Leuten nicht so gut gefallen hat. Mehr (zum Glück) aber auch nicht.

      Antworten

  3. buchstabentraeume
    Mai 20, 2012 @ 20:56:05

    Ich war beim zweiten Band sehr überrascht, wie lange es dauert, bis die beiden wieder zurück in die Arena müssen. Die erste Hälfte beschäftigt sich ja mehr mit dem Leben innerhalb der Distrikte. Das hat mir aber ganz gut gefallen!

    Und ja: Der Klappentext ist der reinste Spoiler!

    Antworten

    • buecherherz
      Mai 20, 2012 @ 22:25:13

      Ich hatte da extra mal geguckt. Bis die Tribute in der Arena waren, waren schon 2/3 des Buches vergangen.
      Dieser Fakt hatte mich nicht gestört. Aber das dann schon im Klappentext verraten? Das fand ich gemein.

      Antworten

      • buchstabentraeume
        Mai 21, 2012 @ 08:45:50

        Gerade weil es im Klappentext stand, hatte ich erwartet, dass es den Schwerpunkt des Buches ausmachen würde. 😉 Aber zwei Drittel? Das ist ja echt ne Menge! So krass war es mir beim Lesen dann doch nicht aufgefallen…

  4. Trackback: Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Flammender Zorn « Buecherherz
  5. Trackback: [Gastrezension] Die Tribute von Panem – Catching Fire | zacksmovie

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