Michaela Möller – ChampagnerWillIch

Hach, ich liebe einfach diese Frauenbücher. Auch wenn ich in regelmäßigen Abständen maßlos enttäuscht werde, greife ich auch das nächste Mal wieder zu.

Bei diesem Buch habe ich sogar etwas gemacht, was ich sonst vermeide. Ich habe unmittelbar vor dem Lesen ein paar Rezensionen gelesen. Und was soll ich sagen? Sie waren schlecht. Bestenfalls wurde das Buch mittelmäßig gefunden.
Ich freute mich also eigentlich so gar nicht auf das Lesen.

Zum Glück wurde ich fast augenblicklich eines Besseren belehrt.
Ich finde das Buch klasse.
Die Schreibweise ist sehr flüssig und trifft mit dem trockenen Humor total meinen Geschmack.

Mit den Personen bin ich sehr gemischt warm geworden. Jil Schöneberg hat sich zum Beispiel total in mein Herz geshoppt. Und auch so manche ihrer Freunde. Aber viele Figuren waren mir einfach schlichtweg egal.
Super ist auch der Psychiater, der nie in Person auftritt. Am Anfang eines jeden Kapitels, gibt es einen kleinen Dialog, der sich meist auf das letzte Kapitel bezieht. Als Patientin hätte ich diesen Psychiater schon längst gegen einen kompetenten eingetauscht. Als Leserin fand ich ihn dagegen perfekt.

Jil sucht nun das ganze Buch über ihren Traummann und schlittert dabei auch in die ein oder andere absurde Situation. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass es nicht mal sooooo unrealistisch war. Mir ganz viel Pech kann einem das so gehen. Und außerdem will ich eigentlich ja gar nicht lesen, wie es jeder Lieschen Müller geht.
Aber doch war es mir von der ersten Sekunde an klar, welcher Typ mit ihr zusammen kommen wird. Jaja, einer erfahrenen Frauenliteratur-Leserin entgeht eben nichts.

Das einzige, was stellenweise wirklich anstrengend und auch nervig war, ist das Ende jedes Kapitels. Dort werden nämlich die Wörter aufgelistet, die Jil neu gelernt hat in ihrem Fremdwortkalender. Da sind Perlen dabei wir vexierend (quälend), gravitätisch (würdevoll), Agnosie (Unwissenheit) oder morbiphor (ansteckend). Also ich bin wirklich nicht ungebildet. Aber das alles (und so viel mehr) habe ich noch nie im Leben gehört. Und wenn man die Wörter im Text liest, bleiben zwei Möglichkeiten. 1.) Es überlesen oder 2.) Schnell mal zum Ende des Kapitels blättern. Beide Varianten fand ich sehr bescheiden.

Ich fand das Buch aber wirklich lesenswert, aber eben nur für Frauen, die auch auf Mode stehen. Sonst ist einem das wohl alles zu oberflächlich und zu doof.

Von mir gibt es auf jeden Fall (oute ich mich damit als klischeehafte Frau mit Schuh- und Shopping-Tick???).

Michaela Möller – ChampagerWillIch
Bastei Lübbe, 2006
ISBN 3404155513
318 Seiten
Taschenbuch; 7,95 Euro

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