Charlaine Harris – Vor Vampiren wird gewarnt

Es gibt Reihen, die schon lange beendet sein sollten, weil sie von Band zu Band schlechter werden.
So ist das meiner Meinung nach auch bei der Sookie-Stackhouse-Reihe. Ich mochte die Bücher von Anfang an nicht richtig. Jeder schwärmte von dem tollen Humor und den schönen Sookie-Momenten. Beides habe ich nie entdeckt. Aber gut, am Anfang gab es immer noch diese ganzen Krimi-Elemente, in denen man miträtseln konnte, wer der Mörder ist.
Nicht mal das ist mittlerweile möglich. Die Mörder und deren Motive werden immer abstruser. Entweder wurden sie noch nie wirklich erwähnt oder es waren immer Randfiguren, die nie fassbar waren.

Sonst gab es wenigstens immer einen roten Faden, aber auch für den habe ich eine Vermissten-Anzeige geschrieben.
Diesmal ging es um alles: Sookies Erholen nach dem Elfen-Krieg, die Elfen-Verwandtschaft, die neue Vampirpolitik, die Probleme im Werwolf-Rudel, das Öffentlichmachen der Gestaltwandler, etc. Alles wurde thematisiert, überall wurde viel gestorben.
Und ich fand es langweilig. Ganz, ganz langweilig.

Außerdem hat mich Sookie unfassbar genervt. Natürlich ist sie nicht mehr so locker-leicht im Umgang mit den anderen nach all ihrem Erlebten. Aber sie vertraut niemandem mehr, öffnet sich niemanden, lässt niemanden an sich ran.
Also ich finde, sie ist ein emotionales Wrack. Sie will nur noch eins: Eric und das am liebsten nackt und willig. Das ist echt erbärmlich. Also ihre Beziehung sehe ich bis jetzt noch nicht als das an. Eher als reine Sex- und Zweckgemeinschaft. Da können die noch so oft sagen, dass sie sich lieben.

Außerdem gab es immer überlebensnotwendige Sachen, die sie Eric oder anderen Leuten hätte erzählen müssen, aber NEIN: sie lässt sich immer von Lappalien ablenken und will lieber das Eine von Eric als ihr Überleben zu sichern. Also so doof wie in diesem Band war die Gute echt noch nie.

Ich finde auch, dass kein wirklicher Spannungsbogen enthalten war (wahrscheinlich in den 1000 Baustellen begründet). Ich hab so vor mich hingelesen ohne ein konkretes Ziel zu verfolgen, hatte ich das Gefühl.
Und am Ende ging mir dann definitiv alles zu schnell.

Weiterhin ist das deutsche Cover hässlich wie immer (und so unendlich nichtssagend) und die Kapitel sind VIEL zu lang.

Das Einzige, was ich richtig gut fand, war der Fakt, dass es sich flüssiger liest als die letzten Teile. Ich fand die Sprache bisher ja immer etwas sperrig, das hat sich super gewandelt und deshalb bin ich von Anfang an auch besser in der Geschichte gewesen.
Toll war auch, das man ENDLICH (nach 10 Bändern) mal viel mehr über die Vergangenheit von Bill und Eric erfährt. Da habe ich dann auch wirklich interessiert gelesen.

Also ganz ehrlich: Ich habe gelesen, dass es dreizehn Bände geben soll. Die schaffe ich gerade noch so. Aber wenn Frau Harris dann doch noch einfällt, alles zu erweitern, werde ich wohl streiken. Mit jedem Band wird die Story schlechter und die Charaktere auch.

Nur weil es sich gut lesen lässt und ab der Mitte des Buches Sookie nicht mehr ganz so nervig war und ab da die verschiedenen Handlungsstränge an Fahrt gewannen, gibt es Sterne.

Charlaine Harris – Vor Vampiren wird gewarnt
Originaltitel: Dead in the Family (Mai 2010)
dtv, April 2011
ISBN 9783423212830
377 Seiten
Taschenbuch; 8,95 Euro

Reihenfolge der Bücher

  1. Vorübergehend tot – Originaltitel: Dead until Dark
  2. Untot inDallas – Originaltitel: Living Dead inDallas
  3. Club Dead – Originaltitel: Club Dead
  4. Der Vampir, der mich liebte – Originaltitel: Dead to the World
  5. Vampire bevorzugt – Originaltitel: Dead as a Doornail
  6. Ball der Vampire – Originaltitel: Definitely Dead
  7. Vampire schlafen fest – Originaltitel: All together Dead
  8. Ein Vampir für alle Fälle – Originaltitel: From Dead to Worse
  9. Vampirgeflüster – Originaltitel: Dead and Gone
  10. Vor Vampiren wird gewarnt – Originaltitel: Dead in the Family
  11. Vampir mit Vergangenheit – Originaltitel: Dead Reckoning
  12. Cocktail für einen Vampir – Originaltitel: Deadlocked
  13. Vampirmelodie – Originaltitel: Dead Ever After
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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. sommerelfe
    Okt 26, 2011 @ 21:54:30

    Das kann ich so unterschreiben. Also zumindest, was diese Reihe allgemein angeht. Den aktuellen Teil habe ich nämlich noch garnicht gelesen, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie man jetzt das sicherlich endgültige Zusammenkommen von Sookie und Eric (so wirds ja wahrscheinlich kommen) über mehrere Bände hinziehen kann. Warum kann es nicht einfach ein Happy End geben und es dabei belassen? Warum muss man so eine Serie künstlich in die Länge ziehen?
    Ich habe die ersten Bücher verschlungen. Und das vierte Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch dieser Serie, aber es hätte dann auch von mir aus schon im 5. oder 6. Schluss sein können. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist 😉 (und das war definitiv Eric unter der Dusche *g*)

    Antwort

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