Aktion Lesefreunde
19 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Spezial
Bei meiner täglichen, morgendlichen Blogrunde, bin ich bei Libromanie auf eine sehr interessante Aktion gestoßen.
Am 23.04. ist wieder der UNESCO-Welttag des Buches.
Zu diesem Anlass haben die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutsche Buchverlage etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt. Sie haben nämlich die Aktion Lesefreunde ins Leben gerufen.
Lese-Begeisterte können sich hier registrieren und die ersten 33.333 dürfen aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel zum Verschenken wählen.
Jeder Schenker erhält dann ein Paket mit 30 Exemplaren des von ihm gewählten Titels, die kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt werden.
Die Buch-Schenker können dann im März wählen, in welcher nahegelegenen Buchhandlung oder Bibliothek sie ihr Paket abholen.
Ich finde die Aktion genial und habe mich natürlich sofort registriert.
Jetzt heißt es nur noch warten (und hoffen) und schon kann ich 30 Menschen glücklich machen.
Ein spezielles Lesezeichen
19 Jan 2012 2 Kommentare
in Lesezeichen, Spezial
Ich glaube bei meinem aktuellen Buch benutze ich das coolste Lesezeichen, das es gibt.
Es ist nämlich ein Originalbrief vom Autor!
Der Brief war damals ganz überraschend in dem Buch als ich es auf dem jährlichen Bücherbasar auf Arbeit gekauft hatte.
Das sind ja alles Bücher, die die Journalisten bekommen haben und nicht behalten wollen/können/dürfen (ich weiß es nicht so genau).
Ja gut, Herr Beckerhoff ist nicht so wirklich bekannt und der Brief ist jetzt auch keine Schlagzeile in Klatschmagazinen wert (außer die interessieren sich dafür, dass er raucht, wenn er sich für eine Notzigarette bedankt), aber ich freue mich trotzdem.
Wer hat sowas schon (außer in signierten Büchern)?
Ich lese jetzt „Frau Ella“ von Florian Beckerhoff
18 Jan 2012 1 Kommentar
Jetzt glaube ich einfach erst gar nicht, dass das Buch heiter und fröhlich wird, dann kann ich nicht so enttäuscht werden wie letztes Mal…
Erster Satz:
„Sie wäre die letzten paar Jahre ihres Lebens auch mit einem Auge zurechtgekommen.“ (Irgendwie makaber, aber trifft leider meinen Geschmack
)
Alix Girod – Heilig auf High Heels
17 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Frauenliteratur, Rezensionen Tags:1.5 Sterne
Ich bin so glücklich: Nächsten Januar muss ich nicht lange überlegen, ich glaube, ich habe jetzt schon den Flop des Jahres gefunden.
Und ich Dummi hatte mich auf ein heiteres Frauenbuch gefreut nach der schweren Kost davor. Aber Pustekuchen. Das war noch um einiges schwerer. Und dazu nervtötend!
Aber das konnte ich doch wirklich nicht ahnen nach diesem Klappentext:
„Pauline Orman-Perrin , genannt POP, ist bekannt für ihre witzigen Kolumnen im Modemagazin ‚Modelle‘. Als ihr in der Water Bar (Spezialität: Salat ohne alles) eine Pyramide Mineralwasserflaschen auf den Kopf fällt, begegnet sie im Koma Gott – in Gestalt von Karl Lagerfeld. Karl/Gott stellt sie vor die Wahl: Entweder sie betreut in Zukunft als Engel die Jenseits-Zeitschrift ‚HimmElle‘ oder sie ändert ihr Leben. Pauline bekommt genau vierzig Tage Zeit, um sich selbst, ihre Familie und ihr Glamour-Magazin zu mehr Glaube, Liebe und Sinn umzukrempeln…“
Ich weiß nicht, welchen Kreuzzug Frau Girod mit diesem Buch führen wollte. Denn ab dem Moment als POP wieder aus dem Koma erwacht, ist sie die fanatischste Christin, die ich mir vorstellen konnte.
In diesem Zusammenhang hört sie dann auch gleich mal komplett auf, sich gut zu kleiden. Sie schmeißt konsequent ALLES weg, was ihr in ihrem „alten Leben“ etwas bedeutet hat.
Somit finde ich den Titel auch komplett falsch. Sie mag ja versucht haben eine Heilige zu sein. Die High Heels waren zu diesem Zeitpunkt aber schon weggeschmissen.
Den Pfad des Guten muss POP aber nicht allein beschreiten. Gott stellt ihr noch die Wegbegleiterin Germaine Criquet an die Seite. Eine alte, hässliche, giftige, kinderhassende (und ebenso fanatische) Sterbebegleiterin an die Seite.
Den Sinn dieser Frau habe ich aber nie verstanden. Ich hatte das Gefühl, dass sie einfach bösartig ist. Wie Pauline zu dem Urteil „gut und sanft“ kam, war mir bis zum Ende schleierhaft.
Aber ich fand nicht nur Germaine unausstehlich, ich fand auch keinen Draht zu allen anderen Personen.
Das kommt auch daher, dass keine einzige Person beschrieben wurde. Weder vom Aussehen her, noch charakterlich. Natürlich kam an manchen Stellen ein wenig vom Charakter durch, aber auch nie wirklich. Eine Meisterleistung der Autorin, finde ich. Auf 271 sowohl Optik als auch Charakter konsequent zu ignorieren muss auch gekonnt sein.
Aber Frau Girod ist im wahren Leben Autorin bei der Frauenzeitschrift Elle. Die hat sich sicher ein dickes Fell zugelegt.
Um das hier mal festzuhalten, auch wenn ich selber atheistisch erzogen wurde, kann ich mich sehr für die Menschen freuen, die aus ihrem Glauben Kraft ziehen.
Es störte mich also nicht, dass hier eine Begegnung mit Gott stattfand (da gibt es ja auch genug Filme, die ich liebe), aber POP scheint schon ein sehr schlichtes Gemüt zu haben. Sie hat nämlich komplett alles falsch gedeutet, was Gott ihr gesagt hat.
Nur weil man mehr Sinn in sein Leben bringen soll, muss man doch nicht seinen kompletten Kleiderschrank wegwerfen und aufhören sich zu schminken.
Und man muss sich erst recht keiner kolumbianischen Familie annehmen, die man über Mein-Freund-der-Flüchtling.com gefunden hat. Oder sich auch nicht verpflichten 20 Jahre einen Häftling jede Woche zu besuchen.
Außerdem sabotiert sie nun auch ihre Zeitschrift und schmuggelt heimlich irgendwelche christlichen Kampfschriften in das Heft.
Auch ihre Familie hat zu leiden. Denn nicht nur, dass sie recht unansehnlich wurde, sie verweigerte sich auch jedes härteren Wortes gegenüber der Kinder (dass der Sohn dann auch recht fix davor stand von der Schule zu fliegen, war ja Nebensache).
Pauline verbrachte ihre Zeit lieber damit ständig rührselig zu sein und vor Dankbarkeit zu heulen, wenn ihre Kinder sich stritten. Denn eigentlich zeigte das ja, wie sehr sie sich lieben.
Das alles steigert die Autorin noch mit Zitaten über jedem Kapitel. Normalerweise liebe ich das, da diese Sprüche immer lustig sind.
Frau Girod schien da aber einen neuen Pfad beschreiten zu wollen.
Meine kleine Auswahl der Schauer-Zitate:
„Seid euer eigenes Licht. Seid eure eigene Zuflucht.“ Buddha
„Das Herz und nicht die Vernunft nimmt Gott wahr.“ Blaise Pascal
„Die Trauer um einen Toten währt sieben Tage, die um einen Toren und Gottlosen alle Tage seines Lebens“ Ecclesiasticus
Ansonsten wird auch noch die Bibel zitiert.
Ich möchte es nochmal wiederholen, ich habe nichts, aber auch GAR NICHTS gegen Gläubige. Jeder, wie er es für richtig hält.
Aber was sollte das hier alles?
Eigentlich sagte mir das Buch: jeder der sich gern um sich kümmert und keiner wohltätigen Arbeit nachgeht ist abgrundtief böse und kommt nicht in den Himmel (das wäre POP nämlich nicht, wenn sie die Himmels-Zeitung nicht übernommen hätte).
Zu diesem Zweck manipuliert POP auch die Pille und die Kondome ihrer besten Freundin. Die soll nämlich bitte noch ein Kind bekommen mit ihrem neuen Freund, den sie seit zwei Wochen kennt.
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl ich soll zum Katholizismus bekehrt werden. Oder einer anderen Relegion. Das schien erstmal nebensächlich. Hauptsache gläubig.
Vielleicht hätte ich auch das nicht so unglaublich furchtbar gefunden, wenn das Buch wenigstens gut geschrieben gewesen wäre. War es aber nicht!
An keiner Stelle lustig. Nicht mal meine Mundwinkel verzogen sich nach oben. Auch wenn das Buch laut Klappentext ein „hinreißend komisches Duell zwischen Seelenheil und Frühjahrskollektion“ sein soll.
Sehr schade! Denn dass die Autorin es kann, blitzte ab und zu mal durch, wenn POP ihre Chefinnen betrügen wollte und einen Artikel im alten Stil geschrieben hat (aber an diesem Stellen war ich meist so runtergezogen von dem Buch, dass ich auch nicht lächeln konnte).
Erschwerend hinzu kamen Wörter, die niemand kennt (behaupte ich mal so einfach).
Also mir sagte zumindest weder „sektiererisch“ noch „Fatwa“ etwas.
Immer wieder gab es auch französisches Essen oder wichtige regionale Persönlichkeiten, die ich nicht kannte. Die habe ich dann teilweise gegooglet. Aber das ist auch anstrengend, weil man immer aus dem Lesefluss rauskommt.
Aber zumindest an der Stelle, an der die Gefangene, die POP immer besucht „Die kleine Dutroux“ genannt wird, musste ich wissen, was das ist. Ich hatte ja erst ein Schimpfwort vermutet, das nicht übersetzt wurde. Aber dann kam heraus, dass das ein französischer Mörder und Sexualstraftäter war.
Nachdem ich mich nun nur ca. 250 Seiten gequält hatte (die Hoffnung, dass das alles doch irgendwie nur Spaß sein sollte, blieb) wurde es tatsächlich nochmal minimal besser.
Aber die Lehre, die mich dieses Buch lehren wollte war so dermaßen lachhaft, dass auch der etwas weniger missionarshafte Charakter nichts ausreißen konnte.
Also ich fasse nochmal zusammen:
• Figuren waren blass und hielten den Leser auf Distanz
• recht flüssig geschrieben, aber immer wieder mit Wörter durchzogen, die man im Normalfall nicht kennt
• viele französische Begriffe (die mich nicht gestört haben, aber wer kein Französisch in der Schule hatte, könnte so seine Probleme bekommen)
• kein bisschen witzig
• Schwarz-Weiß-Malerei (da Ungläubige immer die schlechteren Menschen waren)
• versucht zum Glauben zu bekehren (aber wirklich unendlich penetrant!!!)
Kurz gesagt: Das buch war alles andere als himmlisch!
Nur weil sich das Buch die meiste Zeit gut lesen ließ und ein paar Personen wenigstens noch normal blieben (und POP auch regelmäßig erklären wollten, dass sie es übertreibt), gibt es ein halbes Gnadensternchen mehr (man muss sich den Weg der Tugend ja noch warm halten): ![]()
Alix Girod – Heilig auf High Heels
Originaltitel: Sainte futile
Fischer Taschenbuch Verlag, April 2008
ISBN 3596175666
271 Seiten
Taschenbuch; 8,95 Euro
MEIN Buch
15 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Geschenkidee, Spezial
Heute stelle ich mal etwas ganz anderes im Blog vor als sonst.
Ich lese dieses Buch nicht neu, denn ich habe es schon gelesen. Bestimmt 50 Mal. Schon mein ganzes Leben lang.
Ich habe es von meiner Tante und meinem Onkel damals geschenkt bekommen, da war ich 3 Jahre alt.
Ist nichts Besonderes richtig? Einem kleinen Kind schenkt man schon mal ein Buch, um es an die große weite Literaturwelt heranzuführen.
Das stimmt auch und wäre kaum erwähnenswert. Wenn denn das Buch nicht von mir handeln würde!
Naja, zumindest hatte ich das als Kind gedacht. Und das ist auch total logisch. Die Kinder hießen nämlich Julia (Wuuusaaa, das bin ich!), Cassandra und Stefanie (Cousinen), Anne (eine Freundin damals), die Eltern hießen seltsamerweise auch wie meine und der Hund, ja selbst der Hund hieß Buhly (wie der Hund der Nachbarn meiner Großeltern). Und selbst ein Straßenschild im Buch zeigt unsere Straße an!
Und mit etwas Fantasie sah ich auch wirklich aus wie ich. Und meine Eltern erst!
Und ich war STOLZ. Es wurde ein Buch geschrieben (und gemalt), NUR FÜR MICH! Jeder musste es sehen. Ich war ja immerhin voll die Heldin und habe dem Zirkus in meiner Heimatstadt ihre entlaufenen Elefanten zurückgebracht.
Und der Wahnsinn dabei: Elefanten waren schon damals meine Lieblingstiere.
Also ich konnte daraus halt wirklich nichts anderes schließen.
Und auch heute nehme ich das Büchlein (37 Seiten) gerne zur Hand und lese es.
20 Jahre später weiß ich nun aber natürlich, dass es einfach vorgedruckt Geschichten gab, in die bestimmte Details eingefügt wurden.
Ich musste immerhin in meiner Grundschule schockiert feststellen, dass auch eine andere so ein Buch hatte. Also wurden auch welche für andere geschrieben. Als sich der Verdacht dann wirklich bestätigte, dass auch andere MEINE GESCHICHTE bekommen haben müssen, war das ein wenig so, wie die Erkenntnis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.
Aber ich liebe diese Idee immer noch.
Wenn das Kind strahlt und denkt, dass da ein Buch ganz allein für es geschrieben wurde. Das ist doch einfach wunderschön und herzallerliebst. Wenn ich im näheren Umfeld kleine Kinder zu beschenken hätte, dann würde ich das auch machen ab einem bestimmten Alter. Und wenn die Eltern es anfangs nur vorlesen können. Die Bilder können die Kinder ja betrachten (und die sind auch fantastisch).
Nach kurzer Web-Suche habe ich auch eine Seite gefunden, die auch heute noch personalisierte Bücher anbietet: PersonalNovel.
Vielleicht braucht ja mal wieder jemand demnächst ein Geschenk und denkt an diese Idee.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es eines der besten Geschenke war, die ich je bekommen habe. Und wenn meine Wohnung brennen würde, DIESES Buch würde ich ganz sicher retten müssen.
Es ist doch immerhin MEIN Buch!
Meine Blogroll
14 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Bloginfo
Momentan stehe ich auf Blog-Neuerungen.
Das ist jetzt schon die zweite in dieser Woche.
Nach 1,5 Jahren habe ich mich nämlich nun dazu entschieden eine Blogroll zu erstellen.
Ich füge dort aber nur die Blogs ein, die ich wirklich regelmäßig lese.
Ich hab ja keine Lust da 50 Links zu haben, die eh untergehen.
Wie man sieht, lese ich im Verhältnis weniger Bücherblogs als andere Blogs.
Und wer sich nun mal die „anderen Blogs“ genauer anschaut, wird eins feststellen: Da ist wenig Beauty und Mode dabei, sondern viel mehr Kinder und Schwangerschaft.
Das hatte sich damals so ergeben, als ich meinem Lieblingsblog fast stündlich aufgerufen habe, um zu gucken, ob es einen neuen Artikel gibt.
Aber die Heldin gibt es ja nun schon eine ganze Zeit nicht mehr (und ich vermisse sie doch immer noch). Und da sie ja hauptsächlich solche Blogs verlinkt hatte, bin ich so in die Szene reingerutscht. Also keine Angst, ich bin nicht in anderen Umständen.
Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen von einem meiner Lieblingsblogs überzeugen. Und wenn nicht, dann habe ich wenigstens endlich eine Sammlung für mich und muss die nicht immer alle einzeln im Browser eintippen.
Man findet die Blogroll nun in der rechten Spalte. Genau zwischen den Kategorien „Top-Beiträge“ und „Letzte Kommentare“. Kaum zu übersehen
.
Ich lese jetzt „Heilig auf High Heels“ von Alix Girod
13 Jan 2012 1 Kommentar
Nach dem tiefsinnigen letzten Buch, gibt es nun wieder heitere Frauenliteratur.
Erster Satz:
(Nach einem Zitat von Winston Churchill) „Gott gibt es wirklich.“ (Ich als Atheistin finde den Satz natürlich erstmal blöd. Aber der zweite Satz rettet vieles: „Und er sieht aus wie Karl Lagerfeld.“
)
Neuerungen, Neuerungen…
12 Jan 2012 3 Kommentare
in Bloginfo
Oft gesehen, oft kopiert und von mir immer neidvoll gehuldigt: die Coverwand!
Ich wollte die auch immer haben und machen, war aber lange unschlüssig, wie das genau geht.
Ich hatte mir aber auch ehrlicherweise nie genaue Gedanken gemacht.
Irgendwann hab ich mir doch mal welche gemacht und es gab nur einen Schluss, wie das geht (nämlich einfach!).
Jetzt hab ich mich mal rangesetzt und TADAAAA, da ist sie:
In echter Reihenfolge, findet man nun hier alle Cover meiner 2011 gelesenen Bücher.
Ich weiß noch nicht, ob ich bei „Gelesen 2012″ nun jedes Mal das Cover sofort einfüge oder wieder warte, bis das Jahr abgeschlossen ist.
Hat jemand Ideen, Meinungen, Anregungen?
Mitch Albom – Dienstags bei Morrie
11 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Erzählung, Rezensionen Tags:4 Sterne
Wieder ein Buch bei dem ich dachte: „Warum hast du das denn damals mitgenommen? Es klingt nett, aber auch schwer schmalzig. Und was für ein Autor ist das überhaupt? Der benennt seine Hauptfigur nach sich selber! Was Besseres ist ihm nicht eingefallen? Wie überheblich!“.
Aber ich hab das Buch (ehrlich gesagt aufgrund der wenigen Seiten) aufgeklappt und begonnen zu lesen. Und bereits bei der vorangestellten Danksagung wurde ich eines Besseren belehrt. Denn das Buch ist eine wahre Begebenheit. Upps! Nochmal schnell den Klappentext durchlesen… und feststellen, dass das nun nicht mehr schmalzig ist, sondern traurig und auf seine Art wunderschön:
„Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer regelmäßig jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und zu verstehen.“
Im Prinzip ist es auch schon das, was im Buch passiert. Es geht nämlich nicht um Spannung, sondern um die „Lehre eines Lebens“ (wie es schon der Klappentext sagt).
Die meiste Zeit ist man mit Mitch bei Morrie in seinem Arbeitszimmer und später im Schlafzimmer.
Ab und zu gibt es aber auch Rückblenden zu Situationen am College. Dort lernt man zu verstehen, warum Mitch und Morrie so eine enge Beziehung haben.
Was ich im Nachhinein interessant fand, war die Tatsache, dass Mitch Albom knallhart und ehrlich war, was seine Person betrifft. Er hat von seinen Ehe- und Familienproblemen geredet, von seinem schwerkranken Bruder und der Arbeit, die er immer für wichtiger hielt als seine Beziehungen.
So ehrlich muss mal erstmal sein, denn es ist ja keine Autobiografie in dem Sinne. Gut, der Autor hatte auch nicht damit gerechnet, dass es sooo ein Erfolg wird.
Das Wichtigste am Buch sind die Erfahrungen und Ansichten von Morrie. Es gibt vierzehn Dienstage, an denen die beiden über Themen reden, die Menschen bis zum Ende beschäftigen, beispielsweise Selbstmitleid, Reue, Familie, Ehe, Gefühle oder Vergebung.
Und es geht um Morries körperlichen Zerfall. Er leidet an ALS. Eine Krankheit, die sich nach und nach des Körpers bemächtigt und langsam erst die Extremitäten lähmt. Dann kommen die Organe dazu. Wenn die Krankheit die Lunge erreicht hat, stirbt man durch Ersticken.
Morrie hat sein Schicksal angenommen und das macht alles noch bewegender, denn er spürt, wie er stirbt und ist trotzdem mit sich und der Welt im Reinen.
Eine Stärke, die er durch seine Erfahrungen erhalten hat. Und diese sind hier auf 224 Seiten zusammengefasst.
Ich bin so froh, dass ich das Buch gelesen habe.
Es zeigt eine Betrachtungsweise des Lebens, die wohl gar nicht schlecht wäre zu adaptieren.
Ich traue mich deshalb kaum, das Buch zu bewerten, denn das Leben eines Menschen auf Sterne zu reduzieren ist wohl nicht möglich.
Die Schreibweise war wunderbar sanft und zärtlich. Aus jeder Zeile konnte man die Liebe Mitchs zu seinem Professor spüren. Und ich war neidisch, dass ich nie so einen Lehrer hatte.
Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich die Lehren verstanden habe und an sich auch gut finde, Ich würde gern, nach ihnen leben können. Jedem Menschen die volle Aufmerksamkeit schenken und sich bei Gesprächen nicht ablenken lassen. Nicht nach Erfolg und Geld streben. Keinen materiellen Sachen Beachtung zu schenken, sondern nur der Liebe und der Freundschaft. So weit bin ich aber leider noch nicht. Ich schiebe das jetzt einfach auf mein junges Alter. Aber in ein paar Jahrzehnten werde ich das Buch wohl noch mal lesen und dann versuchen danach zu leben ![]()
Trotzdem glaube ich, dass mich das Buch erstmal nicht weiter beeinflusst hat und nicht prägt. Es war auch nicht so, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Obwohl ich Morrie sehr zu schätzen gelernt habe und großen Respekt vor Mitch habe, das alles mit uns zu teilen, fehlte mir der letzte Funke, der aus einem guten Buch ein unverzichtbares Goldstück macht. Ich vergebe ich
(wenn auch ungern).
Ein kleiner Tipp zum Ende: Jedem, der das Buch lesen möchte, empfehle ich vorher einfach mal Morrie Schwartz zu googlen. Es gibt einige Fotos und man kann sich ein gutes Bild von ihm machen (und auch gleich von Mitch Albom).
Mitch Albom – Dienstags bei Morrie
Originaltitel: Tuesday with Morrie
Goldmann, März 2002
ISBN 3442451752
224 Seiten
Taschenbuch; 8,50 Euro
Ich lese jetzt „Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom
11 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
Das nächste Buch ist mal keine leichte Kost, sondern tiefgründig. Mal sehen, wie mir das gefällt.
Erster Satz:
„Der letzte Kurs im Leben meines alten Professors fand einmal in der Woche in seinem Haus statt, neben einem Fenster im Arbeitszimmer, wo auf der Fensterbank ein kleiner Hibiskus seine rosafarbenen Blüten abwarf.“ (Ich kann mir nicht helfen, aber da schwingt schon so viel Tod mit. Der letzte Kurs von Morrie… und dem Hibiskus geht es auch nicht besser.)










Letzte Kommentare