Lesemacke: Bücher müssen neu aussehen

Wie die meisten Vielleser, habe auch ich so einige Lesemacken.
Zum Beispiel gucke ich IMMER wie viele Seiten ein neues Buch hat, bevor ich es anfange.
Und beim Lesen überprüfe ich erstmal die Länge des nächsten Kapitels bevor ich weiterlese.
Daran entscheidet es sich dann auch meist, ob ich das Buch nicht vorerst aus der Hand lege. Kann ja sein, dass ich noch Lust hätte 5 Seiten zu lesen, aber 20 schaff ich nicht mehr.

Aber meine komischste Macke – finde ich – ist folgende:
Ich hasse es Bücher zu lesen, die schon jemand gelesen hat.
Ich kaufe zwar auch immer mal wieder gebrauchte Bücher, aber die liegen definitiv noch länger auf dem SuB als die „frischen“.
Neuwertige lese ich einfach lieber. Da ist es mir dann auch egal, ob es Mängelexemplare sind. Hauptsache, sie sehen aus wie neu.
Viele finden es ja total toll, wenn man dem Buch schon seine „Geschichte“ ansieht. Also nicht die Story, sondern dass das Buch schon alt und durch viele mehr oder weniger liebevolle Hände gegangen ist.
Mich hält das aber vom Lesen ab.
Ich würde auch nie meine SuB-Bücher verleihen.

Letztens meinte eine neue Kollegin (Sie liest unglaublich viel. Die macht aus Büchern eher so Fast-Food.) zu mir: „Oh toll, hier stehen ja so viele Bücher rum, die ich noch lesen kann.“ Da hab ich ja schon Angstschweiß bekommen. MEINE noch UNGELESENEN Bücher? Niemals. Wenn sie die Geschichte vor mir kennen will, soll sie sich das Buch doch bitte selber kaufen oder woanders leihen. Das ist mir dann egal. Aber mein noch ungelesenes Buch wird nicht entweiht.
Klingt schon ziemlich gemein und egoistisch, ne?
Aber so ist das leider.

Ich verleihe generell nur ungern Bücher.
Ich passe ja so doll auf, dass sie möglichst ungebraucht aussehen, wenn sie ins „Gelesen-Regal“ kommen.
Ich hasse Leserillen im Buchrücken. Einmal habe ich mein Lieblingsbuch verliehen mit dem Hinweis, dass es noch wie neu aussieht und ich es auch gern so wieder hätte. Was war? Leserille! Ich hätte heulen können. Ich hab mich da wohl entschieden, dass ich zwar Hardcover verleihen könnte (natürlich OHNE Schutzumschlag), aber keine Taschenbücher mehr.

Stehe ich damit eigentlich alleine da oder bevorzugt noch jemand „neue“ Bücher (und ja, ich weiß, dass sie im Laden vielleicht schon aufgeklappt und angelesen wurden. Das stört mich nicht.)?

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. buchstabentraeume
    Feb 24, 2012 @ 15:39:48

    Also ich kann deine Macken absolut nachvollziehen. Für mich ist es kein Problem zu wissen, dass ein Buch schon mal gelesen wurde, bevor ich es lese. Aber es darf nicht gelesen aussehen. Ich mag keine angestoßenen Ecken, umgeknickte Seiten, angestoßene Schutzumschläge, Schokoflecke… Wenn ich Bücher aus der Bibliothek ausleihe, bekomme ich so etwas öfter geboten. Ist für mich kein Grund, das Buch nicht auszuleihen, aber ich mag es einfach nicht…

    Bevor ich ein neues Buch anfange, schaue ich auch nach, wie viele Seiten es hat. Bei Hardcovern nehme ich noch den Schutzumschlag ab und schaue nach, wie das eigentliche Buch selbst aussieht.

    Bücher zu verleihen fällt mir auch sehr schwer, weil ich sie schon oft genug so zurückbekommen habe, wie ich es oben beschrieben habe. Hab mir deshalb auch schon ein Buch zum zweiten Mal gekauft und das angeschmuddelte ausgetauscht.
    Leserillen mag ich auch nicht. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden…

    Dass jemand eines meiner Bücher vom SuB liest, käme für mich auch nie, nie, nie in Frage! Ist zwar blöd, weil ja durch das Lesen die Buchstaben nicht verschwinden. Aber ich will diejenige sein, die das Buch zum ersten Mal öffnet!

    Mehr Macken fallen mir im Moment nicht ein, aber es gibt bestimmt noch mehr. 😉

    Antwort

  2. woerterkatze
    Feb 24, 2012 @ 15:53:29

    Ich kann dich verstehen.

    Verleihen tue ich, wenn überhaupt einmal, ich bin da auch sehr pingelig, an meine Tante, ansonsten nie. SuB-Bücher werden von mir grundsätzlich nicht verliehen, die will ich zuerst lesen.

    Ich kaufe öfters gebrauchte Bücher und da schaue ich sie mir auch genau an. Gegen ein paar Leserillen sag ich da noch nichts, aber die Bücher müssen vollständig sein: keine fehlenden Seiten, Flecken oder sehr verbraucht.

    Nach der Anzahl der Seiten schaue ich auch immer wieder. Dann kann ich mich darauf einstellen, wie lange ich an ihm lesen werde.

    Bei Hardcovern kommt bei mir auch immer der Schutzumschlag ab und ein Buch darf bei mir grundsätzlich nicht aufgeklappt hingelegt werden. Der arme Buchrücken.

    Mehr fällt mir im Moment auch nicht ein.

    Antwort

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