Halbzeit der Farben-Challenge

Fünf der zehn vorgenommenen Bücher habe ich mittlerweile geschafft.
Angefangen habe ich damit am 6. Juli.
Davon abgesehen, dass ich im Moment sehr wenig lese, merke ich, dass man die Lust verliert ein neues Buch anzufangen, wenn man gezwungen ist, ein bestimmtes zu lesen (bzw. aus einem sehr kleinen Kreis zu wählen).
Ich hatte damals ja extra gemischt: Bücher, die ich eh demnächst unbedingt lesen wollte und welche, die sonst noch ewig auf meinem SuB gelegen hätten.

Ich habe bisher auch schon zwei oder drei Bücher dazwischen geschoben, was entweder damit zu tun hatte, dass ich eine Leserunde mit anderen Leuten begonnen habe oder dass ich das Buch bei Vorablesen gewonnen habe (und man da ja innerhalb einer bestimmten Zeit eine Rezension veröffentlichen muss).

Aber ich bin wirklich überrascht, wie schwer es mir fällt bei so einem Challenge-Zwang zu lesen.
Naja, die Hälfte ist geschafft und die anderen fünf Bücher (die auf dem Bild noch nicht ausradiert sind) schaffe ich auch noch!

Ich lese jetzt „Happy Family“ von David Safier

Dieses Buch habe ich bei Vorablesen gewonnen, daher schiebe ich es mal zwischen die Farben-Challenge-Bücher.

Erster Satz:
„‚Ein indianisches Sprichwort sagt: Je mehr man jemanden liebt, desto mehr möchte man ihn umbringen‘, erklärte meine Angestellte.“ (Den Anfang mag ich! Und er scheint schon sehr viel mit dem Inhalt des Buches zu tun zu haben. Bestätigen kann ich den Satz jetzt aber nicht wirklich.)

September-Liste

Oha, was für ein miserabler Monat. Nur ein Buch gelesen und das war auch noch durchschnittlich. Und zu allem Überfluss gab es dann auch noch einen SuB-Aufbau :roll:.

gelesen:
Mary Carter – Versehentlich verlobt

gekauft:
Cecelia Ahern – Ich schreib dir morgen wieder

geschenkt:

gewonnen:
David Safier – Happy Family

Mary Carter – Versehentlich verlobt

„Sie waren also schon dreimal verheiratet?“ „Ja“, sagte ich, „aber das erste Mal zählt nicht, weil ich viel zu jung war, und das zweite Mal fand in Las Vegas statt. Genau genommen war ich also erst anderthalb Mal verheiratet. Wenn’s hoch kommt.“ – „Und Sie sind sicher, dass Sie als Wahrsagerin arbeiten sollten?“

Clair ist eine gute Tarotkartenlegerin – nur bei ihrer eigenen Zukunft liegt sie stets daneben. Sonst hätte sie gewusst, dass es keine gute Idee ist, einer jungen Frau bei der Trennung von ihrem Zukünftigen zu helfen. Eigentlich soll Clair ihm nur den Ring zurückgeben, doch wenig später findet sie sich auf einem mondänen Landsitz wieder, in dem die Vorbereitungen für die Verlobungsparty auf Hochtouren laufen. Und bevor Clair weiß, wie ihr geschieht, muss sie in die Rolle der Braut schlüpfen… (Klappentext)

Ein Buch, wie es durchschnittlicher nicht sein könnte.
Es fängt schon beim Cover ein. Eine Farbe, dominierende Schrift, ein paar Symbole (die nicht unbedingt was mit dem Inhalt zu tun haben) und schon ist das klassische Frauenbuch-Cover fertig.
Von den Figuren her ist es ähnlich. Eine sympathische Protagonistin, die bisher nur Pech in der Liebe hatte, ein guter Freund, der gleichzeitig ihr Kollege ist und eine Schwester, mit der sie nicht immer klar kommt.
Schon kann die Mission „Traummann“ losgehen.

Der Traummann soll, wenn es nach Clair Ivars geht, der schöne und reiche Wodka-Hersteller, Jack Heron, sein. Eigentlich wollte sie ihm nur den Verlobungsring zurückgeben, da sie seiner nun Ex-Verlobten Rachel ja von der Hochzeit abgeraten hat. Aber wo er nun schon mal frei und auch noch so eine gute Partie ist, kann man sein Glück ja mal versuchen. Wenn da nicht noch die kleine Schwierigkeit wäre, dass man der ganzen Familie Heron (die herrschsüchtige Mutter Madeleine ist nicht zu unterschätzen!) die schlechte Nachricht von der geplatzten Traumhochzeit ja auch noch überbringen muss. Und dann ist da ja noch der faszinierende Mike Wrench, der plötzlich auch nicht so uninteressant ist…

Eine richtige Beziehung konnte ich zu keiner Person aufbauen. Nicht mal mit Clair wurde ich warm. Sie war nicht mal unsympathisch, verhielt sich aber einfach total unreif und Sachen, die ihr eigentlich so wichtig waren, warf Sie ebenso schnell über Bord wie ihre Prinzipien.

Leider war das Buch auch überhaupt nicht witzig, obwohl es das wohl sein wollte.
Am Anfang hatte ich wenigstens noch Spaß an den Tageshoroskopen, die jedes Kapitel einleiten. Aber selbst die wurden immer schlechter. Normalerweise schreiben sich viele Autoren ja warm und das Buch wird immer besser. Hier schien es genau andersherum zu sein.
Und obwohl der Anfang tatsächlich recht vielversprechend war, zieht sich alles so unendlich. Bis wir wirklich so weit sind, dass die beiden „versehentlich verlobt“ sind, sind schon über ¾ des Buches vergangen.

Das große Geheimnis des Buches war auch sofort klar. Es wurde immer verschwiegen, wer der mysteriöse Mike Wrench ist, der erst seit einem Jahr bei der Familie Heron ist und jetzt schon so viel Vertrauen genießt. Es war aber fast augenblicklich klar, wer das ist, wenn man sich in dem Genre ein wenig auskennt. Daher war das ganze Ende dann auch keine Überraschung für mich.

Der Showdown klang dann plötzlich wie von einem Grundschüler geschrieben. Bei den Formulierungen und Handlungen habe ich mich tatsächlich fremdgeschämt.

Immerhin kann man aber ein wenig über Tarotkarten lernen, wenn man denn möchte.

Alles in allem bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben. Aber wirklich empfehlen kann ich es auch nicht. In dem Genre der Frauenbücher gibt es wohl Besseres.
Da es mich aber zeitweilig auch mal gut unterhalten hat, bekommt es .

Mary Carter – Versehentlich verlobt
Originaltitel: Accidentally Engaged (März 2006)
Knaur Taschenbuch, November 2009
ISBN 3426500272
377 Seiten
Taschenbuch; 7,95 Euro