Kristina Springer – Die Espressologin

Einen dreifachen Espresso auf Eis – wer das bestellt, hat Klasse. Latte Macchiato mit entrahmter Milch und Süßstoff bedeutet dagegen: Zickenalarm! Jane, die in einem Coffeeshop arbeitet, nennt es »Espressologie« – die Kunst, Menschen anhand ihrer Kaffeevorlieben zu charakterisieren. Ihr neuestes Spiel besteht darin, für Single-Kunden den perfekten Partner zu finden. Trefferquote: 100%! Jane, die »Espressologin«, wird berühmt… (Klappentext)

Endlich mal eine neue Idee! An sich ist das natürlich wieder eine Geschichte à la „wie finde ich meinen Traummann?“, aber besser!

Jane ist in der zwölften Klasse und hat einen tollen Charakter. Etwas tollpatschig, aber doch klug und sehr liebevoll, was ihre Freunde angeht. Es hat mir wirklich Spaß gemacht sie in den knapp zwei Monaten in ihrem Leben zu begleiten. Vielleicht auch, weil ich nur ein wenig älter bin als sie und ihre Gefühle sehr gut nachempfinden konnte. Sie war nämlich nie kindisch, sondern wurde reif dargestellt ohne zu alt zu wirken. Also alles in allem doch sehr realitätsnah.
Auch alle anderen Personen konnte man sich sehr gut vorstellen. Die tolle Idee hierbei war, dass es nicht wie sonst ablief: „Das ist Emily, die beste Freundin von Jane. Sie ist lieb, loyal…“, sondern an diesen Stellen konnte man einen Ausschnitt aus Janes Notizbuch lesen. Dort charakterisiert sie ja alle Menschen anhand ihrer Kaffeevorlieben. So hatte man immer einen super Überblick über den Charakter und es war nicht plump eingebracht, sondern in gewissen Maßen „unauffällig“.

Aber bei den Personen liegt auch ein ganz großes Manko des Buches. Ich habe mal ausnahmsweise genau gezählt. Bis zum Ende von Kapitel 2 (was genau 23 Seiten zu lesen waren), wurden 19 Personen mit Namen vorgestellt (und mehrere Moms und Dads). Das Buch ist wirklich kurz und so muss man einiges schneller einbringen. Das war mir dann aber doch zu rasant. Vor allem waren manche Personen wirklich unwichtig. Oder muss ich wirklich wissen, dass Derek (der Chef des Coffeeshops) ganz oft schlechte Laune hat wegen Todd (der Chef eines Coffeeshops zwei Straßen weiter)?
In den nächsten 150 Seiten bis zum Schluss, wurden dann noch viel mehr Namen genannt.

An sich klappte dann auch alles irgendwie zu reibungslos. Jane musste kaum Hürden überwinden und selbst aus der bösesten Lage mit ihrem Chef rettete sie sich durch eine schlechte Notlüge.
Die ganze Geschichte rast sehr stark vorbei. Alles muss natürlich schnell gehen, wenn das Buch nur 174 Seiten hat. Darum hätten dem Buch 20 oder 30 Seiten mehr nicht geschadet.
Das Ende war dann auch keine Überraschung, da von Anfang für den Leser klar war, wer der Richtige für Jane ist.

Auch wenn es mehrere kleine Punkte gibt, die mir nicht so gut gefallen haben, fand ich das Buch im Gesamten wirklich schön. Es hat sich locker und schnell gelesen und war wirklich mal etwas Neues.
Empfehlen kann ich es in jedem Fall. Aber man sollte besser Kaffeetrinker sein.
Ich bin es leider nicht und habe schon bei den einfachsten Sachen versagt. Ich gebe zu, ich weiß nur, was Espresso, Cappuccino und Caffè latte ist. Aber bei Frappuccino, Latte macchiato oder Mocca (und das am besten alles noch mit Caramel und Nuss und sonstigen Geschmacksarten) hört es auf.
In dem Fall wird auch ganz deutlich klar, in welchem Coffeeshop Jane genau arbeitet, auch wenn sie permanent von einem blauen Logo spricht.

Als letzten Pluspunkt muss ich auch noch das Cover nennen. Ich finde die Farben klasse und sie passen richtig gut zu dieser Jugendstory. Und der Kaffee natürlich auch!

Ich vergebe für diese süße Geschichte.

Kristina Springer – Die Espressologin
Originaltitel: The Espressologist (2009)
Ullstein Taschenbuch, September 2009
ISBN 3548269443
174 Seiten
Taschenbuch; 7,95 Euro

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