Die Emotionen beim Lesen und ich

Ich gebe es in einigen Rezensionen ja immer mal wieder zu und nun widme ich der ganzen Angelegenheit auch einen eigenen Artikel.
Die Emotionen, die beim Lesen ausgelöst werden, sind für mich nämlich maßgeblich für die Sternbewertung am Ende.
Da kann die Geschichte manchmal gar nicht so spannend sein, aber wenn ich am Ende dann haltlos heule, dann hebt es die Bewertung schon an.

Und ja, ich kann haltlos dabei heulen und auch schallend lachen.
Viele Freundinnen von mir, gehören eher zu der Fraktion „Wenn etwas im Buch richtig, richtig traurig ist, dann muss ich schon mal schlucken…“. Ich muss schlucken, wenn mich etwas berührt. Wenn es mich richtig mitreißt, dann liege ich auch im Bett wie mit ganz schlimmen Liebeskummer: vollkommen fertig und mit nassem Kopfkissen.
Es gab schon Bücher, die musste ich nach ein paar Seiten aus der Hand legen, weil ich vor lauter Tränen nichts mehr gesehen habe und die Augen wegen des Mascaras (der sich nun liebevoll um meine Pupille geschmiegt hat) so sehr brannten. Ganz präsent ist mir da „Für immer, dein Dad“ von Lola Jaye. Bis Seite 20 bin ich gekommen, dann war es vorbei.
Dann gab es auch Bücher, die ganz lange Nachgewirkt haben an der Heulfront. Nach „Weit wie das Meer“ von Nicholas Sparks durfte ich auch zwei Tage später noch nicht gefragt werde, wovon das Buch nun handelte ohne zu heulen.

Und ich kann mich auch so richtig schön in Abneigungen gegen Figuren hineinsteigern. Snape (der von Harry Potter, falls ihn gerade tatsächlich jemand nicht kennt) hätte mir viele Jahre nicht unter die Augen treten dürfen. Das hätte Tote gegeben (am Ende natürlich eher mich, weil er größer und stärker und magischer gewesen wäre… aber ich hätte mein Bestes gegeben). Ab dem siebten Teil habe ich ihn dafür heiß und innig geliebt (also nicht ganz so heiß und innig, aber schon ziemlich).

Natürlich können richtig schöne, locker-luftige Bücher auch meine Stimmung heben.

Ich freue mich aber tatsächlich darüber, dass ich bei Büchern mit vollem Herzen (und eben auch vollen Taschentüchern) dabei bin. Ich habe das Gefühl so noch ein Stück mehr von der Geschichte zu haben.
Das kann zwar in Bus und Bahn mal zu peinlichen Situationen kommen, aber hey, ich wohne in einer Großstadt und hoffe immer darauf, dass ich die Leute nie wiedersehe.

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13 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Shelty
    Mai 08, 2012 @ 06:54:33

    Ich kann das nachvollziehen.
    Mir geht es genauso. Ich musste z.B bei „Mitten ins Gesicht“, „P.S.: Ich liebe dich“ und „Wie durch ein Wunder“ bitter weinen.
    Lachen musste ich auch bei einigen… Treuesprünge, Die Plum-Reihe, Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut.
    Und wenn solche Emotionen bei mir hochkommen, ist für mich das Buch auch richtig gut gelungen.

    Die Bücher, die du aufgelistet hast, muss ich mir da wohl auch mal angucken 🙂

    Antwort

    • buecherherz
      Mai 08, 2012 @ 09:53:03

      Ich freue mich immer, dass ich damit nicht allein dastehe 😀

      Bei „Weit wie das Meer“ von Nicholas Sparks war das sogar so, dass mir das Buch empfohlen und ausgeliehen wurde. Dann fand ich den Einstieg doof und das Buch lag sicherlich ein halbes Jahr rum. Dann wurde es (berechtigterweise) mal zurückgefordert. Ich wollte es aber vorher schon nochmal lesen.
      Also habe ich mich überwunden und dann am Ende 5 Sterne vergeben.
      Falls du den Film „Message in a Bottle“ mit Kevin Costner kennst: Das ist das Buch dazu. Es lohnt sich!

      Antwort

  2. thunderbolt85
    Mai 08, 2012 @ 08:44:48

    Also dieser Artikel ist doch mal toll geschrieben. Also ich kann auch schon mal losheulen wenn mich ein Buch richtig bewegt, lachen sowieso. Also mir geht es da genauso wie dir. Emotionen gehören dazu, ich neige dann auch dazu ein Buch für besser zu halten und das ja auch zurecht, nur wenn der Autor gut schreibt, kann es solche Reaktionen geben. Mit Snape gehts mir genauso nur kann ich ihn bis heute nicht leiden. Bei mir hat sich da nix geändert. Gruß Martin

    Antwort

    • buecherherz
      Mai 08, 2012 @ 10:33:36

      Ich bin glücklich, wenn du sagst, dass der Artikel toll geschrieben ist! 🙂
      Manchmal mache ich mir Gedanken, ob es zu flapsig rüberkommt. Aber andererseits werde ich ja nie beleidigend. Dann ist das wohl ok so!

      Und du hast recht, nur wenn der Autor etwas von seinem Handwerk versteht, kann er echte Emotionen hervorrufen. Dann bleiben die Bücher auch viel länger im Gedächtnis. Klingt blöd, aber zu Büchern, die mich (positiv oder negativ) stark berührt haben, habe ich jahrelang eine Bindung.

      Und Snape konnte dich im siebten Teil nicht auf seine Seite ziehen? 😉
      Mich komplett. Dann konnte man sein ganzes Verhalten der letzten Jahre irgendwie verstehen. Ich konnte am Ende dafür Dumbledore nicht mehr leiden.

      Viele Grüße
      Julia

      Antwort

  3. thunderbolt85
    Mai 08, 2012 @ 12:33:34

    Doch mir gefällt es wirklich gut auf deinem Blog, sodass ich denke ich Stammleser werde. Flapsig fand ich das jetzt überhaupt nicht, jeder kann seine Gedanken äußern, solange niemand angegriffen wird verbal. Und das tust du aus meiner Sicht gar nicht.
    Das mit den Büchern geht mir genauso und wenn ein Buch Emotionen vorruft, die einem im Gedächtnis bleiben so ist man geneigt das Buch wieder zu lesen (also so geht es mir).
    Nee Snape war mir zuwider. Da konnte auch Band 7 nix ändern. Der hat über die „Jahre“ soviele Sachen gemacht, dass man das nicht einfach wegwischen konnte. Bei Dumbledore war ich so zwiegespalten. Das war schon irgendwie seltsam, aber als Dumbledore starb hatte ich totale Gänsehaut und konnte die ganze Nacht nicht schlafen, das hat mich damals beim 1. mal lesen sehr mitgenommen.

    Gruß Martin

    Antwort

    • buecherherz
      Mai 08, 2012 @ 13:16:38

      Ich fände es sehr schön, wenn ich dich jetzt hier als Stammleser begrüßen dürfte! (Und da tut es mir gleich sehr leid, dass ich diese Woche dann jetzt erstmal nicht mehr wirklich posten kann durch die Reise).
      Aber spätestens Montag geht es dann wieder mit dem Montagsstarter los 😉

      Als Dumbledore gestorben ist, wusste man noch nichts von den ganzen Sachen, die er gemacht hat. Da habe ich auch noch Rotz und Wasser geheult. Der war doch immer sooooo toll (bis dahin 😉 )

      Ich habe aber tatsächlich noch nicht ein Buch doppelt gelesen (außer die Kinderbücher, die man damals so hatte).
      Heute ist mein SuB so groß, dass ich immer lieber neue Bücher lese, auch wenn ich weiß, dass manche so fantastisch waren.
      Irgendwann werde ich aber sicher mal einen Re-Read starten!

      Viele Grüße
      Julia

      Antwort

      • thunderbolt85
        Mai 08, 2012 @ 13:59:06

        Doch ich bleibe hier und das mit der Reise geht ja vor und wenn ich Bescheid weiß, dann ist das ja auch kein Problem. Also ich lese gerne auch doppelt. Will aber demnächst eine Aktion planen für mich, vielleicht auch für uns beide wenn du willst. „Re-Read: Ich lese nochmal!“ Da kann man dann gucken, wie es einem dann gefällt. Gruß Martin

      • buecherherz
        Mai 08, 2012 @ 14:24:12

        Das mit der Aktion klingt interessant! Hätte da auch schon Ideen im Kopf, welches ich lesen würde.
        Da passe ich definitiv mal bei dir auf!

  4. Lungenfeuer
    Mai 08, 2012 @ 13:11:39

    Mir gefallen solche Posts von dir ganz besonders gut, weil sie mich immer wieder zum Schmunzeln bringen, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Zwar muss ich zugeben, dass ich wohl eher zur ‚Gefühlskalt‘-Fraktion gehöre, ich habe aber auch schon die ein oder andere Träne verdrückt, wenn einem geliebten Charakter etwas passiert ist (das war aber vor allem früher, als ich noch viele Bücherreihen gelesen habe). Meistens ist es ja so, dass in mir drinnen ein totaler Gefühlssturm tobt, ich aber nicht weinen kann, weil so viele verschiedene Gefühle sich vermischen. Was das Weinen betrifft, bin ich ja sowieso eher ein seltsamer Mensch. Bei sehr schlimmen Dingen kommt gar nichts, dann weine ich plötzlich ohne Grund. Jaja, das Weinen und ich, eine Sache für sich (hey, das reimt sich sogar).
    Wo wir schon beim Thema sind, gebe ich gleich auch noch meinen Harry Potter-Senf dazu: Ich fand Snape auch ’saudoof‘ während des Lesens und habe mich ständig über ihn aufgeregt, im Gegensatz zu dir hat sich sein Ruf bei mir aber nicht schlagartig gebessert, nachdem ich mit dem siebten Band fertig war. Zwar fand ich die ganze Geschichte zwischen Snape und Lily sehr schön, aber ich konnte einfach nicht darüber hinwegsehen, dass Snape, anstatt aus seinen eigenen negativen Erfahrungen zu lernen, wiederum anderen Leuten das Leben schwer gemacht hat. Bei u.a. Neville und Harry war das ja schon richtiges Mobbing. Das fand ich angesichts der Tatsache, dass J.K. Rowling immer eine Botschaft der Nächstenliebe mit den Büchern verbreiten wollte (okay, vielleicht etwas blöd ausgedrückt), irgendwie sehr unpassend. Gleichzeitig hat es den Charakter Severus Snape auch sehr spannend gemacht, weil er irgendwie der einzige war, der auf einem schmalen Grat zwischen ‚gut‘ und ‚böse‘ wanderte. Eben solche Aspekte hätte Frau Rowling m.M.n. nach gerne ausbauen dürfen. Aber ich sehe schon, ich schreibe und schreibe wieder und es nimmt kein Ende, daher bin ich jetzt mal ruhig 😀

    Antwort

    • buecherherz
      Mai 08, 2012 @ 13:39:05

      Schreib dich gern aus! Hier ist ja genug Platz 😀

      Ich schreibe gern einfach mal so einen allgemeinen Artikel. Gerade anfangs hatte ich fast nur Rezensionen und Neuzugänge gepostet, aber irgendwann wollte ich mehr von mir und meiner Meinung zum Lesen an sich (und alles so drumherum) preisgeben.
      Und in solchen Artikeln kann ich dann auch besser schreiben, wie ich will. Bei Rezensionen versuche ich es manchmal etwas „seriöser“ zu halten. Also natürlich immer in meinem Stil, aber doch sachlich(er).

      Schön, dass mir endlich mal jemand erklärt, warum es beim Lesen mit dem Weinen nicht geht 😉
      Ich bin ja von Haus aus eher nah am Wasser gebaut. Ich finde es aber noch in einem vetretbaren Rahmen. So ganz schlimm ist es nicht, ich kann auch viel einstecken. Manchmal muss das aber sein.
      Meine Freundinnen sind da auch ähnlich gestrickt und weinen auch bei Filmen los, nur bei Büchern will das nicht klappen.
      Ich finde diese Thematik total spannend (merkt man oder? 😀 )

      Und stimmt schon, Snape hat allen das Leben schwer gemacht, selbst den fleißigen und guten Schülern.
      Es ist jetzt auch nicht so, dass ich ihm das alles verziehen hätte. Und trotzdem mochte ich ihn am Ende total. Kann man so richtig rational vielleicht gar nicht erklären. Ich hatte dann aber so das Gefühl, er hätte auf seine Schäfchen immer ein Auge gehabt und wollte, dass aus ihnen das Beste wird. Wie mein Opa. Der kann überstreng sein, macht das aber nur, weil er uns so liebt.

      Meines Erachtens könnte Frau Rowling auch noch so einiges ausbauen 😀
      Ich würde mir jeden weitern HP-Teil kaufen. Aber lieber welche, die nicht dort anknüpfen, wo das letzte Buch endet (also die Jahre später), sondern was so zwischendrin passiert ist.
      Ich bin einfach mit Harry Potter aufgewachsen. Wir waren immer im gleichen Alter und die Bücher kamen immer im November zu meinem Geburtstag raus.

      Oh, jetzt wurde ich auch sehr ausschweifend 😀

      Antwort

      • Lungenfeuer
        Mai 08, 2012 @ 14:11:34

        Ein wenig mehr mochte ich Snape natürlich auch, das muss ich zugeben. Wobei ein wenig sogar untertrieben ist. Nur fiel es mir einfach schwer, diesen vorhin beschrieben Aspekt auszublenden. Aber deine Anmerkung mit den Schäfchen finde ich interessant, wobei Snape dann für meinen Geschmack doch etwas zu streng war 😀
        Ja, mit Harry Potter bin ich auch aufgewachsen, wobei ich wahrscheinlich noch ein wenig jünger war als du. Harry Potter war für mich immer wie ein Portal in eine schöne, zweite Welt. Als ich sonst keine Freunde hatte, war ich eben in Hogwarts zu Hause. Und wie Rowling so schön gesagt hat: ‚Hogwarts will always be there to welcome you home‘. Deshalb lese ich immer noch sehr gerne zwischendurch mal einen Harry Potter 🙂

      • buecherherz
        Mai 08, 2012 @ 14:22:32

        Ich bin 23 Jahre und da passte das immer ganz gut. Es kann auch sein, dass Harry (und auch Ron und Hermine) ein Jahr jünger waren, aber das ist ja quasi gleich alt.

        Mittlerweile habe ich so oft die Filme gesehen, dass ich gar keinen Drang verspüre, die Bücher wieder zu lesen. Die HP-Filme finde ich persönlich nämlich wirklich gut gemacht. So nah an der Vorlage wie kaum ein anderer Film. Natürlich sind immer mal Szenen weggefallen, aber nie so, dass es mich gestört hätte.
        Aber Hogwarts ist für mich auch immer ein Stück wie nach Hause kommen (so blöd das auch klingen mag 😀 )

    • thunderbolt85
      Mai 08, 2012 @ 14:25:21

      Kann sich allerdings noch etwas ziehen, denke mal so im Juni oder Juli gehts los damit. Vorher muss ich noch einige andere Sachen ablesen.

      Antwort

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