Cecelia Ahern – Solange du mich siehst

In dem aktuellen Buch von Cecelia Ahern sind zwei Erzählungen zu finden, die sie in dem Auszeit-Jahr nach der Geburt ihrer Tochter geschrieben hat.

Die erste Erzählung:

„Im Lächeln der Erinnerung“
Ein Mann, der eine unglaubliche Maschine erfunden hat – mit der er die Erinnerungen der Menschen verändern kann. Doch was ist mit seinen eigenen Erinnerungen? (Klappentext)

Den Grundgedanken fand ich ganz spannend, aber leider wurde er so nicht umgesetzt.
Anfangs wird man in eine Geschichte eines Pärchens eingeführt, dass sich offensichtlich sehr liebt und eine schöne Zeit im Park verbringt. Dann wechselt der Ort und man ist bei dem Erfinder einer Maschine, die neue Erinnerungen erschaffen oder alte Erinnerungen auffrischen kann. Was es mit dem Pärchen auf sich hat, wird erst nach und nach entschlüsselt, da man immer mal wieder zu den beiden wechselt.
Leider habe ich nie richtig Zugang zu dem Mann (dessen Namen bis zum Ende nicht genannt wird) bekommen. Durch seine eigenen Erinnerungen, die ihn quälen, ist er leider auch kein wirklich sympathischer Charakter, sondern ein Einzelgänger, mit dem ich nichts zu tun haben wollen würde.
Die Erklärungen zu der Maschine haben mich meistens auch eher verwirrt als klüger gemacht.
Am Ende hat mir dann eine Moral gefehlt… oder ich habe sie einfach nicht verstanden. Das mag auch sein. Spannend fand ich die Geschichte auch überhaupt nicht. Aber gut geschrieben war sie. Und insgesamt war sie auch nicht schlecht, nur eben nicht spannend. Mir fehlte die ganze Zeit über der Sinn und ich wusste nicht, wo die Reise mit der Geschichte hingehen wird.
Am Ende bin ich unbefriedigt zurückgeblieben. Daher vergebe ich für diese Geschichte ganz durchschnittliche .

Die zweite Erzählung:

„Das Mädchen im Spiegel“
Eine junge Frau, die vor dem schönsten Tag ihres Lebens steht – und hinter den verhängten Spiegeln im Haus ihrer Großmutter eine unheimliche Entdeckung macht. (Klappentext)

Die Geschichte fand ich schon etwas spannender. Die Geschichte beginnt im Jahr 1992 als Lila mit ihrer Freundin Sarah zu ihrer Großmutter fährt. Lila ist so begeistert von dem Haus und all seinen Verstecken und Abenteuerplätzen und Sarah fühlt sich schon am Gartentor unwohl.
Diese Abneigung gegenüber dem Haus war so gut beschrieben, dass ich auch sofort eine Abscheu bekam und Angst hatte Lila durch das Haus zu folgen. Am Ende dieses Teils hatte ich auch wirklich Gänsehaut.
Dann springt man ins Jahr 2010 und Lila fährt wieder zu ihrer Großmutter, um sich für ihre Hochzeit vorzubereiten.
Hier startet die Stimmung quasi von Grund auf neu und somit ist die ganze Spannung von vorher für mich dahin gewesen.
Das hat sich leider auch nicht wirklich gebessert, denn mir haben einige Erklärungen gefehlt, was es mit dem Spiegeln genau auf sich hatte. Man erfährt zwar an sich, was mit ihnen los ist, aber nicht, wie es dazu kam.
Und auch hier ist das Ende leider (für mich) schlecht gewesen. Man wurde einfach so abgebügelt und alles ging dann zu reibungslos, als ob Cecelia Ahern nicht genau wusste, wie sie alles auflösen soll.
Aus der ganzen Geschichte hätte man definitiv mehr machen können. Noch spannender und noch gruseliger hätte sie für mich sein können, denn die Anfänge und das Potenzial waren auf jeden Fall da.
Da aber gerade der Anfang mir Schauer über den Rücken gejagt hat, vergebe ich .

Mit einer -Geschichte und einer -Geschichte, bekommt das Buch insgesamt von mir.
Ich kann das Buch also nicht uneingeschränkt empfehlen, fand es aber auch nicht wirklich schlecht. Meiner Meinung nach ist es ein guter Kompromiss auf die Taschenbuch-Ausgabe zu warten, wenn man die Geschichten denn auch kennen lernen möchte.

Cecelia Ahern – Solange du mich siehst
Orignaltitel: Girl in the Mirror (März 2011)
Krüger Verlag, März 2012
ISBN 3810501492
123 Seiten
Gebunden; 9,99 Euro

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9 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Kermit
    Apr 29, 2012 @ 10:39:38

    Oh schade. Ich wusste nicht, dass es sich bei diesem Buch um zwei Kurzgeschichten bzw. zwei kleinere Erzählungen handelt. Da werde ich dann wohl erstmal noch die anderen Bücher, die ich von der Autorin auf dem SuB habe, lesen.
    Die Idee mit der Gedächtnismaschine finde ich richtig toll. Wirklich schade, dass das nicht so gut umgesetzt wurde :/

    Antwort

    • buecherherz
      Apr 29, 2012 @ 12:47:39

      Dadurch, dass die beiden Geschichten so kurz sind (knapp 60 Seiten hat jede), war einfach keine Zeit für Erklärungen. Mir hat das schon sehr gefehlt.
      Wenn du auch damit klar kommst, dass du manches einfach als gegeben hinnimmst und keinen Hintergrund dazu brauchst, dann lohnt es sich schon.
      Aber ich war schon immer so ein „Aber WARUM ist das so???“-Kind. Daher haben mir die Geschichten weniger Spaß gemacht.

      Wenn du etwas von ihr lesen willst, lohnen sich ihre Romane mehr. Wenn du die schon auf dem SuB hast, umso besser.
      Als dünnes Buch nebenbei war es nur sehr geeignet 😉

      Antwort

  2. buchstabentraeume
    Apr 29, 2012 @ 20:01:43

    Ich fand das Buch auch nur halb so gut wie die Romane von Cecelia Ahern. Sie zählt zu meinen Lieblingsautoren, deswegen musste ich das Buch einfach lesen. Aber mir sind auch zu viele Fragen unbeantwortet geblieben. 😉 Obwohl die erste Geschichte schon ziemlich gruselig war…

    Antwort

    • buecherherz
      Apr 29, 2012 @ 20:52:38

      Meinst du jetzt mit der ersten Geschichte die mit der Erinnerungsamschine? Die fand ich gar nicht gruselig… Eher rührselig.
      Die zweite Erzählung hatte für mich hingegen totales Gruselgeschichte-Potenzial. Das wurde nur leider dann fallengelassen und so gar nicht ausgeschöpft!

      Antwort

      • buchstabentraeume
        Apr 29, 2012 @ 20:54:19

        Nee, ich meinte die mit dem Spiegel. Anscheinend sind die Geschichten in der deutschen Ausgabe vertauscht – im Original kommt die mit dem Spiegel zuerst. 😉

      • buecherherz
        Apr 29, 2012 @ 20:58:00

        Achso ok. Das macht Sinn… bzw. eigentlich keinen Sinn. Aber dann macht deine Aussage Sinn 😀
        Ich finde auch, dass die deutschen Titel der Erzählungen überhaupt nicht passen. Die sind so gewollt poetisch…

      • buchstabentraeume
        Mai 01, 2012 @ 16:55:18

        😉 Verstehe!

        Mh, ich weiß grad nicht, wie die Titel im Original lauten… Aber stimmt schon, ein wenig poetisch klingen die Übersetzungen schon. Und sie verraten schon voll viel vom Inhalt.

  3. Kermit
    Mai 01, 2012 @ 23:49:43

    Ich habe schon „Für immer vielleicht“, „P.S. Ich liebe dich“ und „Vermiss mein nicht“ gelesen und fand alle drei wirklich schön. Auf dem SuB liegen noch „Zeit deines Lebens“ und „Zwischen Himmel und Liebe“ und vor allem auf letzteres freue ich mich schon sehr.

    Antwort

    • buecherherz
      Mai 02, 2012 @ 09:41:19

      Unsere „Habe ich schon gelesen“- und „Liegt noch auf dem Sub“-Listen sind fast identisch.
      Also die einzige Abweichung gibt es beim SuB. Da liegen bei mir neben „Zwischen HImmel und Liebe“ noch „Ich hab dich im Gefühl“ und „Ich schreib dir morgen wieder“.

      Antwort

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