Conni Lubek – Entlieben für Fortgeschrittene

Nach „Anleitung zum Entlieben“ bin ich nun auch durch den zweiten Teil „geflogen“. Anderthalb Tage habe ich gebraucht.
Gleich am Anfang muss ich sagen, dass man den Teil auch ohne den ersten lesen KANN. Ich würde es aber nicht empfehlen. Vieles wird hier nicht mehr erklärt (wie zum Beispiel die Namen) oder es gibt Stellen an denen dann steht: „Aber diese Geschichte steht in einem anderen Buch.“

Ich will gar nicht zu viel spoilern, darum erzähle ich vom Inhalt mal nur so viel, wie der Klappentext auch hergibt.

Lchen ist nun zusammen mit dem Holländer Dick, den sie im ersten Teil im Schwimmbad kennengelernt hat.
Alles läuft soweit in geregelten Bahnen. Nur wenn er bei ihr in Hamburg ist, dann ist sie furchtbar genervt von ihm. Da ist er ihr zu viel in ihrer Wohnung. Aber in Amsterdam, da liebt sie ihn. Und das auch so richtig.
Doch dann kommt ein Anruf von Dick, der alles auf den Kopf stellt. Er eröffnet Lpunkt, dass er verheiratet ist. Und ab da kämpft sie mit allen Waffen einer Frau (natürlich nicht ohne ganz viel Leiden nebenbei).

Dieses Mal geht es nun also nicht mehr um 119, von dem sie mehr oder weniger gut geheilt ist. Zumindest ist sie an sich über ihn hinweg. Das heißt aber nicht, dass wir auf ihn verzichten müssen.
Das hätte ich auch sehr schade gefunden. Ich mochte ihn zwar nicht, hätte ich ihn aber doch sehr vermisst. Und Curd auch (der mag aber 119)!

Wie beim letzten Mal ist wieder alles unglaublich authentisch. Immerhin basiert das Buch ja auch wieder auf dem Blog von „Lapared“ (Conni Lubek).
Und Lchen habe ich wieder total in mein Herz geschlossen. Ihre Verhaltensweisen sind für mich auch immer nachvollziehbar. Für rational denkende Menschen wohl nicht, aber wir wissen ja wohl alle, wie das so ist bei Liebeskummer.

Insgesamt hat mir „Entlieben für Fortgeschrittene“ aber nicht ganz so gut gefallen wie „Anleitung zum Entlieben“.
Ich versuche mal zusammenzufassen, was mich gestört hat.
Zum Einen sagte und dachte Lchen ganz oft „höm“. Ich weiß nicht was das heißen sollte und es wurde auch nicht geklärt, wie sie dazu kommt. Ich tippe mal, dass es so viel wie „höhö“ heißen soll. Manchmal hätte es aber auch ein „so!“ oder „hmm“ sein können. „Höm“ ist übrigens beliebig oft erweiterbar, höm höm.
Dann gab es in dem Buch verhältnismäßig viele Rechtschreibfehler. Also nicht soooo viele. Aber schon auffällig mehr als in Teil 1.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Dick und Lchen andauernd kiffen. Er bringt aus Holland auch extra Stoff mit. Also wirklich. Immer, wenn die beiden zusammen waren, haben die was geraucht. Ich fand es furchtbar. Klar, es ist irgendwo eine (meist) reale Geschichte (daher gehört es vielleicht rein), aber diesen Aspekt fand ich unnötig. Einmal war sogar die Rede von irgendwelchen Pillen. Lpunkt wusste nicht mal genau, was es war. Aber da Dick das angeschleppt hatte, musste es ja gut sein. 🙄
Weiterhin bin ich mit einigen Gedankensprüngen nicht klar gekommen. Lchen sitzt irgendwo, denkt an eine Situation, in der Situation denkt sie an eine andere Situation. Es wird immer munter und fröhlich hin und her gesprungen. Also auch auf Chronologie wird dann oft kein Wert gelegt. Das fand ich manchmal anstrengend.
Ein besonderes Stilmittel war außerdem die sinnlose Wiederholung bestimmter Wörter. So gibt es beispielsweise die Sätze „Als ich nichts, nichts, nichts von ihm hörte…“ , „Wirklich nichts, nichts, nichts zog mich noch zu ihm hin“, „Zeit, Zeit, Zeit! Na gut…“ oder „Glück. Lchen, das ist es, Glück, Glück, Glück“ (Prinzip verstanden oder?). Das gab es noch an gaaaanz vielen anderen Stellen. Manchmal war das ja ganz passend (siehe: „Wirklich nichts, nichts, nichts zog mich noch zu ihm hin“) aber oft doch einfach unnötig und störend. Wenn es weniger oft benutzt worden wäre… aber so?!

Letztendlich war das Buch auch immer noch lustig, aber nicht mehr so spritzig wie der erste Band.
Süß fand ich noch, dass man quasi „dabei“ ist, wie das erste Buch entsteht und nach und nach Form annimmt. Mittendrin statt nur dabei!

Auch wenn es nun so klingt, als hätte mich unheimlich viel gestört, ist das so gar nicht. Ich fand das Buch immer noch spannend und wollte wissen, ob Lchen nun Dick zurückgewinnt oder nicht. Und geschrieben war es auch flüssig und so als würde ich einer guten Freundin zuhören.
Ich mag die Reihe wirklich sehr und Teil drei werde ich mir definitiv auch zulegen.
Der zweite Teil bekommt solide .

Conni Lubek – Entlieben für Fortgeschrittene
Ullstein Taschenbuch, November 2009
ISBN 3548268080
331 Seiten
Taschenbuch; 9,95 Euro

Reihenfolge der Bücher:
1. Anleitung zum Entlieben
2. Entlieben für Fortgeschrittene
3. Der Beste zum Schluss

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