David Safier – Happy Family

„Familie Wünschmann ist nicht happy. Mama Emmas Buchladen geht pleite, Papa Frank ist völlig überarbeitet, die pubertierende Fee bleibt sitzen, und Sohnemann Max wird von dem Mädchen, das er liebt, ins Schulklo getunkt. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns nach einem Kostümfest auch noch von einer Hexe verzaubert: Plötzlich sind sie Vampir, Frankensteins Monster, Mumie und Werwolf.“ (Klappentext)

Sind wir ehrlich, David Safier liest man nicht unbedingt wegen der spannenden, fesselnden Story, sondern wegen des besonderen Sprachwitzes. Für mich ist er ein wenig das männliche Gegenstück zu Ildikó von Kürthy.
So war es auch wieder in seinem neuesten Buch.
Die Story ist mehr als alt: eine Familie ist unglücklich, wird verzaubert (leider waren ja nicht mal die Monster neu, sondern die ganz, ganz alten Klischee-Ungeheuer), muss sich nun auf den Weg machen um den Fluch zu brechen und erlebt dabei allerhand Abenteuer.

Wie aber schon gesagt, war der Humor fantastisch. Die herrliche Ironie und der sehr trockene Humor einiger Figuren brachten mich mehrmals herzhaft zum Lachen.

Vor allem das Mutter-Tochter-Duo brachte den Witz in die Story.
Der Vater war eher einer von der deprimierten Sorte und der Sohn ist einfach ganz furchtbar intellektuell und kann einfach nichts sagen ohne Fremdworte zu benutzen. Nicht die einfachsten Sätze hat der normal rausbekommen.
Und das war anstrengend.
Natürlich konnte man sich so immer besser in die Figuren hineinversetzen (die Perspektive wechselt alle paar Seiten, indem ein anderes Familienmitglied die Story erzählt). Zum Ende hin verwischten die sprachlichen Barrieren aber immer mehr, so dass es manchmal wirklich schwer war zu unterscheiden, wer gerade spricht (außer natürlich Max… der hat bis zum Ende seinen Sprachstil durchgezogen).
Was mich dahingehend aber wirklich erstaunt hat, ist wie gut sich HERR Safier offensichtlich in Frauen und auch pubertierende Mädchen hineinversetzen kann. Dafür bekommt er von mir großen Respekt. Ich weiß nicht mal, ob ich mich noch mal in eine Pubertät hineinfühlen könnte.

Die Figuren fand ich aber allesamt toll beschrieben.
Von Anfang an habe ich Emma richtig ins Herz geschlossen und Mitleid mit ihr gehabt. Mit der Frau, die feststellen muss, dass auch das größte Glück mal vergehen kann.
Was mir allerdings gefehlt hat, war die Optik. Die charakterlichen Eigenschaften waren super dargestellt, aber es wurde nicht eine Haarfarbe genannt oder Augenfarbe oder Figur (außer natürlich von Emma, die sich ja zu dick finden muss, denn entweder finden sich Frauen in Büchern zu dick oder sind unglücklich, weil sie viel zu dünn sind).
In diesem Buch war es auch ohne Aussehen noch ganz erträglich, da die Familienmitglieder eh die meiste Zeit Monster sind, die man sich sehr gut vorstellen kann, da man sie wohl sein Leben lang schon kennt.

Obwohl das Buch nicht wirklich dick ist mit knapp über 300 Seiten und die Sprache toll ist, zog sich die Geschichte dann.
Die Jagd nach der Hexe fand in mehreren Ländern statt und auch die Gefahren, die überwunden werden mussten, wurden immer lächerlicher.
Und selbst am Ende musste ich erschrocken feststellen, dass Herr Safier nicht eine eigene Idee hatte. Denn wohin es die Familie als nächstes verschlägt (ob weiterhin als Monster oder wieder in menschlicher Gestalt sei an dieser Stelle nicht verraten), fand ich ziemlich lachhaft (und diese Story wurde nebenbei auch schon erzählt; vor vielen, vielen Jahren).

Mein Fazit: wegen der Story muss man das Buch nicht lesen. Für kurzweilen LeseSPASS, ist es aber sehr gut geeignet.
Daher gibt es .

David Safier – Happy Family
Rowohlt Verlag, September 2011
ISBN 3463406187
315 Seiten
Gebunden; 18,95 Euro

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